Das Kraftwerk Offleben war ein Braunkohlekraftwerk bei Offleben im Helmstedter Braunkohlerevier. Das 1954 in Betrieb genommene Kraftwerk hatte anfangs eine Leistung von 100 Megawatt – bis 1973 wurde diese auf 770 Megawatt gesteigert. 1985 und 1993 wurde die Anlage teilweise und 2002 endgültig stillgelegt.

Geschichte Das Kraftwerk Offleben gehörte zum Betrieb der Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke (BKB). Bedingt durch die Grenzschließung am 26. Mai 1952 zwischen der DDR und der BRD verlor das Unternehmen sowohl Abraumflächen als auch das Kraftwerk Harbke, da diese nun auf dem Gebiet der DDR lagen. Diese Defizite sollten durch eigene Kraftwerksbauten auf westdeutscher Seite ersetzt werden. Planung und Bauzeit betrugen nur zwei Jahre. 1954 konnte der erste Block des Kraftwerkes Offleben in Betrieb genommen werden. In den Jahren 1958 sowie 1962 wurde das Kraftwerk mit einer jeweils 72-MW-Turbine erweitert. 1967 entstanden nach zweijähriger Bauzeit direkt neben dem Kraftwerk zwei neue komplette Blöcke (A, B) mit anfangs jeweils 100 MW. Seitdem unterscheidet man zwischen Offleben 1 mit den 5 Turbinen und Offleben 2 mit Block A und B. Zum ersten Mal war hier ein reiner Blockbetrieb gewählt worden. Während Offleben 1 noch mehrere Kessel eine Turbine speisten und außerdem noch Querverbindungen untereinander bestanden, waren in dem neuen Kraftwerk je ein Kessel und eine Turbine zusammengefasst. Im November 1969 begannen die Arbeiten für einen dritten Block für Offleben 2 der im Frühjahr 1973 als Block C mit 325 MW fertiggestellt wurde. Gleichzeitig wurde die Leistung der Blöcke A und B von 100 MW auf 125 MW gesteigert. Durch den Bau des Kraftwerks Buschhaus wurde 1985 Offleben 1 abgeschaltet. 1993 wurden die Blöcke A und B stillgelegt. Der 180 m hohe Schornstein der Blöcke A & B wurde 1996 abgerissenStadt Helmstedt - Chronik der Einheitsgmeinde Büddenstedt bis 2014, S. 30. Entgegen der ursprünglichen Planungen, das Kraftwerk bis 2009 aus dem Tagebau Emmerstedt zu versorgen, wurde der Block C 2002 stillgelegt, da der Tagebau Emmerstedt nicht aufgeschlossen wurde und der Tagebau bei Helmstedt 2002 ausgekohlt war. Somit wurde dem Kraftwerk die Betriebsgrundlage entzogen und am 9. August 2002 stillgelegt. Dies war mit dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze und schwindenden Steuereinnahmen für die damalige Gemeinde Büddenstedt verbunden. Am 11. Juli 2004 gab es ein Feuer in der Kohleförderbandanlage und Übergabestation. Im August 2004 wurden Teile des Katastrophenfilms Tsunami im stillgelegten Kraftwerk gedreht.Volker Kühn: Offleben wird zur Nordsee-Insel in Braunschweiger Zeitung vom 25. August 2004 Ein weiteres Feuer ist am 13. Februar 2006 in einer Filteranlage ausgebrochen. Bei Abrissarbeiten durch Funkenflug bei Arbeiten mit Schneidbrennern haben sich Kunststoffteile in der circa 40 Meter hohen Filteranlage entzündet. Der 207 Meter hohe Schornstein des Kraftwerks wurde am 29. September 2006 gesprengt und am 14. Januar 2009 das letzte Kesselhaus von Block C.

Ausstattung Kraftwerk Offleben wurde unterteilt in Offleben 1 mit 245 MW, ein Sammelschienenkraftwerk mit sieben Kesseln und fünf Turbinensätzen und Offleben 2 mit 525 MW, das in drei Kraftwerksblöcken (A, B und C) errichtet wurde. Block A und B lieferten anfangs 100M W später 125 MW, der erst 1972 entstandene Block C hatte eine Leistung von 325 MW. Insgesamt produzierte die gesamte Anlage im Verlaufe ihres Bestehens etwa 126 Millionen Megawattstunden elektrischer Energie und war damit das größte und produktivste Kraftwerk im Helmstedter Revier.http://www.stuecksicht.de/html/bkw_offleben.html

Abriss mini|Stand des Abbruchs im Dezember 2006 mini|Reste des abgerissenen Kraftwerks Offleben (2012) Am 9. August 2002 wurde das Kraftwerk Offleben stillgelegt, was mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und schwindenden Steuereinnahmen für die Gemeinde verbunden war. Der 207 Meter hohe Schornstein des Kraftwerks wurde am 29. September 2006 gesprengt. Am 14. Januar 2009 wurde das rund 84 m hohe Kesselhaus des Blocks C gesprengt, womit das letzte Wahrzeichen des Kraftwerks fiel. Bis 2011 wurden die Kraftwerksanlagen vollständig zurückgebaut und es entstand auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände eine Gewerbefläche zur Neuansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben. Dabei handelt es sich um die größte ausgewiesene Gewerbefläche im Landkreis Helmstedt.

Weblinks

Virtuelles Museum verlassener Plätze → KW Offleben Luftbild des Kraftwerks, im Hintergrund Kraftwerk Buschhaus images.robertharding.com

Einzelnachweise

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