Karma und Astra ist der Buchtitel einer entwicklungslyrisch-dramatischen Anthologie des Dramatikers und Lyrikers Ernest Klee, aufgeschrieben 1917. Der vollständige Titel lautet: Karma und Astra. Die Geschichte einer Liebe in Gedichten und Briefen. Veröffentlicht wurde das Buch 1932 im Verlag der Schriften des Ernest Klee in Reichenberg. Der Druck erfolgte durch G. Spiethoff, Jägergasse 3, Reichenberg.
Inhalt Die dramatische Lyrik von Karma und Astra entfaltet in insgesamt 50 inhaltlich einander aufbauenden Gedichten, unter sechs Kapiteln und 92 Seiten, eine entwicklungslyrische Anthologie der Liebe und des Liebesschmerzes, der weltstädtisch-untreuen Neuverliebtheit und der heimatlich wartenden treuen Liebsten.
Bis auf die acht ersten Gedichte unter der Kapitelüberschrift Overture, sind die folgenden 42 Gedichte in den Monaten März, April, Mai 1917 in einer Wiener Poliklinik, in einem Rekonvaleszensheim zu Grinzing, im Spital der Barmherzigen Brüder in Wien, von dem verletzten 29-jährigen deutschen Frontsoldaten Klee verfasst worden.
Die acht Gedichte des Kapitels Overture stammen aus den Jahren 1908 (Haan im Erzgebirge), 1911 und 1912 (Teplitz-Schönau), 1913 (Wien), 1916 (Ikwafront nahe Dubno, heute Ukraine, und Rotes-Kreuz-Spital, Deutsches Haus, Teplitz-Schönau).
Aus dem Vorwort:
1. Kapitel Das 1. Kapitel Overture zeigt christlich geprägte, entwicklungslyrische Züge die vom ersten Erkennen des anderen Geschlechts, von der ersten heimatlichen Liebsten (1908) in gehegter romantischer Poesie handeln. Im Lied vom Ende der Jugend, welches in einem heimatlichen Rotkreuz-Spital sich dem verwundeten deutschen Ostfrontsoldaten ergießt, verklingen die lyrischen Bezugnahmen auf eine heimatliche Astra, die Opfernde und auf eine im Kriegsdienst zu früh geendete Jugend, die noch Jugend nachholen muss.
2. Kapitel Das 2. Kapitel Neues Begegnen, das 1917 in Wien entstand (wie alle anderen folgenden), sublimiert die Verliebtheit an die Karma mit christlich frohem Wortspiel und dunklem Benennen der Versehrtheiten an Geist und Körper. Sie wird als schöne Schwester eines toten Kriegskameraden vorgestellt.
3. Kapitel Das 3. Kapitel Kampf handelt von den „zwei Seelen in der Brust“ und von der vorweggenommenen Reue, die entstünde, wenn die Verliebtheit durch die Karma, des Dichters Geschicksal, erwidert würde. Klee beschwört das Bild des verwehenden Traumes seiner Heimatliebe von 9 Jahren (ab 1908) herauf, vor dem lyrischen Bild vom ersten Kuss seiner südländisch anmutenden schwarz-gelockten Schönen. Die Karma wird mit Blumensprache und christlich eingehegtem sittsamen Sprachspiel verehrt. Texte aus Briefen der neuen bürgerlichen Liebsten im weltstädtischen Wien werden von Klee in die Gedichte einbezogen. Wort und Widerwort der Liebenden, Gewissensbisse und sittsame Lust wechseln sich ab; ein Aufwiedersehen wird lyrisch der südländischen schwarz-gelockten Liebsten Karmalitta zum Ende zugesandt.
4. Kapitel Das 4. Kapitel Müde handelt sinnbildlich vom „Seefahrer“ der wohl bald nach heimatlichem Strande und Glück zurückkehren muss. Das Gedicht Ode an die Nacht hat sogar vier Takte einer getragenen Melodie mit dem Text „Wo bist du, Karma-litta, süße Taube!“. Der Dichter sehnt sich im Abschied nach seiner Karma, seinem Geschick.
5. Kapitel Das 5. Kapitel Glaube schenkt dem schwankenden Dichter Genesung und sinnbildliches Sternenlicht. Zwischen Karma und Astra, pendelt er und findet Sicherheit und Licht in seiner heimatlichen treuen Liebsten „Astra“, von der nun Texte aus ihren Briefen in die Gedichte des Kapitels eingewebt werden. Zuletzt erliegt der Dichter der steten treuen Zuversicht und Liebe der heimatlichen Astra: „Ad Astra: ist der Weg zur Tat!“
6. Kapitel Das 6. Kapitel Morgenlicht hat das Motto einer abgeleiteten lateinischen Phrase Per Karma ad Astra (= durch Karma (Geschick) zu Astra (Sterne)). Es kommt mit christlichem Wortspiel Moral lehrend und warnend im Ende durch das Tor des Glücks der Treue und zum Dekalog der Liebe & der Reue, freilich mit dem erhobenen Zeigefinger voran („Sind wir nicht alle Sünder?“).
Inhaltsverzeichnis Die sechs Kapitel der lyrischen Anthologie und ihre Gedichte lauten:
Overture Astra (1916, Rotes-Kreuz-Spital, Teplitz-Schönau) Bist Du ein Traumbild (1908, Haan Erzgebirge) Mein Gebet (1911, Teplitz-Schönau) Gratia plena (1912, Teplitz-Schönau) Es ist schon lange her ... (1913 Wien) Rechtfertigung (1916, Ikwafront Rußland) Du (1916, Rotes-Kreuz-Spital, Teplitz-Schönau) Dein Wert (1916, Rotes-Kreuz-Spital, Teplitz-Schönau) Neues Begegnen (1917, Wien) Ex oriente Sonett Karma Verlangen Erkenntnis Schmerz Bangen Kampf Gewitter Gedanken am Morgen Worte Märchen Reigen Erster Kuß Erfüllung Karma Gewissen Erster Frühlingsmorgen Rufen Karma Buße Vorherbestimmung Strophen an Karma Karma am Klavier Heilige Stunde Vorwürfe Sturm Müde Rast Träume Lied Wo bist Du, Karmalitta... Ode an die Nacht Glaube Trost Genesung Briefe Morgenlicht Lösung Einsicht Bekenntnis Die zehn Gebote der Liebe Ersprossender Strauch Prometheus „In hoc signo vinces.“ Morgenlicht
Zeitgenössische Rezensionen um 1932 (aus den Eigenmitteilungen des Verlages)
Weblinks mujweb.cz PDF-Dokument (tschechisch) mit Angaben zu Ernest Klee und anderen sudetendeutschen Schriftstellern Russisches Gebiet um die Ikwa Der österreichisch-ungarische Heeresbericht, u. a. Ikwafront
Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Ersterscheinen 1932