Regina Schmeken (* 1955 in GladbeckHans-Michael Koetzle: Das Lexikon der Fotografen, Droemer Knaur, München 2002, ISBN 3-426-66479-8, S. 401f.Reinhold Mißelbeck (Hrsg.): Prestel-Lexikon der Fotografen, Prestel, München 2002, ISBN 3-7913-2529-9, S. 214.) ist eine deutsche Fotokünstlerin.
Leben und Wirken Regina Schmeken studierte Germanistik und Kunst in Essen und München.
In den Jahren 1977 bis 1982 entstanden ihre ersten Fotoserien bei längeren Aufenthalten in Paris, New York und Mailand. 1978 erhielt sie den Prix de la Critique bei den Rencontres Internationales de la Photographie in Arles, Frankreich. Ab 1980 wurden ihre Arbeiten regelmäßig ausgestellt. Seit 1986 ist sie Redaktionsfotografin der Süddeutschen Zeitung.
2020/2021 erhielt sie ein Kurzzeitstipendium an der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo.Kurzzeitstipendium 2020/21 auf der Website der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo, abgerufen am 2. Mai 2023.
2024 wurde ihr die Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes für ihr Lebenswerk verliehen.Hedwig-Dohm-Urkunde 2024 für die Fotografin Regina Schmeken auf der Website des Journalistinnenbundes, 19. Juni 2024, abgerufen am 21. Juni 2024.
Regina Schmeken fotografiert schwarzweiß. Ihr von starken Kontrasten geprägter Stil (low-key) ist „subjektiv“ und „metaphernreich“ aber „unpathetisch“. Schmeken sucht nie in den Brennpunkten, sondern stets im Beiläufigen und im Schatten der Tagesaktualität ihre Motive. 1994 schreibt Claus Heinrich Meyer im Katalogbuch zur Ausstellung Geschlossene Gesellschaft: Ein gutes Geschick fügte es, dass Regina Schmeken den freien Raum verließ und als Weltkind in die „politische Photographie“ eintauchte … da war zunächst einmal das subjektive Übersetzerpatent, die subjektive Augenblickserkennung der Regina Schmeken; zusammen gingen sie auf Reisen und überwanden mühelos das vermeintlich objektive Medium der Photographie. Michael Koetzle sagt 1996 über Regina Schmeken: Schmeken hat keine Fotoschule im engeren Sinne besucht und absolviert, sich keiner Richtung angeschlossen, keine Manifeste mitgetragen. Sie hat über Jahre ihr Sehen geschult, einen persönlichen Standpunkt gesucht, eine künstlerische Ausdrucksform.Photo Technik International. 1996.
Regina Schmeken ist die Tochter von Ewald Schmeken. Sie ist Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie (DFA)Mitgliederliste auf der Webseite der DFA, S–T, abgerufen am 7. Juli 2023. und der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)Mitgliederverzeichnis auf der Website der DGPh, S. 9, abgerufen am 5. Juli 2023..
Regina Schmeken lebt und arbeitet in Berlin.
Auszeichnungen 1978: Preis der Kritik bei den Rencontres d’Arles 1982: International Photo Design Award des Kunstmagazins Art 1984: Förderpreis für Fotografie der Landeshauptstadt MünchenFörderpreise für Bildende und Angewandte Kunst – Förderpreis Fotografie seit 1984 auf der Website der Stadt München, abgerufen am 5. Juli 2023. 1994: Kodak-Fotobuchpreis für Geschlossene Gesellschaft 1996: Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für PhotographieDr. Erich-Salomon-Preis 1996 für Regina Schmeken auf der Website der DGPh, abgerufen am 5. Juli 2023. 1997: Preis für künstlerische Architekturfotografie der Deutschen Telekom 2024: Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes
Ausstellungen Die Arbeiten von Regina Schmeken waren in über 30 Einzelausstellungen und über 20 Gruppenausstellungen zu sehen. Eine ihrer ersten Ausstellungsbeteiligungen war 1980 die Gruppenausstellung 12 Deutsche Photographen auf der Photokina. Ausstellungen im Ausland fanden unter anderem statt in den Niederlanden (Rotterdam), in Japan (Tokio, Osaka, Sapporo) und in Frankreich (Paris). Von 2002 bis 2006 befand sich ihre Ausstellung Die neue Mitte auf Initiative des Goethe-Instituts auf einer Welttournee mit über 80 Stationen.Regina Schmeken – Exhibition: The New Centre – Photographs 1989–2000. Goethe-Institut Ihre Arbeiten sind weltweit in öffentlichen Sammlungen zu sehen.
Einzelausstellungen 1980: Galerie Renner, München 1982: Galerie Rautenberg, Frankfurt 1982: Kunst und Frauen, Akademie der Bildenden Künste München 1983: Fotografische Arbeiten von 1980–1982, Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum 1986, 1988: Serien Schlachthof und Marokko, Museum Folkwang, Essen und Kunststation St. Peter, Köln 1986: Regina Schmeken – Fotografien 1980–1985, Emschertal-Museum, Herne 1994, 1995, 1996: Geschlossene Gesellschaft, Deutsches Historisches Museum, BerlinDeutsches Historisches Museum, 1994, Goethe-Institut Rotterdam, Itami Museum, Osaka und Japanisches Palais, Dresden 1997, 1998: Geschlossene Gesellschaft, Tama Art University Museum, Tokio, Städtische Galerie, Sapporo und Goethe-Institut Paris 1999: Auge und Apparatur – die Wahrnehmung der Fotografie, Galerie Universität Konstanz (Tagung) 2002: Die neue Mitte, Bayerische Akademie der Schönen Künste, München 2003: Kein Krieg – Nirgends, Fotoinstallation am Löwenturm, München 2006: Unter Spielern, Museum für Fotografie, Berlin 2006: Fotoinstallation im Eingangsbereich des Filmmuseums Berlin 2006: Unter Tänzern, Installation am Gasteig, München 2010: Regina Schmeken – no sports, Galerie Neumeister, MünchenRegina Schmeken – no sports auf photography-now.com, abgerufen am 10. November 2017. 2011, 2021: Manhattan Skyline, Haus der Kulturen der Welt, BerlinManhattan Skyline auf hkw.de, abgerufen am 10. November 2017., Deutsches Generalkonsulat, New York 2012: Regina Schmeken – Fotografien 2004–2012, Galerie Albrecht, Berlin auf galeriesusannealbrecht.de, abgerufen am 10. November 2017. 2012, 2014: Unter Spielern – Die Nationalmannschaft, Martin-Gropius-Bau, BerlinRegina Schmeken – Unter Spielern – Die Nationalmannschaft auf berlinerfestspiele.de, abgerufen am 10. November 2017., Dortmunder U, Dortmund auf art-magazin.de, abgerufen am 10. November 2017. und Villa Stuck, MünchenMitteilung auf villastuck.de, abgerufen am 28. Juni 2014. 2016–2019: Blutiger Boden – Die Tatorte des NSU, Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden„Blutiger Boden“ – Regina Schmeken zeigt NSU-Tatorte. In: Die Zeit. 29. Juli 2017, abgerufen am 3. November 2017, Martin-Gropius-Bau, BerlinBerliner Festspiele – Martin-Gropius-Bau: Regina Schmeken auf berlinerfestspiele.de, abgerufen am 3. November 2017, Rathausgalerie MünchenBlutiger Boden – Tatorte des NSU auf muenchner-galerien.de, Stadtmuseum KasselBlutiger Boden. Die Tatorte des NSU auf der Website des Stadtmuseums Kassel, abgerufen am 2. Mai 2023. und Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände NürnbergRegina Schmeken. Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU auf der Website der Museen Nürnberg, abgerufen am 2. Mai 2023. 2020: Noir Est Blanc, Goethe-Institut, BordeauxSchwarz ist Weiss von Regina Schmeken auf der Website des Goethe-Instituts Bordeaux, Frankreich, abgerufen am 2. Mai 2023.
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen Museum of Modern Art, New YorkRegina Schmeken auf der Website des MoMA, abgerufen am 6. Juli 2023. Bibliothèque nationale de France, ParisSammlung Bibliothèque nationale de France, Paris Städtische Galerie im Lenbachhaus, München Haus der Geschichte, Bonn Museum Ludwig, Köln Willy-Brandt-Haus, Berlin Stiftung Deutsches Historisches Museum, Berlin Deutsches Literaturarchiv Marbach Artothek des Deutschen Bundestages, BerlinRegina Schmeken auf der Website des Deutschen BundestagesVorläufige Bestandsliste der Artothek im Deutschen Bundestag, S. 77 (Stand 1. August 2021).
Veröffentlichungen Alexander von Knorre (Hrsg.): Regina Schmeken. Fotografien, Arbeiten von 1980–1985. Ausstellung in der Städtischen Galerie im Rathauspark Gladbeck, 9. Februar – 6. April 1986 und Ausstellung in der Städtischen Galerie im Schlosspark Strünkede/Herne, 11. April – 19. Mai 1986. Texte von Ewald Schmeken und François Aubral. Emschertal-Museum, Herne 1986, ISBN 3-922987-11-7. Geschlossene Gesellschaft. Photographien 1989–1993. Katalogbuch zur Ausstellung. Kunstmann, München 1994, ISBN 3-88897-089-X. Die neue Mitte. Deutschland 1989–2000. Katalogbuch zur Ausstellung mit Texten von Julian Nida-Rümelin. Knesebeck, München 2001, ISBN 3-89660-091-5. Unter Spielern. Die Nationalmannschaft. Katalogbuch zur Ausstellung. Cantz, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7757-3440-0. Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU. Katalogbuch zur Ausstellung. Hatje-Cantz, Berlin 2016, ISBN 978-3-7757-4158-3.
Weblinks
Website von Regina Schmeken Bilder von Regina Schmeken auf futurzwei.org Ulrike Timm: Fotokünstlerin Regina Schmeken auf deutschlandfunkkultur.de Stephan Wehowsky: Die Fotografin Regina Schmeken auf journal21.ch
Einzelnachweise
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