Die Amtshauptmannschaft Glauchau war ein Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen und im späteren Freistaat Sachsen. Ihr Gebiet gehört heute größtenteils zum Landkreis Zwickau in Sachsen. Von 1939 bis 1952 hieß der Verwaltungsbezirk Landkreis Glauchau.

Geschichte mini|Siegelmarke Königlich Sächsische Amtshauptmannschaft - Glauchau 1874 wurden im Königreich Sachsen im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform neue Kreishauptmannschaften und Amtshauptmannschaften eingerichtet. Im Bereich der Rezessherrschaften Schönburg wurde diese Reform erst 1878 abgeschlossen, als aus den schönburgischen Herrschaften Glauchau, Waldenburg und Lichtenstein die neue Amtshauptmannschaft Glauchau im Verband der Kreishauptmannschaft Zwickau gebildet wurde. Die sächsischen Amtshauptmannschaften waren hinsichtlich ihrer Funktion und Größe vergleichbar mit einem Landkreis.

Am 1. Oktober 1900 wurde aus dem östlichen Teil der Kreishauptmannschaft Zwickau als fünfte sächsische Kreishauptmannschaft die Kreishauptmannschaft Chemnitz gebildet, zu der fortan auch die Amtshauptmannschaft Glauchau gehörte. 1924 wurden die Städte Glauchau und Meerane zu bezirksfreien Städten und schieden aus der Amtshauptmannschaft aus. Am 1. April 1928 wurde ein Gebietstausch zwischen Sachsen und Thüringen durchgeführt. Der Landkreis Altenburg gab seine Gemeinden Neukirchen, Waldsachsen, Untergötzenthal und Wickersdorf sowie Splitterflächen in Harthau und Gähsnitz an die sächsische Amtshauptmannschaft Glauchau ab und erhielt dafür aus der Amtshauptmannschaft Glauchau die sächsischen Anteile der Gemeinden Kauritz, Frohnsdorf und Heiersdorf.Staatsvertrag vom 7. Dezember 1927 1939 wurde die Amtshauptmannschaft Glauchau in Landkreis Glauchau umbenannt. 1946 wurde die Stadt Glauchau wieder in den Landkreis eingegliedert und Meerane verlor am 17. Februar 1947 seine Kreisfreiheit. Schlagwitz wurde am 1. Juli 1950 vom Landkreis Rochlitz in den Landkreis Glauchau umgegliedert. Der Landkreis Glauchau bestand bis zur Gebietsreform von 1952 in der DDR fort und wurde dann auf die neuen Kreise Glauchau und Hohenstein-Ernstthal aufgeteilt, die dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet wurden. Die Gemeinden Gähsnitz und Ziegelheim (mit den Ortsteilen Uhlmannsdorf und Niederarnsdorf) wurden dem Kreis Altenburg im Bezirk Leipzig angegliedert.

Amtshauptleute und Landräte 1874–1878: Bernhard Grünler (als Vorstand der Verwaltungs-Kommission für die Schönburgischen Rezessherrschaften) 1878–1883: Bernhard von Hausen 1883–1887: Karl Heinrich Wäntig 1887–1891: Bruno Oswin Merz 1891–1893: Anselm Rumpelt 1893–1895: Karl Konstantin Hempel 1895–1909: Harry Arnold George Ebmeier 1909–1911: Kurt Robert Alfred von Welck 1911–1913: Max Ferdinand von Koppenfels 1913–1917: Hans von Holtzendorff 1917–1927: Kurt Ernst von Welck 1937–1944 Alfred Sieber 1944–1945 Christoph Johannes Hempel (i. V.)

Einwohnerentwicklung Jahr 1890 1900 1910 1925 1939Einwohner137.709147.465153.457131.671105.363

Gemeinden

1910 Der Amtshauptmannschaft gehörten am 1. Dezember 1910 81 Kommunen, darunter 5 Städte und 76 Gemeinden, an. Einzelne selbständige Gutsbezirke waren gesondert aufgeführt, sind aber in den Einwohnerzahlen der umliegenden Gemeinden aufgeführt. StadtEinwohnerzahlGemeindeEinwohnerzahlselbständiger Gutsbezirk (1. Dez. 1900)EinwohnerzahlAMTSHAUPTMANNSCHAFT gesamt: 153.457Städte77.110Gemeinden76.3471Meerane25.4705Gersdorf7.730Herrschaft Schönberg-Glauchau1302Glauchau25.1556Oberlungwitz7.657Rittergut Callenberg453Hohenstein-Ernstthal15.7767Hohndorf5.788Rittergut Remse394Lichtenstein7.8928Mülsen Sankt Jacob3.883Lichtenstein3512Waldenburg2.8179Callnberg3.305Waldenburg3210Mülsen Sankt Niclas3.006Rittergut Thurm2111Rödlitz2.818Rittergut Rüsdorf1113Sankt Egidien2.166Oberwiera814Niederlungwitz2.141Rittergut Grumbach515Callenberg1.865Forstrevier Oberwald016Langenchursdorf1.84217Bernsdorf1.82518Mülsen Sankt Micheln1.75419Altstadt Waldenburg1.71220Remse1.54421Thurm1.51422Hermsdorf1.41923Heinrichsort1.40124Gesau1.24725Wernsdorf1.18826Rothenbach1.16527Langenberg1.04728Reinholdshain1.04629Falken1.02530Altwaldenburg88031Seiferitz849Stangendorf84933Reichenbach84334Dennheritz82435Kuhschnappel61636Ziegelheim59937Oberschindmaas55438Oberwiera51039Jerisau48440Lobsdorf46941Weidensdorf44842Rüsdorf43743Grumbach43044Niedermülsen42445Niederwinkel39546Meinsdorf37947Crotenlaide36548Höckendorf34849Waldsachsen34750Niederschindmaas34451Schlunzig338Schönberg33853Albertsthal30954Voigtlaide29255Schwaben29056Uhlmannsdorf25657Tirschheim22958Kleinchursdorf19059Dürrenuhlsdorf18360Lipprandis17661Tettau16662Kertzsch15963Wulm15864Pfaffroda15665Wünschendorf15466Ebersbach14267Oberwinkel13768Franken12969Cauritz (kngl.-sächs. Anteil)11370Oberdorf10571Gähsnitz95Harthau9573Niederarnsdorf9374Breitenbach9075Berthelsdorf8976Wickersdorf (kngl.-sächs. Anteil)8877Neukirchen7178Schönbörnchen6779Dittrich6480Götzenthal4881Örtelshain45

1939 Gemeinden der Amtshauptmannschaft Glauchau mit mehr als 2.000 Einwohnern (Stand 1939): GemeindeEinwohnerBernsdorf2.527Gersdorf7.883Hohenstein-Ernstthal17.362Hohndorf6.793Lichtenstein12.441Mülsen St. Jacob4.169Mülsen St. Niclas3.082Niederlungwitz2.277Oberlungwitz9.610Rödlitz2.978St. Egidien2.582Waldenburg5.083 Kreisfreie Städte im Bereich der Amtshauptmannschaft Glauchau (Stand 1939): GemeindeEinwohnerGlauchau33.087Meerane24.438

Literatur Thomas Klein: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe B: Mitteldeutschland. Band. 14: Sachsen. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn 1982, ISBN 3-87969-129-0, S. 305–307, 396.

Weblinks

Einzelnachweise

Glauchau Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Landkreis Zwickau) Glauchau Kategorie:Aufgelöst 1952