Die BL 8 inch Howitzer Mk I–V war eine britische Haubitze während des Ersten Weltkrieges. Sie stellte eine improvisierte Lösung für das Problem der fehlenden schweren Feldartillerie der britischen Armee zu Beginn des Krieges dar. Für die Haubitze wurden gekürzte und aufgebohrte Rohre verschiedener 6-inch-Schiffsgeschütze genutzt.
Außer dem Kaliber hat sie keine Gemeinsamkeiten mit der Vickers 8-inch-Haubitze, von der sie im Einsatz abgelöst wurde.
Geschichte Zu Beginn des Ersten Weltkrieges fehlte es den in Frankreich kämpfenden britischen Truppen an schwerer Artillerie. Dieses Problem wurde besonders nach dem Übergang zum Stellungskrieg deutlich. Da entsprechende Typen kurzfristig weder entwickelt noch gefertigt werden konnten, entschloss man sich zum Umbau der zahlreich vorhandenen älteren Schiffs- bzw. Küstenartilleriegeschütze des Kalibers 6 inch. Genutzt wurden Rohre der BL 6 inch gun Mk IV und VI und der QF 6 inch /40 naval gun.
Konstruktion Die Rohrkonstruktion wurde beibehalten, jedoch das Rohr gekürzt und auf das Kaliber 8 inch aufgebohrt. Das Geschütz besaß eine Rohrbremse. Die beiden Zylinder dieser Rohrbremse lagen über dem Rohr. Dennoch mussten im Einsatz die Räder der Lafette festgelegt werden, um ein Springen des Geschützes zu verhindern.
Die Versionen Mk I–V wurden aus unterschiedlichen Geschützen umgebaut. Die verwendeten Lafetten und Protzen unterschieden sich in Details. Schussleistungen, verwendete Geschosse und Treibladungen waren bei allen Versionen gleich. 12 BLC Mk I/IV wurden zu 8-inch Howitzer Mk I umgerüstet 6 BL Mk IV bzw. VI wurden zu 8-inch Howitzer Mk II umgerüstet 6 BL MK IV bzw. VI, mit unterschiedlichen Lafettierungen, wurden zu 8-inch Howitzer Mk III umgerüstet 8 BLC Mk I/VI umgerüstet für die Mk IV Lafettierung wurden zu 8-inch Howitzer Mk IV umgerüstet 63 QF 6 inch /40 naval gun wurden zu 8-inch Howitzer Mk V umgerüstet Diese Haubitzen waren 4–5 Tonnen schwerer als die ihnen folgenden Typen von Vickers (Mk VI–VIII). Sie verschossen normalerweise 200 lbDa eine Umrechnung in das metrische System „krumme“ Werte ergibt, die teilweise nicht mehr mit den Bezeichnungen der Geschütze und Munition harmonieren, werden im Text für Massen und Gewichte die originalen Maßeinheiten benutzt. Eine Umrechnung von 200 lb würde 90.7184 kg ergeben. schwere Sprenggranaten.
Einsatz mini|links|Nach Schussabgabe, Rohr voll zurückgelaufen mini|links|Haubitze mit Kettenzugmittel, Somme 1916 Die Geschütz kamen ab 1915 zum Einsatz. Sie wurden von den Belagerungsbatterien der Royal Garrison Artillery (RGA) eingesetzt. Als Zugmittel dienten Kettentraktoren. Das hohe Gewicht und die niedrige Schussweite begrenzten die Einsatzmöglichkeiten dieser Waffen. Der improvisierte Charakter des Entwurfs führte zu Ausfällen wie vorzeitigen Explosionen und Unzuverlässigkeit im Einsatz. Die feldmäßige Instandhaltung war ebenfalls schwierig. Dazu kamen 1915 und zu Beginn 1916 Probleme bei der Massenproduktion der Granaten:
Dessen ungeachtet wurde diese Waffe, auch wegen des Fehlens von Alternativen, grundsätzlich als Erfolg gesehen:
Die Versionen Mk I–IV wurden ab 1917 nicht mehr instand gesetzt und verschwanden langsam aus der Bewaffnung.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geschütz Kaliber 200 mm bis 300 mm Kategorie:Haubitze (Vereinigtes Königreich)