mini|Firmengebäude in Albstadt mini|Nasenschild des Nähmaschinenmuseums der Firma Mey

Die Mey GmbH & Co. KG ist ein weltweit tätiger Hersteller von Tag- und Nachtwäsche sowie Dessous mit Sitz in Albstadt in Baden-Württemberg. Das Unternehmen befindet sich zu 100 % in Familienbesitz.Florian Mey Nachhaltigkeit im Modebusiness am Beispiel Mey Bodywear. Fachvortrag vom 8. Juni 2010 beim 10. Student meets Business Day, Thema: „Nachhaltigkeit in der Unternehmenskooperation – Herausforderung in der Unternehmenspraxis“ an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen

Geschichte 1928–1960: Anfänge Franz Mey machte sich 1928 mit einer Lohnwirkerei selbstständig. 1948 gründeten die beiden Brüder Karl und Franz Mey die Gebrüder Mey OHG und begannen mit der Konfektionierung von Damen-, Herren- und Kinderkleidung. 1952 wurde ein Fabrikgebäude in Lautlingen gebaut.

1956 wurde das Unternehmen von Franz und Albrecht Mey (Vater und Sohn) geführt. 1959 wurde entschieden, sich auf Damenwäsche zu spezialisieren und die Qualität der Produkte zu steigern. Im selben Jahr wurde mit dem Bau der Näherei-Filiale in Dormettingen begonnen.

1960–2000: Produktmarke „Mey“, Ausbau des Unternehmens 1961 und 1962 wurde entschieden, mit dem Fachhandel gemeinsam Geschäfte zu machen und die Produkte ausschließlich unter der Marke „Mey“ anzubieten. Im Jahr 1972 wurde mit dem Neubau des Produktionsgebäudes in Lautlingen und Einrichtung mit modernen Maschinen und Anlagen eine rationelle Fertigung mit hochwertiger Qualität angestrebt.

Nach dem Tod von Franz Mey 1974 wurde das Unternehmen von den Brüdern Albrecht Mey und Dietmar Mey geführt. Zwei Jahre später wurde in Lautlingen ein neues Bürogebäude gebaut. 1978 kam eine weitere Innovation von Mey auf den Markt, der sogenannte Mey-Rand, welcher beim Tragen die Unterwäsche nicht abzeichnen und auftragen lassen soll. Weitere Neuerungen waren etwa das „Drunterhemd“ oder das „Blusenwunder“.

1984 entschloss sich die Unternehmensführung, auch Herrenwäsche in das Sortiment aufzunehmen. Mit der Übernahme einer Fabrik in Bitz wurde erstmals Herrenwäsche angefertigt. Das Unternehmen besteht aus zwei rechtlich getrennten Gesellschaften mit zwei unterschiedlichen Firmensitzen in Albstadt und in Bitz. Die Nähereifiliale in Dormettingen erhielt 1987 einen Neubau. 1991 wurde in Celorico da Beira in Portugal ein neues Werk gebaut. Im Jahr darauf erhielt Mey-Herrenwäsche in Bitz einen Neubau.

Im Zuge einer Nachhaltigkeitsinitiative entwickelte Mey zusammen mit den Fischerwerken den sogenannten „Schwäbischen Bumerang“, einen Wäschebügel, der nach dem Verkauf der Wäsche wieder eingesammelt und wieder verwendet wird. Das ökologisch ausgerichtete Bügel-Kreislauf-System schaffte nach der Einführung 1997 Arbeitsplätze bei den Zollernalb-Werkstätten für Menschen mit Behinderung (ZAK gGmbH) und hilft Abfall einzusparen. Der Wäschebügel und der von Mey initiierte Bügel-Kreislauf wurde 1998 mit dem Umweltpreis „Ökoprodukt des Jahres“ ausgezeichnet.

Seit 2000: Verstärkte Expansion ins Ausland Im Jahr 2000 expandierte Mey mit einem Neubau in Veresegyház in Ungarn. Zudem wurde bei Mey ein Unternehmensbeirat installiert. Nach dem Tod von Albrecht Mey 2002 war eine Neuorganisation der Unternehmensführung nötig, infolgedessen wurde die Geschäftsführung für Damen- und Herrenwäsche vereinheitlicht und die Ressortgliederung in Vertrieb/Vermarktung, Produktion und Finanzen/Dienste implementiert. Ebenfalls 2002 wurde von Mey die „Meynight“-Linie eingeführt. Damit unterbaute die Firma ihre internationale Marktführerschaft als Komplettmarke.

Seit 2014 ist Matthias Mey, der Enkel des Unternehmensgründers, als Geschäftsführer tätig. Mit Florian und Markus Mey sind auch zwei weitere Mitglieder der dritten Generation der Familie Teil der Geschäftsführung. Seit 2019 erstellt das Unternehmen jährlich Nachhaltigkeitsberichte. Während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 produzierte Mey als eines der ersten Textilunternehmen in Deutschland Mund-Nasen-Bedeckungen. Im November 2020 erhielt Mey die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg für unternehmerische Leistungen und die Tätigkeiten in der COVID-19-Pandemie.

Unter der Marke „Mes amis“ betreibt das Unternehmen seit 2019 Läden in einigen Städten wie Bremen oder Mainz, wo neben Mey auch weitere Marken angeboten werden. 2025 eröffneten zwei Flagship-Läden von Mey in Freiburg und Hamburg.

Organisation Das Unternehmen ist vollständig im Besitz der Familie Mey. 2024 machte das Unternehmen einen Umsatz von rund 123,4 Millionen Euro und beschäftigt über 1100 Mitarbeiter.

Ein großer Teil der Produkte wird in eigenen Werken in Deutschland, Portugal und Ungarn hergestellt. 85 % der Stoffe werden am Standort in Albstadt (Deutschland) produziert. 89 % der Lieferanten haben ihren Sitz in Europa. Für alle Produkte mit Wollanteil wird 100 % mulesing-freie (entfernen der Haut von Schafen ohne vorherige Schmerzausschaltung) Wolle eingesetzt.

Standorte Das Unternehmen unterhält fünf Standorte, die alle in Europa liegen.

Deutschland Albstadt-Lautlingen (Produktion, Verwaltung, Werksverkauf) Bitz (Logistik) Dormettingen (Logistik, Werksverkauf)

Ausland Celorico da Beira, Portugal (Produktion) Veresegyház, Ungarn (Produktion)

Produkte Mey ist ein Modeunternehmen für Tag- und Nachtwäsche, Unterwäsche, Dessous, Outdoor-Funktionswäsche und Badehosen. Ein großer Teil der Stoffe wird selbst hergestellt. Seit 2019 übernimmt das Unternehmen zudem selbst die Herstellung der BH-Schalen an seinem Standort in Ungarn.

Mehrfach arbeitete das Unternehmen im Rahmen von Modeveranstaltungen wie der Berlin Fashion Week seit 2022 mit dem Modeschöpfer Kilian Kerner zusammen. Dabei band Kerner die Wäsche-Modekollektionen von Mey in die präsentierten Outfits ein.

Nähmaschinenmuseum Die Firma Mey unterhält ein Nähmaschinenmuseum in Lautlingen, welches die Geschichte der Nähmaschine von der Erfindung bis zu ihrer heutigen Entwicklung aufzeigt. Das Museum zeigt unter anderem Nähmaschinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, darunter eine Rekonstruktion einer englischen Nähmaschine von 1790. Es wird durch die „Stiftung und Sammlung Albrecht Mey“ betreut, deren langjähriger Vorstand Armin Mey war († 2013) und an der auch weitere Mitglieder der Familie Mey beteiligt sind. 2025 wurde das Museum um die Nähutensilien-Sammlung der Reutlingerin Ursula Müller-Wiese ergänzt.

Weblinks Webpräsenz der Mey GmbH & Co. KG Nähmaschinenmuseum Gebrüder Mey

Einzelnachweise

Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Textilbekleidung) Kategorie:Unternehmen (Albstadt) Kategorie:Unternehmensgründung 1928 Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Zollernalbkreis) Kategorie:Wirtschaft (Schwäbische Alb)