mini|Rekonstruktion Wappen Amt Schenkenberg (Grimmsche Regimentstafel 1735) mini|Schloss Wildenstein, Sitz der Obervögte von Schenkenberg von 1720 bis 1798. mini|Die bernischen Ämter im Aargau. mini|Wappentafel der Obervögte von 1447 bis 1711, Gemälde von Meinrad Keller (1723). mini|Wappen von Albrecht von Graffenried in der Reformierten Kirche Densbüren. Das Amt Schenkenberg war eine Landvogtei im Aargau in der Schweiz.
Sie entstand im Jahre 1460 durch die Besetzung der Herrschaft Schenkenberg durch Bern. Die seit 1451 im Besitz der Familie von Baldegg befindliche Herrschaft, ein Reichslehen, wurde in eine Berner Landvogtei umgewandelt und umfasste als Oberamt Schenkenberg die Ämter Thalheim, Densbüren, Veltheim, Bözen, Bözberg, Stilli und Hottwil. Der Landvogt residierte bis 1720 auf Burg Schenkenberg im Hauptort Thalheim und zog dann ins nahegelegene Schloss Wildenstein bei Veltheim.Schloss Schenkenberg in Thalheim auf swisscastles.ch (zuletzt abgerufen am 7. Juli 2019).
mini|Ruine Schenkenberg aus der Luft
Das Amt Schenkenberg war für die Berner Herrschaft von hoher strategischer Bedeutung, da es mit dem Bözberg über einen wichtigen Pass ins Fricktal, das damals zu Vorderösterreich gehörte, verfügte. Mit der Eroberung der Schweiz durch die Franzosen wurde das Amt Schenkenberg im März 1798 aufgelöst.
Bauten
Aus der Zeit des Amts Schenkenberg sind mehrere bedeutende Bauwerke erhalten geblieben, die heute noch an die frühere Funktion der Region als Berner Landvogtei erinnern.
Der ursprüngliche Verwaltungssitz befand sich auf der Burg Schenkenberg bei Thalheim. Die um 1250 von den Habsburgern erbaute Höhenburg diente den Landvögten bis etwa 1720 als Amtssitz. Danach wurde sie aufgegeben und verfiel, ist aber als bedeutende Ruine erhalten und gilt als Kulturgut von regionaler Bedeutung.
Nach dem Verlassen der Burg wurde das Amt in das Schloss Wildenstein bei Veltheim verlegt. Das barocke Landschloss diente fortan als Residenz der bernischen Landvögte bis zur Aufhebung der Vogtei im Jahr 1798.
In der Stadt Brugg befindet sich die sogenannte „Hofstatt“, ein stattliches Gebäude, das ursprünglich als Neuer Schenkenbergerhof errichtet wurde. Es diente später lange Zeit als Kornhaus und beherbergt heute Teile der kommunalen Verwaltung. Auch die ehemalige Landschreiber in Brugg ist erhalten. Sie trägt über dem Torbogen das historische Wappen des Amts Schenkenberg, mit Adler und Sparren, wie es auf einer Wappentafel von 1726 überliefert ist. In der Kirche Thalheim ist ausserdem der Taufstein erhalten aus Alabaster, welcher von einem Obervogt der Gemeinde geschenkt wurde.
Wappen Ein historisches Wappen des ehemaligen Amts Schenkenberg ist auf der bernischen Regimentstafel aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts des Malers Johann Grimm überliefert. Burgerbibliothek Bern, Signatur M.249. Das Amt Schenkenberg befindet sich unter den Ämterwappen in der zweituntersten Zeile als drittes von rechts.
Blasonierung: Geteilt von Gold mit einem schwarzen Adler und von Rot mit einem goldenen Sparren.
mini|Brugg Landschreiberei 02
Liste der Obervögte zu Schenkenberg (1447 bis 1798) Niklaus von Entlebuch, 1447 Bendicht Gnägi, 1462 Peter von Weingart, 1466 Gilgian von Rümligen, 1470 Peter von Weingart, 1477 Niklaus Brunner, 1486 Gilgian Schöni, 1486 Niklaus von Graffenried, 1492 Bendicht von Weingart, 1498 Conrad Vogt, 1501 Hans Kuttler, 1509 Peter Thormann, 1510 Conrad Vogt, 1513 Hans Bischoff, 1518 Lienhard Willading, 1522 Anthoni Bischoff, 1527 Ullrich Megger, 1529 Hans Archer, 1534 Caspar Kuttler, 1536 Hans (?), 1543 Hans Im Haag, 1546 Niklaus Schoor, 1552 Urs Fetscherin, 1562 Franz Güder, 1565 Heinrich Kohler, 1574 Sebastian Rohr, 1579 Conrad Bickhart, 1585 Peter Freudenreich, 1591 Abraham Amport, 1598 Niklaus Späting, 1610 Bernhard Rohr, 1611 Andres Haller, 1618 Daniel von Werdt, 1620 Hans Reber, 1626 Abraham Tillier, 1632 Hans Berseth, 1638 Abraham Thormann, 1644 Samuel Nöthiger, 1630 Jacob Tribolet, 1656 Albrecht von Graffenried, 1657 Abraham Tillier, 1663 Samuel Thormann, 1669 Beat Ludwig May, 1675 Jacob Bucher, 1681 Johannes Matthey, 1687 Gabriel Bucher, 1693 Bernhard Effinger, 1699 Isaak Steiger, 1703 Franz Ludwig von Graffenried, 1711 Rudolf von Luternau, 1717 Daniel Fellenberg, 1723 Abraham Jenner, 1729 Hans Jakob Dünz, 1730 Johann Ludwig Steiger, 1737 Albrecht Steiger, 1743 Wolfgang Zehender, 1750 Albrecht Anton Dittlinger, 1755 Samuel Haller, 1761 Niklaus Emanuel Tscharner, 1767 Emanuel von Graffenried, 1773 Daniel Fellenberg, 1779 Johann Rudolf Fischer, 1785 Johann Rudolf Bucher, 1791 Vinzenz Sinner, 1797
Literatur Johann Rudolf von Luternau: Nothwendiger und unvorgreifflicher Bericht über die waltende Frag, Ob Dem Hohen Stand nutzlicher und vorträglicher seye, das Baufällige Schloss auf Schenckenberg wieder aufzubauen. Oder aber das […] Schloss […] Wildenstein an sich zu ziehen?, . Hans Jacob Leu: Allgemeines Helvetisches, Eydgenößisches, Oder Schweitzerisches LEXICON, Band 16, Zürich, 1760, Seiten 289 ff. (Google Books)
Einzelnachweise
Kategorie:Historisches Territorium (Schweiz) Kategorie:Geschichte (Kanton Aargau) Kategorie:Geschichte (Kanton Bern)