mini|hochkant|Hannah Louise von RothschildDas Original befindet sich im Besitz der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main/Digitale Sammlungen Judaica Hannah Luise von Rothschild, auch Hannah Louise (* 9. November 1850 in Frankfurt am Main; † 23. März 1892 ebenda) war ein Mitglied der Familie Rothschild und eine bedeutende Stifterin in Frankfurt am Main.
Leben Von Rothschild war die fünfte von sieben Töchtern des Bankiers Mayer Carl von Rothschild und seiner Ehefrau Louise. Sie war ihrer Heimatstadt eng verbunden, blieb aber, anders als ihre Schwestern, zeitlebens unverheiratet.Hans-Otto Schembs: Hannah Louise von Rothschild (1850–1892) auf der Webseite Frankfurter Frauenzimmer. Sie wuchs in einem wohlhabenden jüdisch-bürgerlichen Elternhaus auf, auf dessen gesellschaftliches Engagement zahlreiche Sammlungen und Stiftungen in Frankfurt zurückgehen. Sie kümmerte sich 1870/1871 gemeinsam mit ihren Schwestern in einem von ihrer Mutter gegründeten Hospital um verwundete Soldaten und Ihre bekanntesten Gründungen waren:Rudolf Plaut erwähnt in seiner Trauerrede als dritte Gründung eine 1887 die Freiherrlich Carl von Rothschild’sche öffentliche Bibliothek, die auf der Familienbibliothek aufbaute, und 1890 das Carolinum, eine medizinische und zahnärztliche Einrichtung zur Beratung und Behandlung bedürftiger Menschen. Die Benennung der Bibliothek und des Carolinum erfolgten beide zu Ehren ihres verstorbenen Vaters, und in beiden Einrichtungen arbeitete Hannah-Louise auch selber mit. Sie hatte für das Carolinum eine Million Goldmark für die Errichtung und Ausstattung gespendet und beteiligte sich als Krankenschwester vor allem an der Behandlung zahnkranker Patienten.Hannah Louise von Rothschild auf der Webseite zur Jüdischen Pflegeschichte in Frankfurt am Main mini|links|Marmorbüste der Hannah Louise von Rothschild, die nach deren Tod von dem Bildhauer Gustav Martin Herold (1839–1927) angefertigt worden war. Die Büste befindet sich im Frankfurter Jüdischen Museum. Von Rothschild verstarb unerwartet im Alter von erst 41 Jahren. Sie ist auf dem jüdischen Friedhof in der Rat-Beil-Straße in Frankfurt am Main begraben. In einem Nachruf auf sie hieß es:
Am 23. März 1893 fand in Anwesenheit von Vertretern des Magistrats und anderer Behörden und Körperschaften die feierliche Einweihung eines Grabdenkmals für sie statt. Rudolph Plaut, der Rabbiner der Israelitischen Gemeinde, der bereits ein Jahr zuvor die Trauerrede für sie gehalten hatteRudolf Plaut: Worte der Trauer würdigte sie mit den Worten:
Nach ihrem Tod sorgten ihre Mutter und ihre Schwestern für den Fortbestand der Stiftungen, denen durch königlichen Erlass vom 1. April 1893 auf Grund der Statuten vom 28. Dezember 1892 die Rechte einer juristischen Person verliehen worden waren.Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main: Stadtchronik 1893 Der Bestand der Rothschild’schen Bibliothek hat den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und ist heute Teil der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Das Carolinum gehörte 1914 zu den Gründungsinstitutionen der Königlichen Universität zu Frankfurt am Main, aus der später die Goethe-Universität wurde. Die heute als Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum) (ZZMK) firmierende Gemeinnützige GmbH erinnert in ihrem Namen an die Ursprünge, wird aber nicht mehr von der ehemaligen Stiftung betrieben. Die Stiftung Carolinum unterstützt aber weiterhin die Arbeit des ZZMK. Eine Stele auf dem Gelände vor Haus 29 des Universitätsklinikums der Goethe-Universität Frankfurt in unmittelbarer Nähe zum Eingang des ZZMK erinnert an dessen Gründerin und die Geschichte der Einrichtung.
Literatur Dieter Windecker: 100 Jahre Freiherr Carl von Rothschild’sche Stiftung Carolinum. Berlin 1990, ISBN 3-87652-775-9. Edith Dörken: Berühmte Frankfurter Frauen. Otto Lembeck, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-87476-557-2.
Weblinks Hans-Otto Schembs: Hannah Louise von Rothschild (1850–1892) auf der Webseite Frankfurter Frauenzimmer. Daten zu Hannah Louise von Rothschild auf der Webseiten zur Jüdischen Pflegegeschichte. Information zum Carolinum auf der Webseiten zur Jüdischen Pflegegeschichte Rudolf Plaut: Worte der Trauer, gesprochen an der Bahre der verewigten Freifräulein Hannah Louise von Rothschild am 27. März 1892 (Online).
Einzelnachweise
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