Karl Heinz Engelin (* 17. Oktober 1924 in Memel; † 1. Dezember 1986 in Hamburgwestwind : Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung, 2012, Nr. 3 (Seite 2, abgerufen am 7. November 2017; PDF; 2,3 MB)) war ein deutscher Bildhauer.
Leben 1942 wurde Karl Heinz Engelin zum Militärdienst herangezogen und absolvierte an der Marineschule Kiel eine Ausbildung zum Wachingenieur auf einem U-Boot. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und der Internierung arbeitete Engelin ab 1945 als Pferdeknecht in Ostholstein. 1947 absolvierte er sein Abitur im Schloss Plön. Anschließend studierte er Kunstgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und absolvierte gleichzeitig bis 1949 eine Steinmetzlehre. Bei dem Abschluss bekam er zwei Auszeichnungen. Anschließend war er an der Bauhütte des Freiburger Münsters tätig. Engelin studierte danach an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Freiburg, wo er Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel war. 1953 erhielt er den Preis der Akademie Freiburg. Es folgte ein Studienaufenthalt in Paris, wo er an der Académie de la Grande Chaumière in Paris bei Ossip Zadkine studierte. 1954 heiratete er seine Studienkollegin aus der Freiburger Zeit Gisela Hommes, die sich fortan Gisela Engelin-Hommes nannte und begann ein Studium an der Landeskunstschule Hamburg bei Edwin Scharff. Im darauffolgenden Jahr war er als Bronzegießer an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart tätig, angeleitet durch H. Heinzel. Ab 1959 hatte Engelin mit seiner Frau Gisela Engelin-Hommes gemeinsame Ateliers in Hamburg und auf der dänischen Ostseeinsel Møn.Eintrag der Adresse im Hamburger Adressbuch von 1960, wo nur er angegeben ist Mit ihr hatte er eine Tochter und zwei Söhne.Klaus Granzow: An den Arbeiten messen ... – K. H. Engelin und sein Werk. In: Das Ostpreußenblatt, 1. März 1975, S. 9 Von 1963 bis 1970 folgte seine Zusatzausbildung in Bronzeguss, Schmelz- und Schweißverfahren für Edelstahl. 1980 wurde er ausgezeichnet mit dem Verdienstkreuz am Bande.
mini|Barhäuptiger Soldat, 1955, beim Breisacher Stephansmünster Engelin fertigte unter anderem über 40 Aufträge in Hamburg als Kunst am Bau oder als Kunst im öffentlichen Raum. Er schuf vorwiegend figürliche Plastiken, aber wendete sich auch der abstrakten Plastik zu. Er ist unter anderem mit Werken in den Sammlungen des Augustinermuseums in Freiburg, der Stadt Stuttgart, des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Schleswig, der Stiftung Ohm in Hamburg, des Hotels Grand Elysée (Sammlung Block) in Hamburg, der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg, der SAGA Unternehmensgruppe und der Hamburger Sparkasse vertreten.Hauptquelle: Der Neue Rump, 2013 2004 wurde ihm zu Ehren in Breisach die Engelin-Straße benannt.
Engelin wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf westlich des Areals Grabmal-Freilichtmuseum Heckengarten beigesetzt. Seine Skulptur Der Faulenzer wurde als Relief von seiner Frau in den Grabstein hineingearbeitet.Grablage bei Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof (2001)
Werke (Auswahl) 1955: Barhäuptiger Soldat beim Breisacher StephansmünsterOnlineprojekt Gefallenendenkmäler: Breisach am Rhein (Münsterberg), abgerufen am 7. November 2017 196?: Der Gekreuzigte, Bronzeplastik, Gnadenkirche in CuxhavenWebsite Gnadenkirche 1960: Kompositionen mit Figuren, Bronzeplatte, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg-EimsbüttelErwähnt auf kulturkarte.de 1960: Der Kaufmann als Mittler zwischen den Völkern, Skulptur, Staatliche Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Weidenstieg, Hamburg-Eimsbüttel 1961: Sitzender Mann, Skulptur im Schulgarten der Grundschule Hohe Landwehr 19, Hamburg-Hamm (Hamm-Nord) Ca. 1962: Erzbischof Ansgar (mit Gemeinde), an der Fassade des 1962 eingeweihten Gemeindehauses der Ansgarkirche in Hamburg-Langenhorn, Wördenmoorweg 22 1962: Flötenspieler und Stier, Bronze, Bramfelder Straße 9 / Flachsland, vor dem ehemaligen Haus der Jugend Flachsland, Hamburg-Barmbek-Süd 1962: Paar auf Pferd, Bronze, Franzosenkoppel / Spreestraße, Hamburg-Lurup – SAGA Unternehmensgruppe 1963: Mann und Pferd, Bronze, Manshardtstraße 115, Hamburg-Horn 1963: Pferdebändiger, Bronze, Schöneberger Straße 55a, Berliner Platz 13, Hohenhorst in Hamburg-Rahlstedt – SAGA UnternehmensgruppeAbbildung Pferdebändiger auf rahlstedt.art 1964: Faulenzer, Skulptur, Schule Rellinger Straße, Hamburg-Eimsbüttel 1964: Metamorphose, Bronze, Höhe 60 cm – Skulpturengarten der Stiftung Ohm, Röntgenstraße 57, Hamburg-Fuhlsbüttel Um 1965: Ursprungsform I, Bronze – Skulpturengarten der Stiftung Ohm, Röntgenstraße 57, Hamburg-Fuhlsbüttel Um 1965: Ursprungsform II, Bronze – Skulpturengarten der Stiftung Ohm, Röntgenstraße 57, Hamburg-Fuhlsbüttel Ca. 1965: Christusfigur, Taufsteindeckel, Altarleuchter, Johanneskirche (Friedrichsgabe), Norderstedt 1966: Lautenspieler, Bronze, Grandweg 118–128, Hamburg-Lokstedt 1968: Rossbändiger, Bronze, 15 × 12 cm – Sammlung der SAGA Unternehmensgruppe Um 1968: Pferd mit weiblichem Akt, Gips, 40 × 28 cm – Sammlung der SAGA Unternehmensgruppe 1969: Aufsitzender Reiter, Skulptur, im Innenhof der Ganztagsschule Neurahlstedt, Rahlstedter Straße 190, Hamburg-Rahlstedt 1969: Skulptur, Postzentrum, Schwarzenbek 197?: Skulptur, Congress Center Hamburg, Hamburg-St. Pauli 1970: Vögel, Kiefhörn 1–3, Hamburg-Dulsberg 1970: Frühling, Messing, Friedensallee (bis 2009 Pfitznerstraße) / Sibeliusstraße 5, Hamburg-Bahrenfeld – SAGA UnternehmensgruppeAbbildung Frühling 1971: 3 Aufwärtsschwünge, Messing, vor dem Eingang der Schule Kroonhorst, Kroonhorst 25, Hamburg-Osdorf 1972: David, Hauptkirche Sankt Katharinen, Hamburg-AltstadtAbbildung David auf yelp.de 1972: Schiff, Edelstahl, Graf Luckner Haus, Hans-Böckler-Platz 15, Wedel 1973: Spirale, Edelstahl, Höhe 60 cm – Skulpturengarten der Stiftung Ohm, Röntgenstraße 57, Hamburg-Fuhlsbüttel 1975: Spirale, Stahlrohrplastik, Spanische Furt / Graf-Ernst-Weg, Hamburg-Schnelsen – SAGA UnternehmensgruppeAbbildung Spirale, Stahlrohrplastik auf schnelsenarchiv.de 1976: Rückenwölbung, Edelstahl, Im Neugrabener Dorf 17, Hamburg-Neugraben-Fischbek 1978: Flügelturm, Edelstahl, Höhe 109 cm – Skulpturengarten der Stiftung Ohm, Röntgenstraße 57, Hamburg-Fuhlsbüttel 1979: Flügelturm, Budapester Straße 18, Hamburg-St. Pauli 1979: Lautenspielerin, Bronze, Grönländer Damm 12–34, Hamburg-Rahlstedt 1979: Trompeter, Bronze, Grönländer Damm 12–34, Hamburg-Rahlstedt 1984: Der Faulenzer, Bronze, Höhe 93 cm, am Buchenring 5, Hamburg-Volksdorf.Biografie und Skulptur Der Faulenzer in Volksdorf bei Treffpunkt Volksdorf Vergrößerte Fassung einer 11 cm langen Bronzefigur aus dem Jahr 1964 1984: Lautenspieler, Bronze, Ausschläger Allee 48, Hamburg-Rothenburgsort 1984: Fächerplastik, Stahl, Kronsaalsweg 88, Hamburg-Stellingen 1985: Phantastischer Spaziergang, Bronze, Höhe 180 cm – Skulpturenpark Schloss Gottorf 1986: Diana, Bronze, Gazellenkamp 3, Hamburg-Lokstedt 1986: Einigkeitssymbol (ähnlich wie Phantastischer Spaziergang), Bronze, 1986, Hohenfelder Allee 2, Hamburg-Hohenfelde 19??: Figürliche Türknäufe, Metallarbeit, Heilige Dreieinigkeitskirche, Hamburg-St. Georg 19??: Wandgestaltung, Bronze, Hapag-Lloyd, Ballindamm 25, Hamburg-Altstadt 19??: Wandgestaltung, Edelstahl, Landeszentralbank, Hannover
Literatur Engelin, Karl Heinz. In: Heinz Spielmann: Bildhauer in Hamburg 1900–1972, Berufsverband bildender Künstler Hamburgs (Hrsg.), Hans Christians Verlag, Hamburg 1972, ISBN 978-3-7672-0194-1 (nicht paginiert). Karl Heinz Engelin. Plastik, Skulptur, Objekt, Radierung, Zeichnung, Lithographie. Busse Verlag, Herford, 1979 (mit einem Geleitwort von Gerhard Wietek) Karl Heinz Engelin. In: Elisabeth Axmann (Red.): Künstler in Hamburg, Kulturbehörde Hamburg (Hrsg.), Christians Verlag, Hamburg 1982, ISBN 978-3-7672-0749-3 (nicht paginiert) Karl-Heinz Engelin. In: Heinz Zabel: Plastische Kunst in Hamburg – Skulpturen und Plastiken im öffentlichen Raum, 2. Auflage, Dialog-Verlag, Reinbek 1987, ISBN 3-923707-15-0, S. 23, 27, 31, 37, 41, 42, 48, 50, 51, 58, 60, 68, 76–78, 96, 100, 117 Volker Plagemann (Hrsg.): Kunst im öffentlichen Raum. Ein Führer durch die Stadt Hamburg. Junius Verlag, Hamburg 1997, ISBN 3-88506-275-5, S. 118, 120, 135, 138 SAGA GWG: Kunst im Quartier. Hamburgs großer Vermieter fördert Kultur in den Stadtteilen. Beispiele aus acht Jahrzehnten von Friederike Weimar und Ute Janssen, Hamburg 2008, S. 64, 65, 70, 71, 76–79 (PDF-Datei) Maike Bruhns: Engelin, Karl Heinz. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs. Hrsg.: Familie Rump. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump. Ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 113 Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg: Kunst im öffentlichen Raum im Alstertal und in den Walddörfern, Hamburg, 30. Januar 2018, S. 5, 6 (PDF-Datei) Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg: Kunstwerke im öffentlichen Raum, Hamburg, 14. August 2018, S. 4, 13, 14, 16, 20–22, 27, 31 (PDF-Datei)
Weblinks
Engelin.Bildhauer.
Karl Heinz Engelin auf sh-kunst.de Skulpturengarten der Stiftung Ohm (mit 5 Skulpturen Engelins) Christine Behrens: Karl Heinz Engelin: Ein unbekannter Künstler in Ohlsdorf? (Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V.)
Einzelnachweise
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