Die Droga ekspresowa S3 (poln. für ,Schnellstraße S3‘) ist eine fertiggestellte Schnellstraße in Polen. Sie führt von Świnoujście (Swinemünde) auf der Insel Usedom nach Lubawka (Liebau in Schlesien) an der tschechisch-polnischen Grenze und zieht sich dabei durch drei Woiwodschaften. An der Grenze soll sie zukünftig an die tschechische Autobahn D11 anknüpfen. Im Großteil ihres Verlaufs ist die Schnellstraße S3 Teil der Europastraße 65.

Planungsgeschichte In den Streckennetzplänen von 1945 und 1946 ist eine Strecke enthalten, die von Stettin (Szczecin) über Posen (Poznań) zur tschechischen Grenze führt.Eugeniusz Buszma: (polnisch).Eugeniusz Buszma: (polnisch). 1963 war diese Verbindung in den Planungen nicht mehr enthalten, sondern eine Strecke zwischen Stettin und der Autobahn A2 vorgesehen, wie sie der Streckenführung entspricht, die zurzeit geplant ist.Netzpläne von 1939 bis 2004 Im Netzplan von 1971 wurde die geplante Streckenführung bis zur tschechischen Grenze verlängert.Eugeniusz Buszma: (polnisch). 1976 wurde die Strecke in der Planung bis nach Świnoujście verlängert. (polnisch). Seitdem ist die Strecke durchgängig in den Planungen enthalten. (polnisch). Von 1993 bis 2001 wurde die Strecke als Autostrada A3 geplant.

Fertiggestellte Abschnitte Länge Abschnitt   Bauzeit   Baukosten Verkehrsübergabe Anmerkungen 17,1 km Świnoujście – Knoten Dargobądz2020–2025 689 Mio. Złoty(172 Mio. Euro)21. Oktober 2025 15,9 km Knoten Dargobądz – Troszyn2020–2025 679 Mio. Złoty(308 Mio. Euro)21. Oktober 2025 4,2 km Umgehung Troszyn, Parłówko & Ostromice 2009–2012 132 Mio. Złoty(31 Mio. Euro)9. Januar 2012 22,1 km Ostromice – Knoten Miękowo2017–2021 361 Mio. Złoty(90 Mio. Euro)11. April 2021 4,8 km Knoten Miękowo – Knoten Goleniów Północ 2009–2011 66 Mio. Złoty(16 Mio. Euro)16. Dezember 2011 19,5 km Knoten Goleniów Północ – Knoten Rzęśnica(1976–1979)2017–2021 126 Mio. Złoty(32 Mio. Euro)(10. Juli 1979)10. Juni 2020 18,3 km – Realisierung als Abschnitt der Autobahn A6 28,2 km – 2008–2010 687 Mio. Złoty(168 Mio. Euro) 26. Mai 2010 26,7 km – 2007–2010 791 Mio. Złoty(199 Mio. Euro) 22. Oktober 2010 26,7 km – 2008–2010 581 Mio. Złoty(142 Mio. Euro) 30. Dezember 2010Można już jeździć „ekspresowo“ ze Szczecina do Gorzowa Wielkopolskiego GDDKiA (polnisch).11,7 km – 2005–2007 189 Mio. Złoty(50 Mio. Euro)27. November 2007 östlich gelegene Fahrbahn 2014–2017 289 Mio. Złoty(72 Mio. Euro)9. Oktober 2017 westlich gelegene Fahrbahn 18,5 km – 2011–2014 337 Mio. Złoty(84 Mio. Euro) 15. Mai 2014S3 od Gorzowa Wlkp. do Międzyrzecza otwarta. GDDKiA (polnisch). 19,1 km – 2011–2014 425 Mio. Złoty(106 Mio. Euro) 15. Mai 20146,4 km – 2004–2006 75 Mio. Złoty(19 Mio. Euro)23. August 2006 östlich gelegene Fahrbahn 2014–2016 103 Mio. Złoty(26 Mio. Euro)19. Oktober 2016 westlich gelegene Fahrbahn 11,7 km – Knoten Jordanowo 2010–2013373 Mio. Złoty(89 Mio. Euro) 21. August 2013 5,5 km Knoten Jordanowo – 27. Mai 2013Otwarcie węzła Jordanowo GDDKiA (polnisch). 7,4 km – 2010–2013 204 Mio. Złoty(49 Mio. Euro) 11. Juli 2013 18,4 km – 2010–2013 336 Mio. Złoty(80 Mio. Euro) 18. Juni 201313,4 km – 2015–2017 299 Mio. Złoty(75 Mio. Euro)20. Oktober 2017 östlich gelegene Fahrbahn 1985–1995 2005–2006(Modernisierung) –– westlich gelegene Fahrbahn13,3 km – 2015–2018 194 Mio. Złoty(49 Mio. Euro)30. November 2018 östlich gelegene Fahrbahn 1985–1998 2006–2008(Modernisierung) –– westlich gelegene Fahrbahn17,3 km – 2016–2018 188 Mio. Złoty(47 Mio. Euro)20. Dezember 2018 östlich gelegene Fahrbahn 1995–1998 2006–2008(Modernisierung) –– westlich gelegene Fahrbahn16,4 km – 2014–2018 355 Mio. Złoty(89 Mio. Euro)15. September 201816,9 km – 2014–2018 448 Mio. Złoty(112 Mio. Euro)15. September 2018 8,4 km – 2014–2021 683 Mio. Złoty(171 Mio. Euro)10. November 2021 6,0 km – 29. Oktober 202111,3 km – 2015–2018 261 Mio. Złoty(65 Mio. Euro)27. August 2018 22,6 km – 2015–2018 786 Mio. Złoty(197 Mio. Euro)25. Juni 2018 19,7 km Knoten Legnica Południe – Knoten Jawor Wschód2015–2018 296 Mio. Złoty(74 Mio. Euro)15. Oktober 2018 16,1 km Knoten Jawor Wschód – Knoten Bolków2015–2018 323 Mio. Złoty(81 Mio. Euro)15. Oktober 2018 16,1 km Knoten Bolków – Knoten Kamienna Góra Północ2018–2024 1,54 Mrd. Złoty(384 Mio. Euro)31. Juli 2024 15,3 km Knoten Kamienna Góra Północ – Lubawka (PL/CZ)2018–2023 880 Mio. Złoty(220 Mio. Euro) 29. September 2023436,1 km417,8 kmSumme

Świnoujście – Troszyn mini|Blick auf die Brücke im Zuge der Ortsumgehung von Wolin über der Dziwna. mini|Blick auf das Brückenbauwerk der derzeitigen Landesstraße 3 in Wolin. mini|Die Ortsumgehung von Międzyzdrojów nach der Eröffnung 2008.

Dieser 33 km lange Abschnitt führt von Świnoujście aus bis Troszyn westlich der Stadt Wolin. Die Strecke beginnt in dem auf der Insel Wolin gelegenen, östlichen Stadtgebiet von Świnoujście an einem Kreisverkehr, an den der seit 30. Juni 2023 eröffnete Swinetunnel angeschlossen ist. Zudem werden die zum Hafen führende Straßen an den Kreisverkehr angeschlossen. Ursprünglich war im Rahmen der Planung des Swinetunnels ein direkter Übergang von der Schnellstraße zum Swinetunnel über eine Brücke, die über dem Kreisverkehr führen sollte, vorgesehen. Diese Brücke wurde im Rahmen der Planung der Schnellstraße aus Kostengründen gestrichen. Anschließend führt die Strecke entlang der Landesstraße 3 und der Bahnstrecke Szczecin Dąbie–Świnoujście bis zur Ortsumgehung von Międzyzdroje. Die 3 km lange Ortsumgehung von Międzyzdroje samt dem Knoten Międzyzdroje wurde im Verlauf der Landesstraße 3 gebaut und wird nun mit einer zweiten Fahrbahn ausgestattet. Anschließend durchquert die Schnellstraße den Nationalpark Wolin, wobei eine zweite Fahrbahn an die bisherige Fahrbahn der Landesstraße 3 zugebaut wird, und führt entlang der Landesstraße 3 bis Wolin. Bei Wolin wird die bisherige, 2003 eröffnete Ortsumgehung mit einer zweiten Fahrbahn ausgestattet und eine zweite Brücke über die Dziwna gebaut. Anschließend schließt die Schnellstraße an die Ortsumgehung von Troszyn, Parłówko und Ostromice an.

Planungsgeschichte und Neu- und Ausbau der Landesstraße 3 Die Planungen eines neuen Verlaufes bzw. des Ausbaus der Landesstraße 3 zwischen Goleniów und Świnoujście reichen bis Anfang der 1990er Jahre zurück. Bis 2008 wurden in vier Etappen eine insgesamt 13,2 km neu gebaut. Nur die Ortsumgehungen von Wolin (Etappe 3) und Międzyzdrojów (Etappe 4) erfüllen die Anforderungen einer Schnellstraße mit einer Fahrbahn, jedoch sollten diese erst nach dem vollständigen Ausbau der verbliebenen Teilstücke der Landesstraße zur Schnellstraße als Teil der S3 beschildert werden. Etappe 1: Am 2. Dezember 1999 begann die Modernisierung einer 4,8 km langen Strecke der Landesstraße, die durch den Nationalpark Wolin führt. Dabei wurde die Fahrbahn auf einen neuen Verlauf verlegt und verstärkt, sodass sie die damaligen Anforderung einer Schnellstraße mit einer Fahrbahn erfüllte. Die Bauarbeiten wurden von Skanska bis zum 12. September 2001 abgeschlossen. Die Verkehrsübergabe fand am 5. Oktober 2001 statt. Dieses Projekt wurde aus dem Staatshaushalt und von einem am 1. September 1996 geschlossenen Darlehen der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung finanziert. Etappe 2: An die Etappe 1 schloss die 2,8 km lange Ortsumgehung von Dargobądz an, die vom 3. Mai 2002 bis zum 30. Juni 2003 von Budimex-Dromex gebaut und am 14. Juli 2003 eröffnet wurde. Sie erfüllte jedoch die Anforderungen einer Schnellstraße nicht. Dieses Projekt wurde ebenfalls aus dem Staatshaushalt und von einem am 1. September 1996 geschlossenen Darlehen der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung finanziert. Etappe 3: Im gleichen Zeitraum dauerte vom 14. März bis zum 30. Oktober 2002 der Bau der Ortsumgehung von Wolin, in deren Verlauf eine neue Brücke außerhalb des Stadtgebiets nahe der Bahnstrecke und über der Dziwna entstand. Des Weiteren wurden am Anfang- und Endpunkt höhenfreie Kreuzungen, die jetzigen Knoten Wolin Zachód und Wolin Wschód, gebaut. Die Ortsumgehung wurde ebenfalls mit einer Fahrbahn ausgeführt und mit allen Anforderungen an eine Schnellstraße gebaut, sodass sie ein Teil der zukünftigen Schnellstraße sein könnte. Die 2,6 km lange Ortsumgehung wurde am 2. Dezember 2003 eröffnet. Die Baukosten betrugen 65 Mio. Złoty. Etappe 4: Als Letztes wurde die 3,0 km lange Ortsumgehung von Międzyzdrojów realisiert. Sie schließt an die modernisierte Strecke durch den Nationalpark Wolin an, wurde ebenfalls mit einer Fahrbahn gebaut und erfüllt die Anforderung einer Schnellstraße. Der Bau begann am 21. November 2006 und endete Ende Juni 2008. Am 31. August 2008 erfolgte die Verkehrsübergabe. Die Baukosten betrugen 78 Mio. Złoty. Nach Abschluss der vier Etappen wurde die Planung des weiteren Ausbaus der verbliebenen Teilstücke verschoben. Das prognostizierte Verkehrsaufkommen sowie der Nationalpark Wolin würden laut der GDDKiA den vierstreifigen Ausbau nicht rechtfertigen bzw. unmöglich machen. Nach Untersuchungen von 2008 würde jedes dritte Fahrzeug von der S3 beim Knoten Parłówko abfahren. Inwieweit der Bau des Flüssiggasterminals in Świnoujście das Verkehrsaufkommen steigern würde, wurde von der GDDKiA nicht untersucht. Nachdem es 2010 Überlegungen gab, die S3 bis Wolin mit zwei Fahrbahnen und zwischen Wolin bis Świnoujście mit einer Fahrbahn auszubauen, wurde 2011 eine Machbarkeitsstudie für den gesamten Abschnitt im 2+1-System ausgearbeitet. Anfang März 2013 forderten die Lokalpolitiker aus Świnoujście erstmals einen Ausbau der S3. Das Projekt wurde anschließend auf die Reserveliste des Straßenbauprogrammes 2014–2020 gesetzt. Erstmals wurde ein vierstreifiger Neu- bzw. Ausbau erwogen. Die Kosten wurden auf 1,5 bis 2,3 Milliarden Złoty geschätzt. Von Dezember 2015 bis Ende 2017 wurde die Machbarkeitsstudie (poln.: Studium Techniczno-Ekonomiczno-Środowiskowe, kurz STEŚ, dt. etwa Technisch-ökonomisch-ökologische Studie) samt dem Umweltverträglichkeitsbericht ausgearbeitet und anschließend von der Regionaldirektion für Umweltschutz in Stettin geprüft. Es wurden vier Varianten ausgearbeitet, wobei letztlich die Variante 4 entlang der schon gebauten Etappen der Landesstraße ausgewählt wurde. Ende August 2018 erteilte die Umweltbehörde den Umweltverträglichkeitsbeschluss (poln.: Decyzja o środowiskowych uwarunkowaniach, kurz DŚU). Seitens der Direktion des Nationalparks Wolin gab es keine Proteste, nachdem vereinbart wurde, dass die von der Schnellstraße beanspruchte Fläche ausgeglichen wird.

Bauphase Anfang Dezember 2019 wurde der Abschluss der Planung und der Bau ausgeschrieben. Dazu wurde der Abschnitt in zwei Unterabschnitte eingeteilt: Świnoujście – Knoten Dargobądz (17,1 km) Am 2. Dezember 2019 startete die Ausschreibung. Bei dem am 25. März 2020 stattgefundenen Submissionstermin reichte das Unternehmen Pol-Aqua S.A., die polnische Tochtergesellschaft des spanischen Bauunternehmens Dragados S.A., das günstigste Angebot mit Kosten in Höhe von 689 Millionen Złoty ein. Die von der GDDKiA geplanten Kosten sollten 563 Millionen Złoty betragen. Alle sechs eingereichten Angebote lagen über den geplanten Kosten, wobei das teuerste Angebot vom Baukonzern Porr bei 1,19 Milliarden Złoty lag. Am 26. Juni wurde das günstigste Angebot als das Beste ausgewählt. Am 28. August wurde der Vertrag zwischen dem polnischen Tochterunternehmen Pol-Aqua S.A. und der GDDKiA unterzeichnet.

Knoten Dargobądz – Troszyn (15,9 km)