mini|Denkmal an der Münchner Freiheit – Helmut Fischer in seiner Rolle als Monaco Franze Monaco Franze – Der ewige Stenz ist eine zehnteilige deutsche Fernsehserie um die gleichnamige Hauptfigur, überwiegend unter der Regie von Helmut Dietl.

Figuren und Handlung Hauptfigur ist der Münchner Lebemann und „ewige Stenz“ (Frauenheld) Franz Münchinger. Im Freundeskreis nennt man ihn, nach der italienischen Bezeichnung Monaco di Baviera für München, „Monaco Franze“.mit der Betonung [mo'nako] statt der im Italienischen korrekten ['monako] Der Mitt- bis Endvierziger45-jährig in Monaco Franze: Kalt erwischt (Serienfolge 3, ab Filmminute 03:54); 49-jährig in Monaco Franze: Ein ernsthafter älterer Herr (Serienfolge 7, ab Filmminute 08:51) ist auf eine natürliche Weise charmant. Er legt Wert auf ein legeres und trotzdem bürgerliches „Gewand“: Ohne Krawatte, Sakko sowie gegebenenfalls Hut und Trenchcoat verlässt er eigentlich nie das Haus. Jeans, Lederblouson oder schrille Collegejacke trägt Monaco nur, wenn er ein besonders junges „Fräulein“ beeindrucken möchte. Mit der wohlhabenden Annette von Soettingen „gut“ verheiratet, nennt er seine Gattin liebevoll „Spatzl“. Mit ihr lebt er in einer großen Wohnung in München-Schwabing. Im Unterschied zu Annette, die ein beinahe tadelloses Standardhochdeutsch spricht, hört man bei Monaco stets den Münchner Einschlag heraus.

Indes stammt Münchinger aus kleinen Verhältnissen. Er wurde in einem Münchner Arbeiterviertel, dem Westend, in der Kazmairstraße, geboren. Sein leiblicher Vater ist unbekannt, der spätere Stiefvater Xavier Münchinger war Änderungsschneider. Selbst ein uneheliches Kind, ist „Monaco Franze“ ebenfalls Vater eines ohne Trauschein gezeugten Sohnes; den Jungen gebar ihm, rund 20 Jahre vor Einsetzen der Handlung (Anfang der 1980er Jahre), Lisi Schleibinger, die inzwischen als Gastwirtin ihren Lebensunterhalt bestreitet.Monaco Franze: Die italienische Angelegenheit (Serienfolge 2, ab Filmminute 40:09) Münchingers Sprössling geht auf ein Internat, dessen Besuch nicht Franz, sondern Annette bezahlt (in der Serie ist von Münchingers Sohn nur zweimal die Rede, er taucht nie persönlich auf).Monaco Franze: Kalt erwischt (Serienfolge 3, ab Filmminute 23:47) Zu Beginn der Serie ist Münchinger noch Kriminalkommissar, dann Frühpensionär, Privatdetektiv und zuletzt Privatier.

Die mit Monaco in etwa gleichaltrige Annette heißt seit ihrer Hochzeit mit Nachnamen zwar Münchinger, führt aber nach außen hin ihren Mädchennamen von Soettingen weiter. Während ihr späterer Gatte in Armut aufwuchs, verbrachte sie eine unbeschwerte Kindheit auf dem „riesigen“ Rittergut ihres Vaters, im niederschlesischen Wirrwitz. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, als Annette noch ein kleines Mädchen war, verkaufte die Familie den Besitz und siedelte nach St. Gallen, in der Schweiz, über. Das so vor den Kriegswirren bewahrte Vermögen verspekulierte der Vater in den Nachkriegsjahren. Nach dem Tod des Vaters machte Annettes Mutter erneut eine „reiche Partie“. Seitdem jedoch ging es mit dem Wohlstand derer von Soettingen langsam aber stetig bergab.Monaco Franze: Macht's nur so weiter! (Serienfolge 8, ab Filmminute 14:53) Annette ist umsichtiger und pragmatischer als Monaco. Ihm gegenüber ähnelt sie oft sogar weniger einer Ehefrau, als vielmehr einer mütterlichen Ratgeberin und Trösterin.

Annette und Monaco lieben einander, dennoch spielt die soziale Kluft zwischen ihnen eine Rolle, und so gleicht beider Ehe einer Mesalliance. Annette ist offenbar sehr vermögend: Die geräumige großbürgerlich eingerichtete gemeinsame Wohnung trägt allein ihre Handschrift und ist ihr Eigentum. Annette betreibt einen Antiquitätenladen, interessiert sich für Malerei und Oper und pflegt regelmäßigen Umgang mit den Angehörigen des gehobenen Münchener Milieus („Schickeria“). Dagegen wirkt Franz, als vergleichsweise einfacher Angehöriger der Münchener Polizei, wie ein Kleinverdiener. Der von ihm genutzte cremefarbene Chevrolet Camaro (1970) scheint denn auch eine Nummer zu groß für seinen schmalen Beamtensold zu sein; es bleibt indes unklar, ob das teure Auto ein Geschenk seiner Frau an ihn ist. Gegenüber den kulturbeflissenen Aktivitäten seiner Frau und deren snobistischen Freunden hegt „Monaco Franze“ eine kaum verhohlene Aversion. Darum versucht er immer wieder, gemeinsamen Theater-, Opern- und Galeriebesuchen auszuweichen – oft unter Angabe fadenscheiniger Ausreden. Dabei muss ihm sein bester Freund und Polizeikollege, Manfred „Manni“ Kopfeck, – oft nur widerwillig – assistieren. Annette durchschaut die Manöver ihres Angetrauten allerdings meistens, konfrontiert ihn aber nicht, sondern versucht, ihn geschickt zu lenken. Zu beider Umfeld zählen ferner die grantelnde Köchin und Aufwärterin Irmgard sowie Annettes zahnspangentragende und deshalb lispelnde Ladengehilfin Olga, die sich distinguiert gibt, doch insgeheim auf ihre Chefin neidisch ist. Beide stehen mit Annettes herum schlawinernden Gatten auf Kriegsfuß.

Franz Münchinger kompensiert seinen ärztlich diagnostizierten Standes- und Bildungskomplex regelmäßig mit außerehelichen Liebschaften. Im weiteren Verlauf der Handlung (am Ende der zweiten Serienfolge) wird der mit Arbeit und Affären auch körperlich zusehends überforderte „Monaco Franze“ mit einem Invaliditätsgrad von 80 Prozent frühpensioniert. Äußerlich sind Münchinger seine Gebrechen (Taubheit auf dem rechten Ohr, schlechte Reflexe) jedoch nicht anzusehen. Aus Langeweile verdingt er sich bald als Privatdetektiv – und stellt weiterhin jüngeren Damen nach. Obwohl Münchinger sich mit einiger Raffinesse um Diskretion bemüht, weiß seine ihm intellektuell ebenbürtige, nur manchmal zu gutgläubige Gattin meist um die Seitensprünge und toleriert gelassen. Nur zweimal kommt es, aufgrund von Monacos Sprunghaftigkeit, zu mehr oder weniger langen Trennungen, unter denen aber beide leiden. Als in der letzten Folge Monaco in Alkoholismus und Obdachlosigkeit abrutscht, kehrt Annette zurück, um ihn vor dem Schicksal einer „gescheiterten Existenz“ zu bewahren.

Folgen Nr. Titel Erstausstrahlung 1 Ein bissel was geht immer 2. März 1983 2 Die italienische Angelegenheit 9. März 1983 3 Kalt erwischt 16. März 1983 4 Der Friedensengel 23. März 1983 5 Herr der sieben Meere 30. März 1983 6 Mehr seelisch, verstehen’s? 6. April 1983 7 Ein ernsthafter älterer Herr 13. April 1983 8 Macht’s nur so weiter! 27. April 1983 9 Wo ist das Leben noch lebenswert? 4. Mai 1983 10 Abgestürzt 11. Mai 1983

Ein bissel was geht immer Monaco genießt als alternder Stenz die Freiheiten, die seine Frau ihm lässt. Manchmal muss er allerdings ein bisschen nachhelfen. So etwa, wenn sie ihn zu einem Opernbesuch mit ihren Freunden aus der „besseren Gesellschaft“ mitnehmen möchte. Er schiebt eine dringende Fahndung vor, und sein Freund Manni muss ihm beistehen.

Statt einer dienstlichen Fahndung leiten die beiden jedoch die Suche nach einer jungen Frau ein, die Monaco vor kurzem kennengelernt hat. Obwohl er seinen Charme spielen ließ, gab die Angebetete weder ihren Namen noch ihre Adresse preis. Mit kriminalistischem und milieubasiertem Spürsinn sowie mit Mannis Hilfe versucht er, sie im Münchner Nachtleben aufzuspüren. Doch auch das junge „Fräulein“ hat die Zufallsbegegnung mit Monaco nicht vergessen. Mit Unterstützung ihrer Zahntechniker-Kollegin Waltraud will sie den von ihr als „besseren Herrn“ und „Gentleman“ beschriebenen Monaco wiederfinden, der ihrer Ansicht nach aus „Bogenhausen, Herzogpark oder mindestens besseres Schwabing“ kommen muss.

Annette kann ihren Mann schließlich dazu überreden, beim nächsten Opernbesuch mitzukommen. Als eher bodenständiger Lebemann interessiert er sich aber überhaupt nicht dafür. Vor allem graut ihm vor dem im Anschluss geplanten Umtrunk mit Annettes kulturbeflissenen Freunden. Listig befragt er nach der Vorstellung den angesehenen Opernkritiker der Süddeutschen Zeitung, damit er weiß, ob er die Inszenierung gut oder schlecht finden soll. Während Annettes Freunde die Vorstellung überschwänglich loben, äußert sich Monaco sehr abschätzig („A rechter Scheißdreck war’s!“) – er kennt ja den Verriss des Musikkritikers. Es kommt zum Eklat. Als sein Urteil aber direkt nach dem Verlassen des Gasthauses mit der Opernkritik in der Frühausgabe der Zeitung untermauert wird, ist ihm Annette nicht länger böse und nun sogar auf seiner Seite.

Die italienische Angelegenheit Münchinger ist mit der Aufklärung von Schutzgelderpressungen in italienischen Gaststätten betraut. Das nutzt er hauptsächlich dazu, seine Liebschaften zum Essen auszuführen und ihnen mit seiner scheinbar gefährlichen Mission zu imponieren. Auch verschafft ihm die „italienische Angelegenheit“ ein hervorragendes Alibi, seine nächtlichen Abenteuer vor seiner Annette zu kaschieren. Als ihn seine Geliebte Elli (die junge Dame aus der ersten Folge) in einem der beschatteten Lokale mit einer anderen seiner Affären (Dolly Dollar) erwischt, kündigen ihm beide die Beziehung auf. Um ihren Mann besser kontrollieren zu können, lässt ihn Annette von ihrem Freund Prof. Hallerstein, – der sie verehrt, ihren Monaco aber nicht ausstehen kann –, untersuchen und für dienstunfähig erklären. Und so wird Monaco, gegen seinen Willen, in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Der in der Folge wiederholt fallende Kommentar zu Ellis melodramatischem Verhalten („Immer des Gschiss mit der Elli“) wurde über München hinaus zeitweilig zu einem geflügelten Wort.

Kalt erwischt „Tierpark-Toni“, ein durchtriebener Münchner Gauner, der seine Tricks mit Hilfe von Tieren ausführt, wurde seinerzeit von Monaco eingebuchtet. Nachdem er seine Haft in Stadelheim abgesessen hat, möchte er sich rächen. Mit zwei Gaunerkumpanen heckt „Tierpark-Toni“ einen perfiden Plan aus: Nicht nur, dass er bei Monaco und den Freunden seiner Frau die Autoreifen zerstechen lässt; er versucht auch, dem ewigen Casanova eine diesmal besonders innige Liebesaffäre anzudichten, um ihn bei seiner geliebten Gattin Annette endlich in Ungnade fallen zu lassen. Frühpensionär Monaco ahnt derweil nichts Böses. Er vertreibt sich die Zeit, indem er bei der Pensionskasse auf die traditionelle Barauszahlung seiner Bezüge besteht und die Überweisung auf ein Girokonto hartnäckig ablehnt. Als man seinem Gesuch endlich entspricht, bittet Monaco schließlich doch noch um die zeitgemäße Auszahlung per Überweisung der inzwischen aufgelaufenen 30.000 DM. Daneben verfolgt Monaco weiterhin seine „Spielereien“, bandelt also mit jungen Frauen wie dem „Fräulein Ingeborg“ (Veronika Faber) an, die er vormittags in Waschsalons als vermeintlicher Privatdetektiv „aufreißt“. Am Ende misslingt „Tierpark-Tonis“ Intrige nur knapp. Annette verlangt jedoch, dass ihr Mann die nicht mehr seinem Alter entsprechende Schürzenjägerei beendet und sich eine seriöse Beschäftigung sucht. Prompt eröffnet Franz seine Detektei Monaco.

Der Friedensengel Plötzlich und unerwartet taucht eine fünf Jahre zurückliegende Schweizer Liebschaft (Hilde Ziegler) samt Ehemann (Walo Lüönd) in München auf, an die sich der Monaco Franze zunächst nicht erinnern kann. Da die Schweizerin ihn über die Jahre jedoch einfach nicht vergessen konnte, ist auch der Ehemann inzwischen davon überzeugt, dass es das Beste sei, Monaco und seine Frau kämen noch einmal zusammen. Monaco ist davon gar nicht begeistert, möchte er sich doch ungern zu sehr binden. Nach einigen Kapriolen kann die Schweizer Ehe dann auch wieder gekittet werden. Monaco jedoch muss zumindest zeitweise zu Hause aus- und in seine Detektei-Räume einziehen. Nebenbei ist zu erfahren, dass Monaco Annette einst, noch als Polizist, vor den Machenschaften eines betrügerischen Barons (und mutmaßlichen Heiratsschwindlers) bewahrte, und dann selbst mit Annette anbandelte.

Der Herr der sieben Meere