Budschak (; - bis 2024 Borodino/; ) ist eine Siedlung städtischen Typs in der ukrainischen Oblast Odessa mit etwa 1800 Einwohnern. mini|links|Denkmal für die Gefallenen des 2. Weltkriegs im Ort
Die Siedlung befindet sich westlich von Odessa im Rajon Bolhrad, nahe der nördlich verlaufenden Grenze zur Republik Moldau. Borodino liegt am Fluss Saka (deutsch Sak) zwölf Kilometer nördlich von Soborne am Nordrand der südbessarabischen Steppe.
Geschichte Der Ort lag unter dem ehemaligen Namen Borodino in der historischen Landschaft Bessarabien. Das Gebiet von Bessarabien kam 1812 im Frieden von Bukarest vom osmanischen Vasallenstaat Fürstentum Moldau zusammen mit dem Budschak an das Russische Kaiserreich. Die Neuerwerbung wurde als Kolonisationsgebiet behandelt und zunächst dem Generalgouverneur von Neurussland zugeordnet. Zar Alexander I. rief in einem Manifest von 1813 deutsche Kolonisten ins Land, um die neu gewonnenen Steppengebiete in Neurussland zu kolonisieren. Hier gründeten 1814 deutsche Auswanderer Borodino als Dorf Nummer 1. Der Ort gehört zu den 24 bessarabiendeutschen Mutterkolonien. Sie wurden von Einwanderern gegründet, während Tochterkolonien später von Bewohnern der Mutterkolonien gegründet wurden. Bei den Auswanderern, die sich hier 1814 niederließen, handelte es sich um 100 deutsche Familien.
Der ursprüngliche Ortsname „Sak“ leitete sich von dem Fluss ab, an dem die Siedlung gegründet wurde. Danach wurde er kurzzeitig auch zu Ehren des russischen Zaren „Alexander“ genannt, bekam aber schnell seinen späteren Namen Borodino, der auf die Schlacht bei Borodino hinweist. Auf Weisung der russischen Ansiedlungsbehörde wurden viele neu gegründete Siedlungen nach Orten von siegreichen Schlachten während Napoleons Russlandfeldzug 1812 benannt.
Borodino war bis 1940 eine Siedlung mit überwiegend deutschen Bewohnern. Von der Siedlungsgründung bis 1940 wuchs der Ort auf rund 2700 Personen an. Borodino gehörte wie ganz Bessarabien bis zum Jahre 1917 dem russischen Zarenreich an. Nach dem Ersten Weltkrieg war es rumänisches Staatsgebiet. Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Sommer 1940, gedeckt vom Hitler-Stalin-Pakt, schlossen sich die bessarabiendeutschen Ortsbewohner im Herbst 1940 der Umsiedlung ins Deutsche Reich unter dem Motto Heim ins Reich an. Ab dem Jahre 1944 (und kurzzeitig 1940 bis 1941) gehörte der Ort zur Sowjetunion, und seit deren Zerfall 1991 ist es heute ukrainisches Staatsgebiet. Seit 1961 ist der Ort eine Siedlung städtischen Typs.
Am 19. September 2024 wurde die Siedlung mit Wirkung vom 26. September 2024 durch Beschluss der Werchowna Rada im Rahmen der Derussifizierungskampagne in der Ukraine nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine 2022 auf den heutigen Namen Budschak umbenannt.Верховна Рада України; Постанова від 19.09.2024 № 3984-IX Про перейменування окремих населених пунктів та районів
Verwaltungsgliederung Am 12. Juni 2020 wurde die Siedlung zum Zentrum der neugegründeten Siedlungsgemeinde Borodino (Бородінська селищна громада/Borodinska selyschtschna hromada), zu dieser zählen auch noch die 33 in der untenstehenden Tabelle angeführten DörferКабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 720-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Одеської області", bis dahin bildete sie die gleichnamige Siedlungsratsgemeinde Borodino (Бородінська селищна рада/Borodinska selyschtschna rada) im Zentrum des Rajons Tarutyne.
Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons BolhradВерховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів".
Seit 2024 trägt sie analog zur namensgebenden Siedlung den Namen Siedlungsgemeinde Budschak (Буджацька селищна територіальна громада/Budschazka selyschtschna terytorialna hromada).
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Budschak Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch rumänisch Blahodatne Благодатне Благодатное (Blahodatnoje) Căpriori Bohdaniwka Богданівка Богдановка (Bohdanowka) Bogdan-Hajdeu Bulatiwka Булатівка Булатовка (Bulatowka) Bulațeni Hanniwka Ганнівка Ганновка (Gannowka) Hănești Hanniwka Ганнівка Ганновка (Gannowka) Inculițeni Iwantschanka Іванчанка Иванчанка Ivanov Jelysawetiwka Єлизаветівка Елизаветовка (Jelisawetowka) Gura Văilor Jelysawetiwka Єлизаветівка Елизаветовка (Jelisawetowka) Cogălniceanu Jewheniwka Євгенівка Евгеневка (Jewgenewka) Evghenița Jurijiwka (bis 2025 Jurjiwka Верховна Рада України; Постанова від 05.06.2025 № 4483-IX Про перейменування окремих населених пунктів, назви яких містять символіку російської імперської політики або не відповідають стандартам державної мови) Юріївка (Юр'ївка) Юрьевка (Jurjewka) Răileni (Reulingen) Kroliwka Кролівка Кролевка (Krolewka) Gheorghieni-Nou Lambriwka Ламбрівка Ламбровка (Lambrowka) Gofmana Lisne Лісне Лесное (Lesnoje) Manzâr Matyldiwka Матильдівка Матильдовка (Matildowka) Sărăţica Mykolajiwka Миколаївка Николаевка (Nikolajewka) Nicolaeni Nadritschne Надрічне Надречное (Nadretschnoje) Cioara-Murza Nowodolynske (bis 2024 Nowe TarutyneВерховна Рада України; Постанова від 19.09.2024 № 3984-IX Про перейменування окремих населених пунктів та районів) Новодолинське (Нове Тарутине) Новодолинское (Nowodolinskoje)/Новое Тарутино (Nowoje Tarutino) Tarutino Nou (Neu-Tarutino) Nowoseliwka Новоселівка Новоселовка (Nowoselowka) Inculițeni Noui Nowosilka Новосілка Новосёлка (Nowosjolka) Sărățica Noua Nowoukrajinka Новоукраїнка Новоукраинка (Nowoukrainka) Colbarâș Oleksijiwka Олексіївка Алексеевка (Alexejewka) Fântânele Peremoha Перемога Перемога (Peremoga) Peremoga Petriwka Петрівка Петровка (Petrowka) Ceaga Pidhirne Підгірне Подгорное (Podgornoje) Cantemir Vechi Platschynda Плачинда Плачинда (Platschinda) Plăcinta Riwne Рівне Ровное (Rownoje) Arsa-Bulgară Rosa Роза Роза Luxemburg (Hoffmannsfeld) Skrywaniwka Скриванівка Скривановка (Skriwanowka) Gheorghieni-Vechi Tscherwone Червоне Червоное (Tscherwonoje) Voevodul-Mihail Wessela Dolyna Весела Долина Весёлая Долина (Wessjolaja Dolina) Cleastitz, Cleaşniţa (Klöstitz) Wolodymyriwka Володимирівка Владимировка (Wladimirowka) Arsa-Germană Wosnessenka Druha Вознесенка Друга Вознесенка Вторая (Wosnessenka Wtoraja) Vozneseni, Vozneşeni Wyssotschanske Височанське Высочанское (Wyssotschanskoje) Lac
Siehe auch Liste deutscher Bezeichnungen bessarabiendeutscher Orte Liste deutscher Bezeichnungen ukrainischer Orte
Weblinks Informationen zur deutschen Geschichte des Ortes Kurzbeschreibung beim Bessarabiendeutschen Verein Geschichte des Ortes bis 1848 (englisch) Heutige Fotos Datenliste der deutschen Auswanderer als Gründer von Borodino
Literatur Ernst Höger: 175 Jahre Borodino 1814 bis 1989. Ein Bildband Borodino und Neu-Borodino (Bessarabien), Horb am Neckar 1989 Elke Kaiser: Der Hort von Borodino Kritische Anmerkungen zu einem berühmten bronzezeitlichen Schatzfund aus dem nordwestlichen Schwarzmeergebiet. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie Bd. 44 Habelt Bonn 1997 ISBN 377492855X
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Odessa Kategorie:Rajon Bolhrad Kategorie:Bessarabiendeutsche Kategorie:Gemeindegründung 1814