Die Zschopau (der Ursprung des Namens ist nicht genau belegt, möglicherweise slawisch skapp „Felsen, Klippe“ oder sorb. Šučici „die Rauschende, Tosende“) ist ein linker, 130 km langer Zufluss der Freiberger Mulde in Sachsen (Deutschland), die sie mit einer Wasserführung von 23,8 m³/s (gegenüber 10,3 m³/s der Freiberger Mulde oberhalb der MündungDie mittleren Mündungsabflüsse sind ermittelt aus den Werten der Pegel Lichtenwalde (Zschopau) sowie mittelbar Erlln, Nossen (Freiberger Mulde) und Niederstriegis 1 (Striegis). Für das Zwischeneinzugsgebiet unterhalb von Lichtenwalde wurde aus den Pegeldaten der Gebietsabfluss ermittelt und mit der Einzugsgebietsfläche der Zschopau unterhalb des Pegels Lichtenwalde multipliziert.) mehr als verdreifacht. Die Zschopau entwässert ein Einzugsgebiet von 1847 km².
Verlauf
mini|links|Harrasfelsen mit Körnerkreuz auf einer Postkarte um 1905 mini|links|Hängebrücke bei Mittweida mini|Talsperre Kriebstein mini|Mündung bei Schweta mini|Viadukt Limmritz Die Zschopau entspringt im mittleren Erzgebirge am Nordhang des Fichtelberges in einer Höhe von 1.070 m und verläuft zunächst parallel zur Großen Mittweida in nördlicher Richtung. Die Zschopau bildet die Grenze zwischen dem westlich gelegenen Forstrevier Crottendorf und den östlichen Revieren Oberwiesenthal und Neudorf. Nach Verlassen des Waldgebietes am Fichtelberg passiert sie das Waldhufendorf Crottendorf mit dem Ortsteil Walthersdorf. Zwischen beiden Orten verlief einst die Bahnstrecke Walthersdorf–Crottendorf entlang der Zschopau.
In der Stadt Schlettau mündet die Rote Pfütze ein. Sie fließt dann durch die Orte Tannenberg, Wiesa und Thermalbad Wiesenbad. Dann nimmt die Zschopau das Wasser des Pöhlbaches auf. Kurz vor Wolkenstein kommt das Wasser der Preßnitz dazu.
An ihrem weiteren Lauf liegen die Städte Wolkenstein, Zschopau, Flöha, Frankenberg/Sa. und Mittweida. Zwischen Scharfenstein und Zschopau mündet der größte linke Nebenfluss, die Wilisch, in der Streusiedlung Wilischthal in den Fluss.
Das windungsreiche, zunehmend enge und felsige Zschopautal wird von der bautechnisch interessanten Bahnstrecke Annaberg-Buchholz unt Bf–Flöha begleitet.
In Flöha, nördlich des die Tallandschaft beherrschenden Jagdschlosses Augustusburg, fließt ihr der gleichnamige größte Nebenfluss zu. Die Flöha übertrifft die Zschopau hier sogar etwas an Größe. Nördlich von Flöha liegt am rechten Flussufer der sagenumwobene Harrasfelsen. In diesem Abschnitt verlaufen auch einige Kilometer der Bahnstrecke Niederwiesa–Hainichen im Tal der Zschopau, bevor der Fluss die Städte Frankenberg und Mittweida passiert. In der Talsperre Kriebstein in der Talenge oberhalb der Burg Kriebstein wird die Zschopau gestaut. Sie fließt weiter durch die Stadt Waldheim, wo ihr die Bahnstrecke Chemnitz–Riesa folgt. Die Bahn führt auf dem sechs Kilometer langen Bankrottmeile genannten Abschnitt bis Limmritz über sechs Viadukte. Das Tal ist streckenweise eng und steil, so dass der Zschopautal-Radweg mit entsprechendem Abstand vorbei geleitet wird.
Schließlich mündet der Fluss beim Dorf Schweta westlich von Döbeln in die Freiberger Mulde.
Zuflüsse Von der Quelle zur Mündung. Auswahl.
Kalkbergbach, von links in Crottendorf Braunelle, von rechts in Crottendorf Heidelbach, von links nach Crottendorf Rosenbach, von rechts in Walthersdorf Rote Pfütze, von links in Schlettau Geyerbach, von links in Tannenberg Greifenbach, von links am Ortsende von Tannenberg Sehma, von rechts vor Wiesa Pöhlbach, von rechts nach Wiesa Preßnitz von rechts Hambach, von links vor Wolkenstein Heidelbach, von links bei Wolkenstein-Floßplatz Hüttenbach, von rechts bei Wolkenstein-Warmbad Hüttenbach, von rechts Drechselbach, von rechts am Ortseingang von Hopfgarten Dorfbach, von links in Hopfgarten Großelbersdorfer Bach, von rechts nach Hopfgarten Holzbach, von rechts in Scharfenstein Brauerbach, von rechts in Scharfenstein Drebacher Bach oder Grundbach, von links nahe Grießbach Wilisch, von links bei Wilischthal Tischau, von rechts in Zschopau Hörkelbach, von links in Zschopau Gansbach, von rechts gegenüber Zschopau Krumhermersdorfer Bach, von rechts Truschbach, von links in Zschopauthal Staupoenbach, von rechts nach Witzschdorf Goldbach, von rechts in Hennersdorf Tiefer Graben, von links nach Hennersdorf Schwarzbach, von links in Kunnersdorf Schwarzbach, von rechts in Erdmannsdorf Kalter Bach, von links Schwarzbach, von links Hahnebach, von links gegenüber Flöha Mörnitzbach, von rechts in Flöha Struthbach, von links in Flöha Schweddeybach, von rechts in Flöha Flöha, von rechts in Flöha Aubach, von rechts Forstbach, von rechts Erlbach, von links Eubaer Bach, von links bei Niederwiesa Zapfenbach, von links Teufelsbach, von links Augenwasser, von links vor Lichtenwalde Angerbach, von links nach Lichtenwalde in einen Teilungsarm Frauenholzbach, von rechts Mühlbach, von rechts in Frankenberg in den Teilungsarm Mühlbach Holzbach, von links Merzdorfes Bach, von links kurz vor dem Rücklauf des Teilungsarms Mühlbach Lützelbach, von rechts Sachsenburger Bach, von rechts Kalkbach, von links nahe Biensdorf Ottendorfer Bach, von links Bleibach, von rechts Seifersbach, von rechts bei Dreiwerden Gottesaubach, von links nach Mittweida Auenbach, von rechts in Ringethal Hermsdorfer Bach, von rechts in Ringethal Lahmer Bach, von linksHier beginnt etwa der Rückstaubereich der Talsperre Kriebstein Kiefernbergbach, von links nahe Lauenhain in die Talsperre Mittelbach, von rechts in die Talsperre Erlenbach, von rechts kurz vor der Staumauer der Talsperre Ehrenberger Dorfbach, von rechts vor Kriebethal Greifsbach, von rechts in Kriebethal Schweikershainer Bach, von links gegenüber Kriebethal Richzenhainer Bach, von links vor Waldheim Gebersbach, von rechts gegen Ortsende von Waldheim
Richzenhainer Bach (?), von links nach Waldheim Steinaer Bach, von links bei Steina in den Teilungsarm Steinaer Mühlbach
Burgenkette Die Bedeutung des Flusses als historischer Transportweg, etwa für Holz, in Süd-Nord-Richtung und als strategisches Hindernis zwischen Ost und West, führte im Mittelalter zur Errichtung zahlreicher Burgen, die sich wie eine Kette entlang des Gewässers aufreihen. Saumpfade führten zwar zumeist entlang der Höhenrücken, um die zu bestimmten Jahreszeiten überschwemmten Flussufer zu meiden. An den Flussübergängen (Furten, später mit Fähren und Brücken, die häufig zugleich als Zollstation und Handelsplatz dienten) und an Wegekreuzungen entwickelten sich aber Burgen, Dörfer und Klöster. In Stromrichtung von Süd nach Nord sind dies:
Schloss Wolkenstein Burg Scharfenstein Schloss Wildeck Schellenburg (ab 1567 ersetzt durch das Jagdschloss Augustusburg) Schloss Lichtenwalde Sachsenburg Burg Zschöppichen (1579 ersetzt durch Schloss Neusorge) Burg Ringethal Burg Kriebstein Burg Waldheim
Nach der Mündung in die Freiberger Mulde setzt sich die Kette in Ost-West-Richtung fort: Burg Mildenstein in Leisnig Herrenhof Marschwitz Schloss Podelwitz
Vom Zusammenfluss mit der Zwickauer Mulde an, die von einer vergleichbaren Burgenkette begleitet ist, setzt sich die Kette entlang der Mulde, nun wieder in Süd-Nord-Richtung, bis zur Mündung in die Elbe bei der Burg Roßlau fort.
Trivia Am 13. September 1976 kam es zu einer der bis dahin schwersten Gewässerverunreinigungen in der Geschichte der DDR. Durch einen menschlichen Fehler flossen etwa 15.000 Liter hochgiftige Kupferelektrolytflüssigkeit (in Wasser gelöstes Kupfer(I)-cyanid) aus einem Entgiftungsbecken des galvanischen Betriebsbereichs des VEB Motorradwerk Zschopau ungeklärt in die Zschopau. Die Folgen waren ein massives Fischsterben und darüber hinaus musste infolge mehrerer Versäumnisse (Unterschätzung der Gefahrenlage) zeitweise die Trinkwasserversorgung im Einzugsbereich der Zschopau bis einschließlich der Talsperre Kriebstein eingestellt werden. Am 24. September des Jahres erreichte die Schadstoffwelle – inzwischen in der Vereinigten Mulde – mit nun geringer Kupfer(I)-cyanid-Konzentration den Kreis Eilenburg.Verunreinigung der Zschopau durch den VEB Motorradwerke 27. September 1976 Information Nr. 672/76 über einige im Zusammenhang mit der Untersuchung der Verunreinigung des Flusses Zschopau festgestellte Mängel im VEB Motorradwerke Zschopau und im Bereich der Wasserwirtschaft. Abgerufen am 22. Juli 2021.
Literatur
Albert Schröder: Burgen und Schlösser im unteren Zschopautal (= Geschichtliche Wanderfahrten. Band 18). Heinrich, Dresden 1931, . Albert Schröder: Burgen und Schlösser im oberen Zschopautal (= Geschichtliche Wanderfahrten. Band 23). Heinrich, Dresden 1932, .
Einzelnachweise
Weblinks
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