mini|hochkant=1.2|Bitburg aus der Luft mini|hochkant=1.2|Tourist-Information Bitburger Land und Stadthalle mini|hochkant=1.2|Kreisverwaltung Bitburg-Prüm, Trierer Straße 1

Bitburg (moselfränkisch Bebuersch/Beburig, ) ist eine verbandsfreie Stadt und Kreisstadt des Eifelkreises Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie ist Sitz der Verbandsgemeinde Bitburger Land und des Amtsgerichtes Bitburg. Die Stadt hat Einwohner und ist ein Mittelzentrum. Überregional bekannt sind der Flugplatz Bitburg und die Bitburger Brauerei.

Geographie Geographische Lage Die Stadt befindet sich etwa 30 Kilometer nördlich von Trier im sogenannten Bitburger Gutland, welches zur Südeifel zählt.

Die Nims und die Kyll fließen durch das Stadtgebiet.

Stadtgliederung Die Stadtteile mit den weiteren Gemeindeteilen/Wohnplätzen sind:

Bitburg mit Sägewerk Christiansmühle, Forsthaus Bedhard, Königswäldchen, Pützhöhe und Steinebrück Erdorf Irsch Masholder Matzen mit Anwändershof, Kempenhof, Gaststätte und Villa Sonnenhof und Waldsiedlung Mötsch mit Albach Stahl mit Backesmühle, Wingertsberg und Auf Büchelsbach

Lage der Stadtteile und Nachbargemeinden

Klima Der Jahresniederschlag betrug 783 mm im Zeitraum von 1991 bis 2020.Vieljährige Mittelwerte auf dwd.de.

Geschichte mini|hochkant=1.2|Römermauer mit Rathaus und Liebfrauenkirche mini|hochkant=0.7|Relief mit dem römischen Gott Vulkan im Kreismuseum Bitburg-Prüm Im Bereich der Ortsteile Mötsch und Masholder wurden Steinbeile aus der Jungsteinzeit gefunden, eine dauerhafte Besiedlung des Bitburger Gebietes konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. Bitburg, in etwa einen Tagesmarsch nördlich von Trier gelegen, wurde vor ca. 2000 Jahren als Raststation auf der Verkehrsachse von Lyon über Metz und Trier nach Köln gegründet. Der erste überlieferte Name lautet Vicus Beda. „Beda“ ist zurückzuführen auf das lateinische Wort „Betula“ = „Birke“. Bitburg war also das „Birkendorf“ beziehungsweise – in späterer Zeit – die „Birkenburg“.

Die Ansiedlung wurde etwa um 330, zur Zeit Kaiser Konstantins, zu einem Straßenkastell ausgebaut, welches noch heute den Stadtkern bildet. Die älteste gesicherte Erwähnung des Ortsnamens „Beda“ findet sich auf der „Peutinger-Karte“ (Tabula Peutingeriana) aus dem 4. Jahrhundert. Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung Bitburgs stammt aus der Zeit um 715 als „castrum bedense“.Zur Herkunft des Namens: Im 8. Jahrhundert gab es hier eine Villa Regia der fränkischen Könige und Bitburg war Hauptort des Bidgaues. Mitte des 10. Jahrhunderts kam die Stadt zur Grafschaft Luxemburg (später Herzogtum).

Ein wichtiges Ereignis in Bitburgs Geschichte war der 1239 geschlossene Trier-Luxemburger Vertrag zwischen dem Trierer Erzbischof Theoderich II. und der Gräfin Ermesindis von Luxemburg. Darin wurde Bitburg erstmals als Stadt bezeichnet; der Erzbischof verzichtete weitgehend auf seine Ansprüche an Bitburg und die Luxemburger verpflichteten sich, die Stadt zu befestigen. Heinrich der Blonde, der Sohn von Ermesindis, verlieh Bitburg im Jahre 1262 die Stadtrechte: ›Im Namen der Heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. Heinrich, Graf zu Luxemburg und Laroche, Markgraf zu Arlon. Wir wollen, dass alle Christgläubigen, gegenwärtige und zukünftige, wissen, dass wir in dem Bestreben, für Frieden und Ruhe unserer Bürger zu Bitburg zu sorgen, beschlossen haben, sie mit dem Privileg der Freiheit auszuzeichnen.‹ Diese Freiheit gab Bürgern und Schöffen das Recht, einen der ihren zum Richter zu wählen, eigenes Gericht zu halten, eigene Maße und Gewichte festzusetzen, Weiden, Gewässer und Wälder der Stadt zu nutzen sowie die Stadt zu bewachen.

1443 fiel das Herzogtum Luxemburg mit Bitburg an das Haus Burgund. Durch die burgundische Erbschaft fiel Bitburg an die Habsburger und gehörte von 1506 bis 1714 (Ende des Spanischen Erbfolgekrieges) zu den spanischen Niederlanden und ab 1714 zu den österreichischen Niederlanden.

Aus der frühen Neuzeit gibt es nur wenige Dokumente zu Bitburgs Geschichte. Als bedeutend gelten die sogenannten 'Schweisdal-Chroniken' (Chroniken der Bitburger Familien Schweisdal und Scholer), die aus authentischen Tagebucheinträgen von Anfang des 17. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts bestehen. Hier finden sich auch die einzigen Originalquellen zum Dreißigjährigen Krieg in Bitburg, zumindest zu den letzten Kriegsjahren. Das Original der Chroniken liegt im Staatsarchiv in Luxemburg, Kopien besitzen die Stadt Bitburg sowie das Kreismuseum Bitburg-Prüm.

Bitburg wurde 1676 im Holländischen Krieg zum ersten Mal erobert (von den Franzosen), seine Stadtmauern wurden zerstört. 1794 gerieten die Stadt und das linke Rheinufer unter französische Verwaltung. 1795 wurde Bitburg Hauptort eines Kantons des Wälderdepartements (Département des Forêts). Darauf folgte eine kurze Zeit des Aufschwungs, vor allem die Verwaltung wurde massiv ausgebaut. Bitburg erhielt u. a. ein Gericht und ein Katasteramt. Nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zum Herzogtum Luxemburg kam Bitburg schließlich 1815 durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses zum Königreich Preußen, wo es als Kreisstadt verwaltungstechnisch bis 1822 zur Provinz Niederrhein, später zur Rheinprovinz gehörte.

1805 wurde bei Bitburg ein etwa 1,5 Tonnen schwerer Meteorit gefunden. Er zählt zur Klasse IAB der Eisenmeteoriten. Erst nach zwölf Jahren, nachdem sein Material bereits für Schmiedearbeiten verwendet wurde, erkannte man ihn als Meteoriten und sicherte Reste des Eisens, die zur Schmelze nicht geeignet waren. Es ist daher heute kaum noch ursprüngliches Material erhalten. Im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität Berlin werden noch 200 Gramm Restmaterial verwahrt.Bittburg. Auf: Meteoritical Bulletin (lpi.usra.edu).Bitburg meteorite, Albacher Mühle, Bitburg, Bitburg-Prüm, Rhineland-Palatinate, Germany. Auf: Mindat.

Am 24. Dezember 1944, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde Bitburg durch Luftangriffe zu 85 Prozent zerstört und von den Amerikanern offiziell zur „toten Stadt“ erklärt. Ende Februar 1945 räumten deutsche Soldaten die Stadt.Bitburg and the Vianden Bulge Als die amerikanischen Truppen am 28. Februar 1945 in Bitburg eintrafen, waren nur noch 60 Menschen in der Stadt. Diese hatten in den Kellern der Bitburger Brauerei Zuflucht gefunden. Anschließend gehörte Bitburg zur Französischen Besatzungszone. Die Luxemburger Armee stationierte von 1945 bis 1955 eine Garnison in einer in den 1930er Jahren für die Wehrmacht gebauten Kaserne, die dann bis 1984 von der französischen Armee genutzt wurde. Bereits 1953 kam ein NATO-Stützpunkt unter US-amerikanischer Führung hinzu. Zwischen 1945 und 1955 waren außerdem luxemburgische Soldaten als alliierte Besatzungstruppe in Bitburg und Neuerburg stationiert. Als die französischen Streitkräfte 1985 aus Bitburg abzogen, übernahm die NATO ihre ehemaligen Kasernen. Nach dem Zweiten Golfkrieg wurde zunächst die 525th Tactical Fighter Squadron („Bulldogs“) aufgelöst, die 53rd Tactical Fighter Squadron („Tigers“) 1994 auf den nahe gelegenen Stützpunkt Spangdahlem verlegt, dann die 22nd TFS „Stingers“ aufgelöst und schließlich am 30. September 1994 der NATO-Flugplatz Bitburg mit seinem 36th TFW ganz stillgelegt. Der Flugplatz wurde noch im gleichen Jahr an die Stadt Bitburg zurückgegeben, die ihn in ein Freizeit- und Gewerbegebiet mit Verkehrslandeplatz umfunktionierte. Nach diesen Abzugsschritten lebten insgesamt noch 2.216 amerikanische Soldaten sowie deren Angehörige in der „Housing“ bzw. dem Bitburger Stadtgebiet (Stand 30. Juni 2007). Anfang 2010 wurde bekannt, dass auch der Housing-Stadtteil von der US-Armee bis spätestens 2018 aufgegeben und an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben werden soll.Bitburgs neuer Stadtteil muss warten. In: Trierischer Volksfreund. 6. Januar 2010. Die Übergabe erfolgte schließlich im November 2017, eine Debatte über die Konversion des Geländes begann.

Am 7. Juni 1969 wurden im Rahmen der Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz die bis dahin selbständigen Gemeinden Erdorf, Irsch, Masholder, Matzen, Mötsch und Stahl nach Bitburg eingemeindet.

1985 geriet Bitburg für einige Tage in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, als US-Präsident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Kohl zu Gast waren und die Kriegsgräberstätte Bitburg-Kolmeshöhe besuchten. Hier liegen neben rund 2.000 Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges auch Mitglieder der Waffen-SS begraben (Bitburg-Kontroverse).

Einwohnerstatistik Entwicklung der Einwohnerzahl von Bitburg, die Werte von 1871 bis 1987 basieren auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Konfessionsstatistik Ende März 2023 waren 50,8 % der Einwohner römisch-katholisch und 9,7 % evangelisch. 39,5 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Stadt Bitburg Gemeindestatistik, abgerufen am 23. April 2023 Der Anteil der christlichen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Februar 2026 hatten 49,3 % die katholische Konfession und 9,4 % die evangelische. 41,3 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik, abgerufen am 9. März 2026

Religion

mini|Katholische Pfarrkirche Liebfrauen mini|Evangelische Kirche Katholische Pfarreien: St. Peter Bitburg mit St. Nikolaus Mötsch und St. Firminus, Quirinus und Ferrutius Masholder St. Laurentius Erdorf Liebfrauen Bitburg mit St. Donatus Matzen und St. Wolfgang/St. Lucia Stahl Evangelische Kirche Bitburg St.-Athanasius-Kirche der KoptenWebsite der koptischen Gemeinde, Artikel im Trierischen Volksfreund Islam – Bitburger Moschee Juden – Bitburger Synagoge

Politik Stadtrat Der Stadtrat in Bitburg besteht aus 32 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2024 hatte der Stadtrat 28 Ratsmitglieder, die Erhöhung auf 32 Sitze wurde nach rheinland-pfälzischem Wahlrecht durch die gestiegene Einwohnerzahl von Bitburg ausgelöst.

Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU GRÜNE AfD FDP FW FBL Gesamt 2024 4 10 3 – 1 9 5 32 Sitze 2019 5 7 4 0 2 5 5 28 SitzeWahlband Kommunalwahlen 2019 - Verbandsgemeindeebene - Endgültige Ergebnisse auf wahlen.rlp.de 2014 4 8 5 – 1 5 5 28 Sitze 2009 3 8 3 – 2 7 5 28 Sitze 2004 4 9 2 – 1 8 4 28 Sitze FW = Freie Wähler Bitburg (bis 2023: Liste Streit e. V.) FBL = Freie Bürgerliste Bitburg e. V.

Bürgermeister Heiko Jakobs (Einzelbewerber) wurde am 16. Dezember 2025 Bürgermeister der Stadt Bitburg. Bei der Stichwahl am 29. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil 65,30 % gegen den Amtsinhaber durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 15. Juni keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreichte. Sein Vorgänger Joachim Kandels war zuletzt bei der Direktwahl am 24. September 2017 mit 51,9 % für eine weitere achtjährige Wahlperiode in seinem Amt bestätigt worden.

Wappen

Flagge und Banner

Hissflagge: Blau-Gelb-Rot im Verhältnis 1 : 1 : 1 quergestreift mit dem Wappenschild in der Mitte des Tuches.Deutsche Kommunalflaggen

Banner: Blau-Gelb-Rot im Verhältnis 1 : 1 : 1 längsgestreift.

Partnerstädte Shelbyville USA seit 1962Diekirch Luxemburg seit 1962Arlon Belgien seit 1965Rethel Frankreich seit 1965Bad Köstritz Deutschland seit 1992

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schlößchen mit der St. Martin Förderschule mini|hochkant|Ehemaliges Wohnhaus von 1887, Römermauer 1 mini|Restaurant in der alten Turnhalle

Theater und Museen Im Gebäude der alten Landwirtschaftsschule von 1882 befindet sich heute das Kreismuseum Bitburg-Prüm. Das Heimatmuseum bietet durch zahlreiche Exponate einen Einblick in die Geschichte Bitburgs sowie der Eifel. In regelmäßigen Sonderausstellungen wird auch zeitgenössische Kunst ausgestellt.