Brigitte Emma Marie Woggon geb. Steiner (* 14. November 1943 in Naumburg, abgerufen am 19. Juli 2013.; † 28. Juli 2019 in Fällanden Woggon Brigitte Emma Marie geb. Steiner, 1943, Naumburg (Saale). In: werwarwer.de, abgerufen am 31. Januar 2022 (Archiv).) war eine deutsche Psychiaterin und Fachpublizistin.
Leben Nach Abschluss ihres Medizinstudiums in Berlin war sie von 1970 bis zu ihrem Ruhestand 2008Brigitte Tag, Elisabeth Maurer, Brigitte Blöchlinger (Hrsg.), Tanja Wirtz (Hrsg.): Hinhören – Hinsehen – Handeln. Zivilcourage und Wissenschaft. (PDF) Universität Zürich, Universelle Nr. 9, 9. Mai 2009, Einführung S. 8. an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich tätig. 1973 wurde sie dort als erste Frau Oberarzt. Ab 1991 leitete sie eine ambulante Spezialsprechstunde und eine psychopharmakotherapeutische Informationsstelle für Ärzte, ab 1996 bis zu ihrer Emeritierung 2008 lehrte sie zudem Pharmakotherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. Als Publizistin war sie besonders mit ihrem Lehrbuch Behandlung mit Psychopharmaka sowie mit zwei Büchern aus ihrer therapeutischen Praxis hervorgetreten. Als Verfechterin hochdosierter Pharmakotherapien („Woggonizing“) stand sie immer wieder in Kritik.
Neben ihrer Berufstätigkeit als Professorin für Pharmakotherapie an der Psychiatrischen Universitätsklinik war von 2001 bis 2008 Präsidentin der Gleichstellungskommission der Universität Zürich.Erich Seifritz: Zu Ehren von Prof. Dr. med. Brigitte Woggon (1943 – 2019). In: Psychiatrie.ch, 31. Oktober 2019.
Woggon war von 2008 bis Ende 2015 in der Praxisgemeinschaft Woggon in Zürich tätig. Sie lebte in Benglen in der Gemeinde Fällanden. Sie verstarb am 28. Juli 2019 im Alter von 75 Jahren.Thomas Wyss: Der Uni-Rektor nannte sie «Mutter Zivilcourage». Nachruf, Tages-Anzeiger, 7. August 2019, S. 15. Sie war Mutter einer Tochter und eines Sohnes.
Schriften (Auswahl) Quantitative Untersuchungen zur Lungenfettembolie. Dissertation, FU Berlin, 1971. Haschisch. Konsum und Wirkung. Springer, Berlin 1974, ISBN 3-540-06917-8. Prognose der Psychopharmakotherapie. Klinische Untersuchung zur Voraussagbarkeit des Kurzzeittherapieerfolges von Neuroleptika und Antidepressiva. Enke, Stuttgart 1983, ISBN 3-432-93451-3 (Habilitationsschrift, Universität Zürich, 1983). Behandlung mit Psychopharmaka – aktuell und maßgeschneidert. Huber, Bern 1998; 3., aktualisierte Auflage 2009, ISBN 978-3-456-84694-1. Ich kann nicht wollen! Berichte depressiver Patienten. Huber, Bern 1998; 3. Auflage 2002, ISBN 3-456-83892-1. Niemand hilft mir! Behandlungsprotokolle angeblich unheilbarer psychiatrischer Patienten. Huber, Bern 1999, ISBN 3-456-83193-5.
Weblinks Brigitte Woggon auf der Website der Universität Zürich, Gleichstellung David Werner: «Wer sich nicht wehrt, geht unter.» Porträt in: Universität Zürich, Gleichstellung, Juli 2010 (PDF). auf der Website der damaligen Praxisgemeinschaft Barbara Lukesch: «Wie eine Kräuterhexe.» In: Die Weltwoche, 45/2007 vom 7. November 2007; Interview (PDF; Archiv) Umstrittene Medizinerin Brigitte Woggon gestorben. In: SRF.ch vom 7. August 2019. Dorothee Vögeli: Zum Tod von Brigitte Woggon: Zu Unrecht als «Pharmahexe» gebrandmarkt. In: Neue Zürcher Zeitung vom 8. August 2019. Rosmarie Waldner-Stiefelmeier: Eine ausserordentliche Ärztin. In: Vierteljahrsschrift, 3/2019, Jahrgang 164, NGZH, S. 20–21 (PDF).
Einzelnachweise
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