Nymburk (deutsch Nimburg, auch Neuenburg an der Elbe) ist eine Stadt in der Mittelböhmischen Region. Sie liegt an der Einmündung der Mrlina in die Elbe, 40 km nordöstlich von Prag und hat rund 15.000 Einwohner. mini|Stadtmauer mini|Elbbrücke
Geschichte Die Stadt wurde um das Jahr 1275 vom böhmischen König Přemysl Otakar II. als Königsstadt gegründet. Sie erhielt den deutschen Namen Nuenburch und wurde mit deutschen Kolonisten besiedelt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts nahm die Anzahl der tschechischen Bürger allmählich zu. Zur Zeit der hussitischen Revolution war die Stadt weitgehend von Tschechen bewohnt. Ab 1425 befand sie sich unter der Kontrolle der Taboriten, 1436 bestätigte König Sigismund ihre Privilegien. Sowohl nach dem Ständeaufstand von 1547 als auch der Schlacht am Weißen Berg (1620) war die Stadt Repressionen ausgesetzt, da sich weite Teile der Bevölkerung zum Protestantismus bekannten. Diejenigen, die sich weigerten, katholisch zu werden, mussten 1628 auswandern.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1631 und 1634 von kursächsischen Truppen erobert und zerstört, später auch von den Schweden. Erst ab Anfang des 18. Jahrhunderts kam es wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts war Nymburk ein Zentrum der tschechischen Nationalen Wiedergeburt.
1936 wurde der politische Bezirk (Okres) Nymburk gebildet. Sein Gebiet hatte vorher zum Bezirk Poděbrad gehört.190/1935 Sb. Verordnung vom 4. Oktober 1935 über die Bildung einiger politischer Bezirke in Böhmen/Gesetzessammlung der Tschechoslowakei 1935, Nr. 190
Stadtgliederung Die Stadt Nymburk besteht aus den Stadtteilen Drahelice (Drahelitz) und Nymburk (Nimburg).
Sehenswürdigkeiten Rathaus, erbaut im 16. Jahrhundert Mariensäule, 1713 errichtet
Sport Nymburk ist Heimat des tschechischen Basketballrekordmeisters ČEZ Basketball Nymburk. Der Verein spielt regelmäßig in der Champions League.
Städtepartnerschaften Nymburk ist partnerschaftlich verbunden mit Mytischtschi in der Oblast Moskau, Russland Neuruppin in Brandenburg, Deutschland Vrútky in der Mittelslowakei, Slowakei Żarów in Niederschlesien, Polen
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt
Thomas Mitis (1523–1591), Humanist und Verleger Bohuslav Matej Černohorský (1684–1742), Komponist und Orgellehrer Josef Kramolín (1730–1802), Maler und Freskant Antonín Janoušek (1877–1941), Bolschewist Rudolf Bechyně (1881–1948), Politiker und Journalist Josef Mach (1883–1951), tschechischer Lyriker Anton Neumann (1885–1964), Lehrer, Politiker, Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat Jaroslav Stránský (1899–?), Eishockeytorhüter Jiří Brabenec (1911–1983), tschechischer Journalist und Schriftsteller František Fadrhonc (1914–1981), Fußballtrainer und Sportlehrer Miroslav Horčic (1921–2017), Leichtathlet Vratislav Effenberger (1923–1986), Schriftsteller Luděk Bohman (* 1946), Leichtathlet Hynek Fajmon (* 1968), Politiker Petr Fuksa (* 1969),u Kanute Radek Bejbl (* 1972), Fußballspieler Marek Nikl (* 1976), Fußballspieler Jiří Homola (* 1980), Fußballspieler Bartoloměj Kuru (* 1987), österreichischer Fußballspieler Kristýna Kolocová (* 1988), Beachvolleyballspielerin Martin Fuksa (* 1993), Kanute Lukáš Hodboď (* 1996), Leichtathlet Vít Müller (* 1996), Leichtathlet Michael Vrbenský (* 1999), Tennisspieler Daniel Mrázek (* 2003), Eiskunstläufer
In Nymburk lebten und wirkten František Josef Čečetka (1871–1942), Schriftsteller Bohumil Hrabal (1914–1997), Schriftsteller
Literatur
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Einzelnachweise
Kategorie:Ort an der Elbe