mini|Prüfung der Schuhgröße bei Rekruten der afghanischen Armee Die Schuhgröße ist die Größe eines Schuhs oder Fußes. Meist beschränkt sie sich auf die mit einer Zahl ausgedrückte Angabe der Länge, da Schuhe in der Regel nur in einer Weite hergestellt werden.

Es gibt mehrere verschiedene, nebeneinander existierende, historisch gewachsene Schuhgrößensysteme, teils mit nationalen Schwerpunkten. Sie unterscheiden sich in der Bezugsgröße, der Maßeinheit oder dem Skalen-Nullpunkt. Nur ein Teil der Systeme bezieht neben der Fußlänge auch die Fußbreite ein, sodass hierfür oft nicht standardisierte, herstellerspezifische Bezeichnungen in Gebrauch sind.

Geschichte

Um den Füßen einen thermischen und mechanischen Schutz zu bieten, hat sich in den meisten modernen Kulturen die Fußbekleidung durch Schuhe als selbstverständlicher Teil der Gesamtbekleidung etabliert. Sie müssen gut passen, damit die Füße nicht krank sowie in ihrer Funktionalität und Leistungsfähigkeit nicht zusätzlich eingeschränkt werden (jeder Schuh stellt per se eine gewisse Einschränkung dar). Seit Beginn der industriellen Schuhproduktion, bei der Schuhe für einen späteren Verkauf auf Vorrat produziert werden, werden Schuhe auf unterschiedlich geformten Leisten und in unterschiedlichen Größen hergestellt, um damit zu gewährleisten, dass der spätere Käufer ein für seine Füße möglichst optimal passendes Schuhpaar findet. Um es dem Kunden zu erleichtern, ein passendes Paar zu finden, wurden die Schuhgrößen eingeführt. Anforderungen an die Abmessungen

Bei den mannigfaltigen Formen und Größen normaler Füße sind unterschiedlich geformte und unterschiedlich große Schuhe erforderlich. Die erforderlichen Abmessungen und Formen orientieren sich hierbei am Fuß, für den der Schuh hergestellt wird.

Fußlänge mini|Zu kurze Sandalen und Hammerzehen, wie sie durch zu kurze Schuhe verursacht werden Die Länge des Fußes ist das am häufigsten verwendete Maß zur Bestimmung der Schuhgröße. Weil sich der Fuß bei der Schrittabwicklung im Moment des Abrollens nach vorne schiebt, ist die Innensohlenlänge im Schuh so zu bemessen, dass sich zusätzlich zur reinen Fußsohlenlänge ein gewisser Freiraum vor den Zehen ergibt: Diese Zugabe, so der Fachbegriff, beträgt etwa 15 Millimeter und ist bei der Wahl der richtigen Schuhlänge zu beachten, hängt aber stark von der Schuhform und Absatzhöhe ab. Der tatsächlich erforderliche Freiraum in der Länge kann, um den Zehen den notwendigen Raum in der Vertikalen zu gewährleisten, zum Beispiel aufgrund einer zur Schuhspitze hin immer flacher werdenden Vorderkappe länger sein als bei einer hohen Vorderkappe. Vergleichbares gilt für spitz zulaufende Schuhe, die entsprechend länger sein müssen, damit sich die Zehen nicht in die horizontal konisch zulaufende Schuhspitze zwängen müssen, was auf Dauer zu Gesundheitsschäden wie einem Hallux valgus und folgend zu Bewegungsbeeinträchtigung führt.

Fußweite mini|Füße annähernd gleicher Länge können bei unterschiedlichen Personen sehr verschiedene Breiten und Formen zeigen (links quadratische, rechts ägyptische Form).

Neben der Fußlänge findet immer häufiger auch die Fußweite in Form des Ballenmaßes Berücksichtigung. Hierzu wird der Umfang des Fußes an seiner breitesten Stelle, der Ballenlinie (gedachte Linie zwischen Ballen des großen und kleinen Zehen), gemessen. Mehrere Reihenuntersuchungen belegen, dass für die Versorgung der Bevölkerung mit mehrheitlich passendem Schuhwerk fünf verschiedene Schuhweiten erforderlich sind. Bei Kinderschuhen, die unter Berücksichtigung des WMS-Systems gefertigt werden, wird das mit drei Grundweiten, sowie durch das Einlegen bzw. Herausnehmen einer Einlage in den Randweiten ermöglicht; hierdurch ergeben sich insgesamt fünf Weiten. Bei Schuhen für Erwachsene ist dies mit Ausnahme weniger Marken im üblichen Preis- und Qualitätssegment von Schuhen nicht gewährleistet. So genannte Bequemschuhe oder Gesundheitsschuhe sind Ausnahmen, da sie grundsätzlich in verschiedenen Weiten angeboten werden; gleiches gilt für viele Herrenschuhe der oberen Preis- und Qualitätsklasse.

Die Schuhweite ist für die Passform, den Tragekomfort, die Haltbarkeit der Schuhe und die Fußgesundheit der Träger sehr wichtig. Da sich der Fuß allein durch die Belastung im Laufe des Tages in seinem Volumen verändert (abends sind die Füße größer als frühmorgens), ist neben einer von vornherein möglichst gut passenden Schuhweite vor allem das Schaftmaterial wichtig. Leder ist hierfür bis heute das am besten geeignete Material, weil es sich während des Tages durch die Wärme und Fußfeuchte gemeinsam mit dem Fuß ausdehnt, um nach einem Ruhetag, während dessen es trocknet und auf seine ursprüngliche Passform zurückzieht, wieder seine ursprünglichen Abmessungen annimmt. Deshalb sind Tragepausen und Schuhspanner zum Erhalt der richtigen Weite bei Lederschuhen elementar. Bei Laufschuhen, die ein synthetisches, nicht dehnbares Obermaterial haben, werden bei einigen Modellen links und rechts im Ballenbereich elastische Knautschzonen eingebaut, die dem Fuß Spielraum in der Breite geben.

Sind die Schuhe bereits ab dem Kauf zu weit oder durch ständiges Tragen, ohne dem Lederschaft die Gelegenheit zum Rückstellen zu geben, rutscht der Fuß nach vorne. In der Folge hebt sich die Ferse aus dem Schuh und die Zehen stoßen an. Der Schuh zeigt starke Gehfalten, verschleißt schneller und zusätzliche Reibung mindert den Tragekomfort. Oft werden zu weite Schuhe deshalb zu kurz gekauft, was das Problem aber nur verlagert und die Bildung von Krallen- und Hammerzehen fördert. Ist die Schuhweite hingegen zu eng, wird der Schuh schnell ausgetreten, die Haltbarkeit verkürzt und die Zehengrundgelenke ständig zusammengepresst. Eine passende Schuhweite hält den Fuß an seiner breitesten Stelle, im Bereich der Ballenlinie fest im Schuh, ohne ihn spürbar zu beengen.

Fußbreite mini|Zu schmale Schuhe können die Schiefstellung der Großzehe (Hallux valgus) verursachen.

Ein weiteres Maß zur Bestimmung der Schuhgröße ist die Breite des Fußes, an der breitesten Stelle gemessen. Dieses Maß findet zum Beispiel beim Mondopoint-System anstelle des Ballenmaßes Verwendung.

Fußbreite und Ballenmaß hängen voneinander ab: Als typischer Näherungswert kann der Ballenumfang als das 2,7-Fache der Breite angenommen werden. Alexander Besching: Handbuch für die Schuhindustrie. 14. Auflage. Hüthig, Heidelberg 1990, S. 167, 216 f. Letztlich lassen sich Fußbreite und Ballenmaß jedoch nicht ineinander umrechnen. Vielmehr ist die Form des Fußes und insbesondere die Höhe des Spanns hierfür mit entscheidend. Es kann zum Beispiel ein breiter Fuß mit flachem Spann den gleichen Ballenumfang haben, wie ein schmaler Fuß mit hohem Spann. Würde beiden Füßen ein Schuh in der gleichen Weite angeboten, kann dieser unmöglich beiden gleich gut passen. Da Schuhe von einer Grundgröße ausgehend nach oben und unten skaliert (gradiert) werden, sind die zugrundeliegenden Tabellen entscheidend, die angeben, wie groß die jeweiligen Millimetersprünge von Schuhgröße zu Schuhgröße sind, und ob die mit der Schuhlänge zugleich zunehmende Schuhweite und -breite den tatsächlichen Gegebenheiten der Füße entspricht. Die Hersteller orientieren sich an unterschiedlichen Tabellen, sodass ein Schuhmodell einer bestimmten Länge und Weite bei einem Hersteller breiter und flacher, bei einem anderen schmaler und höher ausfallen kann.

Erst eine Kombination aus Ballenmaß und Breite würde es erlauben, die verschiedenen Querschnittsformen ausreichend zu berücksichtigen.

Fußform mini|Griechische Fußform

Neben den Maßen ist auch die Form des Fußes entscheidend dafür, ob ein Schuh passt. Dieser Umstand findet bei nahezu keinem Schuhgrößensystem Berücksichtigung. Nach der Zehenformation unterscheidet man die ägyptische, die quadratische und die griechische Fußform (bei der die zweite Zehe die längste ist).

Bestimmung der Schuhgröße

Zur Ableitung der Schuhgröße aus den Maßen des Fußes werden unterschiedliche Systeme verwendet. Insbesondere bei der Länge beziehen sich diese auf unterschiedliche Größen, verwenden unterschiedliche Maßeinheiten und Nullpunkte. Diese Unterschiede erschweren die Vergleichbarkeit und das Umrechnen von Schuhgrößen unterschiedlicher Systeme im Kopf.

Bezugsgröße: Fuß, Schuh oder Leisten

Zur Bestimmung der Länge werden insbesondere folgende Maße verwendet. Die mittlere Länge der Füße (Länge der Fußsohle), denen der Schuh passt, lässt sich am einfachsten mit den Körpermaßen vergleichen. Der Hersteller muss jedoch Sorge dafür tragen, dass das fertige Produkt tatsächlich Füßen mit der angegebenen Länge passt. Er muss hierbei die geeignete Zugabe in Abhängigkeit vom Schuhtyp ermitteln und den Schuh entsprechend kennzeichnen. Die Innenlänge des Schuhs lässt sich leicht am fertigen Produkt messen, erlaubt jedoch nur eine grobe Abschätzung, für welche Füße der Schuh passt. Je nach Schuhtyp muss der Innenraum 10 bis 20 mm länger sein als der Fuß, sodass sich unterschiedliche Schuhgrößen ergeben. Die Länge des Leistens, der zur Herstellung des Schuhs verwendet wird, ist für den Hersteller am einfachsten zu bestimmen. Sie lässt jedoch nur begrenzt Schlüsse auf die Innenlänge des fertigen Schuhs oder auf die Länge der Füße, denen der Schuh passt, zu. Diese hängen vom verwendeten Material, der Form des Leistens und der Art und Weise, wie die Leistenlänge gemessen wird, ab. So kann neben der Unterseite („Leistensohlenbahn“) auch die Länge parallel zum gedachten Erdboden oder die Länge des liegenden Leistens gemessen werden.

Diese unterschiedlichen Messmethoden führen dazu, dass trotz exakter Kenntnis der Schuhgrößensysteme, deren jeweiligen Nullpunkten und korrekten Umrechnungsfaktoren Schuhe mit angegebener gleicher Schuhgröße unterschiedliche Längen (und Weiten) aufweisen können.

Maßeinheit

Die Schuhgrößensysteme unterscheiden sich ferner darin, welche Maßeinheiten verwendet werden. Hieraus ergeben sich auch unterschiedliche Schrittweiten, da in der Regel nur „ganze“ oder „halbe“ Größen hergestellt werden. Ein Pariser Stich hat eine Länge von  cm = 6,6 mm. Es werden in der Regel keine Zwischengrößen hergestellt, sodass die Größenabstufung 6,67 mm beträgt. Diese Maßeinheit wird in Kontinentaleuropa verwendet. Die britische Maßeinheit Barley corn (engl. Gerstenkorn) besitzt eine Länge von Zoll = 8,46 mm. Es werden in der Regel halbe Größen hergestellt, sodass die Abstufung 4,23 mm beträgt. Diese Maßeinheit ist die Grundlage des UK- und US-Systems. Daneben werden auch metrische Angaben in cm oder mm verwendet. In der Regel wird eine Abstufung von 5 mm verwendet, die somit zwischen der des kontinentaleuropäischen und britischen Systems liegt. Dies ist beispielsweise beim Mondopoint-System oder in Japan der Fall.

Durch die unterschiedlichen Maßeinheiten ergeben sich bei der Umrechnung zwischen verschiedenen Größensystemen zwangsläufig Rundungsfehler und ungewöhnliche Größen wie „“.

Nullpunkt

Die Schuhgrößensysteme unterscheiden sich ferner darin, wo der Nullpunkt gesetzt wird. Befindet sich der Nullpunkt bei der Fußlänge 0, entspricht die Schuhgröße der Fußlänge in der gewählten Maßeinheit. Die Größen von Kinder-, Herren- und Damenschuhen sind dadurch direkt miteinander vergleichbar, außerdem die Größen verschiedener Schuhtypen. Dieser Nullpunkt bietet sich insbesondere dann an, wenn auch die Bezugsgröße die Länge des Fußes ist, wie dies beim Mondopoint-System oder in Japan der Fall ist. Daneben kann der Nullpunkt auch bei einer Innenlänge von 0 gesetzt werden. Die Schuhgröße entspricht dann der Innenlänge in der gewählten Maßeinheit. Dies bietet sich an, wenn auch die Innenlänge gemessen wird. Dies ist beispielsweise beim kontinentaleuropäischen System der Fall. Während die Größen von Kinder-, Herren- und Damenschuhen vergleichbar sind, trifft dies nicht notwendigerweise auf die Größen verschiedener Schuhtypen zu.