Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten ist die größte Volkswirtschaft mit einem BIP von 27,360 Billionen Dollar (Stand: 2023).USA: Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen von 2006 bis 2016 (in Milliarden US-Dollar). Abgerufen am 8. November 2016. Der größte Teil der Inlandsproduktion wird von privaten Unternehmen erwirtschaftet; die Regierung beeinflusst das wirtschaftliche Geschehen vergleichsweise gering (zur Staatsquote siehe hier).

Laut Angaben des globalen Wettbewerbsfähigkeitindex des Weltwirtschaftsforums rangieren die USA auf Platz 2 (von 137 Staaten) der wettbewerbsfähigsten Länder der Welt.

Geschichte In der Kolonialzeit (17. und 18. Jahrhundert) war die Wirtschaft auf dem Gebiet der heutigen USA überwiegend agrarisch geprägt und in das Merkantilsystem des Britischen Empire eingebunden. Wichtigste Exportgüter der dreizehn Kolonien waren landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide, Tabak und Reis. Dank reichlich vorhandenem Land und knapper Arbeitskraft wuchsen Wirtschaft und Bevölkerung der Kolonien rasch: Von 1700 bis 1774 erhöhte sich ihre Gesamtproduktion um das Zwölffache, und beim Unabhängigkeitseintritt 1776 erreichte die koloniale Wirtschaft bereits etwa 30 % des Umfangs der britischen Volkswirtschaft. Aufgrund der großen Verfügbarkeit von Land hatte die freie weiße Bevölkerung der Kolonien Schätzungen zufolge bereits einen der höchsten Lebensstandard der Welt erreicht.Where Is There Consensus Among American Economic Historians? The Results of a Survey on Forty Propositions

Die Sklaverei wurde schon in den Kolonien etabliert und bildete besonders in den südlichen Kolonien die Grundlage der Plantagenökonomie. Zur Zeit der Unabhängigkeit lebten rund 460.000 versklavte Afrikaner in Amerika; die Nordstaaten, in deren Wirtschaft Sklaven eine geringe Rolle spielten, leiteten bald die schrittweise Abschaffung der Sklaverei ein, während im Süden die Sklaverei untrennbar mit der expandierenden Wirtschaft und der ökonomischen Elite der Südstaaten verbunden blieb und die Zahl der Sklaven bis 1865 auf über vier Millionen anwuchs. Nach der Unabhängigkeit (1776) förderten die territoriale Expansion und technische Erfindungen (etwa die Cotton Gin 1793 zur Entkörnung von Baumwolle) das Wirtschaftswachstum. Die Südstaaten erlebten einen Boom des Baumwollanbaus: Verbesserte Entkörnungstechniken setzten Arbeitskräfte frei, „King Cotton“ breitete sich von den Küstenstaaten bis nach Texas aus, und um die Mitte des 19. Jahrhunderts stellte der Süden etwa 7/8 der Weltproduktion an Baumwolle.USA – Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft Bundeszentrale für politische Bildung

Gleichzeitig begann in den Nordstaaten ab den 1820er-Jahren die Industrialisierung (insbesondere in Neuengland); der Ausbau von Infrastruktur (Kanäle, Eisenbahnen) und der Zustrom von Einwanderern ließen Städte und Fabriken wachsen. Während sich im Norden eine zunehmend diversifizierte Wirtschaft mit wachsender Industrie und städtischem Handel entwickelte, bewahrte der Süden seinen agrarischen Charakter und hing am Baumwollmonokultur-System. Diese gegensätzlichen Wirtschaftsstrukturen führten zu wachsenden Spannungen zwischen Nord- und Südstaaten, die 1861 im Sezessionskrieg gipfelten. Mit der Niederlage der Konföderierten (aufgrund ihrer kleineren Wirtschaft und Bevölkerung) und dem 13. Verfassungszusatz wurde 1865 die Sklaverei in den USA abgeschafft, wobei Afroamerikaner allerdings ökonomisch benachteiligt blieben.

Die Nachkriegszeit (Reconstruction) und das späte 19. Jahrhundert waren von raschem industriellen Aufschwung geprägt (Gilded Age). Bereits 1860 besaßen die USA ein größeres Eisenbahnnetz als alle anderen Länder der Welt zusammen. Die Erschließung reichhaltiger Rohstoffvorkommen und die Masseneinwanderung lieferten zusätzliche Grundlagen für das Industriewachstum und eine schnelle Urbanisierung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts überflügelte die landwirtschaftliche und industrielle Produktion der Vereinigten Staaten diejenige aller anderen Industrienationen. Massenkultur und Konsumismus entstanden in den aufstrebenden amerikanischen Städten wie New York City und Chicagos wo die ersten Wolkenkratzer entstanden. Technologisch und industriell stiegen die USA in dieser Zeit zur führenden Nation auf. Der Erste Weltkrieg (1914–1918) bescherte der US-Wirtschaft einen gewaltigen Exportboom, da die USA bis 1917 neutral blieben und Europa mit Kriegsgütern belieferten. Nach Kriegsende wandelten sich die USA von einem Schuldner zur führenden Gläubigernation und festigten ihren Status als aufstrebende Finanzmachtlang=de|mini|Entwicklung des BIP/Kopf (logarithmische Darstellung) Mit Präsident Warren G. Hardings „Rückkehr zur Normalität“ () nach dem Ersten Weltkrieg erlebten die Vereinigten Staaten ein Jahrzehnt großen Wohlstands. Aktienkurse und -indizes stiegen lange Zeit und die Konjunktur wurde als unverletzlich angesehen. Dieser Glaube endete im Laufe der Weltwirtschaftskrise. Der im November 1932 zum Präsidenten gewählte Franklin D. Roosevelt führte zwischen 1933 und 1939 eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durch, die als New Deal bekannt wurden. Mit dem New Deal wurde eine neue Wirtschaftsordnung und erstmals ein soziales Sicherheitsnetz geschaffen. Als die Vereinigten Staaten im Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintraten, erhöhten sich die staatlichen Ausgaben und die Staatsverschuldung (Deficit spending) in vorher ungekanntem Maße, was das endgültige Ende der Massenarbeitslosigkeit zur Folge hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten die Vereinigten Staaten ein relativ stabiles Wirtschaftswachstum. Ende der 1960er Jahre heizte der Vietnamkrieg die Wirtschaft an; er trieb aber auch die Neuverschuldung der USA in die Höhe.

Nach der ersten Ölkrise 1973 kam es erstmals zu einer Stagflation.

Im August 1971 hatte US-Präsident Richard Nixon verkündet, dass die USA, deren Währung (der US-Dollar) die Ankerwährung im Bretton-Woods-System war, ihre Eintauschpflicht ‚Dollar gegen Gold‘ („Dollar-Konvertierbarkeit in Gold“) ab sofort nicht mehr erfüllen würden. Diese weitreichende Entscheidung hatte Nixon ohne jede Absprache mit anderen Nationen getroffen („Nixon-Schock“). Das Bretton-Woods-System brach 19 Monate später zusammen (Näheres hier).Siehe auch Otmar Emminger: D-Mark, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1986, ISBN 3-421-06333-8 (Kapitel 6 und 7).

Im Laufe der 1970er Jahre gab es kaum nennenswertes Wachstum der US-Wirtschaft. Der keynesianische Ansatz, der bis dahin dominiert hatte, verlor ab Beginn der 1980er Jahre viele Anhänger. Ronald Reagan gewann die Präsidentschaftswahl 1980 mit dem Wahlspruch „government is not the solution to our problem, government is the problem“Dt. „der Staat ist nicht die Lösung unseres Problems, der Staat ist das Problem“. Reagan unterstützte den Ansatz der Angebotspolitik; er senkte ab 1981 Steuern und verringerte staatliche Regulierungen und die Staatsquote. In der Fiskalpolitik bewirkten die Steuersenkungen ein bedeutendes konjunkturunabhängiges deficit spending (die höchste Kreditaufnahme, die die USA in Friedenszeiten bis dahin erlebt hatten).Sidney Plotkin, William Scheuerman, Deficit Spending, South End Press, 1994, ISBN 0-89608-464-7, Seite 15. 1982 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um zwei Prozent; im Laufe der achtjährigen Amtszeit Reagans wuchs es um 31 %. Während Präsident Bill Clintons Amtszeit wuchs das BIP noch einmal um 38 %. Zum Ende seiner Amtszeit bemaß sich die gesamtwirtschaftliche Produktion auf 9,8 Billionen US-Dollar mit der geringsten Arbeitslosenquote in dreißig Jahren. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase begann im Jahr 2000 eine vergleichsweise milde Rezession, die Gesamtwirtschaft hat aber nach fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen des Staates und der US-Notenbank schnell wieder an die alten Wachstumsraten angeschlossen. Unter George W. Bush wuchs die Staatsverschuldung dramatisch. Sein Krieg gegen den Terror nach den Anschlägen vom 11. September 2001 (darunter der Irakkrieg) war extrem teuer.

2007 waren die USA Ausgangspunkt für die Finanzkrise ab 2007. Zur Abmilderung dieser Krise wurde im Februar 2008 das US-Konjunkturprogramm 2008 („Economic Stimulus Act of 2008“) als Gesetz verabschiedet. Am 3. Oktober 2008 wurde der sogenannte Paulson-Plan (Emergency Economic Stabilization Act of 2008) mit einem Finanzvolumen von 700 Milliarden US-Dollar verabschiedet.

Von 2010 bis 2017 wuchs die amerikanische Wirtschaft in jedem Jahr, womit das Land die dritt-längste Expansionsphase seiner Geschichte erlebte. Gleichzeitig wuchs die Staatsverschuldung auf das höchste Level seit dem Zweiten Weltkrieg an (ca. 105 % des BIP im Jahre 2016). Auf die COVID-19-Pandemie reagierte die US-Regierung mit mehreren Hilfs- und Konjukturpaketen, welche ein Gesamtvolumen von 4,6 Billionen US-Dollar hatte. Die Wirtschaft erholte sich dadurch relativ schnell, die Staatsverschuldung stieg allerdings weiter auf rund 120 % im Jahr 2025, mit weiter steigender Tendenz. mini|Wachstumsrate der US Wirtschaft 1947–2022|360x360px

Grundlagen mini|lang=de|Bevölkerungspyramide der USA

Eine der wichtigsten Grundlagen der Wirtschaft eines Landes sind seine natürlichen Ressourcen. Die Vereinigten Staaten sind reich an Bodenschätzen sowie fruchtbaren Böden und haben ein gemäßigtes Klima. Dies allein kann die Entwicklung der Vereinigten Staaten zu einer der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt allerdings noch nicht erklären. Hier muss vor allem die Rolle des Staates bedacht werden. Im neunzehnten Jahrhundert wurde das Ausschöpfen der Ressourcen durch eine favorisierende Gesetzgebung der US-Regierung unterstützt (Details). Dies und ein großer Pool homogener Konsumenten trug dazu bei, dass die USA die größte Volkswirtschaft der Welt wurde.

Eine weitere wichtige Grundlage ist das Arbeitskräftepotential. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte und ihre Produktivität prägen das Potential einer Volkswirtschaft. Hohe Geburtenraten (Baby-Boomer) und zahlreiche Migranten sorgten für ein hohes Arbeitskräfte-Angebot in den USA.

Ein weiterer Faktor sind die schiffbaren Wasserstraßen. Die Vereinigten Staaten haben 41.000 km schiffbare Wasserstraßen. Nur Brasilien, China, Russland und Vietnam haben mehr Wasserstraßen.

Private Unternehmen produzieren die meisten Güter und Dienstleistungen. Fast zwei Drittel der Gesamtproduktion des Landes dient dem privaten Konsum. Das verbleibende Drittel wird vom Staat und von Unternehmen gekauft.

Mittelstand und Großkonzerne

Die amerikanische Volkswirtschaft verfügt über ein breites Spektrum von Unternehmen, das von Einmannbetrieben bis zu weltweit größten Konzernen reicht. 99 Prozent aller selbständigen Unternehmen des Landes beschäftigen weniger als 500 Personen. Laut der U.S. Small Business Administration (SBA) beschäftigen diese Kleinunternehmen 52 Prozent aller amerikanischen Arbeitnehmer. 39 Prozent der High-Tech-Beschäftigten arbeiten in mittelständischen Unternehmen.

Die umsatzstärksten Unternehmen der USA 2021 in Milliarden US-Dollar: RangNameHauptsitzUmsatz (Mrd. $)Branche1WalmartBentonville572,754Einzelhandel2AmazonBellevue469,822Einzelhandel3AppleCupertino365,817Technologie4CVS HealthWoonsocket292,111Pharmahandel5UnitedHealthMinnetonka287,597Versicherungen6ExxonMobilIrving285,640Öl und Gas7Berkshire HathawayOmaha276,094Mischkonzern8Alphabet Inc.Mountain View257,637Technologie9McKessonSan Francisco238,228Pharmahandel10AmerisourceBergenChesterbrook213,989Pharmahandel

Die gewinnstärksten Unternehmen der USA 2021 in Milliarden US-Dollar: RangNameHauptsitzGewinn