Die Droga ekspresowa S19 (pol. für ‚Schnellstraße S19‘) ist eine überwiegend im Bau befindliche Schnellstraße in Polen und stellt entlang der polnischen Ostgrenze als Nord-Süd-Verbindung zwischen Belarus und der Slowakei dar. Sie soll Hrodna, Białystok, Lublin, Rzeszów und Košice miteinander verbinden. Im südlichen Verlauf ab dem Knoten Rzeszów Południe bis zur Grenze der Slowakei wird sie ein Teil der Europastraße 371 sein.

Planungsgeschichte Im Netzplan Polens aus dem Jahre 1939 war die Strecke Białystok–Hrodna als Teil der Linie Warszawa – Vilnius – Daugavpils vorgesehen. Die Verbindung Białystok – Lublin – Košice fehlte völlig.M. W. Nestorowicz: (polnisch) Die Pläne von 1945 und 1946 enthielten weiterhin den Abschnitt von Białystok Richtung Vilnius sowie eine Strecke, die von Warszawa über Radom nach Košice geführt werden sollte. Hingegen fehlte nach wie vor eine direkte Verbindung von Białystok über Lublin nach Košice.Eugeniusz Buszma: (polnisch)Eugeniusz Buszma: (polnisch) Auch im Plan des Jahres 1963 blieb es bei diesem Vorhaben, wobei die Strecke Warszawa – Radom nunmehr nur zur Fortführung bis Rzeszów vorgesehen war.Netzpläne von 1939 bis 2004 1971 entfiel schließlich auch die Strecke Białystok Richtung Vilnius bzw. Moskau, so dass in diesem Netzplan nicht ein einziges Teilstück der heutigen S19-Trasse enthalten war. Lediglich an der Verbindung Warszawa – Radom – Rzeszów wurde festgehalten.Eugeniusz Buszma: (polnisch) Erstmals 1976 tauchte in den Plänen eine Strecke auf, die der heute geplanten S19-Verbindung zwischen Białystok, Lublin, Rzeszów und der Landesgrenze sehr ähnlich ist und nach Budapest fortgesetzt werden sollte. Dagegen fehlte das Teilstück von Białystok in Richtung Vilnius. (polnisch) Seit 1985 findet sich in den Netzplänen (1993, 1996, 2001, 2003, 2004) die Strecke in ihrer heutigen Form unverändert. (polnisch) 2009 wurde der Verlauf auf dem Teilstück von der polnisch-belarussischen Grenze bis Białystok mit dem Zusatz Sokółka – Korycin – Knyszyn – Dobrzyniewo Duże deutlich präzisiert und eine Führung entlang der Landesstraße 19 durch den Landschaftsschutzpark Puszczy Knyszyńskiej und somit durch das Natura-2000-Gebiet ausgeschlossen. Die S19 sollte das Gebiet im Norden und Westen umgehen. Diese Änderung wurde trotz der etwa 25 Kilometer Umweg und wachsender Proteste in den Netzplänen bis 2019 beibehalten. Parallel entstand mit Variante 5 durch die GDDKiA eine weitere Planungstrasse auf kurzem Weg durch das Naturschutzgebiet, weitgehend parallel zur vorhandenen Landstraße 19 und mit zahlreichen Grünbrücken und weiteren Umweltschutzmaßnahmen. Diese Variante wurde dann im Februar 2020 offiziell genehmigt.

Fertiggestellte Abschnitte AbschnittÜbersicht über die Schnellstraße S19 (polnisch/englisch) Länge   Bauzeit   Baukosten Verkehrsübergabe Ausbauzustand Knoten Kuźnica – Knoten Sokółka Północ 9,3 km 2021–2025 526 Mio. Złoty(117 Mio. Euro) 31. Dezember 2025 zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen Umgehung Wasilków (Knoten Wasilków – Knoten Białystok Północ) 5,0 km2007–2011 125 Mio. Złoty(29 Mio. Euro)14. Februar 2011 eine Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen pro Richtung;nördliche Fahrbahn Haćki – Knoten Bielsk Podlaski Zachód 9,0 km 2021–2025 326 Mio. Złoty(70 Mio. Euro) 31. Oktober 2025 zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen Knoten Bielsk Podlaski Zachód – Knoten Boćki 12,2 km 2021–2025 309 Mio. Złoty(68 Mio. Euro) Umgehung Międzyrzec Podlaski (Knoten Międzyrzec Podl. Północ – Knoten Międzyrzec Podl. Południe) 6,6 km2005–2008 100 Mio. Złoty(26 Mio. Euro)18. April 2008 eine Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen pro Richtung;östliche Fahrbahn Umgehung Kock(Knoten Kock Północ – Knoten Kock Południe) 7,9 km2009–2011 169 Mio. Złoty(40 Mio. Euro)21. Dezember 2011 eine Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen pro Richtung;östliche Fahrbahn2024–2026 183 Mio. Złoty(39 Mio. Euro)21. Mai 2026 eine Fahrbahn mit zwei Fahrstreifen;westliche Fahrbahn Knoten Lublin Rudnik – Knoten Lublin Sławinek 9,6 km2011–2014 siehe unten31. Oktober 2014 zwei Fahrbahnen mit je drei Fahrstreifen Knoten Lublin Sławinek 2,7 km2011–2014 siehe unten25. September 2014 zwei Fahrbahnen mit je zwei bis vier Fahrstreifen – 9,8 km2014–2016 424 Mio. Złoty(106 Mio. Euro)9. Dezember 2016zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen(Reserve für den dritten Fahrstreifen im Bankett) Knoten Lublin Węglin – Knoten Niedrzwica Duża 11,9 km 2018–2021 312 Mio. Złoty(78 Mio. Euro)16. Dezember 2021 Knoten Niedrzwica Duża – Knoten Kraśnik Północ 20,0 km 2018–2022 498 Mio. Złoty(125 Mio. Euro)21. Mai 2022 Knoten Kraśnik Północ – Knoten Kraśnik Południe 9,9 km 2018–2021 320 Mio. Złoty(80 Mio. Euro)16. Dezember 2021 Knoten Kraśnik Południe – Knoten Janów Lubelski Północ 18,1 km 2017–2021 390 Mio. Złoty(98 Mio. Euro)16. Dezember 2021 Knoten Janów Lubelski Północ – Knoten Janów Lubelski Południe 6,5 km 2017–2021 149 Mio. Złoty(37 Mio. Euro)16. Dezember 2021 Knoten Janów Lubelski Południe – Knoten Lasy Janowskie 8,3 km 2017–2021 184 Mio. Złoty(46 Mio. Euro)15. Juni 2021 Knoten Lasy Janowskie – Knoten Zdziary 9,5 km 2018–2021 239 Mio. Złoty(59 Mio. Euro)11. Oktober 2021 Knoten Zdziary – Knoten Rudnik nad Sanem 8,2 km 2018–2022 287 Mio. Złoty(72 Mio. Euro)29. April 2022 Knoten Rudnik nad Sanem – Knoten Nisko Południe 6,7 km 2018–2021 196 Mio. Złoty(49 Mio. Euro)6. Dezember 2021 Knoten Nisko Południe – Knoten Jeżowe 11,2 km 2018–2021 273 Mio. Złoty(68 Mio. Euro)6. Dezember 2021zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen Knoten Jeżowe – Knoten Łowisko 10,3 km 2018–2021 334 Mio. Złoty(84 Mio. Euro)6. Dezember 2021 Knoten Łowisko – Knoten Sokołów Małopolski Północ 8,2 km 2018–2021 286 Mio. Złoty(72 Mio. Euro)23. Dezember 2021 – Stobierna 12,5 km2014–2017 290 Mio. Złoty(73 Mio. Euro)1. September 2017 eine Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen pro Richtung;östliche Fahrbahn Stobierna – 2,4 km2010–2012 67 Mio. Złoty(17 Mio. Euro)10. September 2012 eine Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen pro Richtung;westliche Fahrbahn – 3,0 km2010–2012 147 Mio. Złoty(37 Mio. Euro)10. September 2012zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen 1,0 kmRealisiert als Abschnitt der Autobahn A4 – 11,0 km zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen(Reserve für den dritten Fahrstreifen im Mittelstreifen) 0,7 km zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen und Standstreifen – 4,4 km2010–2013 233 Mio. Złoty(58 Mio. Euro)13. Dezember 2013 – 6,3 km2014–2017 343 Mio. Złoty(86 Mio. Euro)7. Dezember 2017 Knoten Krosno – Knoten Miejsce Piastowe 10,3 km2021–2025 365 Mio. Złoty(80 Mio. Euro) 23. Dezember 2025 Knoten Miejsce Piastowe – Knoten Dukla 9,8 km2021–2025 479 Mio. Złoty(105 Mio. Euro) zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen(ohne Standstreifen) Summe 247,5 km227,0 km 6,927 Mrd. Złoty(1,664 Mrd. Euro)

Umgehung von Międzyrzec Podlaski Die Umgehung von Międzyrzec Podlaski stellt einen 6,6 Kilometer langen Abschnitt im Verlauf der Landesstraße 19, der westlich der Stadt Międzyrzec Podlaski verläuft. Der Abschnitt verbindet den nordwestlich gelegenen Knoten Międzyrzec Podlaski Północ, bei dem die Straße die Landesstraße 2 kreuzt, mit dem südwestlich gelegenen Knoten Międzyrzec Podlaski Południe, der eine Verbindung zu den Woiwodschaftsstraßen 806 und 813 herstellt. Bei beiden Knoten ist die Umgehungsstraße bereits mit zwei Fahrbahnen ausgeführt, dazwischen ist nur eine Fahrbahn vorhanden.

In den Jahren 2005 bis 2008 wurde die erste Etappe der Umgehungsstraße, die die östliche Fahrbahn samt den beiden Knoten umfasste, gebaut. Der Baubeginn erfolgte am 6. September 2005 mit der Vertragsunterzeichnung mit dem griechischen Bauunternehmen J&P Avax. Die Fertigstellung und Verkehrsübergabe fand am 18. April 2008 statt. Die Baukosten betrugen 100 Mio. Złoty.

In einer zweiten Etappe ist der Bau der westlichen Fahrbahn geplant. 2017 bis 2019 wurde die Machbarkeitsstudie (poln.: Studium Techniczno-Ekonomiczno-Środowiskowe, kurz STEŚ, dt. etwa Technisch-ökonomisch-ökologische Studie) samt dem Umweltverträglichkeitsbericht ausgearbeitet und anschließend von der Regionaldirektion für Umweltschutz in Lublin geprüft. Ende Februar 2020 erteilte die Umweltbehörde den Umweltverträglichkeitsbeschluss (poln.: Decyzja o środowiskowych uwarunkowaniach, kurz DŚU).

Umgehung von Kock Die Umgehung von Kock umfasst einen 7,9 Kilometer langen Straßenabschnitt, der als Erster als Teil der S19 beschildert ist. Der Abschnitt ist derzeit mit nur einer Fahrbahn und zwei Fahrstreifen ausgestattet, besitzt jedoch zwei höhenfreie Knoten, die die Verbindungen zu der Landesstraße 48 und der Woiwodschaftsstraße 808 herstellen.

Der Bauvertrag zum Bau der 7,9 Kilometer langen östlichen Fahrbahn mit der Baufirma Strabag wurde am 4. August 2009 unterschrieben. Es wurde eine 32 Monate lange Bauzeit vereinbart. Der Fertigstellungstermin war für den 4. April 2012 festgelegt worden. Jedoch wurden die Bauarbeiten so beschleunigt, dass die Fahrbahn komplett am 21. Dezember 2011 für den Verkehr freigegeben werden konnte. Die letzten Arbeiten außerhalb der Fahrbahn wurden noch bis zum im Bauvertrag festgelegten Termin fortgeführt werden. Die Baukosten beliefen sich auf 223 Mio. Złoty, wovon 176 Mio. Złoty von der Europäischen Union getragen wurden.

Für die Erweiterung der Umgehungsstraße um die westliche Fahrbahn wurde 2018 bis 2019 die Machbarkeitsstudie samt dem Umweltverträglichkeitsbericht seitens der GDDKiA ausgearbeitet und ab Mai 2019 von der Regionaldirektion für Umweltschutz in Lublin geprüft Nachdem die Genehmigung vorlag, die Ausschreibung erfolgte und am 1. April 2022 der Vertrag unterzeichnet wurde, begannen im Frühjahr 2024 die Bauarbeiten. Nach einer provisorischen Eröffnung Anfang Mai 2026 wurden die Restarbeiten abgeschlossen, sodass am 21. Mai die offizielle Genehmigung zum Betrieb als Schnellstraße erteilt wurde.

Lublin Rudnik – Lublin Sławinek Dieser Abschnitt stellt einen gemeinsamen Abschnitt der Schnellstraßen S12, S17 und S19 und einen Teil der Umgehungsstraße der Stadt Lublin dar. Dabei verläuft die S19 auf 8,6 Kilometern des 9,6 Kilometer langen Abschnittes auf der gemeinsamen Trasse. Im Rahmen des Knotens Lublin Rudnik, bei dem die S19 in nördlicher Richtung von der S12/S17 abzweigt, wurde ein weiterer Kilometer der S19 fertiggestellt.

Bereits Ende der 1990er Jahre wurden konkrete Planungen aufgenommen. Am 16. Dezember 2009 wurde der Verlauf der Umgehung entsprechend dem von der Regionaldirektion für Umweltschutz in Lublin erlassenen Umweltverträglichkeitsbeschluss endgültig festgelegt. Im Jahr 2009 begann zudem die Ausschreibung zum Bau dieses Abschnittes, die mit der Vertragsunterzeichnung der GDDKiA mit dem spanischen Bauunternehmen Dragados am 6. Dezember 2011 beendet wurde. Die Baukosten wurden auf 475 Millionen Złoty festgelegt. Die Fertigstellung erfolgte nach mehreren Monaten Verzögerung bis Ende Oktober 2014, nachdem die anderen Abschnitte der Umgehung Lublins bereits fertiggestellt wurden. Somit schloss die am 31. Oktober erfolgte Verkehrsübergabe eine Lücke im Schnellstraßennetz Polens.

Lublin Sławinek mini|Schema eines Autobahnkreuzes mit mehrspuriger halbdirekter Rampe.|links

Der Knoten Lublin Sławinek liegt im Westen Lublins und verbindet die Schnellstraßen S12/S17 mit der S19 und der Woiwodschaftsstraße 874 miteinander. Dabei werden die Schnellstraßen S12/S17 aus westlicher Richtung an den Knoten angebunden und über eine halbdirekte Verbindungsrampe in Richtung Norden geführt. Die S19 wird aus südlicher Richtung über die Hauptbrückenbauwerke ebenfalls in Richtung Norden geführt, sodass in nördlicher Richtung die Schnellstraßen S12, S17 und S19 als Umgehung Lublins auf einer gemeinsamen Trasse bis zum Knoten Lublin Rudnik geführt werden. Aus westlicher Richtung gehen die Schnellstraßen S12/S17 unter den Hauptbrückenbauwerken in die Woiwodschaftsstraße 874 über, die aus Richtung Osten das Stadtgebiet Lublins autobahnähnlich an den Knoten anschließt.