Jürgen Norbert Klopp (* 16. Juni 1967 in Stuttgart), Spitzname „Kloppo“,juergenklopp.de.Jürgen «Kloppo» Klopp: Unterschrift im Markenregister. steigerlegal.ch, abgerufen am 20. Januar 2016. ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und jetziger Fußballtrainer. Er ist seit August 2026 Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft.
Nach mehreren kurzen Stationen im Amateurfußball war Klopp von 1990 bis 2001 als Spieler für den damaligen Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 aktiv und ab 2001 als Trainer. Er führte den Klub 2004 erstmals in die Bundesliga. Im Sommer 2008 wechselte er zu Borussia Dortmund. Mit dem BVB wurde er im Jahr 2011 Deutscher Meister und gewann 2012 das Double. Außerdem erreichte er zwei weitere Pokalendspiele und 2013 das Finale der Champions League.
Von Oktober 2015 bis Mai 2024 war Klopp Cheftrainer des FC Liverpool. Mit dem Verein gewann er acht Titel, darunter 2019 die Champions League und 2020 die erste englische Meisterschaft seit 1990.
Jugend Jürgen Klopp wurde am 16. Juni 1967 in Stuttgart geboren. Er wuchs mit seinen Eltern Elisabeth und Norbert Klopp, einem Handelsvertreter der Fischer-Werke, sowie zwei älteren Schwestern in Glatten im Nordschwarzwald auf. Durch seinen sportbegeisterten Vater, der ihn als Kind förderte und forderte, kam Klopp zum Fußball und spielte zunächst für die Jugendmannschaften des SV Glatten. In seinem Heimatverein fiel er als Torjäger auf und bekam aufgrund seiner Körpergröße den Spitznamen „der Lange“. 1983 schloss sich Klopp dem 30 Kilometer entfernten TuS Ergenzingen an, der für seine gute Nachwuchsarbeit in Baden-Württemberg bekannt war. Als Schüler besuchte Klopp zunächst bis 1984 das Progymnasium Dornstetten„Sisyphus“, Schülerzeitung des (Pro-)Gymnasiums Dornstetten 1984-06-20 – heute Gymnasium Dornstetten – und dann das Eduard-Spranger-Wirtschaftsgymnasium in Freudenstadt, wo er 1987 das Abitur ablegte.
Spielerkarriere Amateur Nach einem kurzen Engagement beim 1. FC Pforzheim wechselte Klopp 1987 auf Betreiben Dietrich Weises zu den Amateuren von Eintracht Frankfurt. Zusätzlich betreute er 1987/88 die D-Jugend der Eintracht und entwickelte großes Interesse am Trainerberuf. Der Sprung in den Profikader gelang dem Offensivspieler allerdings nicht und nach nur einem Jahr schloss er sich für eine Ablösesumme von 8.000 D-Mark dem Oberligisten Viktoria Sindlingen an. Klopp spielte jeweils eine Saison für Sindlingen sowie Rot-Weiss Frankfurt in der Oberliga Hessen. Unter Trainer Dragoslav Stepanović gewann er mit Rot-Weiss 1989/90 die Hessen-Meisterschaft, jedoch scheiterten sie in der folgenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga.
Parallel zu seiner Spielerkarriere absolvierte Klopp ein Studium der Sportwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, das er 1995 mit einem Diplom abschloss. Das Thema seiner Diplomarbeit lautet: „Walking – Bestandsaufnahme und Evaluationsstudie einer Sportart für alle.“
1. FSV Mainz 05 Während der Aufstiegsrunde wurden die Verantwortlichen des 1. FSV Mainz 05 auf Klopp aufmerksam und verpflichteten den 23-jährigen Stürmer für die bevorstehende Zweitliga-Saison. Damit erhielt Klopp im Sommer 1990 einen Profivertrag. Der Neuzugang fand sich bei den Rheinhessen auf Anhieb gut zurecht und traf in seiner Debütsaison (1990/91) in 33 Einsätzen zehnmal, womit er großen Anteil am respektablen achten Platz des Aufsteigers hatte. Ein besonderes Spiel war der 5:0-Auswärtssieg über Rot-Weiß Erfurt am 13. August 1991, in welchem Klopp vier Tore erzielte. Mit den Mainzern kämpfte er in den folgenden Jahren vornehmlich um den Klassenerhalt und Klopps Rolle innerhalb der Mannschaft wurde immer defensiver. Aus dem Sturm rückte er zunächst ins Mittelfeld, bevor er als dynamischer Rechtsverteidiger seine stärkste Position fand. Er war weniger ein filigraner Techniker, dafür agierte „Kloppo“ mit großer Power und war über Jahre ein wichtiger Baustein der Mannschaft. Großen Einfluss auf seine Entwicklung hatte Trainer Wolfgang Frank, der als einer der Ersten in Deutschland die Raumdeckung, das ballorientierte Spiel und eine Viererkette einführte. Hinsichtlich taktischer Vorgaben auf dem Spielfeld, galt Klopp als „verlängerter Arm“ des Trainers. Nicht zuletzt wegen dieser modernen Systemumstellung spielte der Abstiegskandidat in der Saison 1996/97 um den Bundesliga-Aufstieg, den sie erst am letzten Spieltag durch eine 4:5-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg verpassten.
Erst während seiner letzten Profisaison (2000/01) wurden Klopps Einsätze sporadischer und am 25. Februar 2001 bestritt er gegen die SpVgg Greuther Fürth (1:3-Niederlage) sein letztes Spiel. Insgesamt kommt Klopp in knapp elf Jahren auf 325 Ligaspiele und ist damit Zweitliga-Rekordspieler des FSV Mainz 05. Dabei erzielte er 52 Tore, eine Marke, die nur von Sven Demandt übertroffen wird.Pflichtspielstatistik im Archiv des 1. FSV Mainz 05.
Trainerkarriere 1. FSV Mainz 05 mini|Jürgen Klopp bei Mainz 05 (2004)mini|alt=|Jürgen Klopp (rechts) neben Stephan Kuhnert (links) und Željko Buvač (2006) Am 23. Spieltag der Saison 2000/01 belegte der FSV Mainz 05 einen Abstiegsplatz und hatte seit sieben Partien nicht mehr gewonnen. Die Klubführung reagierte auf die sportliche Krise, indem sie Trainer Eckhard Krautzun nach der Niederlage in Fürth entließ – der fünfte Trainerwechsel in zwölf Monaten. In Anbetracht leerer Vereinskassen ernannten Präsident Harald Strutz und Manager Christian Heidel kurzerhand den noch aktiven Spieler Jürgen Klopp am 27. Februar 2001 zum Interimstrainer. Da der mittlerweile 33 Jahre alte Klopp wenige Tage zuvor noch selbst gespielt hatte, kam seine Berufung für die Öffentlichkeit überraschend und er galt als „Notlösung“. Doch Heidel war von der empathischen Art des Abwehrspielers überzeugt. Ihm fehlte zwar die nötige Trainerlizenz, allerdings beschäftigte sich der studierte Sportwissenschaftler bereits intensiv mit Spielsystemen, Fußballtaktik und brachte durch seine Ausbildung, in Bezug auf Trainingslehre, ein gewisses Rüstzeug mit.
Klopps erste Partie als Trainer war ein 1:0-Heimsieg über den MSV Duisburg am 28. Februar 2001. Von Beginn an zeichnete sich seine besondere Begabung ab, ein großer Menschenfänger werden zu können. Klopp besaß Charisma und wie kaum ein Zweiter konnte er eine Gruppe zusammenhalten, einschwören und auf schwierige Aufgaben vorbereiten. Taktisch folgte Klopp der Spielidee seines Lehrmeisters Wolfgang Frank. Unter der Leitung ihres neuen Cheftrainers gewannen die Mainzer sechs der ersten sieben Ligaspiele und legten den Grundstein zum Klassenerhalt. Die anfängliche Skepsis war verflogen und die 05er landeten auf dem 14. Tabellenplatz.
Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt blieb Klopp Cheftrainer und machte seinen ehemaligen Mitspieler Željko Buvač zum Assistenten. Schon in seiner ersten kompletten Spielzeit formte er eine geschlossene, schlagkräftige Einheit, die 2001/02 überraschend zu einem Aufstiegskandidaten avancierte. Nach mehreren Startrekorden zu Saisonbeginn wurden die Mainzer souveräner Herbstmeister und hatten zeitweise zehn Punkte Vorsprung auf die Nichtaufstiegsplätze. 30 Mal belegte der Underdog einen Aufstiegsplatz, nur um am 34. Spieltag noch vom zweiten auf den undankbaren vierten Rang abzurutschen. Ein Unentschieden bei Union Berlin hätte für den Bundesliga-Aufstieg genügt, doch sie kassierten in der Schlussphase zwei späte Gegentreffer und verloren 1:3. Mit 64 Punkten ist der FSV Mainz 05 bis heute punktbester Nichtaufsteiger der 2. Bundesliga vor Wiedereinführung der Relegationsspiele.
Er verpasste mit dem Verein in den Saisons 2001/02 und 2002/03 als jeweils Tabellenvierter knapp den Aufstieg in die 1. Bundesliga. 2001/02 fehlte den Mainzern ein Punkt zu den Aufstiegsrängen, 2002/03 war die Tordifferenz um ein Tor zu niedrig. In der Saison 2003/04 gelang der Aufstieg in die Bundesliga. Die beiden Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 schloss Klopps Mannschaft jeweils mit dem elften Tabellenplatz ab.
Nach dem Bundesliga-Aufstieg mit Mainz 05 im Sommer 2004 holte Klopp, der zu diesem Zeitpunkt nur eine A-Lizenz als Trainer besaß, an der Sporthochschule Köln seine Lizenz als Fußballlehrer nach.
Vor Beginn der Saison 2005/06 erreichte Klopp mit dem 1. FSV Mainz 05 den bis dahin größten Erfolg des Vereins, als seine Mannschaft über die UEFA-Fair-Play-Wertung in die UEFA-Pokal-Qualifikation einzog. Dort gelangten die Mainzer gegen FK Mika Aschtarak aus Armenien mit 4:0 und 0:0 sowie gegen ÍB Keflavík aus Island mit 2:0 und 2:0 in die erste Runde des UEFA-Pokal-Wettbewerbs 2005/06, in der die Mannschaft gegen den späteren UEFA-Pokalsieger FC Sevilla mit 0:0 und 0:2 ausschied. In der Bundesligasaison 2006/07 stieg der 1. FSV Mainz 05 als Tabellen-16. wieder in die 2. Bundesliga ab.
Zum Ende der Saison 2007/08, im April 2008, kündigte Klopp an, seinen auslaufenden Vertrag im Fall des Nichtaufstiegs des 1. FSV Mainz 05 in die Bundesliga nicht zu verlängern. Am letzten Spieltag der Saison verpasste der Verein den Aufstieg in die Bundesliga knapp, so dass Klopp seine Tätigkeit als Trainer in Mainz zum 30. Juni 2008 beendete.
Borussia Dortmund mini|hochkant|Jürgen Klopp als BVB-Trainer zu Beginn der Saison 2010/11
Ab dem 1. Juli 2008 trainierte Klopp den Bundesligisten Borussia Dortmund, der zu diesem Zeitpunkt und in den Spielzeiten zuvor nicht mehr im oberen Bereich der Tabelle platziert war, als Nachfolger von Thomas Doll. Ihm gelang es in der Folgezeit, den BVB wieder zu einem Spitzenverein des deutschen Fußballs zu formen. 2008/09 erreichte er am Ende der Saison mit seiner Mannschaft, die in der Vorsaison noch als Abstiegskandidat gegolten hatte, den sechsten Platz, womit der Verein die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb nur knapp verpasste. In der Saison 2009/10 qualifizierte sich die Mannschaft mit dem fünften Platz für die Europa League 2010/11. In den beiden Bundesligaspielzeiten 2010/11 und 2011/12 gewann Borussia Dortmund unter Klopp als Trainer die deutsche Meisterschaft. Dabei überschritt Dortmund 2012 mit 81 Punkten als erster Verein in der Bundesliga die 80-Punkte-Marke. Eine Woche später gewann seine Mannschaft durch einen 5:2-Sieg gegen den FC Bayern München im Olympiastadion Berlin auch den DFB-Pokal und damit das erste Double der Dortmunder Vereinsgeschichte. In den folgenden Saisons belegte der BVB jeweils den zweiten Platz hinter Bayern München und erreichte das Finale der Champions League 2012/13, welches mit 1:2 gegen den FC Bayern verloren wurde. In der Saison 2013/14 verlor Klopp mit dem BVB das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München mit 0:2 n. V. in Berlin.
Im Januar 2012 verlängerten Klopp und Borussia Dortmund seine ursprünglich bis 2014 laufende Vertragslaufzeit bis zum Sommer 2016, im Oktober 2013 erneut bis 2018.BVB verlängert mit Jürgen Klopp bis 2018 bvb.de, abgerufen am 30. Oktober 2013. Nach einer schwachen Hinrunde, an den Spieltagen 13 sowie 18 und 19 hatte man sogar den letzten Tabellenplatz belegt, vereinbarte Klopp im April 2015 mit dem Verein ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit zum 30. Juni 2015.Borussia Dortmund und Jürgen Klopp beenden ihre Zusammenarbeit mit Wirkung zum 30. Juni 2015 ad-hoc-Meldung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, abgerufen am 15. April 2015. Am Ende der Saison 2014/15 qualifizierte sich der BVB als Siebter noch für den internationalen Fußball. Klopps letztes Spiel als Trainer des BVB war das Finale des DFB-Pokals am 30. Mai 2015, das seine Mannschaft mit 1:3 gegen den VfL Wolfsburg verlor.
FC Liverpool mini|hochkant|Jürgen Klopp (2016) mini|Klopp nach dem Sieg gegen den FC Chelsea im UEFA Super Cup (2019) mini|Klopp nach einem Testspiel gegen RB Leipzig (2022)