Groß Ilsede ist eine Ortschaft und zugleich der Sitz der Verwaltung der Gemeinde Ilsede im Landkreis Peine, Niedersachsen.

Geschichte Hügelgräberfelder aus der späten Bronzezeit, die sich ca. um 1000 v. Chr. datieren lassen, finden sich in der Gemeinde Ilsede. Im Bültener Holz, Heers (Solschen) und Gräwig (Klein Ilsede) befinden sich an mehreren Stellen Hügelgräber. im Gebiet der Gemeinde Ilsede

Eine Schenkungsurkunde vom 3. November 1053 erwähnt Groß Ilsede (Ilisede), nach der Kaiser Heinrich III. „den ganzen früheren Besitz des geächteten (Sachsen) Tiemo“ in den Dörfern Garmissen, Groß Ilsede, Dungelbeck und Südbolzum der Kirche zu Hildesheim übergibt. Auf diese Urkunde stützte sich das 950-jährige Bestehen Groß Ilsedes im Jahr 2003. Der Ort gehört zu den fünf Junkerndörfern des Kreises Peine und unterstand in der niederen Gerichtsbarkeit dem Adelsgeschlecht der Ritter von Ilsede (Ilisede) und nach deren Aussterben 1398/1399 den Herren von Gadenstedt. Die junkerliche Oberhoheit dauerte in der letzten Phase bis 1873 an.Gemeinde Ilsede - Informationen zu Groß Ilsedehttps://peterpf.hier-im-netz.de/zeit.htm Zeittafel Raum Goslar/Braunschweig – urkundliche Erwähnung Ilsedes im Jahr 1053

Wo heute das Feuerwehrhaus ist, stand das „Spielhaus“ (Rathaus). Dort trafen sich die Männer, um Gemeindeangelegenheiten zu besprechen, aber auch um zu feiern und zu trinken.

Die Betriebsaufnahme der Ilseder Hütte im Jahr 1858 begründete für die Ilseder Region einen neuen, den industriellen Abschnitt seiner Geschichte. Bis dahin waren die Gemeinden dieses Gebietes rein ländlich bestimmt. Von nun an prägten Eisenerzbergbau und Hochofenbetrieb die Arbeitswelt und Wirtschaft. Dennoch blieb die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Am 1. Februar 1971 wurde Groß Ilsede mit fünf weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Ilsede zusammengeschlossen.

Im Jahr 1995 wurde das Hüttenwerk in Groß Ilsede aufgegeben und zum größten Teil abgerissen.

Religion Die Ursprünge der evangelisch-lutherischen St.-Nikolai-Kirche an der Nikolaistraße reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die Kirchengemeinde gehört heute zur Region Süd-West des Kirchenkreises Peine.

Die katholische St.-Bernward-Kirche wurde 1959/60 an der Gerhardstraße erbaut; sie wurde von Josef Fehlig entworfen und ist nach Bernward von Hildesheim benannt. Bereits seit 1884 gab es in Groß Ilsede die erste kleine St.-Bernward-Kirche.Kath. Kirchengemeinde Peine (Hrsg.): 1972–1997, 25 Jahre St.-Johannes-Kirche in Stederdorf. Peine 1997, S. 36 Seit 2008 gehören zur Pfarrgemeinde auch die katholischen Kirchen in Hohenhameln, Lengede und Steinbrück. Die früher ebenfalls zur Pfarrgemeinde gehörende Kirche St. Thomas in Adenstedt wurde 2009 profaniert und 2010 abgerissen.

Politik Ortsrat

Der Ortsrat, der Groß Ilsede seit 2015 vertritt, setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist Thomas Kirchmann (SPD).

(Stand: 2022)

Wappen

Flagge mini|hochkant|Groß Ilseder Flagge

Die Groß Ilseder Flagge ist rot-gelb (1:1) gestreift und mit dem Wappen des Ortes belegt, welches am 30. August 2022 vom Groß Ilseder Ortsrat beschlossen wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die meterdicken Mauern des ursprünglich kleineren Gebäudes der St.-Nikolai-Kirche sind noch heute Bestandteil des Kirchenbaus, der im Jahr 1508 errichtet wurde. 1621 wurde die Kirche nach Osten hin erweitert, 1895 folgte eine Erweiterung nach Westen hin und der Bau eines neuen Kirchturmes.Groß Ilsede im Kirchengemeindelexikon der ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Abgerufen am 27. Januar 2026. Gelände der Ilseder Hütte mit Dampfzentrale von 1898 und Kugelwasserturm von 1921. Auf dem Gelände der ehemaligen Ilseder Hütte ist auf einem 45 Hektar großen Areal eine Bühne 150-jähriger Industriegeschichte entstanden, der eine Mischung von Landschaftspark mit Plattformen für eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen und Gewerbepark für die Tätigkeit verschiedener Unternehmen bietet. Seit 1978 ist das Groß Ilseder Holz Landschaftsschutzgebiet. In Groß Ilsede fand alljährlich das Ilseder Löwenfest statt, das mittlerweile unter dem Namen Ilseder Weinfest gefeiert wird. Zudem findet jedes Jahr das Groß Ilseder Volksfest (Schützenfest) am zweiten Juni-Wochenende statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Der Bergbau und die Hüttenindustrie (Ilseder Hütte) bestehen nicht mehr. Auf dem Gelände der ehemaligen Ilseder Hütte wurde der Gewerbepark Ilseder Hütte entwickelt.

ÖPNV Die Ortschaft verfügt über eine Vielzahl an Bushaltestellen und ist der Standort des Zentral-Omnibus-Bahnhofs, von welchem mit Bus das gesamte Gemeindegebiet erreicht werden kann. An der Ortsdurchfahrt (B444) befinden sich drei Haltestellen mit variierender Ausstattung. Das Schulzentrum verfügt über eigene Haltestellen.

Bildung mini|hochkant=1.6|Luftbild des Schulzentrums Es befinden sich folgende Schulen in Groß Ilsede Gymnasium Groß Ilsede Realschule Groß Ilsede Hauptschule Groß Ilsede Astrid-Lindgren-Schule Janusz-Korczak-Schule Schule Ilseder Hütte

Persönlichkeiten Bruno Brandes (1910–1985), geboren in Groß Ilsede, Politiker (CDU) Saskia Warzecha (* 1987 in Peine), Lyrikerin, aufgewachsen in Groß Ilsede Hartmut Möllring (* 1951), geboren in Groß Ilsede, Politiker (CDU) Caren Miosga (* 1969 in Peine), aufgewachsen in Groß Ilsede, 2007–2023 Moderatorin der Tagesthemen

Literatur Ernst Matthaei: Zwei Jahrzehnte Schulgeschichte in Groß Ilsede. In: Peiner Allgemeine Zeitung (Hrsg.): Peiner Heimatkalender 13 (1983). Druckhaus A. Schlaeger GmbH & Co. KG, Peine, 1983, S. 121–128.

Weblinks

Groß Ilsede auf der Website der Gemeinde Ilsede

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Peine Kategorie:Ortschaft von Ilsede Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Peine) Kategorie:Ersterwähnung 1053 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971