Sarah Fredrika Sjöström (* 17. August 1993 in Salem) ist eine schwedische Schwimmerin, dreifache Olympiasiegerin (2016 und 2024) und vierzehnfache Weltmeisterin (2009–2024). Sie gilt als Wunderkind des schwedischen Schwimmsports und feierte ihren ersten großen Erfolg bei den Weltmeisterschaften in Rom 2009, wo sie über die 100-Meter-Schmetterlingstrecke als erste skandinavische Schwimmerin die Goldmedaille gewann.
Werdegang Sarah Sjöström wurde als zweites von vier Kindern geboren. Mit dem Schwimmsport kam sie im Alter von neun Jahrenvgl. Melander, Victor: bei expressen.se, 29. Juli 2009 (aufgerufen am 30. Juli 2009) durch eine Freundin in Berührung, nachdem ihre Familie vom Stockholmer Stadtteil Västertorp nach Handen gezogen war. In der fünften Klasse spekulierte sie darüber, ihre sportliche Laufbahn zu beenden, ehe sich Erfolge im Juniorenbereich einstellten. Nach Siegen bei Jugendmeisterschaften und einem überraschenden Medaillengewinn bei den schwedischen Meisterschaften wurde der Trainer Thomas Jansson auf Sjöström aufmerksam.vgl. Bergfeldt, Anders: Poolens härskarinna bei svd.se, 8. November 2008 (aufgerufen am 30. Juli 2009) 2007 gewann sie beim Europäischen Olympischen Sommer-Jugendfestival einen kompletten Medaillensatz und wechselte danach zu den Senioren.
Der Durchbruch 2008 mit dem ersten Europameistertitel Der Durchbruch bei den Senioren gelang Sjöström bereits bei den Europameisterschaften 2008 im niederländischen Eindhoven. Im Halbfinale über 100 Meter Schmetterling stellte die 14-Jährige mit einer Zeit von 58,38 Sekunden den schwedischen Landesrekord von Anna-Karin Kammerling ein und sicherte sich im Finale den Sieg gegen die fast acht Jahre ältere Niederländerin Inge Dekker. Mit ihrem EM-Titel war Sjöström die jüngste schwedische Sportlerin, die bei internationalen Titelkämpfen einen olympischen Wettbewerb gewinnen konnte. Daraufhin erhielt die Schülerin eine Nominierung in das schwedische Aufgebot für die Olympischen Sommerspiele in Peking, wo sie aber nicht an den vorangegangenen Erfolg anknüpfen konnte. In den Vorläufen belegte Sjöström über 100 Meter Schmetterling (59,08 Sekunden) und 100 Meter Rücken (1:02,38 Minuten) nur einen 27. beziehungsweise 29. Platz, während die schwedische Lagenstaffel im Finale, wo sie als Startschwimmerin eingesetzt war, nach einem Wechselfehler disqualifiziert wurde. Im Dezember 2008 nahm sie an den Kurzbahneuropameisterschaften in Rijeka teil, wo sie mit der schwedischen Freistilstaffel die Silbermedaille hinter den Niederlanden errang und die Endläufe über die Strecken 50 Meter Schmetterling (7. Platz; 26,10 Sekunden), 100 Meter Freistil (6. Platz; 53,45 Sekunden) und 100 Meter Schmetterling (6. Platz; 57,40 Sekunden) erreichte, ohne aber eine Einzelmedaille zu gewinnen.
2009 mit dem ersten Weltmeistertitel Trotz des Misserfolgs bei den Olympischen Spielen setzte sich Sjöström 2009 bei der Schwedischen Sportgala (Svenska idrottsgalan) unter anderem gegen den Eishockeyspieler Fabian Brunnström und den Skilangläufer Emil Jönsson durch und gewann den Nachwuchspreis. Noch im selben Jahr feierte die 15-Jährige, die den Amerikaner Michael Phelps zu ihren Vorbildern zählt, ihren bis dahin größten sportlichen Erfolg. Bei den Weltmeisterschaften in Rom sicherte sich Sjöström als erste skandinavische Schwimmerin den Titel über die 100-Meter-Schmetterlingdistanz in der Weltrekordzeit von 56,06 Sekunden und verwies die Australierin Jessicah Schipper und die Chinesin Jiao Liuyang auf die Plätze. Bereits im Vorlauf und Halbfinale hatte sie den schwedischen Rekord und den mehr als acht Jahre alten Weltrekord der Niederländerin Inge de Bruijn unterboten. Über 50 Meter Schmetterling belegte Sjöström in der Zeit von 25,66 Sekunden einen sechsten Platz, mit der schwedischen 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel Platz fünf.
Ende 2009 bei den Kurzbahneuropameisterschaften in Istanbul gewann Sjöström Silbermedaillen mit der 4-mal-50-Meter-Freistilstaffel und mit der 4-mal-50-Meter-Lagenstaffel. Bei ihren Einzelstarts wurde sie Siebte über 50 Meter Schmetterling, Achte über 100 Meter Schmetterling und Vierte über 200 Meter Freistil.Kurzbahneuropameisterschaften 2009 bei the-sports.org
2010 mit dem zweiten Europameistertitel Bei den Europameisterschaften in Budapest gewann die 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel mit Josefin Lillhage, Therese Alshammar, Sarah Sjöström und Gabriella Fagundez die Bronzemedaille hinter den Deutschen und den Britinnen. Über 50 Meter Schmetterling wurde Sjöström Vierte mit 0,05 Sekunden Rückstand auf die Bronzemedaille. Ebenfalls Vierte wurde sie über 100 Meter Freistil, hier fehlten 0,04 Sekunden zur Medaille. Die 4-mal-200-Meter-Freistilstaffel erreichte den sechsten Platz. Über 100 Meter Schmetterling siegte Sjöström in 57,32 Sekunden mit 0,08 Sekunden Vorsprung vor der Britin Francesca Halsall. Zum Abschluss siegte die britische 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel vor Henriette Stenkvist, Joline Höstman, Therese Alshammar und Sarah Sjöström.Europameisterschaften 2010 bei the-sports.org
Ende des Jahres bei den Kurzbahnweltmeisterschaften in Dubai konnte sich Sjöström bei ihren Einzelstarts nicht für ein Finale qualifizieren. Ihre besten Ergebnisse waren fünfte Plätze mit drei Staffeln.Kurzbahnweltmeisterschaften 2010 bei the-sports.org
2011 mit drei vierten Platzen bei den Weltmeisterschaften Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Shanghai wurde Sjöström in 57,38 Sekunden Vierte über 100 Meter Schmetterling, hatte aber 0,32 Sekunden Rückstand auf die Drittplatzierte. Über 200 Meter Freistil war sie ebenfalls Vierte, hier fehlten ihr 0,31 Sekunden zur Medaille. Über 50 Meter Schmetterling siegte Inge Dekker vor Therese Alshammar und der Französin Mélanie Henique. Eine Hundertstelsekunde hinter der Französin schlugen die Chinesin Lu Ying und Sarah Sjöström zeitgleich als Vierte an. Die schwedischen Staffeln erreichten kein Finale.Weltmeisterschaften 2011 bei the-sports.org
2012 mit zwei Europameistertiteln Im Mai 2012 bei den Europameisterschaften in Debrecen gewann die 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel mit Ida Marko-Varga, Michelle Coleman, Sarah Sjöström und Gabriella Fagundez die Silbermedaille hinter dem deutschen Quartett. Alle vier schwedischen Schwimmerinnen erreichten in den Vorläufen über 100 Meter Freistil eine der acht besten Zeiten, aber nur Sjöström und Fagundez durften ins Halbfinale aufsteigen und erreichten auch das Finale. Dort siegte Sjöström in 53,61 Sekunden mit einer halben Sekunde Vorsprung vor der Deutschen Britta Steffen. Über 50 Meter Schmetterling betrug Sjöströms Vorsprung auf die zweitplatzierte Estin Triin Aljand 0,28 Sekunden.Europameisterschaften 2012 bei the-sports.org
Zwei Monate später bei den Olympischen Spielen in London fand zunächst die 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel statt. Sjöström, Coleman, Marko-Varga und Fagundez erreichten das Finale mit der siebtschnellsten Zeit, im Finale wurden die Schwedinnen nach einem Frühstart der Schlussschwimmerin disqualifiziert. Über 100 Meter Schmetterling erreichte Sjöström ihr erstes olympisches Einzelfinale und belegte den vierten Platz mit 0,23 Sekunden Abstand zur Drittplatzierten. Bei vier weiteren Starts gelang Sjöström kein Finaleinzug. Über 100 Meter Freistil fehlten Sjöström als neuntschnellster Schwimmerin im Halbfinale 0,08 Sekunden zur Endlaufteilnahme.
2013 mit dem zweiten Weltmeistertitel 2013 wurde Sjöström vierfache schwedische Meisterin über 50 und 100 Meter Freistil und Schmetterling.Sarah Sjöström bei worldaquatics.com
Bei den Weltmeisterschaften in Barcelona erreichte die 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel mit Michelle Coleman, Louise Hansson, Sarah Sjöström und Nathalie Lindborg den vierten Platz mit 0,79 Sekunden Rückstand auf die drittplatzierten Niederländerinnen. Über 100 Meter Schmetterling siegte Sjöström in 56,53 Sekunden mit 0,44 Sekunden Vorsprung vor der Australierin Alicia Coutts. Über 200 Meter Freistil fehlte Sjöström als Viertplatzierter fast eine Sekunde auf die Medaillenränge. Über 100 Meter Freistil siegte die Australierin Cate Campbell mit einer halben Sekunde Vorsprung vor Sarah Sjöström, die ihrerseits eine halbe Sekunde vor der drittplatzierten Niederländerin Ranomi Kromowidjojo anschlug. Über 50 Meter Freistil schließlich wurde Sjöström Vierte mit 0,15 Sekunden Rückstand auf Bronze.Weltmeisterschaften 2013 bei the-sports.org
Ende des Jahres bei den Kurzbahneuropameisterschaften 2013 in Herning erschwamm Sjöström zwei Goldmedaillen und vier Silbermedaillen. Sie siegte über 50 und 100 Meter Schmetterling und wurde über 50 und 100 Meter Freistil jeweils Zweite hinter Ranomi Kromowidjojo. Die 4-mal-50-Meter-Freistilstaffel schwamm mit Coleman, Sjöström, Hansson und Magdalena Kuras im Vorlauf Weltrekord, wobei die Zeit vier Sekunden über der bis dahin nur als Weltbestzeit geführten Leistung der Niederländerinnen von den Kurzbahneuropameisterschaften 2009 lag. Im Finale siegten die Däninnen vor den Schwedinnen und den Russinnen, alle drei Staffeln waren schneller als der Rekord aus dem Vorlauf und schlugen innerhalb von 0,09 Sekunden an. Eine weitere Silbermedaille gewann die 4-mal-50-Meter-Lagenstaffel mit Michelle Coleman, Jennie Johansson, Sarah Sjöström und Louise Hansson, die allerdings über eine Sekunde Rückstand auf die Däninnen auswies.Kurzbahneuropameisterschaften 2013 bei the-sports.org
2014 mit drei Europameistertiteln Bei den Europameisterschaften in Berlin siegte zunächst die 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel mit Coleman, Kuras, Hansson und Sjöström mit 0,44 Sekunden Vorsprung vor den Niederländerinnen. Über 50 Meter Schmetterling siegte Sjöström mit 0,36 Sekunden Vorsprung vor der Dänin Jeanette Ottesen-Gray. Über 100 Meter Freistil gewann Sarah Sjöström mit fast einer Sekunde Vorsprung vor der Niederländerin Femke Heemskerk, 0,11 Sekunden hinter Heemskerk erschwamm Coleman die Bronzemedaille. Die 4-mal-200-Meter-Freistilstaffel mit Coleman, Hansson, Sjöström und Stina Gardell schlug eine halbe Sekunde nach den Italienerinnen an und hatte über drei Sekunden Vorsprung vor den drittplatzierten Ungarinnen. Über 100 Meter Schmetterling siegte Jeanette Ottesen-Gray, die eine Hundertstelsekunde vor Sjöström anschlug. Ebenfalls Zweite wurde Sjöström über 50 Meter Freistil mit 0,05 Sekunden Rückstand auf Francesca Halsall. In der 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel schließlich siegte das dänische Quartett mit 0,42 Sekunden vor Ida Lindborg, Jennie Johansson, Sarah Sjöström und Michelle Coleman.Europameisterschaften 2014 bei the-sports.org
Anfang Dezember bei den Kurzbahnweltmeisterschaften in Doha belegte Sjöström mit der 4-mal-200-Meter-Freistilstaffel den siebten Platz. Es folgte der zweite Platz über 100 Meter Freistil mit 0,02 Sekunden Rückstand auf Femke Heemskerk. Über 50 Meter Schmetterling siegte Sjöström mit 0,13 Sekunden Vorsprung auf Ottesen-Gray. Zwei Tage später siegte Sjöström über 200 Meter Freistil vor der Ungarin Katinka Hosszú und über 100 Meter Schmetterling mit neuem Weltrekord von 54,61 Sekunden. Zum Abschluss der Wettbewerbe erreichte die 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel mit Michelle Coleman, Jennie Johansson, Sarah Sjöström und Louise Hansson den vierten Platz mit einer Sekunde Rückstand auf die drittplatzierten Japanerinnen.Kurzbahnweltmeisterschaften 2014 bei the-sports.org
2015 mit zwei Weltmeistertiteln mini|alt=Sarah Sjöström bei einer Siegerehrung im blauen Trainingsanzug mit drei gelben schwedischen Kronen. Um den Hals am hellblauen Band trägt Sjöström eine Goldmedaille.|Sarah Sjöström bei den Kurzbahneuropameisterschaften 2015 in Netanja