mini|Herrenhaus Krummbek.
Das Herrenhaus Krummbek ist das zentrale Bauwerk des vormaligen Rittergutes und heutigen Gutes Krummbek. Krummbek bildet seit 1974 einen Ortsteil der amtsangehörigen Gemeinde Lasbek im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein. Das Herrenhaus steht unter Denkmalschutz.
Geschichte Krummbek war im Hochmittelalter ein Bauerndorf, das ursprünglich dem Kloster Reinfeld gehörteBarbara Günther (Hrsg.), Burkhard von Hennigs (MA): Stormarn Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2003, ISBN 3-529-07150-1, S. 209. und möglicherweise von diesem angelegt wurde. Der Name ist aus krumm und beke abgeleitet, was etwa „krummer Bach“ bedeutet.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, Band 8 der Gottorfer Schriften zur Landeskunde Schleswig-Holsteins, 1967, S. 136. Vgl. Antje Schmitz, Die Orts- und Gewässernamen des Kreises Ostholstein, Band 3 der Kieler Beiträge zur deutschen Sprachgeschichte, 1981, S. 339 1327 wurde Krummbek erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem es wüst gefallen war, kam das Areal als Meierhof zum adligen Gut Schulenburg. Als solcher gelangte er mit Gut Schulenburg in das Eigentum des Marschalls von Frankreich Graf Nicolas von Luckner (1722–1794).Alt-Bramstedt.de/Inhalt/Dörfer/Luckner: Luckner-Biographie. Stand 2018. Er wurde im Alter von 72 Jahren während der Schreckensherrschaft in Paris unter der Guillotine enthauptet. Aus seinem Nachlass gingen Gut Schulenburg und der Meierhof auf seinen Sohn über. 1803 wurde der Meierhof gleichzeitig mit dem Meierhof Hohenholz durch Graf Luckner von Schulenburg abgetrennt und als eigenständiges adliges Gut Krummbek verkauft. Erster Besitzer war Ludwig Carl Christoph Freiherr von Liliencron (1777–1846), der mit Gräfin Juliane von Luckner (1788–1863) verheiratet war und in den napoleonischen Kriegen kämpfte.ZSHG, Band 130, 2005, S. 119. Der Ehe entstammte Rochus von Liliencron. Auf Krummbek experimentierte Ludwig von Liliencron mit der Fabrikation eines reinen und dauerhaften Zuckers aus der neuartigen Kultur der Zuckerrübe.Schleswig-Holsteinischer Heimatbund (Hrsg.): Schleswig-Holstein, Ausgaben 1–12, 2003, S. 6. Vgl. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc: Schleswig-Holstein Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2000, ISBN 3-529-02441-4, S. 365. Unter Liliencron wurde das dem Architekten Christian Frederik Hansen zugeschriebene Herrenhaus errichtet. mini|hochkant=0.2|Robert Jauch (1856–1909),Herr auf Krummbek. Eigentümer des Gutes waren in der Folge hanseatische Kaufleute, zuletzt der aus der hamburgischen Familie Jauch stammende Robert Jauch (1856–1909), der das Gut 1895 für 430.000 Goldmark (umgerechnet etwa 4,25 Mio. Euro) verkaufteHenning Oldekop: Topographie des Herzogtums Holstein einschliesslich Kreis Herzogtum Lauenburg, Fürstentum Lübeck, Enklaven (8) der freien und Hansestadt Lübeck, Enklaven (4) der freien und Hansestadt Hamburg. Verlag Schramm, Kiel 1908, S. 58. Reprint 1974. ISBN 3-921361-01-X., um Hamburger Bürger zu werden und sich als Privatier dort karitativen Aufgaben widmen zu können. Auf dem Gut wuchs sein Sohn auf, der spätere Oberst und Freikorpsführer Hans Jauch. 1909 erwarb Hermann Lampe das Gut.Hermann Lampe: Die Entwicklung der braunschweigischen Domäne Süpplingenburg. Ein Beitrag zur Betriebslehre und zur Geschichte der deutschen Landwirtschaft. 1910, S. 175. Lampes Erben bewirtschaften es bis heute.
Als die Gutsbezirke 1928 ihre kommunalpolitische Eigenständigkeit verloren, wurde Krummbek der Nachbargemeinde Barkhorst eingegliedert. 1885 hatte Krummbek 67 Einwohner, 1925 waren es 72 Einwohner.
Lage Gut Krummbek 3, 23847 Lasbek
Literatur Hubertus Neuschäffer: Schlösser und Herrenhäuser in Südholstein. Ein Handbuch. Fotos: Otto Vollert u. a., Weidlich, Würzburg 1984. ISBN 3-8035-1238-7. Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, 2015, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2. Auflage, ISBN 978-3-86568-971-9, S. 318.
Weblinks Herrenhaus Krummbek bei www.Kreis-Stormarn.de Gut Schulenburg bei www.Gemeinde-Pölitz.de Grenzstein Gut Krummbek zu Gut Schulenburg
Einzelnachweise
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