Der Verkehr in Hemer ist nur noch auf den Straßenverkehr beschränkt. Hemer ist dabei an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen angeschlossen. Vom Schienenverkehr wurde die Stadt nach der Aufgabe der Strecke nach Menden 1987 endgültig abgebunden. Den öffentlichen Personen-Nahverkehr organisiert die für den gesamten Märkischen Kreis zuständige Märkische Verkehrsgesellschaft.
Straßenverkehr Für eine vollständige Liste aktueller, ehemaliger und zukünftiger Hemeraner Straßennamen, siehe Liste der Hemeraner Straßennamen
Autobahn Hemer ist an die Bundesautobahn 46 angeschlossen, deren Teilstück zwischen Hagen und Hemer allerdings noch auf Iserlohner Stadtgebiet endet. Der Ausbau des Teilstücks wurde Ende der 1960er-Jahre begonnen und 1976 für den Verkehr freigegeben. Die Ausfahrt Hemer wurde dabei bereits so konstruiert, dass ein Weiterbau möglich bleibt.
Seit dem gleichen Jahr wird über einen Weiterbau der Autobahn bis nach Arnsberg-Neheim diskutiert, um die A 46 zwischen Hagen und Bestwig zusammenzuschließen. An der Anschlussstelle Neheim geht derzeit die Autobahn 445 in die A 46 über. Innerhalb der folgenden 30 Jahre wurden verschiedenste Trassenführungen durchdacht. Auf Hemeraner Stadtgebiet gibt es dabei zwei Möglichkeiten. Die wahrscheinliche Variante sieht einen 300 Meter langen Tunnel unter dem Bemberg und einen weiteren 1250 Meter langen Tunnel unterhalb von Stübecken vor. Alternativ wurde eine Variante mit einem zusammenhängenden Tunnel angedacht.
Problematisch ist der Trassenverlauf in Menden und Wickede, wo die Autobahn durch ein FFH-Gebiet führt, wogegen sich Protest aus der dortigen Bevölkerung richtete. In Wimbern wird zudem eine Teilung der Ortschaft in zwei Hälften befürchtet. In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre wurde in Hemer deshalb über einen vorläufigen Ausbau der A 46 bis zur Mendener Stadtgrenze diskutiert. In der Trassenplanung war von vornherein eine Anschlussstelle Edelburg vorgesehen.
Schließlich begann im Jahr 2008 doch die Vorentwurfsplanung für die gesamte Trasse zwischen Hemer und Neheim. Um die Eignung als möglichen Tunnelein- beziehungsweise -ausgang zu prüfen, fanden im Frühjahr 2009 Probebohrungen des Landesbetriebs Straßenbau NRW in Stübecken statt. Im Jahr 2010 sollte das Planfeststellungsverfahren für die Trasse auf Hemeraner Gebiet beginnen, was jedoch bis zum Amtsantritt der neuen Landesregierung Kraft im Juli 2010 nicht geschehen war. Im Mai 2011 sagte Horst Becker, der parlamentarische Staatssekretär für Verkehr, dass der Abschnitt zwischen Menden und Neheim durch „ökologisch hochsensibles Gebiet“ führe und daher keine Unterstützung der Landesregierung erhalten werde.wa.de: A46 zwischen Menden und Neheim auf der Kippe, abgerufen am 29. August 2011
Ein Ausbau der Trasse bis Menden-Lendringsen, der bis 2023 fertiggestellt sein soll, befindet sich in Vorplanung. Die 7,3 Kilometer lange Strecke soll 118,8 Millionen Euro kosten.Straßen.NRW:
Bundesstraße Die Bundesstraße 7 durchquert Hemer von Westen nach Osten. Die Fernstraße, die Kaldenkirchen an der deutsch-niederländischen Grenze mit Rochlitz in Sachsen verbindet, wurde auf Iserlohner Stadtgebiet durch die A 46 ersetzt. Nach der Anschlussstelle Hemer führt die B 7 durch Hemerhardt, Niederhemer, Höcklingsen, Oese und Edelburg nach Menden. Die Straße ist mit einem Verkehrsaufkommen von 25.000 Autos am Tag auf dem Teilstück zwischen Iserlohn und Niederhemer die meistbefahrene in Hemer.Verkehrsentwicklungsplan Hemer-Iserlohn-Menden (PDF-Datei; 8,9 MB)
Eine lang anhaltende Fahrbahnerneuerung zwischen Niederhemer und Becke in den Jahren 2007 und 2008 sorgte so für schwerwiegende Verkehrsprobleme.hemer.de: Angelegt wurde die Straße, die im Osten Hemers parallel zur Oese verläuft, in den Jahren 1816 bis 1817. Mit etwa 35.000 Fahrzeugen täglich ist der Kreuzungsbereich der B 7 mit der L 683/K 16 besonders belastet. Wegen langen Rückstaus wurde der Knotenpunkt 2002 umgebaut und effizienter gestaltet.
Auf der Stadtgrenze zu Menden und Balve verläuft die Bundesstraße 515. An der B 515 liegt die Hemeraner Ortschaft Hönnetal. Außerdem ist sie über die L 682 an Deilinghofen angebunden.
Landesstraße Die Landesstraße 682 beginnt in Sümmern und erreicht in Wiehagen das Hemeraner Stadtgebiet. Dort führt die Landstraße mit einem Verkehrsaufkommen von rund 17.000 Fahrzeugen pro Tag als Iserlohner Straße nach Westig. Der folgende Abschnitt bis Oberhemer bildet die Hauptstraße, die im Anschluss in die L 683 übergeht. Der folgende Abschnitt Hönnetalstraße über Sundwig und Deilinghofen führt ins Hönnetal. Dort endet die L 682 an einer Einmündung in die B 515.
Die Landesstraße 683 verbindet Niederhemer mit Oberhemer sowie Westig über Ihmert mit Evingsen. Die Straße beginnt an einer Kreuzung mit der B 7 in Niederhemer und führt bis zum Alten Amtshaus. In weiten Teilen dieser Strecke bildet die Landesstraße die Hemeraner Hauptstraße mit einem Verkehrsaufkommen von 15.000 bis 20.000 Fahrzeugen am Tag. In der Innenstadt verläuft die L 683 als Im Ohl und Bahnhofsstraße parallel zur Hauptstraße, die in diesem Bereich als Einkaufsstraße, teilweise auch als Fußgängerzone genutzt wird. Der Verlauf wurde in den 1950er-Jahren begradigt.
Zwischen Westig und Evingsen führt die L 683 durch das Ihmerter Tal, vorbei an den Ortschaften Westigerbach, Bredenbruch, Johannistal, Im Hasberg, Ihmert, Tütebelle und Elfenfohren. Die Landstraße endet auf Altenaer Stadtgebiet an der Bundesstraße 236, die entlang des Lennetals verläuft. Die Landstraße liegt in Hemer entlang des Ihmerter beziehungsweise Westiger Bachs, im Innenstadtbereich entlang des Hemer-Bachs. Der Abschnitt zwischen Westig und Ihmert entstand in den Jahren 1854 bis 1857.Karin von Gymnich: Von Adjutantenkamp bis Zeppelinstraße – Hemers Straßennamen erzählen. 1. Auflage, Hemer 1986.
Die Landesstraße 888 beginnt im Ihmerter Ortszentrum an einer Kreuzung mit der L 683 und führt durch Westendorf in Richtung Westen. Sie führt vorbei an der Iserlohner Ortschaft Kesbern als Grüner Talstraße bis nach Letmathe. Zwischen Ihmert und Kesbern wird sie täglich von etwa 7.000 Kfz befahren.
Kreisstraße mini|Die Kreisstraße 32 bei Grüntal Die Kreisstraße 16 beginnt in Niederhemer und bildet dort die Fortsetzung der L 682 an einer Kreuzung zur B 7. Die Straße führt dann in nordwestlicher Richtung vorbei an Stübecken und Landhausen auf Iserlohner Stadtgebiet, wo sie zwischen den Ortsteilen Griesenbrauck und Sümmern in einer Einmündung erneut in die L 682 endet. Das Verkehrsaufkommen liegt bei etwa 7.000 Fahrzeugen täglich.
Die Kreisstraße 32 führt in Nord-Süd-Richtung durch das Stephanopeler Tal zwischen Sundwig und Heppingsen. An der Straße liegen die Ortschaften Dieken, Wenhagen, Grüntal, Sundwigerbach, Winterhof, Stephanopel, Ispei, Heppingserbach und Heppingsen. Bis zur kommunalen Neuordnung 1975 bildete der Verkehrsweg die Grenze der Gemeinden Frönsberg und Garbeck, so dass die eine Seite der Straße Hemeraner, die andere Seite Balver Gebiet war. Durch die Erweiterung der Stadt Hemer um ein Waldgebiet liegt die Straße seitdem in vollem Umfang in Hemer. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beantragten die dortigen Fabrikanten einen Ausbau der Straße, um die mangelhafte Verkehrssicherheit zu erhöhen und Frachtkosten zu senken. Bis 1887 wurde der Weg in einer Breite von vier Metern befestigt, 1935 wurden Kurven begradigt und die Fahrbahnbreite auf acht Meter erhöht.Dr. Hugo Banniza: Verkehrs-Probleme im Stephanopeler und Heppingser Tal im 19. Jahrhundert. in: Bürger- und Heimatverein Hemer e.V. (Hrsg.): Der Schlüssel. Hemer 1980.
Weitere Straßen Etwa seit 1990 ist der Bau einer Westtangente ein strittiges Thema in der Hemeraner Kommunalpolitik. Die Straße soll von Hemerhardt bis nach Westig führen und die B 7 sowie die Hauptstraße in der Innenstadt entlasten. Dabei ist eine Streckenführung durch das Landschaftsschutzgebiet Duloh geplant. Gegen diese Planung formierte sich eine Bürgerinitiative, die vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen den Bebauungsplan klagte. Die Richter erklärten die Trasse im Frühjahr 2007 für rechtsunwirksam. Durch den Zuschlag zur Landesgartenschau 2010 in Hemer und die damit verbundenen Straßenbauarbeiten in der Innenstadt wurde der Bau 2008 vorerst zurückgestellt.
Bis in die 1990er-Jahre wurde auch über eine Osttangente diskutiert, die Deilinghofen mit der B 7 verbinden sollte. Durch den Ausbau der Urbecker Straße, die von der Innenstadt über Urbecke nach Höcklingsen führt, verkürzte sich der Weg zwischen Deilinghofen nach Becke 1999 aber so deutlich, dass die Osttangente seitdem kein Thema mehr ist.
Schiene mini|Güterabfertigung des Bahnhofs Hemer (2009 abgerissen) Für Informationen über die gesamte Bahnstrecke Menden–Letmathe, siehe: Bahnstrecke Letmathe–Fröndenberg
Streckenabschnitt Menden–Hemer Planungen, Hemer an das Schienennetz anzuschließen, begannen im Jahr 1860, als im Amt ein Komitee gegründet wurde, das sich für die Anbindung Hemers an das Streckennetz der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft einsetzte. Am 17. April 1873 unterzeichnete die Gesellschaft einen Vertrag zum Bau und Betrieb einer Vollbahn zwischen Menden und Oberhemer, wofür sie finanzielle Mittel des preußischen Handelsministeriums erhielt. 1881 sprach die Regierung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn die Konzession zu, so dass die Strecke Menden–Hemer zum 1. September 1882 eröffnet wurde. Am 15. Juni 1885 folgte Hemer–Iserlohn. Der preußische Staat war bereits zuvor Eigentümer geworden. Auf Hemeraner Stadtgebiet wurden auf dem ersten, fast sieben Kilometer langen Abschnitt Haltestellen in Hemer und in Oese eingerichtet, wobei letztere nur für Personenverkehr zugelassen war. Auch für einige Industrieunternehmen und die Edelburg wurden eigene Gleisanschlüsse geschaffen.
Der Bahnhof in Hemer lag zentral in der Innenstadt, nur wenige Meter von der Blücher-Kaserne der Bundeswehr entfernt. So wurde die Bahnanlage ab 1956 zur Fahrzeugverladung genutzt. Zuvor machten bereits dort stationierte kanadische und belgische Truppen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Im Zweiten Weltkrieg befand sich in der späteren Kaserne das Kriegsgefangenenlager Stalag VI A, weshalb viele, vor allem sowjetische Soldaten über den Bahnhof Hemer ins Lager transportiert wurden.
1983 begannen Diskussionen über die Streckenstilllegung, wenngleich die Bahnverbindung drei Jahre zuvor noch zum „betriebswirtschaftlich optimalen Netz“ gehört hatte. 1987 wurde das Hauptgebäude des Bahnhofs Hemer abgerissen, am 27. Mai 1989 verließ der letzte planmäßige Zug Hemer. Der Abschnitt nach Menden ist bis heute bestehen geblieben und wurde bis zur Schließung der Blücher-Kaserne 2006 zur Panzerverladung genutzt. Die zwischenzeitlich vereinbarte Abfuhr von Sturmholz nach dem Orkan Kyrill lief 2007 aus.
In den folgenden Jahren wurde über eine Wiederaufnahme des Betriebs nach Menden unter dem Namen Oesetalbahn diskutiert. Die Rhein-Sieg-Eisenbahn plante, zur Landesgartenschau 2010 (auf dem ehemaligen Kasernengelände) Besucher per Zug nach Hemer zu bringen. Sofern sich langfristig keine Möglichkeit eines wirtschaftlichen Betriebs ergeben, sollen die Schienen abgebaut und ein Bahnradweg errichtet werden.
Streckenabschnitt Hemer–Iserlohn mini|Ehemaliger Bahnhof Westig Der ebenfalls sieben Kilometer lange Lückenschluss nach Iserlohn wurde 1883 genehmigt und am 15. Juli 1885 als Sekundärbahn in Betrieb genommen. Damit war eine Verbindung Hemers sowohl zur Oberen Ruhrtalbahn, als auch zur Ruhr-Sieg-Strecke geschaffen.
An diesem Teilabschnitt wurde 1885 der Bahnhof Westig angelegt, dessen heute noch bestehendes Gebäude zehn Jahre später gebaut wurde. Ende des Jahres 1975 wurde die Güterverladung in Westig stillgelegt und damit der Bahnhofsbau überflüssig. Obwohl das Gebäude 1984 unter Denkmalschutz gestellt wurde, verfiel es in den darauffolgenden Jahren zunehmend. Heute befindet sich eine Kneipe im Gebäude.