Liniennetz

Die Stadtbahn von Cagliari, offizieller Name MetroCagliari, ist eine Stadtbahn in der sardischen Stadt Cagliari. Sie wird als Metropolitana leggera (leichte Metro) eingestuft. Als Teil der sardischen Schmalspurbahn Ferrovie della Sardegna (FdS) hat sie auch deren Spurweite von 950 Millimetern. Der Ausbau zur Stadtbahn wurde vom EU-Strukturfonds gefördert. Die erste Ausbaustufe, eine 6,5 Kilometer lange, eingleisige Strecke mit sieben Zwischenstationen von der Station Piazza Repubblica nach Monserrato San Gottardo ging im März 2008 in Betrieb. Sie wurde ab 2004 auf einem bis dahin zweigleisigen Abschnitt der Bahnstrecke Cagliari–Isili aus dem Jahr 1888 gebaut. Heute umfasst das Netz zwei Linien mit gut 12 Kilometern Streckenlänge und 13 Haltestellen.

Geschichte Historisches Straßenbahnnetz Cagliari hatte bereits von 1893 bis 1973 ein eigenes Straßenbahnsystem, die Rete tranviaria di Cagliari. In seiner größten Ausdehnung hatte es sechs Linien. Ihr Niedergang, der nach dem Zweiten Weltkrieg begann, führte schließlich dazu, dass sich der Straßenbahnbetrieb auf die Strecke von Cagliari zum beliebten Strand von Poetto beschränkte. Diese Linie verkehrte am 17. November 1973 zum letzten Mal.Giuseppe Scopelliti: La tramvia extraurbana Cagliari-Poetto, in Il tempo degli ultimi viaggi col fumo. Trent'anni di viaggi a vapore 1945–1975, Calosci, Cortona, 1998, pp. 171–178. ISBN 88-7785-143-0.

Die erste Dampfstraßenbahn in Cagliari wurde vom ligurischen Unternehmer Luigi Merello ins Leben gerufen, nach dem später die gleichnamige Allee benannt wurde. Sie bestand aus einer Linie, die vom Bahnhof Cagliari über Pirri, Monserrato, Selargius und Quartucciu nach Quartu Sant'Elena führte. Die Eröffnung fand am 2. September 1893 unter großem Jubel in den durchfahrenen Städten statt. Der Betrieb wurde der Società Strade Ferrate del Campidano (SSFC) übertragen, die 1892/93 von Merello selbst gegründet wurde. Im Mai 1906 kam es in der Region zu sozialen Unruhen, die sich auch auf den Straßenbahnbetrieb auswirkten. Gleise wurden entfernt, die im Depot Quartu Sant'Elena untergebrachten Fahrzeuge wurden beschädigt oder zerstört, einige Straßenbahnwagen wurden von arbeitslosen Hafenarbeitern und Arbeitern ins Meer geworfen und das gesamte System brannte nieder. Nach Abschluss der notwendigen Sanierungsarbeiten wurde der Betrieb erst am 1. Januar 1907 wieder aufgenommen.

mini|links|Die Straßenbahn zum Poetto-Strand Im Jahr 1911 erwarb Amsicora Capra die Anteile der SSFC, um den Transport der in ihren Fabriken produzierten Weine und des berühmten Birra Ichnusa zum Hafen von Cagliari zu erleichtern. Gleichzeitig nahm das Unternehmen den Namen Tramvia del Campidano an, der 1913, als der Service bis zum Strand von Poetto erweitert wurde, erneut in Tramvia del Campidano e del Poetto geändert wurde. Am 21. Juli 1912 erhielt die Società Elettrica Sarda (SES) von der Gemeinde Cagliari die Konzession für drei städtische Straßenbahnlinien. Am darauffolgenden 20. Dezember reichte sie beim Staat den entsprechenden Konzessionsantrag ein und unterzeichnete am 29. desselben Monats das Lastenheft. Mit dem Königlichen Dekret Nr. 226 vom 18. Februar 1915 wurde die Konzession direkt an die SES vergeben. Der Betrieb wurde anschließend der neu gegründeten Società Anonima Tranvie della Sardegna. Das städtische elektrische Straßenbahnnetz, dessen Bau der SES bewilligt wurde, umfasste drei Linien:

Linie 1: Piazza Municipio–Via Pietro Martini–Piazza Indipendenza–Piazza Arsenale–Viale Giardini Pubblici–Viale Regina Elena–Piazza Costituzione–Piazzetta Martiri–Via Manno–Largo Carlo Felice–Via Roma–Piazza XX Settembre Linie 2: Via Garibaldi–Piazza Costituzione–Piazzetta Martiri–Via Manno–Piazza Yenne–Corso Vittorio Emanuele–Viale Sant'Avendrace Linie 3: Piazza XX Settembre–Viale Bonaria–Traversa Bonaria Am 27. Februar 1915 wurden die Linien 1 und 2 in Betrieb genommen, die Linie 3 wurde 1925 als Verbindung zwischen der Poetto-Straßenbahn und der Via Roma auf der Portikusseite und nicht als eigenständige Linie in Betrieb genommen.

Die Elektrifizierung der Linie nach Quartu Sant'Elena, als Campidano-Linie bekannt, die nun mit der städtischen Linie vereinigt war, schritt zügig voran und die Arbeiten wurden 1929 abgeschlossen, 1930 begann der elektrische Betrieb. Bis 1936 wurde die Strecke vom Bahnhof FS nach San Mauro doppelgleisig ausgebaut. Der Zweite Weltkrieg verursachte schwere Schäden am Netz, nach den Bombenangriffen im Februar 1943 mussten die städtischen Linien und die Poetto-Linie eingestellt werden, die Campidano-Linie wurde auf den Abschnitt von Quartu Sant'Elena nach Cagliari San Mauro beschränkt und im Mai ebenfalls eingestellt. Am 3. Februar 1944 fuhr mit Wagen Nr. 22 ein erster Betriebsversuch auf dieser letzten Linie, zunächst nach San Mauro, dann zur Piazza Garibaldi, wodurch die Arbeiter des Campidano die Stadt wieder erreichen konnten, und zu Beginn der Sommersaison wieder zum Bahnhof. Bis Anfang 1945 wurden auch die anderen Strecken erneut in Betrieb genommen.

mini|links|Das Straßenbahnnetz in den 1940er Jahren Im August 1947 wurde das Netz in 6 Linien gegliedert, die maximale Ausdehnung, die das Cagliari-Netz erreichte: Linie 1: San Benedetto–Sant'Avendrace Linie 2: San Mauro–Bacaredda–Piazza Garibaldi–Via Sonnino–Via Roma–Largo Carlo Felice–Piazza Yenne Linie 3: Piazza Yenne–Largo Carlo Felice–Via Roma–Via Sonnino–Piazza Garibaldi–Via Garibaldi–Piazza Costituzione–Viale Regina Elena Linie 4: Piazza Yenne–Largo Carlo Felice–Via Roma–Viale Diaz–Tiro a Segno Campidano-Linie Cagliari–Quartu Sant'Elena Poetto-Linie

1952 wurde ein neues Depot mit Werkstatt eröffnet, am 31. Juli 1955 die Poetto-Linie vom Hippodrom zum Marinekrankenhaus verlängert. Die Campidano-Linie wurde im Hinblick auf die spätere Stilllegung der eingleisigen Strecke von Selargius nach Quartucciu durch die neue Straßenbahnlinie Monserrato ergänzt. Die innerstädtische Strecke entsprach der Strecke nach Quartu, mit einer außerstädtischen Endstation nahe der Kreuzung zwischen der Via Riu Mortu und dem Ende der Via Zuddas. Ab dem 6. Dezember 1959 hieß die Straßenbahnlinie nach Monserrato einfach „M“ und hatte eine außerstädtische Endstation mit Kehrschleife, nur wenige Schritte vom ehemaligen Militärflughafen entfernt. In Pirri fuhren die Wagen nach Monserrato über Riva Villasanta, während sie auf dem Rückweg nach Piazza Italia über Santa Maria Chiara fuhren. Im selben Jahr wurde neben einem Plan zur Rationalisierung des außerstädtischen Verkehrs auch die Anschaffung neuer Straßenbahnwagen und die Verlängerung der Poetto-Linie beschlossen. Infolgedessen wurde am 11.& November 1961 der seit 1893 eingleisige Abschnitt von Selargius nach Quartu Sant'Elena stillgelegt und am 20. Juni 1963 wurde auch der Betrieb zwischen Monserrato und Selargius eingestellt, wodurch die Campidano-Linie entfiel.

Im Zuge der nationalen Politik, die auf eine schrittweisen Abbau der Schieneninfrastruktur abzielte, wurde STS 1967 von der Gemeinde Cagliari, der Provinz Cagliari und der Gemeinde Quartu Sant'Elena übernommen. Aus der Fusion von STS und dem Consorzio Trasporti Pubblici (CTP) entstand die Azienda Consorziale Trasporti (ACT). Das geplante Modernisierungsprogramm der Poetto-Linie, das bereits 1955 und 1959 genehmigt worden war und die Verlängerung der Linie sowie die Lieferung von zwei neuen Fahrzeugen für 52,5 Millionen Lire wurde daraufhin aufgegeben. Stattdessen wurde beschlossen, die Linie vollständig durch Doppeldeckerbusse zu ersetzen. Mit Beginn des Betriebes durch ACT setzte sich das Netz wie folgt zusammen: Linie 1: Piazza San Michele–Piazza Pascoli/Michelangelo Linie 4: Piazza Matteotti–Caserme Funzionali Linie M: Piazza San Michele–Monserrato Linie P: Piazza Matteotti–Ospedale Marino/Poetto Die letzte städtische Straßenbahnlinie, die Nr. 1, stellte am 13. Juli 1968 ihren Betrieb ein und wurde am folgenden Tag durch einen Busverkehr ersetzt. Gleichzeitig wurde die Linie 4 mit der Linie P zusammengelegt, die im städtischen Abschnitt bis S. Bartolomeo vollständig der Route der Nr. 4 folgte, und die Linie M verlegte ihre westliche Endstation zurück zur Piazza Matteotti (FS-Station). Die Linie. M nach Monserrato wurde im Dezember 1971 endgültig stillgelegt. Nur der Abschnitt Bahnhof–Piazza Amendola–Viale Ciusa (Depot) blieb in Betrieb und diente der Aus- und Rückfahrt der Wagen nach Poetto. Das erste Straßenbahnnetz in Cagliari stellte am Samstag, dem 17. November 1973, seinen Betrieb mit der letzten Nachtfahrt auf der einzigen verbliebenen Linie nach Poetto ein.

Neubauprojekt Stadtbahn Mitte der 1990er Jahre kam es zur die Beauftragung der Ferrovie della Sardegna (FdS) zur Ausarbeitung eines Stadtbahnprojekts für den Großraum Cagliari. 1996 legte die FdS einen ersten Entwurf für eine Ringverbindung im Westen der Gemeinde vor, mit der Absicht, in einer späteren Phase die Trasse eines zweiten Rings zur Anbindung des östlichen Hinterlandes von Cagliari festzulegen.

Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Projektänderungen vorgenommen, sodass erst im Januar 2003 mit dem Bau der ersten Linie des Projekts begonnen werden konnte. Dabei handelte es sich um den Abschnitt Piazza Repubblica–Monserrato (Via San Gottardo), was mit einer Umstellung des städtischen Abschnitts der Cagliari-Isili-Bahnstrecke auf Stadtbahnbetrieb einherging. Der Bau der Linie wurde von der Region Sardinien und der Europäischen Union mit insgesamt 33 Millionen Euro co-finanziert. Im Rahmen der Finanzierung wurden auch die Straßenbahnwagen gekauft, das Centro Rimessa e Manutenzione (CRM, das Betriebswerk mit Depot Monserrato) sowie die Endstation in Cagliari an der Piazza Repubblica errichtet, an der sich auch die Verwaltung der Stadtbahn befinden.

Die Bauarbeiten an der Linie 1 begannen im Juni 2004 und wurden im Mai 2007 abgeschlossen. In den darauffolgenden Monaten begann der Vorbetrieb der Linie, die schließlich am 17. März 2008 als Metropolitana leggera (leichte Metro) eingestufte Stadtbahn mit neun Haltestellen eröffnet wurde: Repubblica, Gennari, Genneruxi, Mercalli, Versalio, Centro Commerciale, Caracalla, Redentore und Gottardo. (PDF; 173 KB)

Bereits die ursprünglichen Planungen sehen eine schrittweise Erweiterung des Netzes auf vier Linien vor. Deshalb wurden schon im selben Jahr im Einvernehmen zwischen der Region und den Gemeinden wichtige Änderungen an den weiteren Streckenführungen vorgenommen, die in den Folgejahren insbesondere im Hinblick auf die Stadtbahndurchfahrt im Zentrum von Cagliari weiter angepasst wurden.

Verlängerung San Gottardo–Policlinico mini|In Bau befindliche Endstelle Policlinico (Oktober 2013) mini|Tram CAF an der Haltestelle San Gottardo mini|Betriebshof Monserrato Die für 2011 geplante Inbetriebnahme der Verlängerung Gottardo–Policlinico wurde am 14. Februar 2015 in Betrieb genommen. Sie ist 1950 Meter lang, von denen 1750 Meter auf einer aufgeständerten Trasse verlaufen. Ursprünglich war eine Eröffnung Ende 2011 vorgesehen. Die Investitionskosten für die Realisierung dieser Strecke betrugen 20 Millionen Euro. Für den Bau wurde ein Teil der Trasse der nie realisierten Eisenbahn Monserrato – San Paolo genutzt, um dann über eine Brücke über die Nationalstraße 554 das Universitätsklinikum und den Universitätscampus zu erreichen. Auf diesem Streckenabschnitt wird der Zwischenhalt Dell'Argine bedient.

Die Fahrzeit für diesen Abschnitt beträgt vier Minuten. Bis auf die ersten und letzten Kurse wurden alle Fahrten mit der Eröffnung des neuen Abschnitts von San Gottardo zur neuen Endstelle Policlinico/Università verlängert.

Verlängerung San Gottardo–Settimo San Pietro