Bernd Hamm (* 5. August 1945 in Groß-Gerau; † 19. Juni 2015 in Berlin)https://berlin21.net/aktuell/berlin-21-trauert-um-bernd-hamm war ein deutscher Soziologe und Professor für Soziologie an der Universität Trier. Campus News der Universität Trier

Leben Bernd Hamm wurde als Sohn von Marianne Hamm, geborener Fink, und des Fahrlehrers Franz Hamm geboren. Nach Volksschule, dem mit Mittlerer Reife abgeschlossenen Gymnasium (1955 bis 1961) und Lehre als Schriftsetzer in Rüsselsheim (1961 bis 1964) mit anschließender Berufstätigkeit von 1964 bis 1969, erarbeitete er sich in Fernkursen und Abendgymnasium (1967 bis 1969) das Abitur. Von 1969 bis 1974 studierte Hamm an der Universität Bern Soziologie, Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie Arbeitsrecht. Das Studium schloss er 1974 mit dem akademischen Grad lic. rer. pol. ab und 1975 wurde er zum Dr. rer. pol. promoviert. Von 1974 bis 1977 ging er einer freien Forschungs- und Beratungstätigkeit nach.

1974 bis 1978 leitete Hamm ein Planungsbüro und war soziologischer Berater des Stadtplanungsamtes Bern. 1977 wurde er auf die Professur für Siedlungs-, Umwelt- und Planungssoziologie der Universität Trier berufen. 2008 ging er aus Protest gegen die Bologna-Studienreform vorzeitig in den Ruhestand.

Er war Mitglied des Sonderforschungsbereichs Umwelt und Region, 1983 bis 1995 Vorsitzender des Fachausschusses Sozialwissenschaften der Deutschen UNESCO-Kommission, ferner Mitglied der deutschen Delegation bei den Generalkonferenzen und Mitglied des Expert Committee on Global Problems and Future-Oriented Studies, in dessen Rahmen er sich an Pilotprojekten unter anderem in Brasilien, Marokko, Thailand beteiligte, um Themen zu globalen Problemen in Hochschul-Curricula einzubauen. Außerdem war er Mitglied der International Sociological Association und der World Futures Studies Federation. 1991 war er Gründer und Geschäftsführer des Zentrums für europäische Studien der Universität Trier mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Osteuropa, Entwicklung eines Studium integrale. 1992 hatte er den Jean-Monnet-Lehrstuhl, 1993 die UNESCO-Professur für Europa in globaler Perspektive inne. Darüber hinaus nahm er zahlreiche Gastprofessuren und Lehraufträge im In- und Ausland wahr.Hamms Homepage, Universität Trier

mini|hochkant|Grabstätte auf dem Waldfriedhof Grünau Im Jahr 1974 erhielt er dem Seminarpreis der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern, 1978 den Ersten Preis der Julius Bär Stiftung. 1995 verlieh ihm die Wirtschaftsuniversität Kattowitz (Polen) den Ehrendoktor. Hamm wat geschieden, hatte zwei Töchter (Karin und Janke) und lebte seit 2012 in Berlin. Dort starb er im Alter von 69 Jahren und wurde auf dem Waldfriedhof Grünau beigesetzt.

Literatur Hamm, Bernd. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 447.

Schriften (Auswahl) Betrifft: Nachbarschaft. 1973. Die Organisation der städtischen Umwelt. Ein Beitrag zur sozialökologischen Theorie der Stadt. Huber, Stuttgart 1977, ISBN 3-719305481. als Hrsg. mit Peter Atteslander: Materialien zur Siedlungssoziologie. 1974. Lebensraum Stadt. 1979. Indikatoren der Stadtentwicklung. 1979. Einführung in die Siedlungssoziologie. Beck, München 1982, ISBN 3-406087035. als Hrsg.: Gesellschaft zerstören. Der neoliberale Anschlag auf Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Homilius, Berlin 2004, ISBN 3-897066009. Die soziale Struktur der Globalisierung. Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft. Homilius, Berlin 2006, ISBN 3-897066033. Umweltkatastrophen. Metropolis Verlag, Marburg 2011, ISBN 978-3-8951-8879-4. als Hrsg. mit Russel Smandych: Kulturimperialismus. Aufsätze zur politischen Ökonomie kultureller Herrschaft. Homilius, Berlin 2011, ISBN 3-8970-6604-1. Das Ende der Demokratie – wie wir sie kennen. 2014 (archive.orgPDF).

Weblinks

Essay 2007 Medienmacht bei cultura21.de Interview 2008 mit heise.de „Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch!“

Einzelnachweise

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