mini|hochkant|Raphael Bonelli (2013) Raphael Maria Bonelli (* 10. September 1968 in Schärding, Oberösterreich) ist ein österreichischer Neurowissenschaftler und Psychiater. Er hat umfangreich zur symptomatischen Arzneimitteltherapie von Chorea Huntington publiziert. Bonelli arbeitet als Psychiater und systemischer Therapeut in eigener Praxis. Daneben leitet er das 2009 von ihm mitgegründete und 2020 in eine GmbH umgewandelte RPP-Institut. Er ist zudem Autor mehrerer Bücher über psychologische Themen, die sich an ein breiteres Publikum richten, und äußert sich auf dem 2010 gegründeten YouTube-Kanal des von ihm geleiteten Instituts häufig zu psychiatrischen, psychologischen und gesellschaftlichen Themen.

Leben Raphael Bonelli wurde als erstes von fünf Kindern eines Ärzteehepaars geboren und besuchte in Wien die Volksschule und das Gymnasium.Menschen in der Zeit: Raphael Bonelli. Radio Vatikan, 19. Juli 2015, abgerufen am 20. Oktober 2018. Er studierte von 1986 bis 1993 Medizin an der Universität Wien und wurde 1994 mit einer Dissertation über Compliance in einer Ambulanz für Phasenprophylaxe (stimmungsstabilisierende Medikation bei Depression oder bipolarer Störung) promoviert. Von 1995 bis 2002 absolvierte er die Facharztausbildung für Neurologie, von 1996 bis 2005 eine Psychotherapieausbildung in Systemischer Therapie, die er mit einer Lehranalyse beim Grazer Psychoanalytiker Walter Pieringer abschloss.Lebenslauf auf der Seite raphael-bonelli.com.

Er spezialisierte sich 1999 auf die Erforschung und Therapie der Chorea Huntington und gründete für Betroffene eine Ambulanz und eine Selbsthilfegruppe.Lebenslauf auf der Seite raphael-bonelli.com. Von 2003 bis 2006 absolvierte Bonelli an der Klinik der Medizinischen Universität Graz eine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie. Es folgten Forschungsaufenthalte in Harvard und an der UCLA. Von 2003 bis 2008 war er Vizepräsident der Austrian Association of Biological Psychiatry. Ab 2004 leitete er die Neuropsychiatrische Ambulanz an der Universitätsklinik Graz.Siehe die Archivdaten im Forschungsportal der Medizinischen Universität Graz. Im gleichen Jahr erfolgte seine Promotion zum Doktor der medizinischen Wissenschaft (Dr. scient. med.) mit einer Arbeit zur Pharmakotherapie der Chorea Huntington.Verbundkatalog: Pharmakotherapie der Chorea Huntington. Dissertation von Raphael Maria Bonelli 2004. 2005 habilitierte er sich im Fach Psychiatrie mit einer Schrift über die Neuropsychiatrische Therapie der Chorea Huntington. Er war Leiter der Projektgruppe „Psychiatrische MRI-Forschung“ der Grazer Universitätsklinik für Radiologie und Psychiatrie.Siehe die Archivdaten im Forschungsportal der Medizinischen Universität Graz. Anfang 2009 wechselte er an die medizinische Privatuniversität Paracelsus in Salzburg.Hans-Bernhard Wuermling: Gott berührt unsere Seele mit seiner Schönheit. Religion tut dem Menschen gut: Eine Tagung in Zisterzienserstift Heiligenkreuz befasste sich mit „Liturgie und Psyche“. In: Die Tagespost. 9. Mai 2009, S. 9. Er leitete eine „Forschungsgruppe Neuropsychiatrie“, die zeitweise an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien angesiedelt war.Carsten Saft et al.: Leitlinie für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Chorea/Morbus Huntington. Entwicklungsstufe: S2k. Hrsg. von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. 2017, S. 25. Online. Dort war 2013 bis 2015 auch ein Forschungsprojekt Neuropsychiatrie unter seiner Leitung angebunden.Forschungsdatenbank der Sigmund-Freud-Privatuniversität, archivierte Version. Ferner ist Bonelli externes Mitglied des „Center for Spirituality, Theology and Health“ an der Duke University.

Bonelli wird mehrfach als Vizepräsident der Österreichischen Huntington-Hilfe genanntChorea Huntington ist eine Familienkrankheit. in: Der Standard, 21. Juni 2010, online. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie Auflage 5, September 2012. Erklärungen über Interessenkonflikte: Tabellarische Zusammenfassung, online. und ist seit 2006 für diese an der wissenschaftlichen Leitung der Österreichischen Huntington Kongresse beteiligt.Siehe die Seite der Österreichischen Huntington-Hilfe, Menüpunkt „Kongresse“.

2008Bernhard Komesker: Verdrängte Schuld, die krank macht. In: Weserkurier, 9. März 2013, online; Stephan Baier: Religion ist in der Psychoszene ein massiver Tabubruch. In: Die Tagespost, 14. Oktober 2008, S. 9. eröffnete Bonelli in Wien eine Privatpraxis, in der er seitdem als Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin tätig ist.Siehe die Angaben der Ärztekammer für Wien auf praxisplan.at, Univ.Doz. DDr. Raphael Bonelli.

Im Oktober 2007 organisierte Bonelli einen Kongress in Graz unter dem Titel Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie,Siehe den Tagungsband: Raphael Bonelli, Walter Pieringer, Hans Peter Kapfhammer (Hrsg.): Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie. Pabst, Lengerich 2007. Inhaltsverzeichnis. der im Vorfeld zu Kritik in der Öffentlichkeit hinsichtlich geplanter unwissenschaftlicher Vortragsinhalte wie Konversionstherapie und Exorzismus auch gegenüber dem Organisator Bonelli führte. Der geplante Vortrag über Konversionstherapie wurde schließlich zurückgezogen.

2008 organisierte er ebenfalls in Graz eine Fortsetzung mit dem Thema „Schuld & Gefühl“ und 2009 in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Stift Heiligenkreuz eine Tagung zu „Liturgie und Psyche“. 2009 gründete Bonelli gemeinsam mit dem Psychotherapeuten Walter Pieringer und dem Theologen Bernd Oberndorfer das Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie in Wien, dessen Direktor Bonelli ist. Es führt seit seiner Gründung regelmäßig Fachtagungen durch und betreibt seit 2010 einen eigenen YouTube-Kanal.

Bonelli ist mit der kath.net-Mitarbeiterinforum-deutscher-katholiken.de. Victoria Bonelli verheiratet, die auch einen Interviewband mit ihrem Mann herausgegeben hatBuchvorstellung von Der Glaube auf der Couch auf der Seite des Patrimonium-Verlags.Katalog für die Bibliotheken der Universität Heidelberg und 24 % an der RPP Institut GmbH hält, 4 %-Punkte weniger als ihr Mann, der 28 % hält.https://www.firmenabc.at/rpp-institut-gmbh_zkbr Das Paar hatte 2025 sechs Kinder, davon mindestens fünf Söhne.Vollzeitmutter: Der wichtigste Beruf der Welt.Agathe Lauber-Gansterer: „Die ideale Zeit, um sich zu bekehren“. Psychiater Raphael Bonelli über die Corona-Krise. In: Der Sonntag, 15. April 2020, online{ungeskriptet} - Gespräche, die dich weiter bringen: #200 Deshalb zerbrechen Beziehungen (Psychiater Raphael Bonelli), Webseite der Episode: Mediendatei, auf ungeskriptet.com Er ist verwandt mit Johannes Bonelli, dem Direktor des Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE), der von der Österreichischen Bischofskonferenz ernannt wurde, und mit dem ehemaligen Leiter des Kabinetts im österreichischen Bundeskanzleramt Bernhard Bonelli, dessen Frau seine Cousine ist.Barbara Tóth: Die christliche Leitfigur der neuen ÖVP. In: Falter, 39/17, 27. September 2017, S. 15; Josef Votzi: Massiver Corona-Gegenwind macht Sebastian Kurz nervös. In: trend, Nr. 22, 29. Mai 2020, online auf trend.at. Raphael Bonelli ist römisch-katholisch. Vor seiner Eheschließung war er mehr als ein Jahrzehnt Vollmitglied des Opus Dei.

Forschungsschwerpunkte Bonelli ist Autor einer großen Zahl wissenschaftlicher PublikationenPublikationsliste auf der persönlichen Website Bonellis. auf dem Gebiet der Neuropsychiatrie. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Pharmakotherapie der Chorea Huntington. Neben zahlreichen Kasuistiken und offenen Studien zählen dazu zwei systematische Reviews von Studien zur Behandlung dieser Krankheit, die er 2006 und 2007 mit Gregor K. Wenning und Peter Hofmann verfasst hat.Raphael M. Bonelli, Gregor K. Wenning: Pharmacological management of Huntington’s disease: an evidence-based review. In: Current Pharmaceutical Design, Bd. 12 (2006), Nr. 21, S. 2701–2720; Raphael M. Bonelli, Peter Hofmann: A systematic review of the treatment studies in Huntington’s disease since 1990. In: Expert Opinion on Pharmacotherapy, Bd. 8 (2007), Nr. 2, S. 141–153. Er hat 2012 gemeinsam mit Myron Flint Beal das Kapitel zur Huntington-Krankheit in Band 106 des Handbook of Clinical Neurology geschrieben,R. M. Bonelli, M. F. Beal: Huntington’s Disease. In: Thomas E. Schlaepfer, Charles B. Nemeroff (Hrsg.): Neurobiology of Psychiatric Disorders. Handbook of Clinical Neurology Band 106, 2012, S. 507–526. PMID 22608641. war Mitglied des Steering Comitee der groß angelegten internationalen Beobachtungsstudie Registry des European Huntington’s Disease Network,Siehe die Liste der Mitglieder des Steering Committee auf einer archivierten Version der Seite euro-hd.net. die 2017 abgeschlossen wurde,Siehe die Beschreibung auf clinicaltrials.gov. und gehörte dem Redaktionskomitee der bis 2022 gültigen Leitlinie für Diagnostik und Therapie bei Chorea/Morbus Huntington an, die die Deutsche Gesellschaft für Neurologie 2017 veröffentlicht hat.Carsten Saft et al.: Leitlinie für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Chorea/Morbus Huntington. Entwicklungsstufe: S2k. Hrsg. von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. 2017. Online. Angaben zum Redaktionskollektiv S. 25.

Weitere neuropsychiatrische Veröffentlichungen Bonellis beziehen sich auf bildgebende Verfahren, insbesondere die Magnetresonanztomografie,Beispielhaft dieses Review: Raphael M. Bonelli, H. P. Kapfhammer, S. S. Pillay, D. Yurgelun-Todd: Basal Ganglia Volumetric Studies in Affective Disorder: What did we learn in the last 15 years? In: Journal of Neural Transmission, Bd. 113 (2006), Nr. 2, S. 255–268. PMID 16252064. und auf Biomarker für den Zelltod.rezipiert in:rezipiert in: Gemeinsam mit Jeffrey Cummings (UCLA) erstellte er 2008 eine Übersichtsarbeit, die sich mit der Differenzierung zwischen frontal-subkortikalen und kortikalen Demenzen beschäftigt.R. M. Bonelli, J. L. Cummings: Frontal-subcortical dementias. Neurologist. 2008 Mar, 14(2), S. 100–107. PMID 18332839.

Zu den Forschungsschwerpunkten Bonellis gehören ferner die Zusammenhänge zwischen Religiosität, Spiritualität und psychischen Krankheiten. So publizierte Bonelli gemeinsam mit anderen Forschern ein systematisches Review der quantitativen Studien, die Daten zu Depression und religiösen bzw. spirituellen Faktoren erhoben hatten. Die Autoren kamen dabei zu dem Schluss, dass religiöse oder spirituelle Praktiken tendenziell einen günstigen Einfluss auf diese psychische Krankheit ausüben.R. M. Bonelli, R. E. Dew, H. G. Koenig, D. H. Rosmarin, S. Vasegh: Religious and Spiritual Factors in Depression: Review and Integration of the Research. In: Depression Research and Treatment. Article ID 962860, 2012, doi:10.1155/2012/962860. hindawi.com. 2013 folgte ein gemeinsam mit Harold B. Koenig erarbeitetes Review, das generell Studien über psychische Störungen einbezog.Raphael M. Bonelli, Harold B. Koenig: Mental disorders, religion and spirituality 1990 to 2010: a systematic evidence-based review. In: Journal of Religion and Health, Jg. 52 (2013), S. 657–673.

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Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie