Willem Fricke (* 10. August 1928 in Winsen (Luhe); † 24. Juli 2009 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.

Leben Willem Fricke wurde als Sohn eines Kartoffelhändlers geboren, seine Eltern sprachen nur Plattdeutsch. Ab 1947 nahm er in Hamburg Schauspielunterricht und arbeitete im Geschäft seines Vaters.Ohnsorg-Star Fricke verstorben, Die Welt, 28. Juli 2009, abgerufen am 24. Februar 2015 Sein Debüt als Schauspieler gab Fricke 1952 in Cuxhaven und spielte ab 1965 am Jungen Theater, unter anderem in Inszenierungen von Karl Paryla. Am Hamburger Theater für Kinder war er u. a. 1969 als Räuber Hotzenplotz zu sehen, eine Inszenierung, die am 26. Dezember 1969 im ZDF als Aufzeichnung gesendet wurde.ZDF-Programm vom 26. Dezember 1969, abgerufen am 24. Februar 2015

1971 zählte Fricke zum Ensemble der deutschen Erstaufführung der Skandal-Musicalrevue Oh! Calcutta! von Kenneth Tynan im Hamburger Operettenhaus an der Reeperbahn. Es sei zunächst befremdlich gewesen, vor Publikum „Pimmel zu zeigen“, gestand er damals in einem Artikel des Spiegel.Sünde hinterm Paravent, Der Spiegel, Heft 12/1971, abgerufen am 24. Februar 2015

In der Spielzeit 1984/85 kam er zum Ohnsorg-Theater, wo er in insgesamt 40 Stücken mitspielte. Seine letzte Rolle war hier in der Spielzeit 2003/04 in der Komödie Jümmer op de Lütten von Jürgen Baumgarten.

Seit Ende der 1950er Jahre stand Fricke daneben häufig vor der Kamera, erstmals in drei Folgen der Reihe Stahlnetz, ferner in Fernsehfilmen oder Serien wie Cliff Dexter, Percy Stuart und Hotel Elfie.

Darüber hinaus wirkte er als Sprecher in einer großen Anzahl von Hörspielen mit, insbesondere in der Reihe Ein Fall für TKKG, wo er verschiedene Charaktere sprach.

Als Synchronsprecher lieh Willem Fricke seinen Schauspielkollegen Allen Henry in Herrscher der Meere (Synchronisation von 1980) und Ivanhoe Teamotuattao in Der Überlebende von Tikeroa seine Stimme.

Willem Fricke wurde auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf in der „Baumgräber“ genannten Anlage im Planquadrat Bm 58 beigesetzt.

Filmografie (Auswahl) 1958: Stahlnetz: Bankraub in Köln 1958: Stahlnetz: Die Tote im Hafenbecken 1959: Affäre Dreyfus 1959: Stahlnetz: Treffpunkt Bahnhof Zoo 1959: Stahlnetz: Aktenzeichen: Welcker u. a. wegen Mordes 1961: Zeit der Schuldlosen 1961: Bis zum Ende aller Tage 1961: Stahlnetz: Saison 1961: Stahlnetz: In der Nacht zum Dienstag ... 1962: Das Rätsel der roten Orchidee 1962: Heinz-Erhardt-Festival 1962: Willy 1962: Stahlnetz: Spur 211 1963: Stalingrad 1963: Die erste Lehre / Willy 1963: Wassa Schelesnowa 1964: Haben 1964: 491 1964: Polizeirevier Davidswache 1964: Campingplatz 1964: Das Kriminalgericht – Der Fall Nebe 1965: Ein Tag – Bericht aus einem deutschen Konzentrationslager 1939 1965: Die Unverbesserlichen 1965: Das Feuerzeichen (Fernsehfilm) 1965: Stahlnetz: Nacht zum Ostersonntag 1966: Der Fall Kapitän Behrens. Fremdenlegionäre an Bord 1966: Der Fall Angelika 1966: Der Verrat von Ottawa 1966: Cliff Dexter – Umleitung ins Verderben 1966: S.O.S. – Morro Castle 1967: Gerhard Langhammer und die Freiheit 1967: Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats 1968: Landarzt Dr. Brock – Die alte Mühle 1968: Die Tintenfische – Nasse Spuren 1968: Novemberverbrecher – Eine Erinnerung 1969: Ida Rogalski – Michael 1969: Brent jord 1969: Schrott 1969: Percy Stuart – Ein Gefallen 1969: Reisedienst Schwalbe (13 Folgen) 1970: Ein Mädchen 1970: Polizeifunk ruft – Die Konservendose 1970: Das gelbe Haus am Pinnasberg 1970: Claus Graf Stauffenberg 1971: St. Pauli Nachrichten: Thema Nr. 1 1971: Hamburg Transit – Klaviere nach Casablanca 1971: Die Journalistin – Hansa 7 ruft Nordstrand 1971: F.M.D. – Psychogramm eines Spielers 1971: Flucht – Der Fall Münzenberg 1971: Das ehrliche Interview 1972: Das Kurheim – Veränderungen 1972: Hamburg Transit – Irma 526 1972: Der Stoff aus dem die Träume sind 1973: Dem Täter auf der Spur – Blinder Haß 1975: Sonderdezernat K1 – Flucht 1975: Wenn Mädchen aus der Schule plaudern 1978: Die schöne Marianne – Das Duell 1980: St. Pauli-Landungsbrücken – Drei Wochen im Dock 1982: Es muß nicht immer Mord sein – Endstation Habermoor 2000: Hotel Elfie (zwei Folgen)

Theaterrollen im Ohnsorg-Theater (Fernsehaufzeichnungen)

1987: Was rastet das kostet 1989: Der Düvelsblitz 1993: Kleine Leute, große Gauner 1994: Nebel im Paradies 1994: Die Lokalbahn 1996: Strandräuber 1999: Plünnenball 1999: Blütenzauber 2002: Die Reise nach Kapstadt

Hörspiele 1949: Wrack – Regie: Hans Freundt 1950: Engel Kirk – Regie: Hans Freundt 1951: Dat Redentiner Osterspill – Regie: Hans Freundt 1951: Snaaksche Wienachten – Regie: Hans Freundt 1952: Ut de Franzosentied – Regie: Hans Freundt 1967: De Arvschopp – Regie: Günter Jansen 1969: Heinrich Deiters: Vörbidrapen (als Jan Holt, Bauer) – Regie: Günter Jansen 1971: Fremde Tote – Regie: Hans Rosenhauer 1971: Kinderreime – Regie: Hans Rosenhauer 1971: Rebbel dat Bettlaken op – Regie: Günter Jansen 1973: Warum die kluge Else, die kluge Gretel und das Katherlieschen vorderhand Lesbierinnen sein wollen – Regie: Hans Rosenhauer 1976: Die Brandung von Hossegor – Regie: Otto Düben 1978: Sonnenlicht – Mondlicht – Regie: Hans Rosenhauer 1981: TKKG – Rätsel um die alte Villa (als Günther Adelmann) 1982: TKKG – Abenteuer im Ferienlager (als Polizist) 1982: TKKG – Alarm im Zirkus Sarani (als Rausschmeißer 2) 1982: TKKG – Nachts, wenn der Feuerteufel kommt (als Fanhauser) 1982: TKKG – Die Rache des Bombenlegers (als Fahrradhändler) 1982: TKKG – In den Klauen des Tigers (als Carlo Tomasino) 1984: TKKG – Das Geschenk des Bösen (als Noske) 1984: TKKG – Die weiße Schmuggler-Yacht (als Aristoteles Dragoumi) 1995: Die drei ??? … und die Rache des Tigers (als Inspektor Cotta) 1995: Die drei ??? – Spuk im Hotel (als Inspektor Cotta) 1997: TKKG – Opfer fliegen 1. Klasse (als Armin Leipel) 1999: TKKG – Die Sekte Satans (als Krause) 1999: TKKG – Der Diamant im Bauch der Kobra (als Volker Wiegand)

Weblinks

Nachruf; aufgerufen am 12. August 2009 Verzeichnis der Hörspiele mit Willem Fricke Willem Fricke in der Synchrondatenbank von Arne Kaul

Einzelnachweise

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