Berthold Freudenthal (* 23. August 1872 in Breslau; † 13. Juli 1929 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Strafrechtler.
Leben Berthold Freudenthals Eltern waren der Philosophiehistoriker Jakob Freudenthal (1839–1907) und seine Frau Therese, eine Tochter des Rabbiners Michael Sachs.Michael Sachs der konservative Mittelweg : Leben und Werk des Berliner Rabbiners zur Zeit der Emanzipation Von Franz D. Lucas, Heike Frank · 1992 ISBN 9783161458880, ISBN 3161458885 S. 142. Freudenthal studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten von Breslau, Tübingen und Berlin. 1895 promovierte er und war als Gerichtsassessor tätig. Ab 1905 an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften Frankfurt am Main tätig, war er von 1909 bis 1911 dort Rektor. Ab 1914 war er Professor an der Juristischen Fakultät an der neu gegründeten Universität Frankfurt am Main und gleichzeitig deren erster Dekan.
Er trat für die Errichtung des Jugendgerichts (1908) und von Jugendgefängnissen in Deutschland sowie für einen erzieherischen Strafvollzug ein. Aufgrund seiner Denkschrift wurde das erste Jugendgefängnis in Wittlich/Eifel gegründet (1911).
Freudenthal heiratete 1917 die erheblich jüngere Studentin Margarete David. Sie promovierte 1933 bei Karl Mannheim und floh danach nach Palästina. Sie spielt auch in der Biographie von Norbert Elias eine Rolle (vgl. hier). Sie veröffentlichte später eine Autobiografie.
Hauptwerke Die staatsrechtliche Stellung des Gefangenen, 1910 Strafrecht und Strafvollzug im Rechtsstaat, 1918 Wider die Auslieferung, 1920 Schuld und Vorwurf, 1922 Der Entwurf eines Strafvollzugsgesetzes von 1927, 1932
Literatur
Margarete Sallis-Freudenthal: Ich habe mein Land gefunden. Autobiographischer Rückblick. Frankfurt am Main: Josef Knecht, 1977
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Strafprozessrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1929 Kategorie:Mann Kategorie:Strafrechtler (20. Jahrhundert)