mini|Praça da República, einer der romantischsten Plätze Portugals, mit dem Renaissancebrunnen Viana do Castelo ist eine Stadt in Portugal und die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts. Dieser ist der nördlichste in Portugal und identisch mit der Subregion Alto Minho in der Region Nord von Portugal. Sie liegt nördlich der schlauchartigen Mündung des Flusses Rio Lima in den Atlantik.

Der Ort Geschichte Die eisenzeitliche Siedlung Citânia de Santa Luzia befindet sich in der Nähe.

Viana do Castelo wurde als „Viana da Foz do Lima“ („Viana an der Mündung des Lima-Flusses“) im Jahre 1258 von Alfons III. (1248–1279) gegründet. Die Stadt kam bald zu großem Reichtum, der sowohl Spanier als auch Piraten anzog. Daraufhin wurde noch unter Alfons III. die erste Festung an der Mündung des Lima gebaut, die die Flussmündung beherrschte. Das älteste bekannte Datum resultiert aus dem XV. Jahrhundert, als im südlichen Teil der alten Bastion unter Dom Manuel I. eine Festung erbaut wurde, die „Torre da Roqueta“. Ende des XV. Jahrhunderts wurden Renovierungsarbeiten nötig, die vom damals sehr bekannten Militärbauwerksarchitekten, Filippo Terzi, unter der spanischen Herrschaft von Philipp II. (Philipp I. von Portugal) ausgeführt wurden. Viana do Castelo bekam das Stadtrecht im Jahre 1848 von der portugiesischen Königin Maria II. verliehen. mini|Praça da República mit gotischem Rathaus und Renaissancebrunnen mini|Viana do Castelo am Rio Lima mini|Trachtumzug der Romaria de Nossa Senhora da Agonia mini|Teilnehmerin während der Feierlichkeiten zu Nossa Senhora da Agonia

Wirtschaft und Verkehr Neben dem Tourismus haben Fischereihafen, Industriehafen und Werft eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt und die Region. Die Firma West Sea Viana Shipyard baut Schiffe bis 37.000 BRT Größe. Der Hafen wird von der Firma APDL - Administração dos Portos do Douro, Leixões e Viana do Castelo, SA betrieben. mini|Eiffel-Brücke Die 1878 errichtete Eiffel-Brücke überspannt den Rio Lima.

Sehenswürdigkeiten mini|Die Mamoa da Eireira, nördlich von Viana do Castelo Einer der malerischsten mittelalterlichen Plätze Portugals ist die Praça da República, die auf den kunstsinnigen Dom Manuel I. zurückgeht. Besonders erwähnenswert ist dort der dreischalige Renaissancebrunnen (1553–1559) von João Lopez-o-Velho. Er wurde vielfach kopiert, so z. B. einige Jahre später für die Stadt Caminha am Südufer des Rio Minho, an der portugiesisch-spanischen Grenze, oder auch in anderen Städten, z. B. in Pontevedra in Galicien. Während mehrerer Jahrhunderte diente der Brunnen nicht nur als einzige Trinkwasserquelle, sondern war auch dank seiner Lage vor dem alten Rathaus (Paço do Concelho) Treffpunkt und gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt.

Im Museu Municipal in Viana do Castelo steht die Kriegerstatue von São Paio de Meixedo (auch als „Estátua de Viana“ oder „do Páteo da Morte“ bekannt), eines der drei Stücke, die Emil Hübner 1861 vorstellte, als er die in Nordportugal entstandenen Statuen galläkischer Krieger beschrieb.Emil Hübner: Statuen galläkischer Krieger in Portugal und Galicien. In: Archäologische Zeitung, Jg. 19 (1861), Nr. 154, Sp. 185–195. Im Museum wird sie heute als Plastik eines Kriegers der Castro-Kultur (Escultura de um guerreiro castrejo) mit lateinischer Inschrift aus dem 1. Jahrhundert nach Christus geführt.

Im Hafen der Stadt liegt das Museumsschiff Gil Eannes – ein 1955 gebautes Hospitalschiff, das bis 1973 zur Unterstützung der portugiesischen Kabeljaufischer im Nordatlantik eingesetzt wurde.

Auf dem Monte de Santa Luzia nördlich der Stadt befindet sich die Kirche Santuário do Sagrado Coração de Jesus, häufig auch als Basilika de Santa Luzia bezeichnet. Beginnend 1904 wurde sie im Stil des Eklektizismus neuromanisch-neobyzantischer Ausrichtung im Bereich der Citânia de Santa Luzia erbaut. Die Initiative dazu kam von der Bruderschaft Confraria de Santa Luzia, die auch heute noch Wallfahrten und Feste veranstaltet. Die Aussicht auf die Stadt, den Hafen und die Atlantikküste wurde vom National Geographic Magazine als das drittschönste Panorama der Welt bezeichnet.

Die Estátua de Viana wurde 1774 errichtet.

Städtepartnerschaften Viana do Castelo unterhält zu zahlreichen Städten und Gemeinden partnerschaftliche BeziehungenQuelle: Website von Viana do Castelo. Besonders zahlreich sind die Beziehungen nach

Cabedelo, Bundesstaat Paraíba, seit 2003 Igarassu Bundesstaat Pernambuco, seit 2003 Porto Seguro Bundesstaat Bahia, seit 1997 Itajaí, Bundesstaat Santa Catarina, seit 1995 Viana, Bundesstaat Maranhão Weitere Partnerschaften bestehen mit in der Region Nouvelle-Aquitaine (Frankreich), seit 1998 in Galicien (Spanien), seit 1990 in der Grafschaft Lancashire (Großbritannien), seit 1989 im Senegal, seit 1989 in Guinea-Bissau, seit 1988 in der Region Auvergne-Rhône-Alpes (Frankreich), seit 1982 in Portugal, seit 1910 in Mosambik, seit 2006 Partnerschaftliche Beziehungen bestehen auch mit dem Bundesstaat Alagoas in Brasilien, seit 2006 den Vereinigten Gemeinden der Insel Santo Antão in Kap Verde in der Region Nouvelle-Aquitaine (Frankreich), seit 2010

Söhne und Töchter der Stadt Caramuru (Diogo Álvares Correia, 1475–1557), Kolonist in Brasilien, bedeutende Verbindungsperson zu den Ureinwohnern Raimundo Enes Meira (1866–1946), Offizier, Kolonialverwalter und Politiker João da Rocha (1868–1921), Schriftsteller Cláudio Filipe de Oliveira Basto (1886–1945), Ethnograf, Romanist, Lusitanist und Dialektologe Aníbal do Paço Quesado (1931–2011), Archäologe, wirkte vor allem in Deutschland Defensor Moura (* 1945), Arzt und sozialistischer Politiker Pio Gonçalo Alves de Sousa (* 1945), Weihbischof in Porto João Manuel da Cruz da Silva Leitão (* 1952), Diplomat Maria Manuela Machado (* 1963), Langstreckenläuferin Rui Lavarinhas (* 1971), Radrennfahrer Rui Sousa (* 1976), Radrennfahrer Tiago (* 1981), Fußballspieler André Moreira (* 1982), Radrennfahrer Luís Lourenço (* 1984), Schauspieler Mário Costa (* 1986), Jazzmusiker Mário Felgueiras (* 1986), Fußballspieler João Queirós (* 1998), Fußballspieler Iúri Leitão (* 1998), Radsportler Diogo Araújo Brito (* 1999), Fußballspieler Francisco Trincão (* 1999), Fußballspieler Pedro Neto (* 2000), Fußballspieler Rodrigo Ribeiro (* 2005), Fußballspieler André Rocha (* 1997), Musiker João Ricardo de Barros Oliveira (* 1958), Künstler

Galerie

Der Kreis Verwaltung Viana do Castelo ist Sitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Caminha, Ponte de Lima, Barcelos und Esposende. Im Westen begrenzt der Atlantische Ozean das Gemeindegebiet.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor 40 auf 28 verringerte.Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 16. März 2014

Die folgenden Gemeinden (freguesias) liegen im Kreis Viana do Castelo: mini|hochkant=1.3|Kreis Viana do Castelo

Einwohnerentwicklung Jahr 1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2004 Einwohner 17.889 36.084 47.311 53.380 75.320 81.009 83.095 88.631 90.654

Abschaffung von Stierkämpfen Im Jahr 2009 war Viana do Castelo die erste portugiesische Gemeinde, die Stierkämpfe mit der Begründung der Tierquälerei abschaffte. Am 19. August 2012 wurde die Stadt Areosa, ein Teil von Viana do Castelo, vom Gericht gezwungen, eine Stierkampfveranstaltung auszurichten, obwohl der Gemeinderat versuchte, dies zu verhindern. Verteidiger Moura, Bürgermeister zu der Zeit als der Antrag auf Verbot der Stierkämpfe genehmigt wurde, kritisierte das Gericht, es habe eine „skandalöse Entscheidung“ gefällt. Sell-out bullfight held in Viana do Castelo against council’s will

Siehe auch Wappen von Viana do Castelo Literatur Thomas G. Schattner (Hrsg.): Archäologischer Wegweiser durch Portugal (= Kulturgeschichte der Antiken Welt. Bd. 74). Philipp von Zabern, Mainz 1998, ISBN 3-8053-2313-1, S. 59

Weblinks

Seite der Stadt auf cm-viana-castelo.pt

Quellen