mini|Alfred SchlageterAlfred Schlageter (* 26. August 1896 in Basel; † 23. September 1981 in Zürich) war ein Schweizer Schauspieler.

Leben Alfred Schlageter spielte vor allem am Theater, seit den 1920er Jahren wirkte er jedoch auch in mehreren Filmen mit. Engagements hatte er am Stadttheater Basel (1916 bis 1918), an den Städtischen Bühnen Leipzig (1918 bis 1944) und ab 1944 am Stadttheater Basel. Von 1951 bis 1954 spielte er zugleich am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Schlageter übernahm am Theater alle großen Rollen im Fach des Bonvivants und Père noble. In Basel war er in George Bernard Shaws Der Kaiser von Amerika, Gerhart Hauptmanns Vor Sonnenuntergang und Christopher Frys Venus im Licht zu sehen. Seit 1934 führte er den Titel Kammerschauspieler. Ab 1920 war Schlageter auch vor der Film- und Fernsehkamera aktiv. Sein bekanntester früher Film dürfte Die göttliche Jette (1937) mit Grethe Weiser in der Titelrolle sein. Bis zum Ende seiner fünfeinhalb Jahrzehnte währenden Filmkarriere wirkte Schlageter nur in knapp vierzig (vorwiegend schweizerischen) Produktionen mit, darunter Stummfilmmehrteiler und heute weitgehend vergessene Nachkriegsdramen. Bemerkenswert war seine Nebenrolle in der ersten Verfilmung von Der Richter und sein Henker (1957) nach Friedrich Dürrenmatt.

Am prominentesten dürfte heute seine Mitwirkung als knurriger Millionär im Edgar Wallace-Film Der rote Kreis (1960) an der Seite von Klausjürgen Wussow und Karlgeorg Saebisch sein. In einem weiteren Film der Reihe, Der unheimliche Mönch (1965), mimte der Charakterdarsteller den sterbenden Lord Darkwood; Ilse Steppat, Dieter Eppler und Siegfried Lowitz spielten seine Kinder. Schlageters kleiner Auftritt blieb im Vorspann ungenannt. In den Folgejahren nahm sein Film- und Fernsehengagement merklich ab.

Daneben war er mit seiner sonoren Stimme in zahlreichen Hörspielen vertreten. Parallel zu den variierenden Theaterengagements arbeitete er von 1920 bis 1944 fest als Sprecher für den Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig, danach für den Landessender Beromünster und ab 1951 schließlich für den NWDR.

Alfred Schlageter war mit der Schauspielerin und Sängerin Agnes Delsarto (1892–1965) verheiratet. Er starb viele Jahre nach seiner Frau im Alter von 85 Jahren in Zürich. Sein Grab auf dem Friedhof Enzenbühl ist bereits aufgelassen.

Filmografie 1920: Zopf und Turban 1921: Staatsanwalt Alexander oder Der Raubmord in der Ziegelgasse Nr. 17 1922: Geheimbundsklaven 1922: Lilly Humbrecht, der Leidensweg einer Stieftochter 1922: Und dennoch ward es Morgen 1922: Die Teppichknüpferin von Bagdad 1923: Die Spitzklöpperin von Valenciennes 1924: Gift und Liebe 1924: Verkrachte Existenzen 1935: Hermine und die sieben Aufrechten 1937: Die göttliche Jette 1948: Nach dem Sturm 1950: Es liegt was in der Luft 1954: Die Spieler (TV) 1955: Polizischt Wäckerli 1955: Souvenirs (Kurzfilm) 1956: Das Lied der Heimat (Zwischen uns die Berge) 1957: Der Richter und sein Henker (TV) 1957: Konditorei Zürrer (Bäckerei Zürrer) 1959: Café Odeon 1959: Hinter den sieben Gleisen 1960: Der rote Kreis 1960: HD-Soldat Läppli 1960: Wilhelm Tell 1962: Es Dach überem Chopf 1962: Drei Einakter (TV) 1963: Wer ist der Täter? (TV) 1963: Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste (TV) 1964: Der Gefangene der Botschaft (TV) 1965: Der Schmied seines Glücks (TV) 1965: Der unheimliche Mönch 1965: Die hölzerne Schüssel (TV) 1966: Der Würger vom Tower 1968: Kraft des Gesetzes (TV) 1970: Pfarrer Iseli 1973: Ein Fall für Männdli: Gift im Champagner 1974: Konfrontation 1975: Ein Fall für Männdli Folge: Hallo, Herr Doktor

Literatur

Weblinks

Alfred Schlageter bei cyranos.ch

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