mini|275px|Kreyenbrück (im Bild links oben) Kreyenbrück ist ein Stadtteil im Süden der niedersächsischen Großstadt Oldenburg (Oldb). Der Stadtteil ist durch eine Mischung aus großflächigen Wohngebieten, bedeutenden Gesundheitseinrichtungen wie dem Klinikum Oldenburg und Gewerbezonen geprägt.

Geschichte

Namensherkunft Kreyenbrück hat seinen Namen von der Familie Kreye, die um 1630 an der heutigen „Kreyenbrücke“ zwischen Osternburg und Tungeln (L 870) wohnte. Die Kreyenbrücke überquerte seinerzeit an dieser Stelle die Hunte, heute den Osternburger Kanal mit dem Bümmersteder Fleth. Zuvor hieß die Brücke „Klusbrücke“, so genannt nach einem Klausner, der hier ein Einsiedlerdasein führte.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|JVA in Kreyenbrück an der Cloppenburger Straße (2026) Durch Kreyenbrück führt die Cloppenburger Straße, die meistbefahrene Straße Oldenburgs. Entlang der Klingenbergstraße finden sich Siedlungsgebiete, die größtenteils aus Einfamilienhäusern bestehen. Das größte Krankenhaus der Stadt, das Klinikum Oldenburg, befindet sich ebenso in Kreyenbrück wie die Justizvollzugsanstalt Oldenburg. mini|Klingenbergplatz (2026) Der Klingenbergplatz ist Kern und zugleich Marktplatz des Stadtteils. Das Elisabeth-Kinderkrankenhaus an der Cloppenburger Straße mit dem zugehörigen Schwesternwohnheim wurde abgerissen; der Neubau entstand auf dem Gelände des Klinikums an der Straße An den Voßbergen. Das Elisabeth-Kinderkrankenhaus ist nunmehr Universitätsklinik und als solche im Klinikum integriert.Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin; abgerufen am 19. Februar 2020

Insbesondere der Norden Kreyenbrücks um die Voßberge und die Cloppenburger Straße gilt als der Stadtteil mit den größten sozialen Problemen in Oldenburg. So wird diese Gegend laut einer Resolution des Sanierungsbeirates Kreyenbrück-Nord von 2011 als Gebiet beschrieben, in dem viele Menschen leben, die „nur über ein unterdurchschnittliches Einkommen verfügen.“http://www.oldenburg.de/stadtol/fileadmin/oldenburg/Benutzer/PDF/40/401/Kreyenbrueck-Nord/San.Beirat11_Protokoll_Anlage1_28.04.2011.pdf Zudem wird im selben Dokument darauf verwiesen, dass zahlreiche Familien mit Migrationshintergrund in Kreyenbrück leben, deren soziale Integration als „sehr unterschiedlich“ beschrieben wird. Der Rat der Stadt Oldenburg beschloss 2013 für das „Sanierungsgebiet Kreyenbrück-Nord“ einen Sanierungsplan.Darstellung auf Oldenburg.de, Abruf am 30. Dezember 2022

Städtebaulich geprägt wird die Cloppenburger Straße unter anderem durch die ehemaligen Kasernengebäude. Der Komplex wurde am 1. März 1936 als Hindenburg-Kaserne fertiggestellt und zählte zeitweise zu den größten Garnisonen Deutschlands. Heute werden die erhaltenen Gebäude vor allem als Büroflächen genutzt, einzelne Teile wurden auch inzwischen abgerissen.

AEG-Werk am Klingenbergplatz mini|Ehemaliges Verwaltungsgebäude des Werks am Klingenbergplatz (2026) Eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung Kreyenbrücks spielte das 1947 gegründete AEG-Werk. In den Nachkriegsjahrzehnten entwickelte sich der Standort zu einem der größten Arbeitgeber Oldenburgs als Produktionsstandort für Kleinmotoren. Neben Motoren für Waschmaschinen, Geschirrspüler und andere Haushaltsgeräte wurden unter anderem auch Motoren für Bürogeräte, Unterhaltungselektronik und die Kraftfahrzeugtechnik hergestellt.

Mitte der 1960er Jahre galt das AEG-Werk in Oldenburg als größtes Kleinmotorenwerk der Bundesrepublik Deutschland. Den Höhepunkt erreichte die Entwicklung des Standorts um 1970. Zu dieser Zeit waren rund 4000 Menschen beschäftigt. Auf dem etwa 80.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände in Kreyenbrück wurden jährlich rund 6,5 Millionen Motoren hergestellt.

Ab den 1970er Jahren ging die Nachfrage nach Kleinmotoren zurück. In der Folge wurden Außenstellen geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut. In den 1980ern entstand eine Holding mit dem Namen FHP Motors. Nach einem Insolvenzantrag im Jahr 2012 wurde die Produktion 2013 endgültig eingestellt. Das ehemalige Industriegelände wurde anschließend vollständig abgerissen. Auf dem Areal entsteht in den 2020er Jahren ein neues Stadtteilquartier.

Religion mini|Katholische St.-Michael-Kirche an der Klingenbergstraße (2026) An der Klingenbergstraße gibt es die 1959/60 errichtete katholische Kirche St. Michael mit einem Gemeindehaus sowie dem weißen 37 Meter hohen Glockenturm.

Bei der Kreuzung An den Voßbergen/Pasteurstraße befindet sich die evangelisch-lutherische St.-Johannes-Kirche (Oldenburg) aus dem Jahr 1960. Neben dem Gemeindehaus von St. Johannes befindet sich ein Kindergarten.Webseite der Kirchengemeinde, Abruf am 30. Dezember 2022

In der Eidechsenstraße befindet sich eine ehrenamtlich betriebene Yezidische Gemeinde, dessen Einzugsgebiet sich auf das ganze Stadtgebiet erstreckt.

Verkehrsanbindung mini|hochkant|Autobahnzubringer Sandkruger Straße mit Radweg Kreyenbrück kann mit dem Auto sowohl von der Anschlussstelle Oldenburg-Kreyenbrück der A 28 als auch von der Anschlussstelle Sandkrug der A 29 aus erreicht werden.

Die Busanbindung Kreyenbrücks wird entlang der Straße An den Voßbergen durch die Buslinien 311 und 321 der Oldenburger Verkehr und Wasser GmbH sichergestellt. Die Siedlungsgebiete entlang der Klingenbergstraße, der Max-Beckmann-Straße und des Meerwegs erhalten mit diesen Linien eine Verbindung in die Oldenburger Innenstadt. Die Haltestellen entlang der Cloppenburger Straße werden zudem von den Buslinien 280 (Wardenburg), 304 (Bümmerstede), 320 (Wardenburg), 325 und 315 angefahren, die über Sandkrug (Hatten) weit über die Stadtgrenze hinaus nach Hatterwüsting reichen.

An der Kreuzung Cloppenburger Straße/Klingenbergstraße errichtete die Stadt Oldenburg am 7. März 1958 ihre erste Ampelanlage.

Literatur

Stadt Oldenburg (Hrsg.), Joachim Engelmann (Autor): Lebensstation Kreyenbrück. Aus der Geschichte der Hindenburg-Kaserne, Isensee-Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-269-5. Stadt Oldenburg: Rahmenplan für Sanierungsgebiet Kreyenbrück-Nord, Oldenburg 2013 (Darstellung auf Oldenburg.de)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Oldenburg (Oldb)