Der Fußballclub Erzgebirge Aue e. V., kurz FC Erzgebirge Aue, ist ein Sportverein aus Aue-Bad Schlema in Sachsen, der am 4. März 1946 als Betriebssportgemeinschaft Wismut Aue gegründet wurde. Nach der politischen Wende und neuen Organisationsformen im Bundesland Sachsen entstand ein völlig neuer Sportverein, der durch einen umfangreichen Förderkreis unterstützt wird.Förderkreis. In: fc-erzgebirge.de. Abgerufen am 8. September 2023.

Der Verein ist besonders durch seine Männer-Fußballabteilung bekannt. Die Mannschaft des Vereins spielte ab der Saison 2016/17 bis zur Saison 2021/22 in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Frauenmannschaft des Vereins ist in der Landesliga Sachsen vertreten. Zudem hat der Verein eine Ringermannschaft, welche zuletzt in der Saison 2021/22 in der Ringer-Bundesliga vertreten war und weitere Sport-Abteilungen wie Badminton, Billard, Bogenschießen, Judo, Kraftsport, Leichtathletik, Schwimmen, Ski, Tennis und Volleyball.Abteilungen. In: fc-erzgebirge.de. Abgerufen am 8. September 2023.

Vorgeschichte: 1908 bis 1989 mini|links|100px|Logo VfB Aue-Zelle um 1930 Die Wurzeln des FC Erzgebirge Aue liegen im 1908 gegründeten FC Aue, dem ersten Fußballverein in der Stadt. In den folgenden Jahren erfolgten mehrere namentliche und sportliche Veränderungen, der FC spielte bald in der Gauliga Erzgebirge, eine von zahlreichen ersten Spielklassen des Verbandes Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine. Nach den Namens-Stationen Alemannia Aue, SV Alemannia Aue e. V. wurde der Verein in der NS-Zeit als Regionalverband aufgelöst, die Sportler gelangten aber in den Fußballgau Sachsen. Auf Druck der Nationalsozialisten erfolgte 1937 eine Fusion mit dem VfB Aue, welcher von 1929 bis 1932 ebenfalls in der Gauliga Erzgebirge spielte, zum SV Aue.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden durch die Besatzungsmächte alle Vereine zunächst aufgelöst. Bald formierten sich jedoch interessierte Sportler zu neuen Mannschaften und nahmen ab 1946 an lokalen Fußballmeisterschaften teil. Im Jahr 1949 entstand unter dem Dach der Fabrik Pneumatik Aue die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Pneumatik, die 1951 die endgültige Bezeichnung BSG Wismut Aue erhielt. Deren Fußballmannschaft spielte als einzige von 1951 bis 1990 in der höchsten DDR-Spielklasse. Fans des FC Erzgebirge Aue spielen bis heute mit dem Schlachtruf „Zwei gekreuzte Hämmer und ein großes W“ auf Schlägel und Eisen an, die in den Wappen bis 1990 enthalten sind.

Zwischen 1954 und 1963 war der Auer FC eine Abteilung der Sektion Fußball des SC Wismut Karl-Marx-Stadt; er setzte aber durch, dass sie weiter im heimischen Otto-Grotewohl-Stadion spielen konnten. In dieser Zeit gewannen sie drei Meisterschaften und einen Pokalsieg.

Geschichte 1990 bis 1993: Gründung des FC Wismut Als nach der politischen Wende von 1989 das System der Betriebssportgemeinschaften aus ökonomischen Gründen nicht aufrechterhalten werden konnte, gründeten in Aue Mitglieder der BSG Wismut am 14. Februar 1990 den Fußballverein FC Wismut Aue. Zunächst hielt die Wismut noch an ihrer damaligen Werksmannschaft fest. Nach der Wiedervereinigung und der folgenden Umstrukturierung der SDAG Wismut zum Sanierungsunternehmen Wismut GmbH sank allmählich das Interesse am Club. Sportlich sah es zunächst kaum besser aus. Trainer Jürgen Escher sowie Co-Trainer Konrad Schaller, beides ehemalige Spieler von Wismut, blieben nach dem Abstieg im Amt, während Harald Mothes sowie elf weitere Spieler den Verein verließen. Nach anfänglichen Erfolgen in der Staffel B der DDR-Liga 1990/91, wie dem 7:0-Sieg gegen Kali Werra Tiefenort, wurde das Trainerduo bereits im November 1990, nach mehreren Remis und einer schließlich entscheidenden Niederlage gegen den Chemnitzer SV 1951, entlassen. Der Vorstand holte Klaus Toppmöller als Nachfolger ins Erzgebirge. Während seiner Amtszeit verloren die Veilchen kein einziges Spiel mehr, wodurch Aue um den ersten Platz kämpfte. Am 22. Mai 1991 am vorletzten Spieltag der Saison beim FSV Zwickau wurde das Spiel beim Stand von 4:1 für Aue aufgrund von Ausschreitungen Zwickauer Hooligans abgebrochen. Nach einem Urteil des mittlerweile zuständigen nordostdeutschen Verbandes wurde das Spiel mit diesem Stand für Aue gewertet, wodurch Aue am Ende der Saison in der Abschlusstabelle um ein Tor in der Differenz hinter den erstplatzierten Zwickauern lag. Damit verpasste das Team die Relegationsrunde für die 2. Bundesliga. Auch Trainer Klaus Toppmöller verließ den Verein nach dem Vorfall.

In der folgenden Saison 1991/92 ging Wismut Aue in der drittklassigen Oberliga Nordost-Süd an den Start. Stefan Persigehl, der in der Vorsaison 22 Tore geschossen hatte, wechselte zu Hansa Rostock. Dafür kamen u. a. Jörg Kirsten vom FC Sachsen Leipzig und Maik Faßl. Kirsten war mit 20 Treffern nach Saisonende der beste Auer Torschütze der Spielzeit. Auch Ronny Thielemann, welcher bis 1999 bei den Veilchen blieb, sammelte erste Erfahrungen. Neuer Trainer wurde der Co-Trainer der Vorsaison Heinz Eisengrein. Mit ihm schlug Aue den Erzfeind FSV Zwickau, welcher den Aufstieg in der Relegation verpasst hatte, im Hinspiel mit 2:1, wodurch Aue kurzzeitig Tabellenführer wurde. Nach der Winterpause ging es allerdings abwärts. Nach zwei Niederlagen im März gegen Wacker Nordhausen und den 1. FC Markkleeberg wurde Heinz Eisengrein beurlaubt und durch den ehemaligen DDR-Nationalspieler Lutz Lindemann ersetzt. Er führte die Mannschaft zu Rang 2 in der Endtabelle. Damit verpasste Aue als Tabellenzweiter erneut die Ausscheidungsspiele zur 2. Bundesliga.

Zur Saison 1992/93 verließen die Auer Torschützen Jörg Kirsten und Steven Zweigler, die zusammen in der Vorsaison 39 Treffer erzielt hatten, sowie weitere Stammspieler den Verein und gingen überwiegend zu Mannschaften höherklassiger Ligen. Dem sportlichen Verlust folgte ein wirtschaftlicher Rückschlag. Die Wismut GmbH zog sich im Juni 1992 aus dem kompletten Fußballgeschäft zurück. Da das Unternehmen bis dahin weiterhin einziger Hauptsponsor und zusätzlich Arbeitgeber für Spieler und Trainer war, stand der FC Wismut Aue nach dem Rückzug vor dem Bankrott. Der Präsident Gerd Uhlmann, der Vizepräsident und Schatzmeister Bertram Höfer, der Geschäftsführer Lothar Schmiedel und der Trainer Lutz Lindemann suchten nun nach neuen Geldgebern. Neben einigen privaten Spendern wurden die Veilchen durch den Landkreis und den neuen Hauptsponsor Bellheimer Bier unterstützt. Wichtigster Gewinn waren allerdings die zwei Unternehmerbrüder Leonhardt, von denen Uwe Leonhardt schließlich Präsident wurde. Sie brachten gemeinsam mit Schatzmeister Höfer, den Vorständen Koch, Henselin, May und Geschäftsführer Schmiedel den Verein mit Kontinuität und wirtschaftlicher Solidität schrittweise wieder nach vorn.

1993 bis 2010: Namensänderung in FC Erzgebirge Aue und Abstieg in Zweit- und Drittklassigkeit Zunächst bekam der FC Wismut nach dem Rückzug der Wismut einen neuen Namen, welcher den Verein als Aushängeschild der Region darstellen sollte. So wurde er zu Beginn des Jahres 1993 in FC Erzgebirge Aue umbenannt. Zudem gründete sich im Frühjahr des Jahres der Förderkreis des Vereins, dem seitdem regelmäßige Sponsoren des FC Erzgebirge angehören. Sportlich hielt sich die dezimierte Mannschaft im oberen Mittelfeld. Viele Anhänger des Vereins blieben nach der tabellarischen und spielerischen Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr trotzdem zu Hause. Bei einigen Heimspielen besuchten weniger als 1000 Fans das Erzgebirgsstadion. Nach Erfolgen gegen den SC Weimar und Wacker Nordhausen am Ende der Saison wurden die Veilchen Siebter.

In Folge zunehmender wirtschaftlicher Stabilität gab es zur Saison 1993/94 wieder nennenswerte Neuzugänge. Diese hießen z. B. Moudachirou Amadou, Boris Lucic oder Mirko Ullmann. So konnte der Verein auch den Abgang von Enrico Barth verkraften. Letztendlich qualifizierte sich Aue mit dem dritten Platz für die neueingeführte Regionalliga Nordost. Dort erreichte der Verein in den folgenden Jahren stets einstellige Tabellenplätze.

mini|hochkant|Gerd Schädlich, Trainer von 1999 bis 2007 Am 1. Juli 1999 übernahm der damals 46-jährige Gerd Schädlich das Amt des Cheftrainers. Aue qualifizierte sich sofort im ersten Jahr für die neu gegründete Regionalliga Nord. Außerdem qualifizierte sich der Verein erstmals seit 1991/92 für den DFB-Pokal. Dort verlor Aue allerdings mit 0:3 gegen den Hamburger SV. Bald wurde Erzgebirge Aue nach einem 7. Platz (2000/01) und einem 9. Platz (2001/02) in der Saison 2002/03 Erster der Regionalliga Nord und stieg dadurch in die 2. Bundesliga auf. In der Saison 2003/04 wurde der Auer Spieler Kay-Uwe Jendrossek am 11. April 2004 nach dem Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 positiv auf Kortison getestet und er wurde daraufhin für sechs Spiele gesperrt. Am Ende der Saison belegte die Auer Mannschaft den achten Tabellenplatz und erreichte in den beiden folgenden Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 jeweils den siebten Platz, 2006/07 wurde der FC Erzgebirge Zehnter. Im DFB-Pokal 2005/06 kam Aue erstmals durch einen Sieg gegen die Amateurmannschaft des VfL Bochum mit 3:2 in die 2. Runde. Dort schied Aue mit 0:1 gegen den FC Bayern München aus. Nach einer 0:5-Niederlage beim TSV 1860 München im letzten Spiel vor der Winterpause in der Saison 2007/08 und dem damit verbundenen Verbleib auf einem Abstiegsplatz trat Schädlich am 17. Dezember 2007 nach mehr als acht Jahren von seinem Trainerposten zurück. Auch unter dem neuen Cheftrainer Roland Seitz rangierte der Verein weiter auf einem Abstiegsplatz. Am 21. April 2008 trennte sich der Verein von Seitz. Nachfolger wurde Heiko Weber, der jedoch den Abstieg in die neugegründete 3. Liga erwartungsgemäß nicht mehr verhindern konnte. Nach einem enttäuschenden 12. Platz in der Saison 2008/09 wurde Weber am 3. Juni 2009 entlassen. Nachfolger wurde am 8. Juni 2009 der bisherige Co-Trainer Rico Schmitt. Marco Kämpfe wurde neuer Co-Trainer. In der 1. Runde des DFB-Pokal 2008/09 gewann Aue mit 5:4 i. E. gegen den FC St. Pauli. In der 2. Runde folgte mit einer 1:2-Niederlage gegen Werder Bremen das Ausscheiden. Am 30. April 2010 machten die Veilchen bereits am vorletzten Spieltag der 3. Liga nach zweijähriger Abwesenheit den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit einem 2:1-Sieg gegen den Konkurrenten Eintracht Braunschweig perfekt.

2010 bis 2014: Wieder in der 2. Bundesliga mini|Stammtorhüter Martin Männel Um in der 2. Bundesliga bestehen zu können, wurden unter anderem Enrico Kern, Kevin Schlitte und Oliver Schröder ablösefrei vom Absteiger der Vorsaison Hansa Rostock sowie Fabian Müller vom 1. FC Kaiserslautern und Adli Lachheb vom Halleschen FC verpflichtet. Der Torwarttrainer Jörg Weißflog wurde von Russi Petkow abgelöst. Diese Veränderungen erwiesen sich als hilfreich, da die Mannschaft nach dem Wiederaufstieg in der Saison 2010/11 nach einem gewonnenen Nachholspiel gegen den FSV Frankfurt sogar überraschend Herbstmeister wurde. Ende März wurde der Vertrag mit Trainer Rico Schmitt bis zum 30. Juni 2013 verlängert. Besonders auffallende Ergebnisse waren aus Auer Sicht im positiven Sinne der 5:1-Sieg im Aachener Tivoli und der 3:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld und im negativen Sinne die 0:6-Niederlage im Hinspiel gegen Energie Cottbus und die 0:3-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf. Am 31. Spieltag beim Heimspiel gegen Energie Cottbus wurden im Gästeblock Feuerwerkskörper gezündet. Es wurden 38 Strafanzeigen gestellt. Das Spiel endete nach zehn Minuten Nachspielzeit 1:2 für das Gästeteam. Vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Hertha BSC hatte sich der damals 37-jährige Tomasz Kos, welcher langjähriger Kapitän der Veilchen war, nach sieben Spieljahren vom Verein verabschiedet. René Klingbeil übernahm im Laufe der Saison den Kapitänsposten. Die Führung in der Tabelle konnten die Veilchen allerdings nicht halten; als Tabellenfünfter wurde am Saisonende 2010/11 kein Aufstiegsplatz erreicht. Im DFB-Pokal 2010/11 schied Aue in der ersten Runde gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:3 aus.