Das Camp Nou [] (; aus Sponsoringgründen seit Juli 2022 Spotify Camp Nou), auch Nou Camp, ist ein im Umbau befindliches reines Fußballstadion in der spanischen Millionenstadt Barcelona. Es wurde 1957 eingeweiht und wird seither vom FC Barcelona als Heimspielstätte genutzt, der zuvor im Camp de Les Corts gespielt hatte. Die Anlage wird von der UEFA in die Stadionkategorie 4 eingeordnet und war mit einer Kapazität von 99.354 Zuschauern das größte reine Fußballstadion der Welt sowie das insgesamt größte Fußballstadion Europas.

Das Stadion wurde während der Franco-Diktatur unter der spanischen Bezeichnung Estadio del Club de Fútbol Barcelona – ab 1973 katalanisch Estadi del Futbol Club Barcelona – eröffnet, war aber seit jeher als Camp Nou bekannt, wie es seit 2001 auch offiziell heißt.

Bis zur Saison 2026/27 soll das Stadion komplett renoviert, modernisiert und auf rund 105.000 Plätze erweitert werden. Daher spielte der FC Barcelona vom Beginn der Saison 2023/24 bis November 2025 im Olympiastadion Barcelona.

Geschichte Eröffnung Die spanischen Ligatitel von 1948 und 1949 und die Verpflichtung von László Kubala veranlassten die Vereinsführung, den Bau eines neuen Stadions zu planen. Die Kapazität des alten Stadions, des Les Corts, war mit 60.000 Plätzen nicht mehr groß genug. Nach mehr als dreijähriger Bauphase wurde das Camp Nou am 24. September 1957 offiziell eröffnet. Die Eröffnungszeremonie begann mit einer Messe, in der Georg Friedrich Händels Hallelujah im Chor gesungen wurde. Man segnete das Stadion im Namen der Heiligen Maria von Montserrat und eröffnete das Stadion mit einem Spiel zwischen dem FC Barcelona und dem polnischen Spitzenklub Legia Warschau. An die 90.000 Fans sahen einen 4:2-Sieg der Katalanen. Zwei Tage später besiegte der FC Barcelona Borussia Dortmund.El 9 (Beilage von El Punt), 5/7/2007, Seite 7 Finanziert wurde das Stadion damals auch von den Fan-Klubs, den sogenannten „Penyes“. Schon in den 1940er Jahren organisierten ehemalige Spieler und Anhänger des FC Barcelona diese Gruppen, und als die Kosten für das Nou Camp-Stadion immer weiter stiegen, halfen die Penyes bei der Finanzierung. Eine Kreditaufnahme wurde mit den 1957/1958 ausgegebenen Schuldscheinen zwischen 1960 und 1979 zurückbezahlt.El 9 (Beilage von El Punt), 5/7/2007, Seite 7, Interview mit Carles Santacana

Entwicklung Anlässlich der 1982 in Spanien ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft wurde es schon 1980 noch einmal um einen Oberrang erweitert und fasste damals 119.000 Zuschauer. Sicherheitsbestimmungen der UEFA ließen die Kapazität aber wieder auf das derzeitige offizielle Fassungsvermögen schrumpfen. 1994 baute man die unteren Ränge aus.

Neben den WM-Spielen von 1982 war Camp Nou auch Austragungsort des Champions-League-Finales von 1999, in dem Manchester United den FC Bayern München durch zwei Tore in der Nachspielzeit mit 2:1 bezwang.

Umbau links|mini|Nicht umgesetzter Entwurf von Architekt Norman Foster für den Umbau des Camp Nou Wie der FC Barcelona am 18. September 2007 bekanntgab, sollte das Camp Nou nach Plänen des britischen Architekten Norman Foster umgebaut werden. Die Modernisierung der 1957 errichteten Arena beinhaltete unter anderem eine Rundum-Überdachung und eine Erhöhung der Kapazität von 99.000 auf 105.000 Zuschauer und sollte rund 600 Millionen Euro kosten. Der Stadionkomfort soll erhöht und das Gesamtbild verschönert werden. (englisch) Seit 2010 lag das Projekt aufgrund der hohen Kosten auf Eis. Damaliger Vereinspräsident Sandro Rosell, der den Umbau des Camp Nou in sein Wahlprogramm aufnahm, erklärte im Dezember 2010, dass zunächst der Umbau der Sportarena Palau Blaugrana Priorität besitze. (spanisch)

Im Januar 2014 wurde das Projekt unter dem Präsidenten Josep Maria Bartomeu wiederaufgenommen. Zwei Jahre später wurde ein Entwurf von der japanischen Architekturfirma Nikken Sekkei ausgewählt, der neben der erhöhten Sitzplatzkapazität auch ein renoviertes Museum, einen Restaurantbereich und Büros umfasste. Das Projekt war finanziell abgesichert und man wartete unter Aufsicht von Architekt William Mannarelli auf die Baufreigabe.

Die Umbauarbeiten sollten im Sommer 2020 starten und 2024 abgeschlossen sein, kam jedoch aufgrund von Geldnöten, der COVID-19-Pandemie und dem Abgang von Bartomeu ins Stocken.

Nach den im März 2021 abgehaltenen Präsidentschaftswahlen kehrte der Wahlsieger Joan Laporta als Barcelona-Präsident zurück; ebenso gab es viele Wechsel im Vereinsvorstand. Der Stadionumbau wurde daraufhin wieder im Verein thematisiert. So war der Vorstand nun der Meinung, dass man mit einem anderen Plan mehr Einnahmen generieren könnte und veranlasste eine weitreichende Umänderung des Bauentwurfs. Eines der größten Unterschiede war nun, dass es einen doppelten Ring aus VIP-Logen zwischen Mittel- und Oberrang geben sollte, anstelle der von Bartomeu und Mannarelli geplanten einstöckigen Loge oberhalb des Unterranges. Um dies umzusetzen, müsste ein weitaus größerer Teil der alten Stadionstruktur abgerissen werden und ein komplett neuer Oberrang würde entstehen.

Im Oktober 2021 stimmten die Delegierten des Klubs dem Vorschlag des Vorstands zu, das umfangreiche Umbauprojekt Espai Barça mit der Modernisierung des Camp Nou, dem Neubau des Palau Blaugrana mit 15.000 Plätzen und weiteren Sporteinrichtungen (Petit Palau oder eine neue Eishalle) des Vereins für 1,5 Mrd. Euro auszuhandeln.

Infolgedessen mussten die Mitglieder des FCB über das Finanzierungskonzept abstimmen. Dabei votierte in einer Onlineabstimmung die überwiegende Mehrheit von 87,8 % für das Konzept und die Umsetzung. 10,4 % sollen mit Nein gestimmt haben, die restlichen 1,8 % sollen ein leeres Abstimmungsformular verschickt haben. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,13 %, was insgesamt 48.623 teilnehmende Mitglieder bedeutet. mini|Am 28. Mai 2023 fand vor Beginn des Stadionumbaus zum letzten Mal ein Fußballspiel im Camp Nou statt. Am 28. April 2022 veröffentlichte der FC Barcelona einen Zeitplan für die Stadionrenovierung. Die Arbeiten sollten im Juni 2022 beginnen, nachdem die Regierungskommission des Stadtrats von Barcelona die Erweiterung der Kapazität auf rund 105.000 genehmigt hatte.

Zunächst wird die Sanierung sich auf den Unter- und den Mittelrang sowie Arbeiten im Umfeld des Stadions beziehen. Auf der Südseite hinter dem Tor soll z. B. ein Gebäude abgerissen werden, in dem sich ein medizinisches Zentrum befand. Geplant sind des Weiteren die Installation neuer Telekommunikationsverbindungen, die Verlegung des Rechenzentrums, die Schaffung eines neuen Technikraums zur Überwachung der internen Telekommunikationsinfrastruktur und die Installation neuer Einrichtungen für das Fernsehgelände. Das gesamte Projekt ist auf Energieeinsparung und -effizienz ausgelegt. So sollen auf dem neuen Dach 18.000 m² Solarmodule installiert werden. Eine neue geothermische Anlage und ein Fernwärme- sowie -kältesystem sollen ebenfalls installiert werden. Der Oberrang wurde wegen der Unsicherheit über die Materialkosten durch den Krieg in der Ukraine erst im Sommer 2023 abgerissen. Eine frühere Entfernung hätte dazu geführt, dass man in der Saison 2022/23 nur etwa die Hälfte des Camp Nous hätte nutzen können.

Im Rahmen der Sanierung kündigte der Club an, einen Bestattungsbereich im neuen Stadion zu erschaffen und somit Beisetzungen für verstorbene Fans zu ermöglichen. Das Memorial FC Barcelona wird auf einer Fläche von 180 m² die Möglichkeit bieten, mehr als 26.000 Urnen aufzubewahren sowie 9.000 Gedenktafeln anzubringen. Die Urnen sollen dabei hinter großen Wandgemälden verborgen werden, zusätzlich wird ein Raum für die zwischenzeitliche Aufbewahrung der Asche hinzugefügt. Die Unterbringung einer Urne wird je nach Dauer zwischen 250 und 6.000 Euro kosten, die Anbringung von einer persönlichen Gedenktafel rund 300 Euro.

Für die gesamte Spielzeit der Saison 2023/24 zog Barça in das Olympiastadion Barcelona um. Die Renovierungsarbeiten konnten dadurch das ganze Jahr ohne Unterbrechungen durchgeführt werden. Für den 29. November 2024 (125. Vereinsjubiläum) war geplant, dass der Club ins Camp Nou mit rund 60 Prozent Kapazität der Plätze (etwa 63.000) zurückkehrt. Ende April 2024 wurde bekannt, dass die Rückkehr auf den 15. Dezember des Jahres verlegt wurde. Der Umbau soll bis 2026 abgeschlossen werden. Zur geplanten Rückkehr Mitte Dezember 2024 sollte das Camp Nou 64.000 Plätze bieten. Im Oktober 2024 bestätigte der FC Barcelona, dass die Kapazität bei der Wiedereröffnung bei etwa 62.000 Zuschauern liegen werde. Ein genauer Termin für die Rückkehr in der zweiten Saisonhälfte wurde nicht genannt und die Rückkehr in dieser Saison nicht umgesetzt.

Im Dezember 2024 wurde bekannt, dass die Mannschaft des FC Barcelona nicht in der Saison 2024/25 in das Camp Nou zurückkehren wird. Die Bauarbeiten schreiten langsamer voran als geplant und ungelöste, technische Probleme sowie der Spielfeldrasen verzögern die Arbeiten. Auch eine geplante Rückkehr Anfang März 2025, zum Achtelfinale der UEFA Champions League 2024/25 wurde nicht realisiert. Wenn dies nicht gelingt, würde der Club wohl erst im September 2025 zur Saison 2025/26 wieder im Camp Nou auflaufen. Um weiter im Olympiastadion antreten zu können, einigte sich der FC Barcelona mit dem Stadtrat. Im Frühjahr und Sommer 2025 sind im Olympiastadion mehrere Konzerte geplant. Im günstigsten Fall hatte Barça die Konzertveranstalter für den Ausfälle zu entschädigen. Im Hintergrund war der Club auf der Suche nach einem Ersatzstadion in Katalonien, doch die meisten Stadien wie das Camp d’Esports in Lleida (13.500 Plätze), Nou Estadi de Tarragona in Tarragona (14.591 Plätze) oder das Estadi Municipal de Montilivi in Girona (14.624 Plätze) sind sehr klein. Das praktikabelste Lösung wäre das RCDE Stadium vom Stadtrivalen Espanyol gewesen. Mit rund 40.000 Plätzen erfüllt es die UEFA-Anforderungen für internationale Spiele. Diese Möglichkeit stieß aber im Club wie auch bei den Fans auf Gegenwehr. Außerhalb Kataloniens wäre das Estadio Mestalla in Valencia und das Estadio Metropolitano in Madrid in Betracht gekommen.

Am 25. Juni 2025 gab der FC Barcelona mit dem 10. August 2025 einen Rückkehrtermin bekannt. Vorgesehen war die Ausspielung der Joan-Gamper-Trophäe gegen Como 1907. Der Termin konnte allerdings nicht gehalten werden. Die ersten drei Ligaspiele der Saison 2025/26 absolvierte der FC Barcelona auswärts.Barcelona und das Camp Nou: Ausnahmegenehmigung für die Königsklasse, kicker.de, 28. August 2025, abgerufen am 17. November 2025. Zum ersten Heimspiel Mitte September 2025 konnte der Verein aber erneut nicht in das Camp Nou zurückkehren, sondern musste dieses vor unter 6.000 Zuschauern im Estadi Johan Cruyff austragen, da das Olympiastadion aufgrund eines Konzertes von Post Malone belegt war.Torfestival mit Raphinha und Lewandowski: Barcelona schießt Valencia ab, kicker.de, 14. September 2025, abgerufen am 17. November 2025. Nach einem weiteren Spiel im Estadi Johan Cruyff fanden drei weitere Liga- und zwei Champions-League-Spiele im Olympiastadion statt. Am 22. November 2025 kehrte der FC Barcelona für das Heimspiel gegen Athletic Bilbao (4:0) in das noch unfertige und gegenwärtig auf rund 45.000 Besucher begrenzte Camp Nou zurück, das mit 45.167 Zuschauern gefüllt war.Barcelona macht Camp-Nou-Rückkehr offiziell - und hofft aufs Frankfurt-Spiel, kicker.de, 17. November 2025, abgerufen am 17. November 2025.

Höhepunkte 1972: Glasgow Rangers – FK Dynamo Moskau 3:2 (Finale des Europapokals der Pokalsieger) 1982: FC Barcelona – Standard Lüttich 2:1 (Finale des Europapokals der Pokalsieger) 1982: Belgien – Argentinien 1:0 (Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft in Spanien) 1982: Italien – Polen 2:0 (Halbfinale der Weltmeisterschaft in Spanien) 1989: AC Mailand – Steaua Bukarest 4:0 (Finale des Europapokals der Landesmeister) 1992: Spanien – Polen 3:2 (Finale der Olympischen Spiele 1992) 1999: Manchester United – FC Bayern München 2:1 (Finale der Champions League)