Ned McGowan (* 1970 in Philadelphia) ist ein US-amerikanischer Flötist und Komponist, der auf dem Gebiet der Neuen Musik, des Jazz und der Weltmusik aktiv ist.

Leben und Wirken McGowan hatte ersten Flötenunterricht im Alter von neun Jahren bei Gary Stotz, weitere Lehrer waren Ray Fabrizio und Jacqueline Hofto an der Interlochen Arts Academy. Er studierte Flöte und Komposition am Cleveland Institute of Music (bei Jeff Khaner und Mary Kay Fink) und am San Francisco Conservatory of Music (bei Tim Day). 1994 übersiedelte er nach Amsterdam, wo er am Konservatorium sein Flötenstudium bei Anne La Berge fortsetzte und klassische südindische Musik (Karnatische Musik) bei Rafael Reina studierte. Außerdem war er am Königlichen Konservatorium von Den Haag Kompositionsschüler von Clarence Barlow und Martijn Padding und besuchte Klassen von Louis Andriessen, Diderik Wagenaar, George Tsontakis und Syd Hodkinson. 2007 vertiefte er bei einem Indienaufenthalt seine Studien der karnatischen Musik.

Als Komponist vereinigt McGowan Einflüsse der westlichen Musik mit Jazz und karnatischer Musik. Mit dem Solostück für Flöte Moonrise wurde er Finalist im Wettbewerb um den Gaudeamus Prize, den er im Folgejahr mit dem Ensemblestück Melting Igloos gewann. Für das Stück Tools erhielt er 2004 den Henriëtte Bosmans Prize. 2008 führte das American Composers Orchestra im Rahmen des Programmes UNSafe (mit Kompositionen von Anna Clyne, Jonathan Dawe, Charles Norman Mason und Dan Trueman) ein Stück von McGowan für Kontrabassflöte und Orchester auf.

1999 begründete McGowan mit Gijs Levelt die Konzertreihe Carnatic Lab und die Karnatic Lab Foundation, in deren Umkreis das Ensemble für zeitgenössische Musik Axyz, das Jazzensemble Spinifex Orchestra und sein eigenes Quintett Hexnut entstanden. Von 2000 bis 2005 war er Direktor der Huygens-Fokker Foundation für mikrotonale Musik.

Daneben trat McGowen mit Ensembles wie Tonk, Bhedam, muzikFabrik, der Scapino Dance Company, Aka Moon, Weshm, der Gene Carl Band, der Beethoven Academy, Dreamtime und dem Erie Philharmonic Orchestra zusammen. Von 1996 bis 1999 war er Flötist des Aspen Contemporary Ensemble bei den Aspen Music Festivals. In Duoprogrammen trat er u. a. mit Derek Bermel, Susanna Borsch, B.C. Manjunath, Gijs Levelt und Gabe Bolkosky auf.

Als Interpret zeitgenössischer Musik arbeitete er mit Komponisten wie Ofer Ben Amots, Louis Andriessen, Elinor Armer, Douglas Boyce, Elliott Carter, George Crumb, Kris Defoort, Brian Ferneyhough, John Harbison, Eugene Lee, Helmut Lachenmann, Eric Lyon, James Mobberly, Petros Ovsepyan, Bernard Rands, Jeffrey Stanek, Michael Torke und Mark-Anthony Turnage zusammen.

Werke Why? für Flöte solo, 1994 Tubular Tunes für Flöte und Posaune, 1997 Ios für gemischtes Sextett, 1997 Santarium für Flöte solo, 1997 Melting Igloos für gemischtes Quartett, 1997 Moonrise für Flöte solo, 1998 Ios Duo für Flöte und Klarinette, 1999 Stone Soup für Jazzensemble, 2001 Urban Turban für zwei Marimbas, 2001 Tusk für gemischtes Quintett, 2001 In the Land of Cheese für zwei Synthesizer, 2001/02 Song für gemischtes Quartett, 2003 Capsule für Kammerorchester, 2003 Tools für gemischtes Quartett, 2003 Switch für gemischtes Trio, 2004 Workshop für Recorder, 2004 For Crying Out Loud für Cembalo, 2004 Annabel für Kammerensemble, 2004 Just the Facts für Kammerensemble, 2005 Wood Burn für Kammerensemble, 2005 Alap für Sopran und Ensemble, 2005 Devil's Dust für Streichquartett, 2006 Tempest in a Teapot für Orchester, 2006 Ned's new piece, 2008

Diskographie Bhedam: Rickshaw Chase, 2001 Messing met PVC: Paximadi, 2005 Axyz Ensemble: Nandi Dasaru, 2005 Non Sequitur: Non Sequitur, 2005 Tools, 2006 Hexnut: Hexnut, 2007

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