mini|Fachwerkhaus in Zschippern
Zschippern ist seit dem 1. Juli 1950 ein Stadtteil der Stadt Gera in Thüringen.
Geographie Zschippern liegt im südöstlichen Stadtgebiet von Gera zwischen Geiersberg, Galgenberg und dem Landschaftsschutzgebiet Zaufensgraben.
Geologie Die geologischen Formationen um Zschippern sind jüngste Ablagerungen der Zechsteinzeit; etliche der Schichten sind reich an Kupfererzen, höhere Kalksteinschichten wurden in früherer Zeit zur Kalkgewinnung abgebaut.
Geschichte Die älteste urkundliche Erwähnung stammt vom 12. November 1322: Ticzelin von Tschiprin wird in einem Kauf des Klosters Cronschwitz mit 16 ½ Schilling belehnt. Der Ortsname dürfte auf einen slawischen Personennamen „Čipr-“ mit dem Ortsnamensuffix -in zurückgehen.Heinz Rosenkranz: Ortsnamen des Bezirkes Gera, Greiz 1982, S. 61. Zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie gehörig, war Zschippern Teil des Kirchspiels Thränitz-Kaimberg-Collis-Zschippern, von welchen Orten jeder einer anderen Landesherrschaft zugehörig war. Die Erbgerichtsbarkeit lag bis 1855 beim Rittergut Pforten.
Ein ehemals vorhandener Rittersitz dürfte bereits 1328 nicht mehr vorhanden gewesen sein. Nickel vom Ende der Ältere, weimarischer Mundschenk, begann 1556 mit der Errichtung eines Schäferei-Vorwerkes, der Ort wurde fortan als Vorwerk bezeichnet. 1827 umfasste der Ort ein Rittergut, 11 Häuser und 48 Einwohner.
Der Ort schulte traditionell nach Thränitz, jedoch wird 1728 eine Winkelschule in Zschippern aktenkundig: Ein Lehrer Rohn beschwert sich beim Konsistorium in Leipzig, dass selbige ihn im Einkommen wie Ansehen schädige.
1913 wurde das Flugfeld Zschippern mit Schauvorführungen und Wettflügen eingeweiht; mit der Eröffnung des Flugplatzes Gera in Tinz/Langenberg (mit Beginn des Autobahnbaues in den 30er Jahren an den heutigen Standort Leumnitz verlegt) wurde der Betrieb eingestellt.
Politik Seit 2024 bildet Pforten mit Zschippern einen gemeinsamen Ortsteil mit Ortsteilverfassung. Ortsteilbürgermeister ist Christian Pohl.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr 1827 1864 1939 2005EinwohnerStadtarchiv Gera 48 90 152 140
Verkehr Zschippern ist über die Süd-Ost-Tangente Gera zu erreichen. ÖPNV-Anbindung besteht mit der GVB-Buslinie 12. Nächstgelegener Bahnhof ist Gera Süd.
Bildung Die nächstgelegene Kindereinrichtung ist die Kindertagesstätte Regenbogen in Thränitz. Zuständige Grundschule ist die Neulandschule in Pforten. Nächstgelegene Regelschule ist die Ostschule im Ostviertel.
Weblinks
Das Kirchspiel Thränitz mit Grobsdorf, Collis, Zschippern und dem Filial Kaimberg
Einzelnachweise
Literatur Brodale, Klaus und Heidrun Friedemann: Das war Gera im 20. Jahrhundert. Gudensberg 2002. Cannabich, Johann Günther Friedrich: Neueste Kunde von Baden, Nassau, Hohenzollern, Lippe, Waldeck, Anhalt und den Reußischen Ländern. Weimar 1827. Hahn, Ferdinand: Geschichte von Gera und dessen nächster Umgebung. Gera 1855. Kretzschmer, Ernst Paul: Chronik von Thränitz, Grobsdorf, Zschippern, Kaimberg. Gera 1935. Klotz, Johann Christoph: Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera. Schleiz 1816. Köhler, August Ernst: Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andre alte Überlieferungen im Vogtlande. Leipzig 1867. Mues, Siegfried: Gera. Ein historischer Spaziergang. Horb 1993. Rosenkranz, Heinz: Ortsnamen des Bezirks Gera. Greiz 1982. o.A.: Hof- und Staatskalender für das Fürstentum Reuß j. L.. Gera 1864. Mitteilungen des geschichts- und altertumsforschenden Vereins. Altenburg; div.
Kategorie:Stadtteil von Gera Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Gera) Kategorie:Ersterwähnung 1322 Kategorie:Gemeindeauflösung 1950