mini|Borsdorff in einer Landkarte aus dem 18. Jahrhundert mini|Blick vom Landberg am Tharandter Wald auf den Ort mit Begrüßungstafel mini|Kleine Glocke der Fördergersdorfer Kirche von 1956 am Spritzenhaus mini|Rekonstruierte Ortstafel an der Straße zwischen Pohrsdorf und Grumbach zur Markierung der Flurgrenze, aufgestellt Ende 19. Jh. mini|Königlich-sächsische Postkutsche an der Wettineiche in Pohrsdorf
Pohrsdorf ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Tharandt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Fläche des Ortsteils besteht aus der gleichnamigen Gemarkung.
Geografie Geographische Lage Pohrsdorf liegt nördlich des Tharandter Waldes. Im weiteren Norden von Pohrsdorf verläuft die Bundesstraße 173. Die Bebauung des Ortes geht fast nahtlos in die des angrenzenden Tharandter Ortsteils Fördergersdorf über.
Nachbarorte Umliegende Orte Pohrsdorfs sind:
Geschichte Das Waldhufendorf Pohrsdorf entstand 1215 durch den auf der Burg Tharandt ansässigen Vasallen der Markgrafen von Meißen, Boriwo de Tarant, als Boriwos Dorf, wurde 1349 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte 1378 zum Castrum Dresden. Der Ort, eine Ausgründung aus der Flur Grumbach, wurde im 16. Jh. mit der Züchtung des Borsdorfer Apfels in Verbindung gebracht. Dieser Apfelbaum findet sich auch im historischen Ortswappen. Gepfarrt wurde Pohrsdorf 1539 nach Grumbach. Die Grundherrschaft übte 1551 das Rittergut Wilsdruff aus.Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 10655, Grundherrschaft Wilsdruff Ab 1696 war Pohrsdorf dem Amt Dresden zugehörig. Von 1816 bis 1843 hatte auch das Amt Grillenburg einen Anteil an dem Ort. Im Jahr 1856 ging Pohrsdorf zum Gerichtsamt Tharandt über und 1875 zur Amtshauptmannschaft Dresden. 1959 wurde Pohrsdorf nach Fördergersdorf umgepfarrt. Im Zuge der Kreisreform 1952 wurde Pohrsdorf Teil des Kreises Freital (später Landkreis) und ging 1994 in den neuen Weißeritzkreis über. Am 1. Januar 1999 verlor Pohrsdorf seine Selbstständigkeit und wurde per Gesetz zusammen mit dem Kurort Hartha und Tharandt zur Stadt Tharandt vereinigt. Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.. 2008 ging Pohrsdorf in den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über. Im Dezember 2010 erfolgte die staatliche Anerkennung als Erholungsort, was bis 2023 Bestand hatte.
Partnergemeinde ist seit 1990 Ibach im Schwarzwald.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1551 18 besessene Mann, 2 Häusler, 20 Inwohner1748/64 26 besessene Mann, 7 Gärtner, 12 Häusler, 17 ½ Hufen1834 3311871 409 Jahr Einwohnerzahl1890 4231910 4011925 4281939 415 Jahr Einwohnerzahl1946 5401950 4991964 3831990 322 Beim Zensus 2022 wurden die Ortsteil Pohrsdorf und Spechtshausen insgesamt ca. 760 Einwohner gezählt.
Sehenswürdigkeiten Ehemalige Burg Pohrsdorf Doppel-Spritzenhaus Miniatur-Windmühle Pohrsdorf Wettinplatz mit Wettineiche und Gedenkstein Kriegerdenkmal Erster Weltkrieg und Zweiter Weltkrieg Panzerdenkmal 7. Mai 1945 an der Herzogswalder Straße Landschaftsschutzgebiet Tharandter Wald – schönster Wald Sachsens, der u. a. einen Geopark von nationaler Bedeutung darstellt
Persönlichkeiten Paul Leuteritz (1867–1919), Maler und Illustrator, wurde in Pohrsdorf geboren. Walter Kaiser (1923–1965), Ingenieur, erster Betriebsleiter (technischer Direktor) des Fernsehkolbenwerkes (FSKW) Friedrichshain (Hersteller der ersten Fernsehbildschirme der DDR), wurde in Pohrsdorf (heute: Dorfstr. 85) geboren. Klaus Knabe (1939–2012), Stifter des DDR-Museums Gegen das Vergessen in Pforzheim, wurde in Pohrsdorf geboren.Klaus Knabe im Stadtwiki Pforzheim-Enz.
Literatur Kurt Osk. Lehm: Aus Vergangenheit und Gegenwart der bei Tharandt gelegenen Orte Hartha, Grillenburg, Fördergersdorf, Hintergersdorf, Spechtshausen und Porsdorf. Selbstverlag, 1904. Artur Schirmer: Auszüge aus „Die Chronik meiner Heimat“. Festschrift zum Schul- und Heimatfest in Pohrsdorf. Gemeinde Pohrsdorf (Hrsg.), 1954. Artur Schirmer: Pohrsdorfer Chronik. Teil 1, Pohrsdorf 1967.
Kulturbund der DDR, Ortsgruppe Tharandt (Hrsg.): Der Tharandter Wald, Forststadt Tharandt. (= Beiträge zur Heimatgeschichte. Heft 7). Tharandt 1982. Gotthard Tamme: Historisches Pohrsdorf, Eigenverlag, 1991. Lars-Arne Dannenberg, Vincenz Kaiser: Wilsdruff im Hochmittelalter. Überlegungen zur Besiedlung des Wilsdruffer Landes und zur Entstehung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Jakobikirche. (= Neues Archiv für sächsische Geschichte. 80. Band). Verlagsdruckerei Schmidt, 2009, ISBN 978-3-87707-769-6.
Weblinks
Website der Stadt Tharandt.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Gemeindeauflösung 1999 Kategorie:Geographie (Tharandt) Kategorie:Waldhufendorf Kategorie:Ehemaliger staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen