mini|Magellanzeisig (Spinus magellanicus), Weibchen mini|Eier aus dem Sammlungsbestand, Museum von Toulouse mini|Verbreitungsgebiet des Magellanzeisig (Spinus magellanicus)

Der Magellanzeisig (Spinus magellanicus, Syn.: Carduelis magellanicus) ist eine Art aus der Unterfamilie der Stieglitzartigen. Er kommt ausschließlich in Südamerika vor.

Merkmale Der Magellanzeisig erreicht eine Körperlänge von elf bis zwölf Zentimetern. Es besteht ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus.

Die Männchen der Magellanzeisige haben einen schwarzen Kopf, Nacken und Kehle. Die übrige Körperoberseite ist gelb mit einem olivgrünen Anflug. Die großen Flügeldecken sowie die Schwingen und die Schwanzfedern sind schwärzlich. Die Körperunterseite ist rein gelb, die Brust ist bei einzelnen Individuen bräunlich überlaufen. Der Schnabel ist ebenso wie die Füße schwarz-gräulich.

Die Weibchen sind deutlich weniger kontrastreich gefärbt. Ihre Körperoberseite ist ebenso wie der Kopf grünlich grau. Die Körperunterseite ist gräulich gelb und wird zum Körperende hin heller. Schnabel und Füße sind etwas blasser als beim Männchen.

Verbreitungsgebiet und Lebensweise Das Verbreitungsgebiet des Magellanzeisigs erstreckt sich vom Süden Argentiniens und Chiles bis in den Süden von Kolumbien und Venezuela. Der Lebensraum sind Ebenen und hügeliges Land. Er kommt in Galeriewäldern, an Waldrändern, auf Plantagen, an bebuschten Ufern und Wegrändern sowie in Gärten und Parks vor.

Wie für Zeisige charakteristisch, lebt er überwiegend von Sämereien. Sein Nahrungsspektrum umfasst aber auch Insekten. Das Nest wird überwiegend vom Weibchen errichtet. Das Gelege besteht in der Regel aus drei bis vier Eiern. Es brütet allein das Weibchen. Die Brutzeit beträgt zwölf bis dreizehn Tage. Die Jungvögel werden mit etwa 18 Tagen flügge. Nach weiteren 10 bis 14 Tagen sind sie selbständig.

Unterarten Es sind folgende Unterarten anerkannt:IOC World bird list Finches, euphonias, longspurs, Thrush-tanager Spinus magellanicus capitalis (, 1866)Jean Louis Cabanis (1861), S. 160–161 kommt vom zentralen Kolumbien bis in zentrale Ecuador und nordwestliche Peru vor. Spinus magellanicus paulus , 1926Walter Edmond Clyde Todd (1926), S. 51–52. ist vom südlichen Ecuador bis ins südwestliche Peru verbreitet. Spinus magellanicus peruanus & , 1896Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1896), S. 352–353 kommt in Zentralperu vor. Spinus magellanicus urubambensis , 1926Walter Edmond Clyde Todd (1926), S. 65–66. ist vom südlichen Peru bis ins nördliche Chile verbreitet. Spinus magellanicus santaecrucis , 1926Walter Edmond Clyde Todd (1926), S. 47–48. kommt im löstlichen zentralen Bolivien vor. Spinus magellanicus bolivianus (, 1888)Richard Bowdler Sharpe (1888), S. 220 ist im zentralen und südlichen Bolivien´verbreitet. Spinus magellanicus hoyi (, 1981)Claus König (1981), S. 3–6 kommt in den zentralen Anden im nordwestlichen Argentinien vor. Spinus magellanicus tucumanus , 1926Walter Edmond Clyde Todd (1926), S. 62–64. ist in den westlichen Anden im nordwesten Argentiniens verbreitet. Spinus magellanicus alleni , 1899Robert Ridgway (1899), S. 37. kommt vom südöstlichen Bolivien über das westliche Paraguay und das nordöstliche Argentinien vor. Spinus magellanicus ictericus (, 1823)Martin Hinrich Lichtenstein (1823), S. 26 ist im östlichen und südlichen Paraguay und dem südöstlichen Brasilien verbreitet. Spinus magellanicus magellanicus (, 1805)Louis Pierre Vieillot (1805), S. 54, Tafel 30 kommt in Uruguay und dem östlichen Argentinien vor. Spinus magellanicus longirostris (, 1888)Richard Bowdler Sharpe (1888), S. 220–221 ist im südlichen Venezuela, dem westlichen Guyana und dem nördlichen Brasilien verbreitet.

Carduelis magellanica toddornis , 1949Hans Edmund Wolters (1949), S. 14 wird heute als Synonym zu S. m. longirostris betrachtet.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Magellanzeisigs erfolgte 1805 durch Louis Pierre Vieillot unter dem Namen Fringilla magellanica. Als Verbreitungsgebiet gab er fälschlicherweise die Magellanstraße an. 1816 führte Carl Ludwig Koch die neue Gattung Spinus ein.Carl Ludwig Koch (1816), S. 232–235Koch stellte den Stieglitz (Carduelis carduelis (, 1758)) (Synonym: Spinus carduelis), den Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea (, 1758)) (Synonym: Spinus Linaria), den Zitronenzeisig (Carduelis citrinella (, 1764)) (Synonym: Spinus cintrinella) und den Erlenzeisig (Spinus spinus (, 1758)) (Synonym: Spinus viridis) in die neue Gattung. Dieser Name leitet sich von für „einen nicht identifizierten Vogel“ laut Aristophanes, Dionysios und Hesychios von Alexandria ab. Meist wird damit eine Art Fink assoziiert.Spinus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artepitheton bezieht sich auf die Magellanstraße. Peruanus bezieht sich auf Peru, urubambensis auf den Río Urubamba, santaecrucis auf das Departamento Santa Cruz, bolivianus auf Bolivien und tucumanus auf Provinz Tucumán. Hoyi ist Gunnar Arthur Höy (1901–1996) gewidmet, alleni Joel Asaph Allen (1838–1921) und toddornis Walter Edmond Clyde Todd (1874–1969) mit dem Zusatz . Capitalis hat seinen Ursprung in capitalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, paulus in paulus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, longirostris in und und ictericus in .ictericus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay fünf Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa im Gran Chaco, zur Verfügung. Für Paraguay nannte er Spinus magellanicus ictericus und Spinus magellanicus alleni. In der Literatur betrachtete er für S. m. ictericus in von Alfredo Borelli (1858–1943) in Colonia von Pedro Risso, Luque sowie in Villarrica gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenes ExemplarenTommaso Salvadori (1895), S. 7, in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 635 durch Charles Chubb, im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 63. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni und in BernalcueWalter Edmond Clyde Todd (1926), S. 52–54. durch Walter Edmond Clyde Todd Nachweise für das Land. Zusätzlich nannte er für die Unterart Amarillo del grafarron von Félix de Azara. S. m. alleni sah er in der Literatur für Fort Wheeler und Puerto Pinasco durch Todd, am Unterlauf des Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 126 durch John Graham Kerr und in Monte SociedadArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 254. durch Bertoni als nachgewiesen. Die Grenze zwischen beiden Unteraten betrachtete Laubmann den Río Paraguay.Alfred Laubmann (1939), S. 136–138.

Gefährdung Der Bestand des Magellanzeisig wird von der IUCN als ungefährdet („Least Concern“) und der Populationstrend mit stabil in seinem Verbreitungsgebiet in Südamerika eingeschätzt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Finken