Die Verkehr und Wasser GmbH (VWG) ist ein Unternehmen in Oldenburg (Oldb). Geschäftszweck sind der Verkehr mit Omnibussen in der Stadt Oldenburg und angrenzenden Gebieten sowie die Wasserversorgung der Stadt. Teilhaber des Unternehmens sind zu 74 % die Stadt Oldenburg und zu 26 % die EWE VERTRIEB GmbH.
Die VWG ist ein Anbieter von Verkehrsleistungen im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen. Der Busverkehr im Linienbündel Oldenburg wird über den Konzessionszeitraum Juni 2018 bis Juni 2028 im Auftrag des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), dessen Mitglied die Stadt Oldenburg ist, auf Basis eines 2017 erteilten öffentlichen Dienstleistungsauftrags erbracht.
Die Konzession zur öffentlichen Trinkwasserversorgung wurde von der Stadt Oldenburg für den Zeitraum von 2018 bis 2047 an die VWG vergeben.
Historisches Von 1933 bis 1985 wurde der Stadtverkehr in Oldenburg von dem Unternehmen Oldenburger Vorortbahnen Pekol GmbH durchgeführt, das zwischen 1936 und 1957 mehrere Oberleitungsbuslinien betrieb.
Busverkehr in Oldenburg in den 1980er und 1990er Jahren Charakteristisch für den Busverkehr der 1980er und frühen 1990er Jahre waren die grasgrünen VÖV-Standard-Linienbusse der ersten Generation (MAN SL 200 und Mercedes-Benz O 305), wobei Wagen Nr. 66, der für die Gasthausbrauerei „Zum Hengelbräu“ warb, besonders hervorstach. Der SL 200 mit der Wagennummer 67 (Baujahr 1984) warb für ein Oldenburger Schuhhaus und konnte nach seiner Ausmusterung als Museumsbus im Pekol-Busmuseum, das heute nicht mehr existiert, besichtigt werden.
Im Jahr 1987 kamen mit zehn Mercedes-Benz O 405 die ersten VÖV-II-Standard-Linienbusse in den Bestand. Auch die MAN SL 202 wurden beschafft. Im Jahr 1989 fuhren erstmals Mercedes-Benz-Busse mit Hublift, um auch mobilitätseingeschränkten Bürgern das Busfahren zu ermöglichen. Barrierefreies Busfahren war erstmals im Jahr 1994 möglich, als acht Mercedes-Benz O 405 N Niederflurbusse beschafft wurden. In den 1990er Jahren war es für die wenigen Busfahrerinnen, die in Oldenburg fuhren, Usus, ein VWG-Halstuch zu tragen. Ein Mercedes-Benz Citaro konnte erstmals im Jahr 1999 im Oldenburger Stadtbild gesichtet werden.
Nach der Einrichtung des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen 1996 führte die VWG dreistellige Liniennummern, dem VBN-Fahrplangebiet entsprechend mit der führenden Ziffer 3, ein.
Busverkehr nach der Jahrtausendwende Im Jahr 2001 ging der bisherige Geschäftsführer Petershagen in den Ruhestand. Von 2001 bis 2025 war Michael Emschermann Geschäftsführer. Er initiierte eine im Jahr 2002 in die Praxis umgesetzte Umstrukturierung des Oldenburger Busnetzes. 2001 waren 90 Busse im Bestand. Emschermann leitete die Anschaffung von Komfortbussen vom Typ MAN NL 263, die erstmals auch über eine Klimaanlage verfügten, in die Wege. Ihnen folgten 2003 zahlreiche klimatisierte Citaro-Omnibusse. Im Jahr 2004 wurde in Oldenburg ein Nachtbus-Netz eingeführt. Seit 2005 schaffte die VWG als Neuwagen ausschließlich klimatisierte Erdgasbusse an. Der kontrollierte Vordereinstieg, bei dem beim Einsteigen grundsätzlich eine Sichtprüfung des Fahrausweises stattfindet, begann 2007. Zur gleichen Zeit wurde der niederflurgerechte Umbau von über 600 Haltestellen abgeschlossen.
Die Oldenburger Endhaltestellen befinden sich in speziell auf die Regenerationsbedürfnisse des Fahrpersonals ausgerichteten „Ruhezonen“, die zudem in aller Regel über eine Personaltoilette mit Wasserspülung verfügen.
mini|270px|CNG-Bus Mercedes-Benz Citaro, Oldenburg ZOB (2011)
Ab den im Oktober 2009 eingesetzten Erdgas-Gelenkbusse der Nordbus GmbH mit den Wagennummern 090 bis 095 wurden erstmals der Innenraum mit Kameras ausgestattet, was auch an der Eingangstür annotiert ist: „Zu Ihrer Sicherheit videoüberwacht“. Diese Fahrzeuge wurden zudem erstmals mit TFT-Innenmonitoren ausgestattet, auf denen neben den nächsten fünf Haltestellen sowie der Ziel- und Endhaltestelle auch die Liniennummer angezeigt wird.
Im Jahr 2010 feiert die 1985 entstandene VWG ihr 25-jähriges Jubiläum. In einem in der Nordwest-Zeitung veröffentlichten Interview mit dem Geschäftsführer Michael Emschermann kristallisierte sich heraus, dass die VWG bis zum Jahr 2016 weitere Erdgasbusse anschaffen würde; in ferner Zukunft sollten allerdings alle Busse mit Elektromotor fahren. Die Fahrzeuge haben in Oldenburg eine wirtschaftliche Nutzungsdauer von elf bis dreizehn Jahren.
Der letzte dieselgetriebene Bus wurde 2016 außer Dienst gestellt. Unter dem Eindruck der steigenden Einwohnerzahl Oldenburgs und der Auswirkungen von Schadstoffemissionen nahm die VWG im Herbst 2018 26 neue erdgasgetriebene Busse in Betrieb. Sie ersetzten ältere erdgasgetriebene Busse, der Fahrzeugbestand erweiterte sich von 97 auf 103 Fahrzeuge. Im Jahr 2019 bis 2020 kamen weitere 25 Neufahrzeuge hinzu, womit sich der Bestand auf 111 Fahrzeuge erhöhte. Der Betriebshof wurde entsprechend erweitert. Als Geschäftsziel erklärte die Gesellschaft, die jährlichen Fahrgastzahlen von im Jahr 2018 erstmals mehr als 20 Millionen pro Jahr binnen zehn Jahren auf 30 Millionen pro Jahr steigern zu wollen. Es sollte nicht auf Busse mit Antriebsenergiespeicherung in elektrischen Batterien, sondern mit Wasserstoff als Energieträger gesetzt werden. Nach einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2020 wurden Anfang des Jahres 2023 vier Wasserstoff-Brennstoffzellenbusse in Betrieb genommen. Der Bau einer neuen Werkstatt für nicht erdgasgetriebene Busse auf dem Gelände des Busbetriebshofs wurde zum Jahresende 2023 umgesetzt.
Busfahren seit der Coronakrise Durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sanken die Fahrgastzahlen in den Jahren 2020 und 2021, jeweils verglichen mit dem Jahr 2019, um über 30 %. Die Einnahmeausfälle für 2020, 2021 und 2022 wurden über den ÖPNV-Rettungsschirm des Landes Niedersachsen mit Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland ausgeglichen. Sie beliefen sich 2020 auf 3,3 Mio. Euro.
Das Land finanzierte zusätzliche Fahrten in Zeiten hoher Auslastung. Es kamen 2020 ein und 2021 fünf neue Busse hinzu und die VWG behielt ältere länger als geplant im Bestand. In die Klimaanlagen wurden Schwebstofffilter gegen Viren eingebaut.
Im Jahr 2022 wurden wegen eines hohen Krankenstands besondere Fahrpläne in den Schulferien mit weniger Fahrten auf bestimmten Linien eingerichtet. Dies geschah zunächst nur ad hoc, wurde aber ab Jahresende und für die Folgejahre fest eingerichtet. Im Jahr 2023 und 2024 setzte sich der Personalengpass fort und führte dazu, dass der Ferienfahrplan auch zwischen den Oster- und Sommerferien 2024 galt. Ab der zweiten Jahreshälfte 2024 war der Personalbedarf mithilfe der betriebseigenen Fahrschule gedeckt.
Die Einführung des Deutschlandtickets 2023 und von vergünstigten Zeitkarten des Verkehrsverbunds trugen zu einem Anstieg der Fahrgastzahlen bei, während gleichzeitig die Einnahmen besonders aus höherpreisigen Zeitkarten zurückgingen. Die Ausgleichszahlungen durch den Bund genügten 2023, bei steigenden Kosten liegt fortan das Risiko für die Kostenübernahme und absehbare Einnahmeausfälle bei Verkehrsbetrieb und Kommune. Die Fahrgastzahlen lagen 2024 mit knapp 20,8 Millionen über denen von 2019.
Im Juni 2025 ging Geschäftsführer Emschermann in den Ruhestand. Seit Juli 2025 ist der Jurist Torsten Reh neuer Geschäftsführer.
Seit dem Jahr 2025, so auch 2026, können jeden Samstag alle Fahrgäste alle Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die innerhalb der VBN-Tarifzone Oldenburg angetreten und beendet werden, kostenfrei und fahrscheinlos durchführen. Dies gilt in der Zeit von 4 Uhr Samstag früh bis 4 Uhr Sonntag früh, dabei auch für Fahrten mit der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen auf der Relation Oldenburg Hbf–Oldenburg-Wechloy sowie für im Verbundtarif fahrende Regional- und Nachtbusse, nicht aber für die nach gesondertem Tarif verkehrenden Nachteulen Ammerland. Den für die Verkehrsunternehmen im Jahr 2025 entstehenden Fehlbetrag in Höhe von 580.000 Euro trug die Stadt Oldenburg. Die Stadt weitete 2026 den kosten- und fahrscheinlosen Nahverkehr auf verkaufsoffene Sonntage aus.
Auf Basis der in der EU-Richtlinie 2009/33/EG über die Förderung sauberer und energieeffizienter Straßenfahrzeuge vorgegebenen und mit dem Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz 2021 in deutsches Recht überführten Anforderung, dass öffentliche Aufgabenträger in Zukunft eine lokal emissionsfreie Fahrzeugflotte betreiben, ist eine Systementscheidung für künftige Antriebsarten zu treffen. Der Aufsichtsrat der VWG entschied sich im April 2026 für Batteriebusse. Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats könnte die Gesellschafterversammlung der VWG Ende Juni 2026 einen Beschluss fassen, dies in einer ersten Ausbauphase bis Ende 2030 umzusetzen.
Übersicht über die Buslinien der VWG Stadtbuslinien Alle Buslinien bedienen die zentrale Haltestelle am Lappan und den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Hauptbahnhof.
In der höchsten Taktung fahren die Busse zur Hauptverkehrszeit (HVZ), die montags bis freitags etwa von 6 bis 19 Uhr und samstags etwa von 10 bis 18 Uhr geht. In den Nebenverkehrszeiten (NVZ) fahren die Busse seltener (montags bis samstags außerhalb der HVZ). In den Schulferien gelten auf einzelnen Linien werktags in der Hauptverkehrszeit sowie an Samstagen abweichende Takte. Sonn- und feiertags wird von Betriebsbeginn bis etwa 11.30 Uhr nach einem Sonntagsfahrplan gefahren, der das direkte Umsteigen in verschiedene andere Busse am Lappan ermöglicht.
Linie Linienführung Takt HVZ Takt NVZ Sonntag früh Ofenerfeld – Bahnhof Ofenerdiek – Scheideweg – Nadorster Straße – Hbf/ZOB – Lappan – Hauptstraße – Edewechter Landstraße – Osterkampsweg – Eversten (Schramperei) 15 minFährt an Samstagen tagsüber im 20-Minuten-TaktFährt während der Schulferien in Niedersachsen tagsüber im 20-Minuten-Takt 30 min 60 min Ostring – Waldfriedhof – Lagerstraße – Langenweg – Nadorst – Hbf/ZOB – Lappan – Bahnhof Osternburg – Bahnhofsallee – Kreyen-Centrum – Dwaschweg – Bahnhof Krusenbusch – Schafgarbenweg – Krusenbusch 15 min 30 min 60 min Ofenerdiek, Feldahornweg – Paul-Tantzen-Straße – Scheideweg – Eßkamp – Pferdemarkt – Hbf/ZOB – Lappan – Cloppenburger Straße – Kreyenbrück – Bümmerstede 15 min 30 min 60 min Wahnbek, Am Nordkreuz – Etzhorn – Ohmstede – Mühlenhofsweg – Trommelweg – Schlieffenstraße (Kasernenviertel) – Donnerschwee – Weser-Ems-Halle – Hbf/ZOB – Lappan – Osternburg Bremer Straße – Helmsweg – Ostkreuz – Gewerbegebiet Tweelbäke-West – Am Schulgraben – Borchersweg 15 min 30 min 60 min Hbf/ZOB – Lappan – Ammerländer Heerstraße – Universität Oldenburg / Campus Haarentor – Universität Oldenburg / Campus Wechloy 15 min 30 min keine Bedienung Hbf/ZOB – Lappan – Auguststraße – Neuer Friedhof – Ringverkehr Dietrichsfeld (via Rauhehorst – BBS Wechloy – Johann-Justus-Weg – Vahlenhorst, oder umgekehrt) 15 min 30 min 60 min Hbf/ZOB – Theater – Dobbenviertel – Lasiusstraße – Uhlhornsweg – Kennedystraße – Bloherfelder Marktplatz – Bloherfelde – Linienweg A: – Eschenplatz bzw. Linienweg B: – Wildenloh – Friedrichsfehn bzw. Linienweg C: – Petersfehn – Friedrichsfehn 10 mingilt für gemeinsamen Abschnitt auf der Bloherfelder Straße. Teillinien jeweils im 30-Minuten-Takt 20 minTeillinien im Stundentakt 20 min Hbf/ZOB – Lappan – Ammerländer Heerstraße – Universität Oldenburg / Campus Haarentor – (Universität Oldenburg / Campus Wechloy –) Wechloy Famila – Linienweg A: – Ofen (Bad Zwischenahn) – Dürerstraße (– Karl-Jaspers-Klinik – Wehnen) bzw.