Esposende ist eine Stadt im Norden Portugals. Das Stadtgebiet setzt sich aus den drei Gemeinden Esposende, Gandra und Marinhas zusammen.

Der Rio Cávado mündet hier in den Atlantischen Ozean. Bekannt ist der Ort zudem für seine Strände. mini|links|In der Innenstadt von Esposende

Am 29. September 2013 wurden die Gemeinden Esposende, Marinhas und Gandra zur neuen Gemeinde União das Freguesias de Esposende, Marinhas e Gandra zusammengeschlossen. Esposende ist Sitz dieser neu gebildeten Gemeinde.Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 1. Oktober 2014

Geschichte mini|In der archäologischen Fundstätte Castro de São Lourenço Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung. Zu nennen ist dabei der Menhir São Paio de Antas und insbesondere die Ausgrabungsstelle der Siedlung Castro de São Lourenço aus der Castrokultur. Das Gebiet gehörte im frühen 5. Jahrhundert zum Suebenreich, dann zum Westgotenreich. Die Etymologie des Ortsnamens deutet auf eine entsprechende germanische Herkunft der Bezeichnung des Ortes, der ursprünglich Hispanusindus und dann Spanusinde hieß. Esposende wurde erstmals offiziell in einer Urkunde von 959 erwähnt, als eine Ortschaft nahe der Salinen der Villa de Fano. 1108 nannte ein Erbschaftsdokument eines Klosters, dem Mosteiro de Vairão, den Ort Esposende, in dem die Kinder von Paio Godins und Goutinho Nunes Gebiete zwischen Esposende, Braga und Vila do Conde aufteilten.

In den königlichen Erhebungen von 1220 wurde Esposende als kleine Ortschaft der Gemeinde Zopães (heute Marinhas) aufgeführt. Bischof Pedro verhalf allen Gemeinden im Erzbistum Braga zur Unabhängigkeit, mit Ausnahme Esposendes, das erst nach mehreren Versuchen und durch Initiative des Frei Bartolomeu dos Mártires aus der Verwaltungsgemeinde Marinhas ausgegliedert und eigenständig wurde. Am 19. August 1512 schließlich wurde Esposende zur Kleinstadt (Vila) erhoben und Sitz eines eigenen Kreises. Im weiteren Verlauf der portugiesischen Entdeckungsfahrten nahm Esposendes Aufschwung deutlich zu, insbesondere als Ort des Seehandels, des Schiffsbaus und der Salzgewinnung, aber auch die Landwirtschaft und die Weideviehzucht trugen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. König D. Sebastião erweiterte die Stadtrechte Esposendes mit Urkunde vom 5. Oktober 1573.

Die weiter angestiegene Bedeutung Esposendes führte zur Ansiedlung eines Amtsgerichtes 1898. Am 19. August 1993 wurde die bisherige Kleinstadt (Vila) schließlich zur Stadt (Cidade) erhoben.www.verportugal.net, abgerufen am 16. Februar 2014

Verwaltung Der Kreis Esposende ist Sitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho) im Distrikt Braga. Am 30. Juni 2011 hatte der Kreis 36700 Einwohner auf einer Fläche von km²www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística.

Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Viana do Castelo, Barcelos, Póvoa de Varzim sowie der Atlantische Ozean. mini|Das städtische Museum von Esposende, im Gebäude des 1911 eröffneten Teatro-Club

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor 15 auf neun verringerte.Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 16. März 2014

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Esposende: mini|hochkant=1.3|Kreis Esposende

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerzahl im Kreis Esposende (1801–2011) 1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011 4157 12.545 15.161 19.452 23.966 28.652 30.101 33.325 34.361

Kommunaler Feiertag 19. August

Städtepartnerschaften , Frankreich , Insel Santiago, Kap Verdewww.anmp.pt, abgerufen am 16. Februar 2014

Verkehr Die Stadt liegt mit eigener Anschlussstelle an der Autobahn A28, die von Porto kommend nördlich bis ins spanische Galicien führt.

Die nächste Eisenbahnanbindung ist der etwa 15 km östlich gelegene Bahnhof von Barcelos an der Strecke Linha do Minho.

Esposende ist in das landesweite Fernbusnetz der Rede Expressos eingebunden.

Der öffentliche Personennahverkehr im Kreis wird durch Buslinien des Unternehmens Litoral Norte bedient.

Söhne und Töchter der Stadt António Rodrigues Sampaio (1806–1882), Journalist und liberaler Politiker, mehrmaliger Innenminister, 1881 kurzzeitig Premierminister Tiago Augusto de Almeida (1864–1936), Arzt und Hochschullehrer António Rodrigues Alves de Faria (1871–1949), Unternehmer, kam in Brasilien zu Vermögen Fonseca Lima (1874–1945), republikanischer Politiker Manuel de Barros (1908–1971), Astronom Abel Vinha dos Santos (1912–1939), Schriftsteller Viana de Lima (1913–1991), Architekt José Gonçalo Correia de Oliveira (1921–1976), Politiker, mehrmaliger Minister im autoritären Estado-Novo-Regime João Maria de Oliveira Martins (1934–2011), konservativer Politiker und Ingenieur, mehrmaliger Minister Bernardete Costa (* 1949), Schriftstellerin António Couto dos Santos (* 1949), Politiker und Ingenieur, mehrmaliger Minister Luís Campos (* 1964), Sportfunktionär und Trainer Paulo Gonçalves (1979–2020), Motorradrennfahrer, bei der Rallye Dakar 2020 tödlich verunglückt Teresa Portela (* 1987), Kanutin Ana Maria De Sá Fernandes (* 1987 in Vila Chã), Fußballspielerin João Ribeiro (* 1989), Kanute

Der Maler Henrique Medina (1901–1988) und der Schriftsteller António Correia de Oliveira (1878–1960) starben in Esposende.

Weblinks

Website der Stadt, portugiesisch, aufgerufen am 6. Mai 2010

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Freguesia in Portugal

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