Die Pfeifenwinde oder auch Amerikanische Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Pfeifenblumen (Aristolochia) in der Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae).
Beschreibung mini|Habitus und Laubblätter mini|Frucht und Samen
Vegetative Merkmale Aristolochia macrophylla ist eine starkwüchsige, linkswindende Liane und erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 20 Metern. Die wechselständigen Laubblätter sind einfach 4 bis 6 Zentimeter lang gestielt. Die dunkelgrüne Blattspreite ist herzförmig, 7 bis 34 Zentimeter lang und 10 bis 35 Zentimeter breit.
Generative Merkmale Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln an einem 3 bis 7 Zentimeter langen Stiel. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die außen gelbgrünen und innen braunen Blütenhüllblätter sind gattungstypisch verwachsen und tabakpfeifenförmig gestaltet. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem 3 bis 7 Zentimeter großen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Das Gynostemium ist dreilappig. Die Blütezeit erstreckt sich vom späten Frühling bis zum Sommer.
Es wird eine sechsklappige Kapselfrucht gebildet, die 6 bis 8 Zentimeter lang und 4 bis 10 Zentimeter breit wird. Die flachen und dreikantigen Samen sind etwa 1 Zentimeter groß.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
Vorkommen Die Pfeifenwinde kommt in den Bergwäldern in Höhenlagen zwischen 50 und 1300 Metern von Pennsylvania bis Georgia und westlich von Minnesota und Kansas in Cumberland und den Blue Ridge Mountains vor.Kerry Barringer: Aristolochia. bei der Flora of North America, Volume 3: Aristolochia macrophylla - Online. Nördlich kommt sie auch bis Ontario vor. in Deutschland kommt sie selten verwildert vor.
Inhaltsstoffe Die Pfeifenwinde enthält Aristolochiasäuren in vegetativen Pflanzenteilen und Samen. Sie ist in allen Teilen giftig.
Botanische Geschichte Die Pflanze wurde durch John Bartram entdeckt. 1761 versandte er Samen nach England an Peter Collinson. Aus den Samen wurden durch den Gärtner James Gordon Pflanzen herangezogen und weiterverbreitet. 1783 wurde diese Pflanzenart als Aristolochia macrophylla durch Jean-Baptiste de Lamarck erstbeschrieben in Encyclopédie Méthodique: Botanique, Band 1, Seite 255. Ein Jahr später wurde die gleiche Pflanzenart durch Charles Louis L’Héritier als Aristolochia sipho nochmals beschrieben; dieser Name gilt heute als Synonym.
Nutzung mini|Laubblätter und gewundene Sprossachse Die Pfeifenwinde wird als Zierpflanze für Fassadenbegrünung oder als Rankpflanze an Pergolen eingesetzt.
Ökologie Die Laubblätter von Aristolochia macrophylla werden von der Raupe des Schmetterlings Battus philenor gefressen.
Trivialnamen Für diese Pflanzenart werden oder wurden, zum Teil nur regional, auch folgende weitere Trivialnamen verwendet: Meerschaumpfeifen, Pfeifenkopfwinde und Tabakspfeifenstrauch.Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 39, eingescannt.
Sonstiges Aristolochia macrophylla besitzt die Fähigkeit zur Selbstreparatur bei Rissen im Festigungsgewebe (Sklerenchym). Diese Fähigkeit dient in der Bionik als Vorbild für eine selbstreparierende Schaumschutzschicht für luftgefüllte Membranen.
Quellen Kerry Barringer: Aristolochia. In: Flora of North America, Volume 3: Aristolochia macrophylla - textgleich online wie gedrucktes Werk.
Sortimentskatalog 2008/09. Bruns Pflanzen, Bad Zwischenahn.
Einzelnachweise Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 326. Jens Gunter Rohwer: Aristolochiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 152.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Pfeifenwinde als Fassadenbegrünung.
Kategorie:Osterluzeigewächse Kategorie:Zierpflanze
Kategorie:Kletterpflanze