mini|Bildnis des Verlegers Albin Ackermann-Teubner (1826–1903). Ölgemälde von Emil Fröhlich (1862–1950), ca. 1883. Ehemals Rittergut Gebersdorf (Erich Ackermann). Seit Plünderungen 1945 kriegsbedingt verloren (Lost-Art-ID: 637729). Albin Ackermann, ab 1852 auch Albin Ackermann-Teubner, (* 14. Februar 1826 in Elsterberg; † 23. März 1903 in Leipzig) war ein deutscher Verleger und Buchhändler in Leipzig. Er leitete über mehrere Jahrzehnte maßgeblich das Verlagshaus B. G. Teubner.

Leben

Ackermanns Vater war der königlich sächsische Appellationsrat Gustav Adolph Ackermann (1791–1872), sein älterer Bruder der Sächsische Landtagspräsident Karl Gustav Ackermann (1820–1901). Er trat 1850 in den Leipziger B. G. Teubner Verlag und übernahm zunächst die Geschäftsführung der Dresdner Filiale. Später wurde er Teilhaber. Im November 1852 heiratete er Benedicta Anna Sophie Teubner (1832–1884), eine Tochter von Benedictus Gotthelf Teubner, und nannte sich danach zeitweilig auch Ackermann-Teubner. Er kam nach dem Tod seines Schwiegervaters 1856 nach Leipzig zurück und übernahm mit seinem Schwager Adolf Roßbach (1822–1898) das Unternehmen. Unter ihrer Führung erlangte der Verlag Weltruf, insbesondere durch den systematischen Ausbau der Bibliotheca Teubneriana sowie durch wissenschaftliche Fachliteratur im Bereich der Altertumswissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften.Friedrich Schulze (Hrsg.): B. G. Teubner. 1811–1911. Geschichte der Firma. B. G. Teubner, Leipzig 1911.

Albin Ackermann gehörte neben Eduard Brockhaus zu den führenden Persönlichkeiten des Leipziger Buchdruckgewerbes und wurde am 16. August 1869 zum ersten Vorsitzenden des neu gegründeten Arbeitgeberverbandes Deutscher Buchdruckerverein gewählt.Alfred Heller, Deutscher Buchdrucker-Verein (Hrsg.): Der Deutsche Buchdruckerverein und sein Werden in fünfzig Jahren (1869–1919). Leipzig 1919, S. 28 (Digitalisat). Neben seiner verlegerischen Tätigkeit engagierte sich Ackermann in der Leipziger Kommunalpolitik und war langjähriges Mitglied des Leipziger Stadtverordnetenkollegiums.

mini|links|Villa Ackermann von der Emil-Fuchs-Straße aus gesehen. Die im Hintergrund noch unsaniert zu sehende Villa ist die 8 Jahre nach seiner eigenen erbaute Villa seines Schwiegersohnes Alfred Roßbach. (2012) 1863 ließ er sich in Leipzig nach den Plänen des Architekten Carl Gustav Aeckerlein die nach ihm benannte Villa Ackermann im Leipziger Waldstraßenviertel erbauen.

mini|Rittergut Gundorf 1881 erwarb er das Schloss Gundorf bei Leipzig, zu dem eine von Peter Joseph Lenné gestaltete Parkanlage zählte.

Ein von Emil Fröhlich geschaffenes Ölgemälde, das Albin Ackermann-Teubner porträtiert, befand sich später im Besitz seines Enkels Erich Ackermann auf dem Rittergut Gebersdorf. Dieses Familienporträt ging im Zuge von Plünderungen nach dem Einmarsch der Roten Armee im Frühjahr/Sommer 1945 kriegsbedingt verloren und ist seit August 2026 offiziell in der Lost Art-Datenbank als Verlust registriert (Lost-Art-ID: 637729).Sucheintrag für das Bildnis des Verlegers Albin Ackermann-Teubner (Lost-Art-ID: 637729) in der Lost Art-Datenbank (veröffentlicht am 19. August 2026).

Aus der Ehe mit Benedicta Anna Sophie Teubner ging unter anderem der Sohn Alfred Ackermann-Teubner (1857–1941) hervor, der 1882 ebenfalls als Teilhaber in den Verlag eintrat und das Unternehmen später fortführte.

Albin Ackermann wurde im Ackermannschen Erbbegräbnis in der VII. Abteilung des Neuen Johannisfriedhofs beerdigt.

Kunstförderung mini|hochkant|Amor findet die schlafende Psyche Ackermann trat auch als bedeutender Kunstmäzen hervor. So erwarb er 1880 das Gemälde Sappho an der Felswand von Lesbos des Landschaftsmalers Edmund Friedrich Kanoldt und beauftragte diesen im Anschluss mit dem monumentalen Wandgemäldezyklus Amor und Psyche (1881–1882) für seine private Sammlung auf Rittergut Gundorf (auch als Schloss Gundorf bezeichnet) bei Leipzig.

Ehrungen 1876 Ehrenkreuz von Schwarzburg II. Klasse von Fürst Georg von Schwarzburg-RudolstadtGeschichte der Familie Ackermann, S. 87. 1880 Ritterkreuz I. Klasse des Albrechtsordens von König Albert 1885 Annenorden III. Klasse von Kaiser Alexander III. von Russland 1892 Stanislausorden II. Klasse von Kaiser Alexander III. von Russland

Literatur mini|hochkant|Epitaph für Albin und Anna Ackermann an der Gundorfer Kirche Albin Ackermann-Teubner. In: Leipziger Zeitung. 23. März 1903. Zwei hervorragende deutsche Buchhändler †. In: Daheim. 39, 1903, S. 3 f. Friedrich Schulze: B. G. Teubner. 1811–1911. Geschichte der Firma. B. G. Teubner, Leipzig 1911. Friedrich Schulze: Geschichte der Familie Ackermann aus Gödern im altenburgischen Ostkreise 1560–1912. B. G. Teubner, Leipzig 1912, S. 237 (erstellt im Auftrag von Alfred Ackermann für dessen Sohn Erich; mit Familienstammbaum).

Weblinks

Josef Matzerath: Albin Ackermann-Teubner (1826–1903). In: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): Sächsische Biografie. Bildnis des Verlegers Albin Ackermann-Teubner in der Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste

Einzelnachweise

Kategorie:Verleger (19. Jahrhundert) Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert) Kategorie:Verleger (Leipzig) Kategorie:Verleger (Dresden) Kategorie:Buchhändler Kategorie:Verbandsfunktionär (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1826 Kategorie:Gestorben 1903 Kategorie:Mann