mini|Otto von Habsburg (2004) rahmenlos|hochkant=0.5|klasse=skin-invert-image notpageimage|Unterschrift Otto von Habsburgs: Entnommen aus einem Schreiben des „OTTO von HABSBURG — Mitglied des Europäischen Parlaments“, datiert mit „Pöcking, den 17. November 1995“ Otto von Habsburg, in Österreich amtlich Otto Habsburg-Lothringen, meist kurz Otto Habsburg (* 20. November 1912 in Reichenau an der Rax, Erzherzogtum Österreich unter der Enns; † 4. Juli 2011 in Pöcking, BayernKaisersohn Otto Habsburg 98-jährig verstorben. In: ORF.at, 4. Juli 2011, abgerufen am 4. Juli 2011.), war der älteste Sohn von Karl I., dem letzten Kaiser von Österreich und König von Ungarn, und seiner Frau Zita; somit war er von 1916 bis 1918 letzter Kronprinz von Österreich-Ungarn. Er war Schriftsteller, Publizist und Politiker. Für die CSU war er von 1979 bis 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments. Er besaß die Staatsbürgerschaften von Österreich, Deutschland und UngarnVgl. In: Website des Magistrats Eisenstadt, ohne Datum; abgerufen am 6. Juli 2011.Vgl. Er wurde 98 Jahre alt. Kaisersohn Otto Habsburg verstorben. In: Wiener Zeitung/APA, 4. Juli 2011, abgerufen am 6. Juli 2011. sowie – nach eigener Aussage – auch die von Kroatien nach dessen Unabhängigkeit im Jahr 1991.Peter Seewald: „Man kann nie genug Pässe haben“. Interview mit Otto von Habsburg. In: Süddeutsche Zeitung – Magazin, Ausgabe 25/2003, 20. Juni 2003, S. 20–25.Otto von Habsburgs Aussage hatte jedoch seinen Ursprung bereits mindestens vor dem/im November 2002, als er in einem Interview in der deutschnationalen Wochenzeitschrift Zur Zeit wiedergegeben wurde. – Siehe zitiert in: Günter Traxler: Unternehmen Otto, die Zweite. Statt g’scheit zu sein wie das Ahnl und einfach zu sagen, „es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“, fühlte sich … In: Der Standard, Printausgabe 22. November 2002 (Artikel Online in der Version 27. November 2002, abgerufen am 10. Mai 2019). Hierin (kursiv aus der Quelle übernommen):

Ab Mitte der 1930er Jahre setzte sich Otto von Habsburg – zunächst unter christlich-monarchistischen Vorzeichen – innerhalb der Paneuropa-Union für die europäische Einigung ein. Um den „Anschluss Österreichs“ an Hitler-Deutschland zu verhindern, war er bereit, bis zum Äußersten zu gehen, wie seine Korrespondenz mit Kanzler Schuschnigg von Februar 1938 belegt. Er trat als entschiedener Gegner Hitlers und des Nationalsozialismus sowie des Kommunismus auf und bezeichnete sich selbst als „Legitimisten“. In einem Nachruf hieß es: „In der Politik […] betrachtete er sich […] ,als Werkzeug Gottes‘.“Joachim Riedl: Ein letzter Hauch der Monarchie. Mit dem Tod von Otto Habsburg geht ein Kapitel österreichischer Geschichte endgültig zu Ende. In: Die Zeit, Nr. 28/2011, Österreich-Ausgabe, S. 13–14.

Jahrzehnte später waren seine Haltung zum Rechtsextremismus und seine Aussage zum angeblichen Einfluss von Juden in der US-Politik Anlass für Kritik und Kontroversen. Ebenso wurde seine 2008 gehaltene Festrede bei einer ÖVP-Gedenkveranstaltung (zum 70. Jahrestag „Anschluss Österreichs“) im österreichischen Parlament heftig kritisiert, in der er Österreich als erstes Opfer Hitlers darstellte und behauptete,

1961 unterzeichnete er die vom Habsburgergesetz als Bedingung für seine Einreise nach Österreich geforderte Erklärung des Verzichts auf Herrschaftsansprüche. Im selben Jahr wurde aber in Deutschland sein Sohn als Erzherzog ins Pöckinger Taufregister eingetragen. Aus der Unsicherheit über seine tatsächliche Haltung zur Republik entstand die „Habsburg-Krise“. Im Jahr 1966, nachdem Bundeskanzler Josef Klaus erstmals seit 1945 eine ÖVP-Alleinregierung bilden konnte, durfte Otto von Habsburg wieder legal nach Österreich einreisen. 1972 kam es zum „historischen Handschlag“ mit dem sozialdemokratischen Bundeskanzler Bruno Kreisky. Habsburgs politische und historische Äußerungen führten in Österreich bis 2008 immer wieder zu Kritik und Diskussionen, bei denen er vor allem die Sozialdemokraten als Gegner hatte.

Otto von Habsburg war Mitinitiator und Schirmherr des „Paneuropäischen Picknicks“ am 19. August 1989. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989/90 wurde sein persönlicher Beitrag zu diesen Ereignissen wiederholt gewürdigt.Vgl. den mehrfach am 4. Juli 2011 wiederholten Nachruf des Österreichischen Rundfunks auf ORF 2.

Privatperson Otto (von) Habsburg mini|Geburtshaus Villa Wartholz (um 1900) mini|Tom von Dreger: Otto von Habsburg als Kronprinz von Österreich-Ungarn, Schloss Laxenburg, 1917 mini|hochkant|Briefmarkenentwurf mit dem Porträt des Kronprinzen Otto von Kolo Moser (1917) Kindheit Otto wurde im November 1912 in der Villa Wartholz in Reichenau an der Rax in Niederösterreich geboren. Als erstgeborener Sohn der damaligen Nummer zwei in der Thronfolge, des späteren Kaisers Karl I., und seiner Ehefrau Zita und als Kronprinz (ab 1916) wurde Erzherzog Otto auf eine zukünftige Herrscherrolle vorbereitet. Bei den Feierlichkeiten zur Beisetzung Kaiser Franz Josephs I. in Wien und bei der Krönung seines Vaters zum König von Ungarn in Budapest trat der vierjährige Otto 1916 erstmals in der Öffentlichkeit als Kronprinz auf.

Ab 1916, mit dem Tag, an dem sein Vater Karl Kaiser von Österreich und König von Ungarn wurde, bis zum 3. April 1919, dem Inkrafttreten des Adelsaufhebungsgesetzes und des Habsburgergesetzes, war Otto Kronprinz Österreich-Ungarns. Mit allen Vornamen und voller Titulatur hieß er damals Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus (René) Ludwig Gaetan Pius Ignatius,Taufbuch Reichenau an der Rax, tom. I, fol. 128 (Faksimile), abgerufen am 12. Februar 2024 Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von (zu) Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn.

Nach Auflösung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn am Ende des Ersten Weltkrieges wohnte er bis März 1919 mit seinen Eltern – vor der Ausreise der ehemaligen Kaiserfamilie angesichts der drohenden Internierung seines Vaters – im Schloss Eckartsau in Niederösterreich. Von 1919 bis 1921 lebte Otto von Habsburg mit seinen Eltern in der Schweiz im Exil.

Nach zwei gescheiterten Restaurationsversuchen in Ungarn wurde sein Vater von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs nach Madeira verbannt; Zita begleitete ihn dorthin und holte die Kinder Anfang 1922 nach. Als Karl I. im April 1922 auf dem Sterbebett lag, musste der neunjährige Sohn zusehen, wie man, so sein Vater, . Nach dem Tod Karls übersiedelte die Familie in das baskische Fischerdorf Lequeitio,Stefan Müller: Kaiser und Caudillo. In: Die Zeit, Nr. 48/2010. wo Alfons XIII., der Sohn einer Habsburgerin, für das Auskommen sorgte.

Jugend und Studium Seine Mutter erzog ihren Sohn Otto auch nach dem Untergang der Doppelmonarchie und der 1921 in Ungarn beschlossenen Dethronisation der Habsburger zu einem römisch-katholischen Monarchen. So wurde er in den Sprachen der Völker der k.u.k. Monarchie unterrichtet und musste den alt-österreichischen und alt-ungarischen Stundenplan eines Gymnasiums nebeneinander absolvieren. Er beherrschte neben seiner Muttersprache Deutsch auch Ungarisch, Kroatisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Latein fließend in Wort und Schrift. Seine späteren Bücher schrieb er daher später nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Ungarisch und Französisch.

Im Oktober 1929 ließ sich die Familie in Belgien nieder. Die Großjährigkeitserklärung und damit das Ende der Vormundschaft seiner Mutter erfolgte am 20. November 1930. Damit wurde Otto von Habsburg Oberhaupt des „Hauses Habsburg“ und Souverän des Ordens vom Goldenen Vlies.

mini|Otto von Habsburg (links) in Berlin mit Graf von Degenfeld (1933) Nach der mit Auszeichnung bestandenen Reifeprüfung griff Otto von Habsburg im Oktober 1929 ein Studium der Staats- und Sozialwissenschaften an der Katholischen Universität Löwen auf und nahm den lothringischen Titel Herzog von Bar an.Otto Habsburg: Der letzte Kronprinz. In: Salzburger Nachrichten, 4. Juli 2011.Die wichtigsten Eckpunkte im Leben von Otto Habsburg. Die Presse, 4. Juli 2011, abgerufen am 15. Juli 2011.Habsburgs Herz kommt nach Ungarn: Der Leichnam Otto Habsburgs wird derzeit in Bayern aufgebahrt. In: oe24.at, 4. Juli 2011, abgerufen am 15. Juli 2011. Unter diesem Namen wurde er auch immatrikuliert.Frieder: In: frieder.goneoblog.de, 5. Juli 2011, abgerufen am 15. Juli 2011. Im Rahmen der Arbeit an seiner Dissertation über österreichische Agrarfragen absolvierte er einen Studienaufenthalt bei Max Sering an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Am 7. Juni 1935 erhielt Otto von Habsburg, nach mit Auszeichnung abgeschlossenem Studium, an der Universität Löwen den Titel eines Doktors der sozialen und politischen Wissenschaften.Stationen im Leben des Otto von Habsburg. In: Münchner Merkur, 20. November 2002. ( auf der Website Genealogie der Habsburger. Heinz Wember (Hrsg.) in der Version 13. April 2010, abgerufen am 10. Mai 2019.)

Ab 1940 und Familiengründung Von 1940 bis 1944 lebte Habsburg in den USA, 1944 bis 1951 hauptsächlich in Frankreich, später wieder in Spanien. In der Minoritenkirche in Nancy heiratete er 1951 Regina Prinzessin von Sachsen-Meiningen, Tochter des Erbprinzen Georg von Sachsen-Meiningen. Nancy war die historische Hauptstadt des Herzogtums Lothringen und die Minoritenkirche die Grablege seiner väterlichen Urahnen, der Herzöge von Lothringen.

Aus der Ehe mit Regina gingen sieben Kinder hervor. Seit 1954 lebte die engere Familie Ottos in Pöcking am Starnberger See in Bayern, die im Familienbesitz stehende Villa Austria bewohnte Otto von Habsburg bis zu seinem Tode.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Habsburg eine Tätigkeit als Vortragsreisender und war außerdem als Schriftsteller tätig. Habsburg, der in seinem politischen Engagement vom spanischen Diktator Francisco Franco unterstützt wurde, setzte sich für dessen Auszeichnung mit der Goldmedaille des Stiftes Mariazell ein, die Franco 1952 erhielt.

Familienmitglieder mini|Otto von Habsburg porträtiert von Oliver Mark, Pöcking 2006 Mit seiner Ehefrau Regina von Habsburg (in Österreich amtlich: Regina Habsburg-Lothringen, kurz: Regina Habsburg; 1925–2010) hatte er sieben Kinder (diesen entstammen 22 Enkelkinder und zwei Urenkelkinder):Vgl. die österreichische Parte vom 4./5. Juli 2011 (Hervorhebung Fettschrift, Anm.): (= Traueranzeige von Otto von Habsburg, 20.11.1912 - †…04.07.2011, Letzte Ruhestätte: Kapuzinergruft. In: Website der Aspetos GmbH, abgerufen am 10. Mai 2019.) Andrea Maria (* 30. Mai 1953 in Würzburg) ⚭ 1977 Karl Eugen Graf von Neipperg Monika Maria Roberta Antonia Raphaela (* 13. September 1954 in Würzburg) ⚭ 1980 Luis María Gonzaga de Casanova-Cárdenas y Barón, Herzog von Santangelo Michaela Maria Madeleine Kiliana (* 13. September 1954 in Würzburg) ⚭ 1984–1994 Eric Alba Teran d’Antin ⚭ 1994 Hubertus Graf von Kageneck Gabriela Maria Charlotte Felicitas Elisabeth Antonia (* 14. Oktober 1956 in Luxemburg) ⚭ 1978–1997 Christian Meister Walburga Maria Franziska Helene Elisabeth (* 5. Oktober 1958 in Berg am Starnberger See) ⚭ 1992 Archibald Graf Douglas Karl Thomas Robert Maria Franziskus Georg Bahnam (* 11. Jänner 1961 in Starnberg) ⚭ 1993 Francesca Thyssen-Bornemisza Paul Georg Maria Joseph Dominikus (* 16. Dezember 1964 in Starnberg) ⚭ 1997 Eilika Herzogin von Oldenburg

Familienoberhaupt Mit der Großjährigkeitserklärung und damit dem Ende der Vormundschaft seiner Mutter am 20. November 1930 bis Ende 2006 war Otto Habsburg Oberhaupt der Familien Habsburg-Lothringen (und des im Jahre 1919 untergegangenen „Hauses Habsburg“). Mit 1. Jänner 2007 übertrug er diese Rolle seinem Sohn Karl Habsburg-Lothringen.

mini| – Verzichtserklärung vom 31. Mai 1961, unterzeichnet mit Otto Habsburg Lothringen (ohne dem amtlichen Bindestrich zwischen den Namensteilen Habsburg und Lothringen).

Verzichtserklärung 1961