mini|Vermorel von 1914 im Museum der Fondation Gianadda in Martigny mini|Vermorel von 1924 Établissements V. Vermorel war ein französisches Unternehmen im Bereich Maschinenbau.

Unternehmensgeschichte Das Unternehmen aus Villefranche-sur-Saône stellte ab 1850 Maschinen zur Holzbearbeitung und für die Landwirtschaft her. 1898 stellte Victor Vermorel François Pilain (1859–1924) ein, der vorher schon bei Serpollet, La Buire und der Société François Pilain tätig war. Unter seiner Leitung entstanden einige Automobile bis August 1901. Der Markenname lautete Vermorel. Erst 1908 entstanden wieder Automobile. 1911 beschäftigte das Unternehmen 800 Mitarbeiter. Nach dem Tod von Victor Vermorel 1927 übernahm sein Sohn Édouard Vermorel das Unternehmen. 1930 endete die Produktion von Automobilen. Lastkraftwagen entstanden bis 1932.

Im Zweiten Weltkrieg verweigerten die Arbeiter den vom Vichy-Regime organisierten Zwangsarbeitsdienst Service du travail obligatoire (STO) in Deutschland. Zunächst hatten die Behörden der Kollaboration damit gedroht, alle industriellen Beschäftigten zu verschleppen, strichen dann aber die weniger qualifizierten Arbeiter von den Deportationslisten. Darauf verhielten sich diese solidarisch. Am 18. März und 6. April 1943 verbarrikadierten sie die Fabrik und verkündeten „Alle oder niemand!“, um zu verhindern, dass die Deutschen die Techniker mitnahmen. Später wurde daraus der Slogan „Nicht ein Mann für Hitler!“

Nach Édouard Vermorels Tod 1957 wechselte das Unternehmen mehrfach den Besitzer. 1965 wurde das Unternehmen aufgelöst.

Fahrzeuge Das erste Modell von François Pilain verfügte über einen Zweizylindermotor und Kettenantrieb.

Das nächste Modell von 1908 hatte einen Vierzylinder-T-Kopf-Motor mit 1800 cm³ Hubraum. 1912 wurden Fahrzeuge mit Hubräumen zwischen 2200 cm³ und 3300 cm³ angeboten. 1913 kamen die Modelle 8/10 CV mit 1500 cm³ und 16/20 CV mit 2800 cm³ Hubraum auf den Markt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die bisherigen Modelle weiter gebaut. 1922 erschien das Modell 8/16 CV mit 1700 cm³ Hubraum. 1924 folgte das Modell 16/60 CV mit 2600 cm³ Hubraum. 1927 erschien ein Modell mit einem ventillosen Vierzylindermotor mit 1100 cm³ Hubraum. 1929 folgte das Sechszylindermodell AH 3 mit 2000 cm³ Hubraum.

Fahrzeuge dieser Marke sind in mehreren Automuseen zu besichtigen, überwiegend in Frankreich. Ein Exemplar aus dem Jahr 1911 befindet sich im Automobilmuseum Aspang in Aspang-Markt in Niederösterreich.

Ein erhaltenes Fahrzeug vom Type L aus dem Jahr 1913 mit der Seriennummer 1414 wurde 2017 versteigert. Der Preis für den offenen Tourenwagen betrug 23.450 Euro.

Pkw-Modellübersicht von 1910 bis 1930 Eine Quelle gibt für den Zeitraum von 1910 bis 1930 die folgenden Pkw-Modelle an:

Jahr Modell Zylinder Bohrung(mm) Hub(mm) Hubraum(cm³) Steuereinstufung(CV) Seriennummern1910 Type E 4 70 120 1847 1910–1911 Type H 4 70 120 1847 10 1910–1911 Type I4 74 120 2064 11 1911 Type K 4 100 140 4398 21 1911–1914 Type L 4 74 120 2064 12 1001–15061913–1918 Type N 4 66 110 1505 8/10 2001–2203 (bis 1913)ab 2204 (1914–1918)1914–1921 Type LO 4 75 130 2297 14 ab 3010 (1914–1918)3900–3950 (1918–1919)3950–3990 (1919–1921)1919–1922 Type S 4 74 130 2236 10 6001–6500 (1919–1921)6501–6600 (1921–1922)1921–1922 Type S 4 77 130 2421 11 6601–67001923 Type S 4 80 130 2614 12 6701–69001924 Type S 4 80 130 2614 15 6901–69461923–1927 Type X 4 70 110 1693 10 5201–5250 (1923)5250–5600 (1924)5601–5770 (1925)5771–5840 (1926)ab 5841 (1927)1924 Type AD 4 70 110 1693 1925 Type Z 4 70 110 1693 10 7001–70991925–1927 Type ZX 4 70 110 1693 10 7100–7210 (1925)7211–7307 (1926)7308–7399 (1927)1928–1930 Type ZX 4 70 110 1693 9 ab 74001923–1927 Type Q 4 80 130 2614 1923–1927 Type AA 4 80 130 2614 1925–1927 Type AL 4 70 110 1693 10 7501–75501926 Type AH 6 60 100 1696 1927 Type AD 4 70 110 1693 10 7582–76101928–1930 Type AD 4 70 110 1693 9 ab 76111927 Type AG 4 60 100 1131 8 ab 80011928 Type AH 2 6 65 100 1991 10 ab 4020

Literatur Guy Claudey: Les Automobiles Vermorel. Éditions du Poutan, Villefranche-sur-Saône 2016, ISBN 978-2-918607-96-0 (französisch).

Weblinks

Auf gtue-oldtimerservice.de.

Einzelnachweise Guy Claudey: Les Automobiles Vermorel. Éditions du Poutan, Villefranche-sur-Saône 2016, ISBN 978-2-918607-96-0, S. 102 (französisch).

George Nicholas Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours. Courtille, Paris 1975, S. 637 (französisch). 1913 Vermorel 12/16hp Model L Torpedo Tourer Auf bonhams.com vom 2. September 2017, abgerufen am 5. Februar 2021 (englisch).

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