Gaëtane Thiney (* 28. Oktober 1985 in Troyes) ist eine ehemalige französische Fußballspielerin. Die in den letzten Karrierejahren überwiegend im offensiven Mittelfeld eingesetzte Akteurin gehörte mehr als zwölf Jahre lang auch der französischen Nationalmannschaft an. Im Oktober 2020 bestritt sie während ihrer zwanzigsten Erstligasaison ihr 400. Punktspiel; dazu kamen 2007/08 weitere 18 Einsätze in ihrem einzigen Zweitligajahr. 2021 wechselte Thiney in die National Women’s Soccer League zum New Jersey/New York Gotham FC und kehrte anschließend zum Paris FC zurück, bei dem sie bis 2025 noch Stammspielerin war.

Vereinskarriere Gaëtane Thiney wuchs als jüngstes von drei Geschwistern auf und begann ihre sportliche Laufbahn als Kind bei der ASS Brienne-le-Château,nach bei edf-foot.skyrock.com wo sie bis einschließlich der C-Jugend in einer gemischten Mannschaft spielte.aus Thineys Tagebuch, veröffentlicht 2015 bei elle.fr Im Jahr 2000 erhielt sie das Angebot des Fußballverbands FFF, regelmäßig im nationalen Nachwuchsleistungszentrum in Clairefontaine zu trainieren, was sie ebenso wie in den folgenden beiden Jahren ablehnte.siehe das Interview „Gaëtane Thiney, SNCF-Botschafterin für die Euro 2016“ vom 25. Juni 2015 bei footofeminin.fr Stattdessen verpflichtete der Verein Olympique Saint-Memmie die 14-Jährige auf Empfehlung seiner Angreiferin Marinette Pichon, die ebenfalls in Brienne-le-Château gespielt hatte. In ihrer ersten Saison kam Thiney dort noch in einem Jugendteam zum Einsatz, spielte aber praktisch durchgehend auch bereits in Olympiques Erstligafrauschaft; ihr Erstligadebüt gab sie am 17. September 2000 gegen Stade Quimper.nach der Einsätze-Tabelle im Artikel „Drei Spielerinnen stehen an diesem Wochenende vor ihrem 200. Erstligaeinsatz“ vom 29. September 2018 bei footofeminin.fr Als Saint-Memmie 2006 in die zweite Division abstieg, wechselte sie zur USCCO Compiègne. In Compiègne erwies sie sich zunehmend auch als beidfüßig torgefährliche und treffsichere Spielerin hinter den Sturmspitzen, und das sowohl in der ersten als auch in der zweiten Liga, in die die USCCO 2007 abgestiegen war. Ihren Lebensunterhalt verdiente Gaëtane Thiney sich dort nach Abschluss eines sportwissenschaftlichen Studiums (in Frankreich als STAPS bezeichnet) als Lehrerin an einer Grundschule.nach dem Artikel „Dix choses à savoir sur Gaëtane Thiney“ in France Football vom 17. Juni 2015, S. 49

Seit dem Sommer 2008 trug sie den Dress des Juvisy FCF, eines der Top-Klubs Frankreichs. In der Saison 2010/11 stand sie mit den Franciliennes erstmals auch in der Champions League; dort gelangen ihr bei neun Einsätzen bis zum Viertelfinale vier Treffer. Im Mai 2012 wurde sie als beste französische Fußballerin mit einer „Trophée de l’UNFP“ der Spielergewerkschaft ausgezeichnet.siehe den Artikel bei footofeminin.fr Im Frühjahr 2013 erreichte sie mit Juvisy das Halbfinale der UEFA Women’s Champions League; in diesem Wettbewerb hatte sie selbst zwei Treffer erzielt. Speziell in der Saison 2013/14 gelang Gaëtane Thiney auch als Torjägerin der endgültige Durchbruch an die französische Spitze, und das sowohl in der Nationalfrauschaft (15 Treffer bei 14 Einsätzen) als auch in der Liga, in der sie in 22 Spielen 25 Tore schoss und damit sogar die Nationalmittelstürmerin Marie-Laure Delie hinter sich ließ. Dementsprechend wurde Thiney 2014 erneut als beste Fußballerin Frankreichs mit einer UNFP-Trophäe ausgezeichnet und zudem von der FFF als saisonbeste Spielerin 2013/14 geehrt.Zur UNFP-Trophäe siehe die vom 11. Mai, zur Verbandsauszeichnung den Artikel vom 21. Juni 2014, beide bei footofeminin.fr Thiney kommt bei eigenen Angriffen bevorzugt über die linke Seite, ist aufgrund ihrer Lauffreudigkeit darauf aber nicht fixiert und zudem eine Spielerin, die Duelle im gegnerischen Strafraum nicht scheut.

Auch wenn sie mit ihren Vereinen vor 2025 noch keinen nationalen Titel gewonnen hatte, hat sie den Avancen der finanzstarken Konkurrenten Olympique Lyon und Paris Saint-Germain widerstanden, im Sommer 2014 – zu diesem Zeitpunkt hat sie Sandrine Soubeyrand als Spielführerin ihres Klubs abgelöst – für weitere zwei Jahresiehe den Artikel „Ich habe nicht lange gezögert“ vom 13. Mai 2014 bei footofeminin.fr sowie 2016 erneut für eine Spielzeit bei Juvisy verlängert. Begründet hat Thiney dies damit, dass sie ihre …

Als der Juvisy FCF 2017 mit dem Paris FC fusionierte, vollzog sie diesen Schritt mit und verlängerte dort ihren Vertrag insgesamt bis 2025. Dort verdient sie mit ihrem Sport monatlich zwischen fünf- und sechstausend Euro, deutlich mehr als bei Juvisy, aber immer noch deutlich weniger, als Stammspielerinnen in Lyon oder beim Lokalrivalen PSG erhalten.Artikel „Gaëtane Thiney, Chefin des Projekts“ vom 3. Juni 2019 bei Libération Aber wenn sie überhaupt noch einmal für einen anderen Klub spielen werde, äußerte sie 2018, dann jedenfalls nicht für einen französischen.Artikel „Gaëtane Thiney, die Ex-Verbannte, angetrieben von einer beträchtlichen Lust zu spielen“ vom 4. Oktober 2018 in La Croix Diesen Schritt vollzog sie 2021, als sie sich entschloss, von Juni bis November für den NJ/NY Gotham FC (zuvor als Sky Blue FC bekannt) in der US-Profiliga anzutreten und anschließend zum PFC zurückzukehren.Meldung „Gaëtane Thiney verlängert beim Paris FC, der sie an den Gotham FC ausleiht“ vom 8. Juni 2021 bei lequipe.fr und Artikel „Gaëtane Thiney, in New York gleichzeitig als Spielerin und im Auftrag der FFF“ vom 23. September 2021 bei frenchmorning.com In den USA kam sie für den bei Saisonabschluss auf Rang fünf platzierten Klub zu 13 Ligaeinsätzen und acht Torerfolgen.nach der vereinsweisen Übersicht bei nwslsoccer.com Eigener Einschätzung zufolge haben ihre dortigen Erfahrungen sie „körperlich stärker als als Dreißigjährige“ gemacht.Gaëtane Thiney, ein letzter Walzer mit Paris FC und der Traum von einer Apotheose bei den Olympischen Spielen vom 29. September 2023 bei flashscore.fr In ihrem ersten Pflichtspiel nach der Rückkehr, einem Pokalmatch Anfang Januar 2022, schoss sie auf Anhieb zwei Treffer für Paris. am 9. Januar 2022 bei footofeminin.fr Der Start in ihre zunächst als letzte Karriereende beabsichtigte Spielzeit 2023/24 verlief nahezu optimal: Bis zum Jahresende 2023 hatte die 38-Jährige mit sieben Toren in der Liga und drei im Europapokal ihre frühere Treffsicherheit wiedergefunden. Dies führte dazu, dass sie ihren Vertrag doch noch einmal um ein Jahr verlängert hat.Gaëtane Thiney prolonge son aventure avec le Paris FC vom 29. April 2024 bei parisfc.fr Im Sommer 2025, wenige Monate vor ihrem 40. Geburtstag, hat sie mit dem Leistungssport endgültig aufgehört.Interview «J'ai dessiné mon propre chemin»: Thiney, une figure emblématique du foot français bientôt à la retraite vom 1. April 2025 bei lequipe.fr Vorher standen ihr allerdings noch zwei letzte Karrierehöhepunkte bevor: Zunächst gewann sie zum Abschied das Endspiel um die Coupe de France – für sie persönlich genau wie für ihren Verein eine Premiere –, zwei Wochen danach bestritt sie ein letztes Mal die Playoffs um den Meistertitel. Im Anschluss wurde sie zur Sportdirektorin der PFC-Frauen befördert.«Elle parlait lingerie»: Daniel Bravo auteur de commentaires sexistes lors de Paris FC-OM, beIN Sports suspend son consultant vom 1. Februar 2026 bei lefigaro.fr

Thineys stets professionelle Einstellung zeigt sich unter anderem daran, dass sie seit Jahren darauf verzichtet hat, in der Winterpause dem Skisport nachzugehen, obwohl ihr diese Entscheidung sehr schwer gefallen ist.nach „“ bei lest-eclair.fr vom 1. Januar 2017 Bei ihren gut 520 Ligaspielen ist sie lediglich zweimal vom Platz gestellt worden, in beiden Fällen für eine „Notbremse“: Im März 2013 gegen den Toulouse FC und im September 2019 gegen die ASJ Soyaux.

Im Verein wie in der Nationalelf trug sie rund zwei Jahrzehnte auf eigenen Wunsch die Rückennummer 17. Dies war ihr persönliches Gedenken an ihre ehemalige Mitspielerin und Freundin Déborah Jeannet, die bereits mit 23 Jahren gestorben ist; bei Olympique Saint-Memmie trug Thiney die 10, Jeannet die 7.Daniel Berlion: Fan de Foot Spécial: Mondial féminin. Larousse, Paris 2019, ISBN 978-2-03-597750-2, S. 75

Hauptberuflich arbeitet Gaëtane Thiney seit Anfang 2012 für den französischen Fußballverband FFF, bei dem sie sich vorrangig um die Entwicklung des Mädchenfußballs an den Schulen kümmert.siehe den Artikel vom 31. Januar 2012 auf der Verbandsseite Seit Oktober 2014 kommentiert sie außerdem regelmäßig bei dem Pay-TV-Sender Canal+ Spiele der Ligue 1 und der Champions League der Männer, wo ihre offenen Worte ebenso wie ihre analytischen Fähigkeiten geschätzt werden. Im Januar 2026 wurde sie während einer Liveübertragung zur Zielscheibe eines abwertenden Kommentars des Ex-Nationalspielers und beIN Sports-Experten Daniel Bravo, der ihre Tätigkeit als „unaufmerksam und nicht genug an die Unterwäsche gehend“ (ça doit parler lingerie) bezeichnete; für diese als sexistisch empfundene Bemerkung wurde Bravo vom Sender umgehend suspendiert.

Schließlich fungierte sie 2016 bei der Männer-Europameisterschaft im eigenen Land als Botschafterin des offiziellen Turniertransportunternehmens SNCF.

Die Nationalspielerin mini|hochkant|links|Thiney (Oktober 2013) Mit Frankreichs U-19-Nationalmannschaft gewann Gaëtane Thiney 2003 die Europameisterschaft in Deutschland – den ersten internationalen Titel für den französischen Frauenfußball –, wo sie in vier der fünf Begegnungen zum Einsatz gekommen war und ein Tor erzielte.Artikel „Was ist aus den U-19-Europameisterinnen von 2003 geworden?“ vom 5. August 2013 bei footofeminin.fr Von 2005 bis 2007 bestritt sie sechs Spiele (ein eigener Treffer) in Frankreichs U-21-Auswahl.siehe das Datenblatt ihrer U-21-Länderspiele bei footofeminin.fr 2005 in der Türkei und 2007 in Thailand hatte sie zudem zur französischen Studentinnenauswahl bei den jeweiligen Sommer-Universiaden gehört.siehe den Turnierüberblick „14 Jahre lang musste darauf gewartet werden“ vom 14. Juli 2015 bei footofeminin.fr

Am 28. Februar 2007 debütierte sie in einem Spiel gegen China in der A-Nationalmannschaft, und auf den Tag genau fünf Jahre nach ihrem Debüt trug Gaëtane Thiney zum ersten Mal die Spielführerinnenbinde.siehe den Artikel „Erste Kapitänsbinde für Gaëtane Thiney“ auf der Verbandsseite Ihr erstes großes Turnier mit der A-Elf war die EM 2009 in Finnland. Sie stand auch im französischen Aufgebot für die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland, kam dort in allen sechs Begegnungen der Bleues zum Einsatz, erzielte dabei zwei Treffer – beide beim 4:0 gegen Kanada – und schloss das Turnier als WM-Vierte ab. Ihr zweites Tor gegen Kanada wurde anschließend für die Wahl zum Tor des Turniers nominiert.

In der Saison 2011/12, die die Bleues mit 17 Siegen in 17 Begegnungen (einschließlich der Vorbereitungsspiele im Juli 2012) abschlossen, war sie die einzige Spielerin, die Trainer Bruno Bini in sämtlichen Partien in der Startformation berücksichtigte. Sie gehörte zum französischen Olympiaaufgebot 2012 und bestritt auch bei diesem Turnier alle sechs Begegnungen der Bleues. Ebenso berief Trainer Bini sie in das EM-Aufgebot 2013 und setzte sie in Schweden in sämtlichen vier Begegnungen in Frankreichs Startformation ein. Anschließend wählte die UEFA Thiney in das All-Star-Team dieses Turniers.

mini|hochkant|Gaëtane Thiney vor der Abreise der Bleues aus dem Teamquartier bei der EM 2017