LRO (bis Juni 2021 Lederer Ragnarsdóttir Oei) ist ein deutsches Architekturbüro mit Sitz in Stuttgart.
Geschichte Das Büro wurde 1979 von Arno Lederer gegründet und ab 1985 in Büropartnerschaft mit Jórunn Ragnarsdóttir geführt; 1992 kam Marc Oei als dritter Partner hinzu. Ab 1. Januar 2012: LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co. KG, Geschäftsführer: Arno Lederer, Jórunn Ragnarsdóttir, Marc Oei und Katja Pütter. Seit Juni 2021 firmieren das Stuttgarter Büro als LRO GmbH & Co. KG (Geschäftsführende Gesellschafter: Marc Oei, Katja Pütter, Klaus Hildenbrand, Heiko Müller – Mitarbeiterzahl 2022: etwa 50), das Berliner Büro als lederer ragnarsdóttir architekten PartGmbB.
Werk Wichtige Bezugspunkte für die Arbeiten des Büros Lederer Ragnarsdóttir Oei sind – neben Le Corbusier und Louis I. Kahn – vor allem skandinavische Architekten wie Alvar Aalto, Sigurd Lewerentz, Klas Anshelm und Peter Celsing. Sowohl die hier zu entdeckende haptische Materialität als auch die körperhaft umschlossenen Räume, deren Wirkung durch eine gezielte Lichtführung unterstützt wird, stehen der architektonischen Haltung des Büros sehr nahe.
Zu den frühesten Arbeiten Lederers zählt das Haus Wullen in Gerlingen (1976), sein noch während des Studiums entworfenes und realisiertes Erstlingswerk. Die Wohnvilla auf der Schillerhöhe ist noch deutlich im Stil der Midcentury Moderne gehalten und zeigt eine frühe eigenständige Auseinandersetzung mit Umgebung und Topografie: Zwei rechtwinklig versetzte Pultdächer reagieren auf die unregelmäßige Gebäudeflucht entlang der steil verlaufenden Straße, während die Kombination aus moosgrünem Putz und horizontaler Stulpschalung eine materialbewusste Differenzierung erkennen lässt. Die klare Orientierung der Wohnräume zum nordseitigen Talpanorama und die sorgfältige innere Raumfügung deuten bereits jene atmosphärische und funktionale Präzision an, die Lederers späteres Werk charakterisieren sollte.Lederer Ragnarsdóttir Oei. Hatje Cantz, 2012, ISBN 978-3-86859-199-6.
Die frühen Projekte wie die Wohn- und Geschäftshäuser, die Bibliothek und das Bankgebäude in der Stadtmitte Fellbach (1987) lassen mit ihrer kubischen Ästhetik und der Favorisierung des weißen Putzes zunächst noch eine Nähe zur Architektur der Klassischen Moderne erkennen. Auch das Haus Baur in Stuttgart (1992) folgt noch recht stark dem Formenkanon der Moderne. Demgegenüber entstehen in dieser Zeit jedoch auch erste Bauten, die sich durch ihre Kubatur, ihre Farb- oder Materialwahl spürbar davon entfernen. Beispielhaft hierfür stehen das in kräftigem Blau verputzte, von einem flach geneigten Satteldach umschlossene Wohnhaus Zeller in Stuttgart (1988) oder auch der sanft geschwungene Kindergarten „Rübenloch“ in der Altstadt von Tübingen (1989), der durch seine weiß-gelb-blaue Fassade und das hohe Satteldach eine merklich andere Prägung erfährt.
Die frühen Projekte wie die Wohn- und Geschäftshäuser, die Bibliothek und das Bankgebäude in der Stadtmitte Fellbach (1987) lassen mit ihrer kubischen Ästhetik und der Favorisierung des weißen Putzes zunächst noch eine Nähe zur Architektur der Klassischen Moderne erkennen. Auch das Haus Baur in Stuttgart (1992) folgt noch recht stark dem Formenkanon der Moderne. Demgegenüber entstehen in dieser Zeit jedoch auch erste Bauten, die sich durch ihre Kubatur, ihre Farb- oder Materialwahl spürbar davon entfernen. Beispielhaft hierfür stehen das in kräftigem Blau verputzte, von einem flach geneigten Satteldach umschlossene Wohnhaus Zeller in Stuttgart (1988) oder auch der sanft geschwungene Kindergarten „Rübenloch“ in der Altstadt von Tübingen (1989), der durch seine weiß-gelb-blaue Fassade und das hohe Satteldach eine merklich andere Prägung erfährt. Entscheidend für das weitere Vokabular des Büros ist das 1991 realisierte Finanzamt in Reutlingen: Bereits hier wird die anthrazitfarbene, nur an gezielten Stellen geöffnete Klinkerfassade mit weißen Lagerfugen zu einem wichtigen Gestaltungselement. Die Körperhaftigkeit und räumliche Umschlossenheit werden insbesondere in der neuen Eingangshalle des Finanzamts spürbar. In derselben Haltung und Materialität entsteht 1997 die Hauptverwaltung der EnBW (Energie Baden-Württemberg) im Stadtzentrum von Stuttgart. Auch hier betonen die unterschiedlich gefärbten Stoß- und Lagerfugen des anthrazitfarbenen Klinkers die Horizontalität und Schwere des Gebäudes.
Beim Salem International College in Überlingen am Bodensee (2000) sowie bei der Schule mit Sporthalle in Ostfildern (2002) besteht die Fassade erstmals aus grob vermörteltem Ziegelmauerwerk. Dieser Eindruck des Neuen und gleichzeitig Vertrauten, der sich direkt von den skandinavischen Vorbildern ableitet, wird zu einem prägenden Element dieser Schulbauten.
Ein Schlüsselwerk war die Grundinstandsetzung des Hessischen Staatstheaters in Darmstadt (2006), bei der aus einem im Geiste der autogerechten Stadt konzipierten „Drive-in-Theater“ aus den frühen 1970er Jahren ein zur Stadt offenes Theater mit einem neuen, organisch geformten Eingangsbauwerk entsteht.
Die 2009 eingeweihte Erweiterung der Schule Marianum des Klosters in Hegne am Bodensee führt die Reihe der grob vermörtelten Ziegelbauten fort, ein weiterer Bau dort wurde im April 2022 eingeweiht. Beim Bildungszentrum Bestehornpark in Aschersleben aus 2010 besteht die Fassade des Neubaus erstmals aus geschlämmtem Mauerwerk.
Architekten (Auswahl) Arno Lederer (* 1947 in Stuttgart; † 21. Januar 2023 ebenda) Jórunn Ragnarsdóttir (* 1957 in Akureyri auf Island) Marc Oei (* 7. Mai 1962 in Stuttgart) studierte nach Abitur in Fellbach Architektur an der Hochschule für Technik in Stuttgart. Nach dem Diplom wurde er 1988 erst Mitarbeiter im Büro von Lederer und Ragnarsdóttir und ab 1992 Partner der Bürogemeinschaft. Neben der Tätigkeit in Architektenbüro übte er Lehrtätigkeiten an der Universität Karlsruhe und Lehraufträge an der Hochschule für Technik Stuttgart und der Universität Stuttgart aus.Marc Oei archinform.netLRO GmbH & Co. KG Freie Architekten BDA Marc Oei erich-mendelsohn-preis.comMarc Oei baunetz-architekten.de
Werkliste Quelle: LRO-Webpräsenz: Ausführliche Beschreibung, Literaturangaben und Fotos zu den Bauten von LRO ab 1976Siehe: archlro.de. Bild Jahr Kategorie Bauwerk Adresse1976WohnvillaHaus Wullen RennerPanoramastrasse 72 70839 Gerlingen 1991 Behörden Finanzamt in Reutlingen Reutlingen, Leonhardsplatz 1 150x150px 1997 Bürogebäude Ehemalige Hauptverwaltung der EnBW Stuttgart, seit 2009 Sitz der EnBW Netze BW. – Die Gebäudehälfte an der Kriegsbergstraße wurde in den siebziger Jahren von dem Büro Kammerer + Belz gebaut, die Gebäudehälfte an der Jägerstraße (Abbildung) von LRO. Stuttgart, Kriegsbergstraße 32 150x150px 1999 Bildung Tagungszentrum der Katholischen Akademie Stuttgart-Hohenheim. Stuttgart, Paracelsusstraße 91–93 2000 Bildung Salem International College mit Internat in Überlingen am Bodensee. Überlingen, Kurt-Hahn-Straße, Nördlich Härlen150x150px 2001 Kirchliche Bauten Franz-Josef-Fischer-Haus, Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius in Stuttgart-Zuffenhausen mit Gemeindehaus und Seniorenwohnungen. Stuttgart, Besigheimer Straße 19 150x150px 2002 Bildung Schule im Park, Grund- und Werkrealschule in Ostfildern-Scharnhauser Park. Ostfildern, Gerhard-Koch-Straße 6 150x150px 2002 Wohnhaus Haus Gunter in Stuttgart, Wohnhaus von Arno Lederer und Jórunn Ragnarsdóttir. Stuttgart, Gunterstraße 5A/5B 150x150px 2003 Bildung Gustav-von-Schmoller-Schule in Heilbronn.1.–3. Neubau4. Altbau und Pavillon von 1957 Heilbronn, Frankfurter Straße 63 2004 Bürogebäude Sanierung und Neubau der Helvetia Versicherungen in Frankfurt am Main. Frankfurt am Main, Berliner Straße 56–58 150x150px 2006 Theater Sanierung und Erweiterung des Hessischen Staatstheaters in Darmstadt. Darmstadt, Georg-Büchner-Platz 1 150x150px 2006 Büro- und Geschäftshaus Weißes Haus. Umbau des ehemaligen Lerche-Hauses von Max Bächer von 1974. Stuttgart, Königstraße 43B 150x150px 2007 Verwaltung Rathaus in Eppingen. Eppingen, Marktplatz 1 150x150px 2007 Kirchliche Bauten Heinrich-Fries-Haus, Haus der katholischen Kirche in Heilbronn. Heilbronn, Bahnhofstraße 13 2007 Büro- und Geschäftshaus Empfangs- und Ausstellungsgebäude feco-Forum in Karlsruhe. Karlsruhe, Am Storrenacker 24 150x150px 2008 Bildung Duale Hochschule Baden-Württemberg Lörrach (DHBW). Lörrach, Hangstraße 46–50 150x150px 2009 Bildung Kloster Hegne Marianum in Allensbach. Allensbach-Hegne, Konradistraße 12 150x150px 2009 Kirchliche Bauten Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-Uhlbach. Stuttgart, Passeier Straße 7 150x150px 2010 Platz Georg-Büchner-Anlage beim Hessischen Staatstheater Darmstadt. Darmstadt, Georg-Büchner-Platz 2010 Bildung Bildungszentrum Bestehornpark in Aschersleben. Aschersleben, Heinrichstraße150x150px 2011 Behörden Temporärer Amtssitz des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe-Waldstadt. Karlsruhe, Rintheimer Querallee 11 150x150px 2011 Büro- und Geschäftshaus Büro- und Geschäftshaus Kaiserkarree in Karlsruhe. Karlsruhe, Kaiserstraße 74 150x150px 2011 Verwaltung Rathaus in Brackenheim.1. Westfassade2. Zwischenbau3. Ostfassade4. Altes Rathaus Brackenheim, Marktplatz 1 150x150px 2012 Wohngebäude Gästehaus des Haupt- und Landgestüts Marbach in Gomadingen. Gomadingen, Gestütshof 1 150x150px 2013 Museum Kunstmuseum Ravensburg. Ravensburg, Burgstraße 9 150x150px 2013 Museum Museum – Information – Kunst Ludwigsburg. Ludwigsburg, Eberhardstraße 1 150x150px 2013 Bildung Waldorfkindergarten Esslingen am Neckar. Esslingen, Weilstraße 94 150x150px 2013 Kirchliche Bauten Sanierung und Erweiterung des Bischöflichen Ordinariats Rottenburg am Neckar. Rottenburg am Neckar, Eugen-Bolz-Platz 1 150x150px 2014 Bildung Neubau des Hospitalhofs in Stuttgart (Gebäude des Evangelischen Bildungszentrums Hospitalhof Stuttgart). Stuttgart, Büchsenstraße 33 2015Büro / VerwaltungSparkasse UlmUlm, Neue Straße 602016BürogebäudeBürogebäude im Arnulfpark MünchenMünchen, Erika-Mann-Straße 31–372017Kirchliche BautenSanierung der Hospitalkirche StuttgartStuttgart, Büchsenstraße 332017MuseumHistorisches Museum FrankfurtFrankfurt am Main, Saalhof 1150px2017MuseumUmbau des Wilhelmspalais von der