Kindheitsmuster ist ein 1976 erschienenes Werk der deutschen Schriftstellerin Christa Wolf. Das Buch hat autobiographische Züge und beschäftigt sich mit Vergangenheitsbewältigung. Die Autorin, die in der DDR lebte und arbeitete, ließ in diesem Werk eine Erzählerin die Suche nach dem „Muster“ deren Kindheit beschreiben; Wolf wies ihren französischen Übersetzer darauf hin, dass das titelgebende Substantiv im Singular steht – es handele sich um das, nicht die Kindheitsmuster.Graeme Dunphy, Tracking Christa Wolf: Problembewältigung und syntaktische Präzision in der englischen und französischen Übersetzung von Kindheitsmuster, in Michael Neecke & Lu Jiang, Unübersetzbar? Zur Kritik der literarischen Übersetzung, Hamburg 2013, 35–60, hier S. 56. PDF online. In drei ineinander verwobenen zeitlichen Ebenen erforscht die Erzählerin die Kindheit von Nelly Jordan während des Hitler-Regimes in der Stadt L., jetzt G., d. h. Wolfs Geburtsort Landsberg an der Warthe in der Neumark, das heute polnische Gorzów Wielkopolski in der Woiwodschaft Lebus, sowie die Flucht zu Kriegsende und eine Reise im Erwachsenenalter mit Ehemann, Bruder und Tochter im Sommer 1971 von Ost-Berlin in die nun polnische Heimat. Es wird nicht chronologisch (linear) erzählt, stattdessen werden die Erlebnisse der Vergangenheit vergegenwärtigt. Philipp Ther schrieb dazu 1998 in Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 127:
2015 wurde in Gorzów Wielkopolski Nellys Bank eingeweiht. Nelly Jordan ist der Name, den die Autorin in Kindheitsmuster führt. Siehe auch Christa Wolf#„Christa-Wolf-Denkmal“.
Literarische Bezüge Im achten Kapitel erwähnt Christa Wolf die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, zu deren Rezeption in der DDR und der BRD sie Wesentliches beigetragen hat. In einer Nachrichtensendung hört die Protagonistin sowohl von Bachmanns Tod als auch vom Verbot der Militärregierung in Chile, das Wort compañero zu benutzen. In dieser Situation holt sich Nelly Jordan aus Bachmann-Gedichten Mut und Trost und zitiert Stellen daraus, etwa „Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein.“ und „Ich sah den Salamander durch jedes Feuer gehen. Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.“
Literatur Rossana Rossanda: Ein Kind im Dunkeln, in: dies.: Auch für mich. Aufsätze zu Politik und Kultur. Hamburg 1994. S. 200–205.
Weblinks
Quellen
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Werk von Christa Wolf Kategorie:DDR-Literatur