mini|Stelvio 1200 4V (Basisvariante, ab 2008) Die Moto Guzzi Stelvio ist ein Motorrad des italienischen Motorradherstellers Moto Guzzi, das von 2008 bis 2016 in Mandello del Lario produziert wurde. Die Reiseenduro wurde im November 2007 auf der Mailänder Zweiradmesse EICMA vorgestellt und ist nach dem Stilfser Joch (italienisch Passo dello Stelvio) benannt. Seit Ende 2023 wird wieder ein namensgleiches Modell, jedoch mit völlig neuer Technik hergestellt.

Technische Daten Antrieb Der Quattrovalvole (deutsch: „Vierventiler“) genannte Motor entstammt dem Schwestermodell Griso 8V, mit dem er 2007 eingeführt worden war. Laut dem Hersteller waren dabei im Vergleich zum 1200er Motor der ersten Serie der Norge 1200, der selbst aus dem 1100er Motor der Breva V 1100 und der Griso 1100 ohne größere Veränderung abgeleitet war, 80 % der 563 Einzelteile völlig neu konstruiert worden. Für die Stelvio wurde der Griso-Motor mit geänderten Nockenwellen zugunsten eines besseren Drehmomentverlaufs noch einmal optimiert.

Der „Quattrovalvole“ ist ein luft-/ölgekühlter, längs eingebauter Zweizylinder-V-Motor. Der Viertaktmotor erzeugt aus 1151 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 79,4 kW (108 PS) bei einer Drehzahl von 7500 min−1. Das maximale Drehmoment von 113 Nm liegt bei einer Drehzahl von 5.800 min−1 an. Die zwei Zylinder haben eine Bohrung von 95 mm Durchmesser, die Kolben einen Hub von 81,2 mm bei einem Verdichtungsverhältnis von 11:1. Der Zylinderwinkel des V-Motors beträgt 90°, wie bei allen V-Motoren von Moto Guzzi seit 1967. Jeder Zylinderkopf hat eine obenliegende kettengetriebene Nockenwelle, die zwei Ein- und zwei Auslassventile ansteuert.

Eine hydraulisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung trennt den Motor vom Sechsgang-Getriebe.

Die 2-in-1-Auspuffanlage besteht aus Edelstahl und hat einen Drei-Wege-Katalysator mit zwei Lambdasonden, die Schadstoffwerte unterschreiten die Grenzwerte der Abgasnorm Euro-3. Der Kraftstofftank fasst 32 Liter, davon sind 7 Liter Reserve. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von bleifreiem Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan.

Fahrwerk Das Fahrwerk besteht aus einem Stahlrohrrahmen mit tragendem Motor. Eine hydraulische Upside-Down-Gabel von Marzocchi mit 45 mm Standrohrdurchmesser und 170 mm Federweg lenkt das Vorderrad. Das Hinterrad wird von einer Einarmschwinge mit progressiver Umlenkung geführt, die über ein Zentralfederbein von Sachs-Boge mit einem progressiv wirkenden Hebelsystem und 155 mm Federweg gedämpft wird. Die Kraftübertragung an das Hinterrad erfolgt über eine in die Einarmschwinge integrierte Kardanwelle mit zwei Gelenken und einer Momentabstützung. Diese Konstruktion wird von Moto Guzzi als CARC (italienisch Cardano Reattivo Compatto) bezeichnet und wurde 2005 mit der Breva V 1100 eingeführt. Das System ähnelt dem Paralever von BMW.

Bremse Die Verzögerung erfolgt am Vorderrad über eine Doppelscheibenbremse mit gelochten, halb schwimmend gelagerten Stahlscheiben und radial montierten Vierkolbenzangen. Am Hinterrad ist eine gelochte Scheibe mit 282 mm Durchmesser und eine Doppelkolbenzange montiert. Die Bremsleitungen sind stahlummantelt. Die Bremsanlage hat serienmäßig ein Antiblockiersystem und eine abschaltbare Antriebsschlupfregelung.

Marktpositionierung Konkurrenzmodelle mit vergleichbarer Charakteristik waren zum Zeitpunkt der Markteinführung: Hersteller Name Motor cm³ kW PS N·m Endantrieb kg Einführung BMW R 1200 GS B2 1170 77 105 115 Kardan 229 2004 Moto Guzzi Stelvio V2 1151 77 105 113 Kardan 271 2008 Ducati Multistrada 1100 V2 1079 70 95 103 Kette 222 2007 Triumph Tiger 1050 R3 1050 84 115 100 Kette 225 2007 Honda XL 1000 V Varadero V2 996 69 92 98 Kette 238 2007

Kritiken

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Einzelnachweise

Stelvio