mini|Fritz Schleßmann Fritz Schleßmann, eigentlich Georg Friedrich Schleßmann, (* 11. März 1900 in Essen; † 31. März 1964 in Dortmund)Birgit Hartings: Essener Köpfe begründet von Erwin Dickhoff (gest. 1. Juni 2012), Hrsg.: Stadt Essen und Historischer Verein für Stadt und Stift Essen e. V., Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1, S. 302. In der Vita steht explizit: *11. März 1900 (nicht 1899!) Essen-West;†31. März 1964 Dortmund war ein deutscher Polizist, SS-Obergruppenführer und Politiker (NSDAP) zur Zeit des Nationalsozialismus; u. a. Polizeipräsident in Essen sowie von Bochum, stellvertretender Gauleiter in Essen und Mitglied des Reichstags.

Leben und Wirken Schleßmann war der Sohn eines Schlossers. Er meldete sich nach dem Volks- und Realschulbesuch gegen Ende des Ersten Weltkrieges als Kriegsfreiwilliger zum Dienst auf einem U-Boot bei der Kaiserlichen Marine. Nach Kriegsende war Schleßmann noch bis zu seiner Ausmusterung 1919 Marinesoldat auf einem Minensuchboot. Schleßmann erlernte anschließend den Beruf eines Technikers und schloss die Ausbildung an der Maschinenbauschule im Essener Ostviertel 1922 ab.

Mitte Dezember 1922 wurde Schleßmann Mitglied der NSDAP, der er nach dem Parteiverbot zum 15. Dezember 1925 erneut beitrat (Mitgliedsnummer 25.248).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/37690041 Schleßmann war auch Mitglied der SA und bereits Anfang der 1920er Jahre SA-Führer in Essen. In der SA erreichte er 1927 den Rang eines Standartenführers.Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 539. Er wechselte 1930 zur SS (SS-Nummer 2.480)SS-Personalamt: Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP, Stand vom 1. Oktober 1934, lfd. Nr. 58, wo er bis November 1944 zum SS-Obergruppenführer aufstieg. Als SS-Führer leitete er die 22. SS-Standarte. Schleßmann gehörte zum Stab des Reichsführers SS Heinrich Himmler.Erich Stockhorst: 5000 Köpfe – Wer war was im Dritten Reich, Kiel 2000, S. 382.

Von 1932 bis 1933 war Schleßmann Mitglied des Preußischen Landtags und ab der 9. Wahlperiode seit November 1933 Mitglied des nationalsozialistischen Reichstags, dem er bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 als Abgeordneter für den Wahlkreis 18 (Westfalen-Süd) angehörte.

Schleßmann wurde im April 1934 zum Polizeipräsidenten in Bochum ernannt und war ab 1937 Polizeipräsident von Essen. Auf sein Gesuch hin wurde Schleßmann im Januar 1940 aus diesem Amt entlassen, um wieder hauptamtlich als Parteifunktionär tätig zu werden. Eine Verwendung Schleßmanns als Höherer SS- und Polizeiführer West kam aufgrund mangelnder Eigenschaften nicht zustande. Bereits 1928 wurde Schleßmann stellvertretender Gauleiter in Essen unter Josef Terboven und blieb dies, nach einem Anfang 1931 erfolgten vorübergehenden Wechsel (Dezember 1930 bis November 1939) zum Gau Westfalen-Süd, bis zum Frühjahr 1945.Joachim Lilla: auf www.shoa.de

Nachdem Terboven im Frühjahr 1940 zum Reichskommissar für Norwegen ernannt worden war, war Schleßmann kommissarisch als geschäftsführender Gauleiter im Amt.Ralf Blank: Gauleiter der NSDAP im Ruhrgebiet – Fritz Schleßmann (1899–1964)

Noch vor Kriegsende tauchte Schleßmann (alias „Fritz Selig“) mit seiner Geliebten in Essen-Steele unter, wurde jedoch am 15. April 1945 durch die US-Army festgenommen und kam später in das Internierungslager Staumühle. In einem Spruchkammerverfahren in Detmold-Hiddesen erfolgte seine Verurteilung zu fünf Jahren Haft, die er bis Mitte Juni 1950 im Gefängnis Esterwegen verbüßte. Danach wurde er in Düsseldorf als Minderbelasteter entnazifiziert und lebte anschließend als Kaufmann in Essen.

Nero-Befehl

Schleßmann führt damit Hitlers Nerobefehl aus. Alle Zivilisten sind zu entfernen, jede Infrastruktur ist zu zerstören, um dem Feind „verbrannte Erde“ zu hinterlassen.

Auszeichnungen Schleßmanns SS-RängeFritz Schleßmann auf www.dws-xip.plDatumRangMärz 1931SS-StandartenführerNovember 1933SS-OberführerJanuar 1936SS-BrigadeführerJanuar 1942SS-GruppenführerNovember 1944SS-Obergruppenführer

U-Bootabzeichen (1918) Eisernes Kreuz II. Klasse (1939) Kriegsverdienstkreuz I. und II. Klasse mit Schwertern Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP Ehrendegen des Reichsführers SS Totenkopfring der SS SS-Dienstauszeichnungen

Literatur

Erwin Dickhoff: 70 Jahre Essener Polizei, In: Die Heimatstadt Essen, Jahrbuch 1979, S. 39ff.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich, 1933–1945) Kategorie:Mitglied des Preußischen Landtags (Freistaat Preußen) Kategorie:Polizist im Nationalsozialismus Kategorie:Polizeipräsident (Bochum) Kategorie:Polizeipräsident (Essen) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Kategorie:SS-Obergruppenführer Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Militärperson (Kaiserliche Marine) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1964 Kategorie:Mann