Projekt 57b oder Projekt 57bis, von der NATO als Krupny-Klasse bezeichnet, war eine Zerstörerklasse der sowjetischen Marine. Nach der Entfernung von zwei großen Startrohren für veraltete Marschflugkörper änderte die Marine die Bezeichnung auf Projekt 57A und die NATO, die ihrerseits die Entfernung der Seezielflugkörper registrierte, änderte die Bezeichnung auf Kanin-Klasse.
Geschichte Die Schiffe der Klasse waren die ersten Lenkwaffenzerstörer der sowjetischen Marine. Es wurden acht Einheiten gebaut, eine weitere aber auf der Helling abgebrochen.
Drei Schiffe der Klasse dienten in der Pazifikflotte, vier in der Nordflotte und eins in der Baltischen Flotte.
Von 1966 bis 1978 wurden acht Schiffe zur U-Jagd umgebaut und modernisiert. Sie erhielten unter anderem neue Waffensysteme und Elektronik, diese Schiffe wurden von der NATO als Kanin-Klasse bezeichnet, in der UdSSR erhielten sie die Kennung Projekt 57b.
Noch vor dem Ende der Sowjetunion wurden die Schiffe alle in Reserve gestellt oder direkt verschrottet. 1992 befand sich keines mehr in Dienst.
Einheiten Einheit Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Außerdienststellung Bemerkung Gnewny(Гневный,Gnevnyy,Zornig) Schiffbauwerft 61 Kommunara,Nikolajew 16. November 1957 30. November 1958 10. Januar 1960 8. August 1988 1972–73 modernisiert zu Projekt 57A1988 verschrottet Gremjaschtschi(ru: Гремящий,en: Gremyashchiy,ü: Donnernd) Severnaya Verf,Leningrad 25. Februar 1958 30. April 1959 30. Juni 1960 2. Oktober 1991 1966–68 modernisiert zu Projekt 57A17. Juli 1987 als Testfahrzeug;1994 nach Indien zur Verschrottung Uporny(Упорный,Upornyy,Hartnäckig) Schiffbauwerft 61 Kommunara,Nikolajew 9. April 1958 14. Oktober 1959 3. Dezember 1960 29. Juni 1993 1977–78 modernisiert zu Projekt 57A24. Juni 1991 als schwimmende Baracke;1993 verschrottet Schgutschi(Жгучий,Zhguchiy,Heftig) Severnaya Verf,Leningrad 23. Juni 1958 14. Oktober 1959 23. Dezember 1960 30. Juli 1987 1966–68 modernisiert zu Projekt 57Anach Spanien zu Verschrottung Boiki(Бойкий,Boykiy,Flink) Schiffbauwerft 61 Kommunara,Nikolajew 2. April 1959 15. Dezember 1959 26. Juni 1961 2. Februar 1988 1970–73 modernisiert zu Projekt 57Anach Spanien zur Verschrottung;bei Überführung im Januar 1989 Havarie vor Norwegen Sorki(Зоркий,Zorkiy,Scharfsichtig) Severnaya Verf,Leningrad 17. April 1959 30. April 1960 30. September 1961 30. Juni 1993 1969–71 modernisiert zu Projekt 57Averschrottet Gordy(Гордый,Gordyy,Stolz) Werft SY 199,Komsomolsk am Amur Mai 1959 24. Mai 1960 6. Februar 1961 30. Juli 1987 1973–77 modernisiert zu Projekt 57Aals Raketenziel am 9. August 1987 versenkt Derski(Дерзкий,Derzkiy,Frech) Severnaya Verf,Leningrad 10. Oktober 1959 4. Februar 1960 30. Dezember 1961 19. April 1990 1967–72 modernisiert zu Projekt 57A7. August 1977 in Reserve Chrabry(Храбрый,Khrabryy,Tapfer) Werft SY 199,Komsomolsk am Amur 1959 1961 Bestellung gestrichen und Bau am 1. Juli 1963 gestoppt
Technik Die Schiffe der Klasse entstanden als eine verbesserte Version der Kotlin-Klasse, mit der sie die Maschinenanlage gemeinsam hatten. Im Vergleich dazu verfügten die Schiffe der Krupny-Klasse über die ersten Raketensysteme an Bord sowjetischer Zerstörer.
Dazu wurden auch Feuerleitanlagen sowie Radarsysteme verbaut, die bisher nicht verwendet worden waren. Nachdem ihre Hauptbewaffnung SS-N-1 Scrubber bereits 1965 als zu schwach angesehen worden war, wurden die Schiffe nach und nach zur U-Boot-Jagd umgebaut. Sie erhielten stärkere Wasserbombensysteme vom Typ RBU-6000 und die dazu passenden SONAR-Systeme.
Literatur С.С. Бережной: Советский ВМФ 1945–1995 Крейсера – большие противолодочные корабли, эсминцы. (etwa: S.S. Bereschnoi: Sowjetische Marine 1945–1995 Kreuzer, große U-Jagdschiffe, Zerstörer.) Moskau 1995.
Weblinks Krupny and Kanin class Destroyers (1959) auf naval-encyclopedia.com (englisch) GNEVNYY destroyers (project 57bis) (1960 - 1961) auf navypedia.org (englisch)
Kategorie:Militärschiffsklasse (Sowjetunion) Kategorie:Zerstörerklasse